Archiv für November 2005

German Gay Pride Marchers Hail Their Fatherland

Unity and Law and Freedom -- German Patriotic Songs The organizing committee of the Berlin Christopher Street Day (CSD) has decided to take a line from Germany’s national anthem („unity and law and freedom“) to be the official motto of the capital’s gay pride march in 2006, taking up the new wave of nationalism that is sweeping the country.

The song is well known by Germans, because it has already been the national anthem under their former Reichs Chancellor Adolf Hitler, although then they would rather quote the beginning of the first stanza which says: „Germany, Germany above all, above everything in the world“.

I wonder what might be the motto of Berlin’s gay pride march in 2007. Perhaps: „The banners high, the ranks tightly closed“?

Whatever, here is the source for this creepy news (Siegessäule 12/05, p. 10):

Kein Scherz: Der Berliner Christopher Street Day (CSD) am 22. Juli 2006 soll unter dem Motto „Einigkeit und Recht und Freiheit“ stehen. Das beschloss das CSD-Forum auf Vorschlag des Veranstalters CSD e.V. am 18. November. „Wir haben ganz bewusst diesen Satz aus der Nationalhymne gewählt, um staatstragende Symbole für uns Schwule und Lesben zu vereinnahmen“, sagt Robert Kastl vom CSD e.V. Schließlich seien die politischen Forderungen an den Staat und die große Koalition gerichtet. Als Hauptstadt-CSD müsse man zudem ein bundesweit bedeutsames Motto wählen. Einigkeit, Recht und Freiheit seien Werte, die „jeder unterschreiben können müsste, der am CSD teilnimmt“.
[…]
Am CSD-Forum, das jedem offen steht, nahmen nur zwölf Personen teil. Für das Motto stimmten unter anderem Vertreter der FDP, der Aktion Sühnezeichen und von Mann-O-Meter. Nur die Gruppe Brasileuro sprach sich für ein anderes Motto aus.

konkret cover

Die Konkret erhält großes Lob für die Idee zu ihrem letzten Titelbild:

Aber nicht doch, liebe Leser, ich werde ja ganz verlegen! :d

metalust

Einer der spannendsten Blogneuzugänge in meiner Linkliste: Metalust & Subdiskurse. Unbedingt weiterzuempfehlen!

Ghetto ist was anderes …

Alan Posener kritisiert, wie ich finde: recht gelungen, den Jargon des „Ghettos“ in den aktuellen Kommentaren deutscher Tageszeitungen:

Wer wissen will, was ein Ghetto war, kann das Ghetto in Venedig besuchen oder jenes in Trier: Dort wurden die Juden nachts eingesperrt (die Zugbrücken in Venedig und die Kette in Trier kann man bis heute sehen), damit sie die Christen nicht gefährdeten — und damit sie bei Pogromen leichter zu finden waren. Anderswo durften Juden nicht wohnen. Man kann auch versuchen, die Spuren des ausgelöschten Ghettos in Warschau zu finden, wo die Juden eingesperrt wurden, um durch Krankheit und Hunger dezimiert zu werden. Dieses Ghetto — wie jene in Lodz, Krakau, Wilna usw. usf. — war ein Vernichtungslager, so gut wie Auschwitz, Vorhof der Hölle.

Es ist offenkundig, daß die Schwarzenviertel der amerikanischen Städte ebensowenig diese Bezeichnung verdienen wie die Vororte der französischen. Der Begriff „Ghetto“ wurde von schwarzen Aktivisten in den 60er Jahren als Kampfbegriff aufgegriffen; unterstellt wurde der WASP-Oberschicht der USA ein Vernichtungskrieg gegen die Schwarzen, wie er von den arischen Deutschen gegen Europas Juden geführt wurde. Demzufolge hatte es keinen Sinn, den individuellen Ausbruch in die Mittelschicht zu wagen; denn wie die Juden ihren gelben Stern an der Jacke und das Mal der Beschneidung in der Hose trugen, trügen die Schwarzen das Mal des zum Leiden auserwählten Volks im Gesicht. Daher könne nur der kollektive Rassenwiderstand helfen, der Ghetto-Aufstand — mit dem Ziel, so jedenfalls die Black-Power-Aktivisten und die Black Muslims, einen eigenen Staat, ein schwarzes Zion oder schwarzes Kalifat zu errichten. Bewußt oder unbewußt folgte man hier der Erzählung des Zionismus, der ja eine Linie zieht vom Aufstand im Warschauer Ghetto zum Unabhängigkeitskrieg Israels.

