German Gay Pride Marchers Hail Their Fatherland

Unity and Law and Freedom -- German Patriotic Songs The organizing committee of the Berlin Christopher Street Day (CSD) has decided to take a line from Germany’s national anthem („unity and law and freedom“) to be the official motto of the capital’s gay pride march in 2006, taking up the new wave of nationalism that is sweeping the country.

The song is well known by Germans, because it has already been the national anthem under their former Reichs Chancellor Adolf Hitler, although then they would rather quote the beginning of the first stanza which says: „Germany, Germany above all, above everything in the world“.

I wonder what might be the motto of Berlin’s gay pride march in 2007. Perhaps: „The banners high, the ranks tightly closed“?

Whatever, here is the source for this creepy news (Siegessäule 12/05, p. 10):

Kein Scherz: Der Berliner Christopher Street Day (CSD) am 22. Juli 2006 soll unter dem Motto „Einigkeit und Recht und Freiheit“ stehen. Das beschloss das CSD-Forum auf Vorschlag des Veranstalters CSD e.V. am 18. November. „Wir haben ganz bewusst diesen Satz aus der Nationalhymne gewählt, um staatstragende Symbole für uns Schwule und Lesben zu vereinnahmen“, sagt Robert Kastl vom CSD e.V. Schließlich seien die politischen Forderungen an den Staat und die große Koalition gerichtet. Als Hauptstadt-CSD müsse man zudem ein bundesweit bedeutsames Motto wählen. Einigkeit, Recht und Freiheit seien Werte, die „jeder unterschreiben können müsste, der am CSD teilnimmt“.
[…]
Am CSD-Forum, das jedem offen steht, nahmen nur zwölf Personen teil. Für das Motto stimmten unter anderem Vertreter der FDP, der Aktion Sühnezeichen und von Mann-O-Meter. Nur die Gruppe Brasileuro sprach sich für ein anderes Motto aus.


19 Antworten auf „German Gay Pride Marchers Hail Their Fatherland“


  1. Gravatar Icon 1 mpunkt 28. November 2005 um 11:29 Uhr

    Naja, wieso sollten Homos auch nicht genauso blöde Nationalisten sein, wie Heteros auch? Die praktizieren halt vorbildlich die freie Meinungsäußerung, nach der man sein Anliegen, unverbindlich und als konstruktiven Verbesserungsvorschlag an den demokratischen Staat heranzutragen hat, auf dass der souverän darüber entscheide, ob dieses seinen Interessen entsprichtet und es dann deswegen umsetzt. Klar, dass dann auch das Anliegen so begründet wird, dass es den Staatsinteressen entspräche. Ich bin mir nicht sicher, aber bei dir klingt das ein bisschen nach enttäuschten Idealismus, so, als hättest du dir von den Homos eigentlich was anderes erwartet – ja weshalb denn bitte? Weil die Unterdrückten/ Benachteiligten irgendwie doch wenigstens ein etwas weniger falsches Bewusstsein haben sollten? Das Bewusstsein liegt doch nicht an deren Unterdrückung/ Benachteiligung, sondern an den Gedanken, die man sich darüber macht.

  2. Gravatar Icon 2 lysis 28. November 2005 um 14:22 Uhr

    @MPunkt: Nein, solche Illusionen hab ich nicht. Ich wüsste aber auch nicht, warum ich den Nationalismus von Lesben und Schwulen beschweigen sollte, wie du das von mir zu fordern scheinst. Es gibt ja auch diese Einstellung, die sich genau spiegelverkehrt zu dem von dir beschriebenen Idealismus verhält, derzufolge Lesben und Schwule zwar nicht besser seien als der deutschnationale Rest, aber man die Scheiße, die sie fabrizieren, lieber übergehen sollte, weil es sich bei ihnen ja schließlich nicht um die Normalbevölkerung, sondern um „die Unterdrückten“ handelt.

    Beiden Haltungen ist gemeinsam, dass sie Lesben und Schwule nicht als normales Objekt von Kritik behandeln, sondern auf eine Art Sonderumgang bestehen. Das aber kann ich leider nicht akzeptieren! >:/

  3. Gravatar Icon 3 mpunkt 28. November 2005 um 17:06 Uhr

    Na wenn das nur ein Missverständnis meinerseits war, bin ich ja froh und entschuldige mich selbstverständlich für dieses. Und nein: selbstverständlich bin ich nicht der Ansicht, dass man über den Nationalismus von Homos (der freilich mit ihren sexuellen Vorlieben nix zu tun hat) schweigen sollte – der ist selbstverständlich als Fehler zu kritisieren.

