Alibi-Ali

Ulrike Herrmann verrät in der taz die Details, warum die kleine Schwindlerin Hirsi Ali jetzt aus den Niederlanden verschwindet — wohl nicht so ganz unfreiwillig, wie es nach ersten Berichten rechtsliberaler Journalisten den Eindruck hatte. Vielmehr war ihr Ruf als „schwarze Jeanne d‘Arc“ durch die Ausstrahlung einer Enthüllungsstory im Fernsehen mit dem Titel „The Holy Ayaan“ ganz erheblich lädiert worden:

Frau der weißen Männer

Die rechtsliberale Abgeordnete Ayaan Hirsi Ali wird in die USA auswandern, weil die gebürtige Somalierin beim Einbürgerungsverfahren gelogen hat. Ihr Vater wollte sie nie in eine Ehe zwingen, wie Verwandte in einem Dokumentarfilm nun bestätigten.

Damit verliert die niederländische Rechte ihre Kronzeugin, dass der Islam eine rückständige Religion ist, die die Frauen unterdrückt. Bei weißen Männern war diese These sehr beliebt; Musliminnen hingegen konnten noch nie viel mit ihrer selbst ernannten Retterin anfangen. Die Migrantinnen erkannten ihr Leben und ihren Glauben nicht mehr wieder, wenn Hirsi Ali darüber sprach: Im Islam schien es nur Zwangsheiraten, Ehrenmorde und finsteres Mittelalter zu geben. Hirsi Ali war die Necla Kelek der Niederlanden.

Nun zeigt sich, dass Hirsi Ali nicht den realen Islam beschrieb, sondern ihre Fiktion für die Einwanderungsbehörde: Weil sie angeblich von ihrem Vater zur Heirat mit einem Verwandten gedrängt wurde, war es für Hirsi Ali nur konsequent, die Zwangsehe zum muslimischen Massenphänomen zu erheben. Diese extreme Sicht teilen jedoch noch nicht einmal Musliminnen in Frauenhäusern, die vor ihren Ehemännern geflohen sind, wie Umfragen herausfanden.

Seit Jahren ist bekannt, dass Hirsi Ali bei ihrer Einbürgerung gelogen hat. Nur die Details blieben unklar. Dass die Empörung jetzt losbricht, sagt daher viel über die Stimmung in den Niederlanden: Ayaan Hirsi Ali wird als Kronzeugin gegen den Islam nicht mehr gebraucht. Die Mehrheit der Niederländer hat genug von der Einwanderungsdebatte, die mit dem Rechtspopulisten Pim Fortuyn begann, der im Mai 2002 ermordet wurde. Dieser politische Schwenk zeigte sich schon bei den Kommunalwahlen im März, als die Sozialdemokraten einen Überraschungssieg errangen.

Trotz ihrer Einbürgerung blieb Hirsi Ali für die meisten Niederländer eine Fremde, die nur akzeptiert wurde, weil sie nützlich war. Das ist nun vorbei, deswegen soll sie gehen. Hirsi Ali hat dieses Signal sofort verstanden.

(Link via Freunde der offenen Gesellschaft)


3 Antworten auf „Alibi-Ali“


  1. Gravatar Icon 1 lysis 17. Mai 2006 um 22:59 Uhr

    Confronted with testimony by her brother, her former teachers, her aunt and her former husband (living in Toronto), she had to admit that she „lied“ about

    * her family, (who are not fundamentalist at all),
    * her story as a refugee (during 10 years, from the age of 12 to 22, she lived in Nairobi, Kenya, the UN paying for her studies), living in a relative prosperity,
    * the story of her marriage (her Canadian-Somalian husband accepted her divorce plans without any problem)
    * her being menaced by her „clan“ or extended family – in fact, she stayed all the time in contact with them. Although they did not approve of her behavior, they did not let her down.

    http://huibusa.blogspot.com/2006/05/and-virgin-appeared-to-christopher.html

  2. Gravatar Icon 2 sol 19. Mai 2006 um 16:07 Uhr
  3. Gravatar Icon 3 lysis 19. Mai 2006 um 17:44 Uhr

    die frage, die ich mir gerade stelle, ist, wo herr broder die telefonnummer des bruders von ayaan in nairobi herhaben will. „es war ganz einfach“ — mhm.

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