Und wer auch immer das Wort vom Ghetto aufgreift, übernimmt damit auch diese Logik in mehr oder minder abgeschwächter Form; betreibt zugleich, in aller Regel sicher unbewußt, die unzulässige emotionale Aufladung eines sozialen Konflikts und die ebenso unzulässige Relativierung des europäischen Rassenkriegs gegen die Juden.

Riot boyz

Man muss die Motive der Jugendlichen, die in Frankreich auf die Straße gingen, nicht politisch deuten. Zwei, die es anders machten und damit vielleicht die plausibelste Erklärung von allen lieferten, sind Alan Posener und Michel Wieviorka.

Ersterer schreibt in seinem Weblog:

Der Herbst ist die Zeit des Feuers. Sonnenwendfeuer, Martinsfeuer, Guy Fawkes Night in Großbritannien usw.; wer noch nie in einer kühlen Nacht um ein brennendes Feuer getanzt hat, der hat nicht gelebt. Und wenn dieses Feuer dazu noch illegal ist, weil es das brennende Auto des Falafel-Buden-Besitzers von nebenan ist, oder des Lehrers; wenn der Tanz ein Katz-und-Maus-Tanz mit der Polizei ist; wenn man in einer von Flammen erleuchteten Nacht keuchend durch die Straßen seines Viertels rennen, den kühlen Wind in den Haaren und den Stein in der Hand spüren, für Augenblicke angesichts der wie Darth Vader eingekleideten Kräfte des Imperiums den beinahe sexuellen Kick der Todesangst und des Heldenmuts spüren kann — nun, so müßte man kein junger Mann, sondern eine Memme sein, wollte man dort nicht mitmachen, und ein vertrockneter alter Esel, begriffe man dieses Hochgefühl nicht.

Letzterer hebt diese Erklärung in einem Interview mit der Frankfurter Rundschau auf ein eher wissenschaftliches Niveau:

Was bedeutet es, wenn Jugendliche die Autos abfackeln?

Ihre Gewalt ist mit Subjektivität geradezu aufgeladen, weil das ihre Sprache, ihr Ausdrucksmittel ist. Sie sagen uns: „Ich will existieren! Aber ich kann nur existieren in der Zerstörung, im Feuer, in den Medien.“ Warum sind sie in dieser völlig entleerten Subjektivität? Weil sie sich in einer Krise befinden, gegen die von staatlicher Seite nichts unternommen wird.

Kann man, was Sie Subjektivität nennen, mit Identität übersetzen? Anders gefragt: Schaffen sich die Jugendlichen eine Identität durch Gewalt?

Nein, das tun sie gerade nicht, weil es ein Diskurs ohne Inhalt ist. Es ist leerer Ausdruckswille, eben weil es keine Worte gibt, keine Führer, keine Organisation, keine Ideologie, nichts davon ist vorhanden, nur blinde Gewalt.

In Frankreich ist man Gewalt gewöhnt. Wenn Bauern Barrikaden anzünden, dann ist das Teil der politischen Ikonographie, die bis auf die Revolution zurückgeht. Haben die Jugendlichen womöglich das als einzige der republikanischen Lektionen gelernt, dass man mit Gewalt etwas erreicht?