  4. Gravatar Icon 4 lysis 28. November 2005 um 17:41 Uhr

    Ich versteh das gar nicht: Wenn man Nationalismus im deutschen Pop bloßstellt, kommst du doch auch nicht auf den Gedanken, ständig betonen zu müssen, dass Pop-Musiker im Grunde nicht nationalistischer seien als der Rest der Bevölkerung. Warum ist dir diese Relativierung bei Lesben und Schwulen so wichtig? Für mich klingt das fast wie der Versuch einer Entschuldigung. So als ob es die Sache besser machen würde, dass andere Leute genau die gleichen Arschgeigen sind.

    Natürlich spielt das Merkmal der sexuellen Orientierung normalerweise keine Rolle, wenn sich jemand nationalistisch äußert, und sollte folglich auch nicht erwähnt werden. Was anderes ist es aber, wenn jemand sagt, dass er „staatstragende Symbole für uns Schwule und Lesben […] vereinnahmen“ wolle. Da macht er ja selber die Verbindung auf! Und besonders übel daran ist, dass er mit diesem Satz auch noch beansprucht, für ein Kollektiv zu sprechen. Allein für diese Frechheit müsste man ihm ordentlich eins auf die Schnauze hauen!

  5. Gravatar Icon 5 lysis 28. November 2005 um 17:59 Uhr

    Hier übrigens der Kommentar des neuen Siegessäule-Chefredakteurs Holger Wicht, der glücklicherweise etwas links von der alten Redaktion steht, die noch vor zwei Jahren mit dem Hefttitel „Türken raus!“ aufmachte:

    Die erste Zeile der Nationalhymne zum Motto des CSD zu machen, ist ein schwerer Fehler — und eine Frechheit noch dazu. Ohne Not haben die Verantwortlichen mit dem Anspruch gebrochen, ein Motto zu finden, in dem alle am CSD Beteiligten sich wiederfinden können. Nicht Einigkeit, sondern Spaltung ist zu erwarten, und es muss Absicht unterstellt werden. Einigkeit, Recht und Freiheit inhaltlich zu fordern ist das eine, mit der Nationalhymne eine Nähe zu nationalstaatlichem Denken herzustellen das andere. Wer soll dieses Motto an seinen Wagen hängen? Und soll das Lied bei der Abschlusskundgebung gesungen werden?

    Bleibt das Motto, werden viele Schwule und Lesben dem CSD fernbleiben — zu Recht. Nationalstaatliches Denken führt zwangsläufig zu gesellschaftlichen Ausschlüssen bestimmter Gruppen. Und nicht zuletzt gerät die Unterstützung in Gefahr, die Berliner Homos zurzeit für den Warschauer CSD planen: Bei der deutschen Nationalhymne ist man in Polen noch sehr hellhörig. Der Vorstand des CSD e.V. sollte daher umgehend von seinem Recht Gebrauch machen, das Motto zurückzuziehen.

  6. Gravatar Icon 6 doesn t mind 28. November 2005 um 19:51 Uhr

    Zur Logik von „die Unterdrückten haben nicht automatisch weniger falsches Bewusstsein“:

    Sorry, aber die Form, in der ihr (vor allem mpunkt) dies hier vortragt, tendiert dazu, den „Unterdrückten“ jegliche Fähigkeit zur vorbegrifflichen Erfahrung abzusprechen. Empirisch habt ihr selbstverständlich recht, aber die Haltung unterschlägt den historischen Prozess, in dem sich die Formen des Bewußtseins herausbildeten, in denen der eigene Anteil an der Herrschaft zur Schau getragen wird. In diesem Fall von den CSD-VeranstalterInnen. Denn tatsächlich brauchen Homosexuelle nicht die „Gedanken, die man sich darüber macht “ (mpunkt), um einen Zusammenhang von Homophobie und Nationalbewußtsein herzustellen. Die braucht es erst, um diesen Zusammenhang, die in so manchem Ressentiment unmittelbar zutage tritt, genauer zu bestimmen. Umgekehrt sollte mensch vermuten, dass auch die Homophoben diesen kennen, wenn sie etwa nicht möchten, dass sie von Homosexuellen politisch repräsentiert werden oder denken, dass diese keine guten Soldaten sein können.

