Rassismus meets Judenkarikatur

Ein widerliches Stück Naziprosa? Nein, nur der übliche Dreck des deutschen Feuilletons. Der Autor: Wilhelm Ruprecht Frieling. Bitte Kotztüten bereithalten!

Palmas Altstadt glich noch vor einem Jahrzehnt in Teilen einem gewaltigen Zigeunerlager. In den verfallenen und verkommenen Altbauten, die mit eingestürzten Dächern und zerbrochenen Scheiben unter der mallorquinischen Sonne zu Staub zerfielen, lebten diejenigen, die kein besseres Quartier erübrigen konnten. Selbst Einheimische wagten sich ungern in die dunklen Gassen, in deren Schmutz dunkelhäutige Zigeunerkinder junge Hunde quälten und mit Gerümpel spielten. Schnell konnte es geschehen, dass aus luftiger Höhe ein Gefäß mit Unflat über demjenigen geleert wurde, der ungeladen in den Gassen schlenderte. Schimpfworte, die kein Wörterbuch listet, folgten auf dem Fuße. Hier herrschte ein mobiles, in kinderreiche Großfamilien gegliedertes, wildes Volk nach eigenen Gesetzen: die Gitanos.

Was folgt, ist eine Ansammlung von rassistischen und antisemitischen Karikaturen: raffgierige alte Männer, dickleibig, auf einer Krücke humpelnd, mit „blitzenden Goldzähnen“, „fetten Goldringen“ und krächzender Stimme; schmutzige dunkelhäutige „Kinder, die man am liebsten an den Ohren aus dem Straßendreck ziehen und in eine Wanne mit Seifenwasser stecken möchte“; eine Gruppe „unglaublich geschickte[r] […] Trickdiebinnen, die von einer erfahrenen ‚Alten‘ angeleitet werden“ sowie „massige Matronen“ mit „rabenschwarzem Haar“.

Aber es gibt natürlich auch einen Helden in dieser Geschichte: einen „blassen Engländer“, der seine „Lektion[en] im Umgang mit Gitanos“ gelernt hat und den hehlerischen „Räuberhauptmann“ übers Ohr haut. Denn für die im Unrat der Vormoderne lebenden Zigeuner erscheint „alles was elektrisch oder aus Plastik ist“ teuer und wertvoll, während sie einen barocken Bilderrahmen für „wertlosen Müll“ halten. Und so trägt unser weißer Held den Sieg über die schwarzen Händler davon, die dem Autoren zwar wegen ihrer kommerziellen Denkungsart als äußerst verschlagen vorkommen, aufgrund ihrer dunklen Hautfarbe aber eben zugleich als unsäglich dumm.

Wahrlich, eine erbauende Geschichte, wie man sie von jemandem, der sein Geld bei Lübbe, dtv und dem Börsenblatt des deutschen Buchhandels verdient, gar nicht anders erwartet!


3 Antworten auf „Rassismus meets Judenkarikatur“


  1. Gravatar Icon 1 Doughnut Boy Andy 16. September 2005 um 15:01 Uhr

    ein blasser Engländer als Held ist auch ziemlich unglaubwürdig. Trinkt er ständig Tee? Ernähert er sich nur vom fett und streitet über Fussball?

    Ich bin aber froh dass jemand „Feuilleton“ liest. Ich kann es selber nicht ausprechen!

  2. Gravatar Icon 2 lysis 17. September 2005 um 8:18 Uhr

    Ich les das Feuilleton eigentlich auch nicht. Ich les eigentlich gar keine Zeitung mehr. Die Zeitinvestition lohnt sich in der Regel nicht, wie ich finde.

    Den Link hab ich von einer Quelle im Internet, die ich lieber nicht nennen möchte! Es handelt sich nämlich um eine nicht zuletzt aufgrund ihrer pathischen Homophobie völlig indiskutable Person, und ich würde mich nur selber bloßstellen, gäbe ich zu, dass ich aus Lust am Ekel hin und wieder ihren Blog überfliege. ;)

  1. 1 Der ewige Gaukler « Antifa Horgau Pingback am 19. Mai 2008 um 7:21 Uhr
Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.