
„Even kissing ‚with lust‘ (Article 155) is forbidden. This bizarre law works to eliminate old Persian male-bonding customs, including common kissing and holding hands in public. […] In the case of the two teens hanged in Mashhad, ‚they admitted having gay sex (probably under torture) but claimed in their defense that most young boys had sex with each other and that they were not aware that homosexuality was punishable by death.“
(via direland)

(…) ‘they admitted having gay sex (probably under torture)(…)
Das Zitat ist zumindest für mich als non-native schon sehr sehr mißverständlich. Gemeint ist mit Sicherheit, dass Beide unter Folter ausgesagt hätten. Es kommt aber beinahe so rüber, als das gemeint wäre, sie hätten „under torture“ Sex miteinander gehabt. Wie auch immer vielleicht, liegt diese-prima vista- Missinterpretation an meinem fehlenden Sprachgefühl.
Die Sache selbst macht mich einfach nur fassungslos. Wie steht es eigentlich um weibliches gleichgeschlechtliches Begehren in der iranischen Provinz. Wird dieses genauso repressiv bekämpft? Oder ist weiblich-homoerotisches dort einerseits Tabu, andererseits zu Werbezwecken allgegenwärtig(so ungefähr wie in europäischen Metropolen)?
Die Subsumption weiblicher Homosexualität unter deren männliche Form fällt mir immer wieder in gravierendem Maße, zum Beispiel anhand von medialer (Nicht-)Berichterstattung auf.
Also dass zwischen weiblicher und männlicher Homosexualität eine Analogie hergestellt wird, ist, genau wie der Begriff der Homosexualität selber, eine eher moderne Sache. Traditionell wird das eine von den islamischen Klerikalen als sihaq [bzw. musahaqa] (= Reiben, Tribadie), das andere als liwat (‚Luterei‘ = die [Schand]Taten von Luts Volk) bezeichnet. Das eine ist ein technischer Terminus, das andere einer, der aus dem Qur‘an abgeleitet wurde, woran man schon sehen kann, dass es eigentlich keinen religiösen Grund für die Verurteilung von Sex zwischen Frauen gibt. Ein paar Juristen gab es aber trotzdem, die die Tribadie für eine strafwürdige Praktik gehalten haben. Kecia Ali schreibt dazu:
Ich weiß nicht genau, ob musahaqa im Iran strafbar ist. Wenn, dann liegt die Strafe aber sicher unterhalb der für liwat.
In der Propaganda der Mullahs wird weibliche und männliche „Homosexualität“ dennoch in einem Atemzug genannt. Ihre tatsächliche Ideologie ist nämlich weit weniger antiquiert als ihr Strafgesetzbuch. Mir ist allerdings bis heute nicht ganz gelungen herauszufinden, welchen Begriff sie dabei konkret gebrauchen, da es ja neben dem lateinisch-griechischen Terminus, den „wir“ verwenden, nirgendwo einen genuin landessprachlichen Ausdruck für dieses sexualwissenschaftliche Abstraktum aus dem 19. Jahrhundert gibt. Die ägyptische Schmierenpresse spricht mittlerweile von shazz djinsi („sexueller Anormalität“). Ich denke, dass es in Farsi etwas ganz Ähnliches sein wird.
Zu dem Satz:
Das bezieht sich darauf, dass sich der Nachweis des Koitus im iranischen Strafrecht als ziemlich schwierig gestaltet. Entweder müssen vier erwachsene und sozial unbescholtene männliche Zeugen den Akt mit eigenen Augen gesehen haben oder die Angeklagten müssen ihn viermal selbst gestanden haben. Es liegt daher einfach nahe, dass dieses Geständnis unter Folter erpresst wurde.
i‘m an iranian boy , n i‘m chocked of hearing that . i myself respect all homosexuals as members of society and those who did this r terrorists.
i‘m sad 4 iran, this civilized country , 4 my country!