    Es ist überhaupt nicht „Klar, dass dann auch das Anliegen so begründet wird, dass es den Staatsinteressen entspräche“. Was schon an deiner falschen Sprache deutlich wird, denn sprachlich korrekt müsste es entweder heissen „Klar, dass dann auch das Anliegen so begründet wird, ALS OB es den Staatsinteressen entspräche.“ (womit du aber zugeben würdest, dass es das nicht tut) oder „Klar, dass dann auch hervorgehoben wird, dass das Anliegen den Staatsinteressen ENTSPRICHT.“

    Jede andere Pointierung könnte nicht mit „klar“ anfangen sondern müsste die Frage stellen, wie es denn zu diesem Widerspruch kommt.

  7. Gravatar Icon 7 mpunkt 28. November 2005 um 19:57 Uhr

    Also nochmal: ich halte Nationalismus für gleich kritisierenswert, unabhängig davon, welche sexuellen Präferenzen seine Träger haben – schon weil dieser ebenfalls unabhängig davon ist. Daher geht es mir auch nicht darum, nationalistische Homos damit zu verteidigen, dass es auch nationalistische Heteros gibt, weil ihnen ja der Fehler des Nationalismus gemein, also auch bei beiden gleichermaßen zu kritisieren, ist. Ich hatte lediglich deinen Beitrag dahingehend missverstanden (und das auch mittlerweile eingeräumt), dass du dich darüber aufregen würdest, dass sogar Homos mittlerweile nationalistisch sind und dieses vermutete sogar als Idealisierung der Unterdrückten/ Benachteiligten zurückgewiesen, was dann halt eindreschen auf einen Strohkameraden war :(. Und klar: wenn jemand sagen würde, dass jetzt sogarPopmusiker nationalistisch unterwegs sind, würde ich auch einwenden, dass es hohl ist zu unterstellen, dass sie weniger nationalistisch als das Rest wären (wieso sollten sie?) und dann darüber enttäuscht zu sein, dass dem doch nicht so ist.

    (Ich hoffe, das ist jetzt geklärt.)

  8. Gravatar Icon 8 mpunkt 28. November 2005 um 20:30 Uhr

    @ doesn‘t mind:
    Ich habe die Formulierung schon mit Bedacht gewählt, denn ob das vorgebrachte Interesse als mit dem Staatsinteresse übereinstimmend und daher zu verwirklichen bestimmt wird oder nicht, ist ja eine souveräne Entscheidung der dazu ermächtigten Charaktermasken. Diese ist daher auch nicht a priori vorwegzunehmen. Oder um es an einem Beispiel auszuführen: es kann sowohl Staatsinteresse sein, die Homoehe zu verbieten, weil er eine Zersetzung der Form der bürgerlichen Kleinfamilie, welche doch als kleinste Keimzelle sein Staatsvolk reproduzieren soll, befürchtet, als auch, diese einzuführen, damit die Homos sich z.B. gegenseitig die ideelle und materielle Unterstützung der Kleinfamilie geben. Klar ist dabei selbstverständlich nicht, welche der beiden Varianten das ‚objektive‘ Staatsinteresse darstellt – weil das halt eine Entscheidungs- und Abwägungsfrage der Staatsagenten ist – und das hatte ich auch nicht behauptet, sondern dass mündige Staatsbürger, die ihr Recht auf freie Meinungsäußerung wahrnehmen, also an den bürgerlichen Staat als Vertreter des über den Einzelinteressen stehenden Gemeinwohls appellieren, ihr Interesse durchzusetzen (wozu ihnen ja die Mittel abgehen), dieses Interesse (und auch gerade gegen das momentane Staatsprogramm – sonst bräuchte es ja den Protest nicht) als übereinstimmend mit dem Wohl des Staates präsentieren. Wieweit das nun jeweils Heuchelei, weil man nicht von Staat und Öffentlichkeit als Vertreter eines bloßen Partikularinteresses zurückgewiesen werden will und wieweit das ernsthafte Sorge um das Wohlergehen des Staates ist, ist spekulativ und m.E. auch relativ uninteressant.

    Völlig unklar ist mir der Rest deines Postings. Der Witz ist doch, dass das, was die CSDler da abziehen, keineswegs exklusiv für Homos als benachteiligte Gruppe ist, sondern dass sich z.B. auch die Elite in spe bei ihren albernen Protestchens so aufführt: da wird auch immer brav betont, was man später mal als Elite doch für brauchbares Menschenmaterial für Deutschland sein will und dass man deswegen an ihr doch nun wirklich nicht sparen dürfe. Es ist für die Formulierung der eigenen Interessen als Staatsinteressen also egal, ob man nun einer benachteiligten Gruppe wie den Homos angehört, oder der Elite in spe, weil das die allgemeine Vorgehensweise mündiger Staatsbürger – also Nationalisten ist – wenn sie ihr Rechte auf freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit wahrnehmen.

