Archiv für Januar 2006

Homosexualität und Abspaltung im Comic

Das linke Stereotyp vom homosexuellen Faschisten (1, 2, 3, 4, 5), das sich prima zur Abspaltung von Verdrängtem eignet und unter antideutschen Antifas als Denunziationsmodus derzeit eine ungeahnte Renaissance (1, 2, 3) erlebt, hat es natürlich auch ins Comic geschafft.

Hier am Beispiel des Zeichners Enki Bilal, der — obwohl seine Comics sonst absolut straight und (in der Objektivierung von Frauen auch ein wenig sexistisch) daherkommen — sich just dann in homosexuellen Andeutungen ergeht, wenn es sich bei den Charakteren um faschistische Finstermänner handelt:

Enki Bilal - Die Geschäfte der Unsterblichen

Bilal hat für mich deshalb eine gewisse Bedeutung, weil er der Lieblingszeichner meiner Jugend war. Ich kann gar nicht sagen, als wie niederschmetternd ich solche Stereotypen damals empfand. Allerdings hab ich mich von ihm schnell emanzipiert, denn bereits der zweite Band seiner Trilogie „Die Geschäfte der Unsterblichen“ (aus dem ersten stammt die oben abgebildete Zeichnung) war so unglaublich fad, dass ich schnell einsah, dass es für ein gutes Comic mehr bedarf, als schöne Bilder zu malen.

Wechsel auf K2

In den letzten Wochen hab ich meinen Blog etwas vernachlässigt. Das lag daran, dass ich u.a. damit beschäftigt war, K2 für blogsport.de umzuschreiben. K2 — das ist das Theme, das auch hier seit neuestem läuft. Achja, und die wunderschöne Header-Grafik stammt von dem französisch-jugoslawischen Comic-Zeichner Enki Bilal.

Arschkriecher an Konkret

Realsatire at its best:

Sehr geehrter Herr Gremliza,
wie viele andere lese ich seit Jahren fasziniert Ihre Beiträge und Kommentare zum Weltgeschehen. Fasziniert, weil Sie insbesondere mit Ihren Prognosen zu den Nachwehen der Wende vor allem in der GUS goldrichtig lagen – Sie sind ein Makroanalyst erster Güte!
Was mich ebenfalls beeindruckt – Ihr für einen Linksradikalen ungewöhnliches Eintreten für die Politik der Regierung Bush, die tatsächlich demokratische Verhältnisse in allen Teilen der Welt durchsetzen will und wohl auch wird – mit viel Peitsche und wenig Zuckerbrot zwar, aber immerhin. Ich hoffe, daß auch unter anderen Linken die Erkenntnis wächst, wie wichtig Präventivkriege sein können, und wie unsinnig das Konzept vom Antiimperialismus letztlich war.
Jan Reichenbach,
per E-Mail