Nein. Schließlich haben sie das nicht in der Schule, sondern von den Medien gelernt. Die Medien kommen, wenn sie Autos verbrennen. Und je mehr man verbrennt, desto mehr kommen. Und wenn wirklich viele brennen, kommen sogar die internationalen Medien. Der Gipfel des Ruhmes ist CNN. Als ich in Straßburg Jugendliche befragte, erzählten sie mir stolz, dass ein landesweiter Privatsender gekommen sei. Die Jungs von nebenan hatten es nur ins Regionalfernsehen geschafft. Darum geht es ihnen.

Sicher, beide sind stockreaktionäre Staatsfetischisten; aber sie sind zumindest dem kultur-rassistischen Deutungswahn nicht erlegen, der viele andere Journalisten und Autoren zurzeit umtreibt.

Ein Schmock bei der Arbeit

Es ist schon irgendwie ausgesprochen lustig zu beobachten, wie Gerüchte entstehen und unter Gesinnungsgenossen weitergereicht werden, bis sie sich zur ungeprüften Tatsachenbehauptung verfestigt haben. Da verbreitet beispielsweise ein neokonservativer DIE-WELT-Blog mit dem bezeichnenden Titel „THE FREE WEST“ ein Statement, wonach die französische TV-Station Canal+ ein Video über die zurückliegenden Riots ausgestrahlt und darin an strategischer Stelle eine manipulative Bildunterzeile gesetzt habe, um den vorgeblich antisemitischen Charakter der Krawalle zu vertuschen. So zitieren sie einen Blogger namens NoPasaran!, der gehört haben will, dass die vor einer brennenden Kulisse demonstrierenden Jugendlichen nicht „Sarkozy, fasciste!“, wie Canal+ transliteriert, sondern „Sarkozy, sale juif“ („Sarkozy, dreckiger Jude“) skandiert hätten. Was bei THE FREE WEST noch eine mit Fragezeichen versehene Behauptung ist, über deren Wahrheitsgehalt sich jeder Leser selbst sein Urteil bilden kann, indem er das verlinkte Video anschaut, wird bei der Schmierenjournalistin [1, 2] Gudrun Eussner sofort zum unumstößlichen Faktum. Es passt ja schließlich auch so schön in ihre Verschwörungstheorie über die französischen Riots, die sie allen Ernstes als „Vorstadt-Intifada“ tituliert. Wer allerdings nicht gerade schwerhörig ist, wird die Nachricht bei unvoreingenommener Prüfung des Videos sofort als eine billige Ente entlarven können. Ich empfehle Frau Eussner daher dringend den Gang zum HNO-Arzt, denn es liegen untrügliche Anzeichen auf ihre drohende Ertaubung vor!

Rufmord an einem Antifaschisten

Einen ziemlich grotesken Text über die sexualemanzipatorische Zeitschrift „Gigi”, der dieselbe in die Nähe von Neonazis rückt, hat das Ein-Mann-Projekt BIFFF veröffentlicht. Hintergrund ist wohl ein Rechtsstreit, der zwischen beiden Seiten tobt. Eigentlich könnte man darüber wortlos hinweggehen, wenn nicht zwei dubiose und darüber hinaus latent bis manifest homophobe Internet-“Journalistinnen“, nämlich Tanja Krienen und Gudrun Eussner, diesen Artikel für ihre Denunziationszwecke entdeckt hätten. (mehr…)

Gender Jihad

BARCELONA, Spain — The first ever international conference on Islamic feminism, held this week in Barcelona, denounced on Sunday what it termed as „male chauvinist“ interpretations of the Koran and claimed that Islam could „liberate“ women.

[…]

The October 27 to 29 conference was organized by the Catalonian Islamic Board, whose secretary Abdennur Prado called for a „gender jihad“ to „struggle against male chauvinistic, homophobic or sexist readings of the sacred texts“ during her presentation to the 400 delegates.

[…]

Source: Middle East Times (October 31, 2005) — via Fjordman