  9. Gravatar Icon 9 lysis 28. November 2005 um 20:36 Uhr

    *Würg* Und so kommentiert das der BAHAMAS-Referent Jan Feddersen…

  10. Gravatar Icon 10 lysis 28. November 2005 um 21:00 Uhr

    MPunkt, irgendwie verkennst du total den Charakter des CSD-Mottos. Es geht doch nicht darum, dass die ihren Protest in einer staatsverträglichen Weise artikulieren wollen wie etwa die Studentenbewegung, die ja immerhin noch weiß, wofür sie konkret auf die Straße geht.

    Anders beim CSD nächstes Jahr: da wird es nur noch um das abstrakte Bekenntnis zur deutschen Nation gehen, ganz nach dem Motto: „Auch wir sind Deutschland!“ Es ist Nationalismus pur und unverkleidet, wie wenn jemand in seinem Vorgarten einen Flaggenmast aufstellt und daran seine Deutschlandfahne hochzieht. So jemand will nichts einfordern, er will nur mal gesagt haben: „Ich bin stolz, ein Deutscher zu sein!“

  11. Gravatar Icon 11 mpunkt 28. November 2005 um 21:41 Uhr

    @ lysis

    Wenn dem so sein sollte (du kennst dich da sicher besser aus als ich), habe ich mich wohl auch von der Formulierung „“Wir haben ganz bewusst diesen Satz aus der Nationalhymne gewählt, um staatstragende Symbole für uns Schwule und Lesben zu vereinnahmen”, sagt Robert Kastl vom CSD e.V. Schließlich seien die politischen Forderungen an den Staat und die große Koalition gerichtet.“, täuschen lassen :(. Dann ist das doch noch eine andere Qualität an Nationalismus als der von Studiprotesten & Co.

  12. Gravatar Icon 12 Doughnut Boy Andy 29. November 2005 um 17:16 Uhr

    God Save The Queen

  13. Gravatar Icon 13 Doughnut Boy Andy 08. Januar 2006 um 21:31 Uhr

    Thought you might be interested in this article – more news from the UK relating to conflicts between homosexual groups and Islam:

    http://www.guardian.co.uk/gayrights/story/0,,1676449,00.html

    Despite its famous backers, the group has gone so far that gay muslim groups have said that its statements are worse than the british national party.

  14. Gravatar Icon 14 lysis 09. Januar 2006 um 6:12 Uhr

    That was very kind of you. I really grave for such articles. And this link is a full strike as far as my interests are concerned. Like Oliver Twist I‘m asking for more! ;)

    I was a bit absent from my blog during the last weeks, I‘m afraid. Otherwise I would have thanked you earlier.

  15. Gravatar Icon 15 Doughnut Boy Andy 16. Januar 2006 um 13:42 Uhr
  16. Gravatar Icon 16 lysis 25. Januar 2006 um 9:46 Uhr

    Thank you, Andy! Anti-imperialists are just as detesting as their counterpart.

    You know I‘ve written something about Tatchell, too. He is a racist bitch. But that doesn‘t make RESPECT’s collaboration with religious fundamentalists any better.

  17. Gravatar Icon 17 Toni Kramer 13. April 2006 um 21:10 Uhr

    @lysis: „But that doesn’t make RESPECT’s collaboration with religious fundamentalists any better.“

    I think respect goes far further than that. You might have seen the speech George Galloway recently
    gave in Damascus. Talking about one arab superpower from the atlantic to the gulf Galloway goes clearly beyond any kind of naive peace-movements collaboration:

    „What your lives would be if from the Atlantic to the Gulf we had one Arab union – all this land, 300 million people, all this oil and gas and water, occupied by a people who speak the same language, follow the same religions, listen to the same Um Kulthum… The Arabs would be a superpower in the world if they had this unity,“

    http://memri.org/bin/articles.cgi?Page=archives&Area=sd&ID=SP102405

    If this isn‘t news, I am sorry. It’s just that it is fairly common in Britain to „collaborate with religious fundamentalists“ (disgustingly enough). However, I think RESPECT plays an entirely different game.

    best regards.

  1. 1 male.dei » Blog Archive » Black-red-gold instead of the rainbow Pingback am 28. November 2005 um 11:32 Uhr
  2. 2 MPunkt Trackback am 02. März 2006 um 13:54 Uhr
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