Kecke Neger

Man könnte meinen, Ayaan Hirsi Ali sei in eine deutsche Kolonialschule gegangen. Denn was sie an Rassismus so von sich gibt, wirkt geradezu eingepaukt. Noch schöner fasst ihr Denken nur noch ein bundesdeutsches Erkundebuch für das siebte und achte Schuljahr aus dem Jahr 1985 zusammen:

Wer mit dem Kulturstufenschema gearbeitet hat, der hat begriffen, daß Menschen kulturell aufsteigen können. Der gibt auch jenen Menschen eine Chance, die heute noch nicht auf unserer Stufe stehen. Daß unsere eigenen Vorfahren auf „primitiven Kulturstufen“ gelebt haben, war besonders lehrreich. […] Die Kulturstufen sind wie eine Treppe: Auf den Stufen die Menschen, stehend oder steigend. Ganz oben thronen wir. Unsere Kultur erscheint als Vorbild für die Entwicklung der anderen Kulturen. Das sieht so einfach aus. Die Wirklichkeit ist viel schwieriger: das Hinaufsteigen auf eine höhere Kulturstufe, das Übernehmen einer anderen Kultur, das Aufgeben der eigenen Kultur.

Entwicklungshilfe sei daher „nicht nur Almosen für dumme und faule Menschen“, sondern könne „bei der Entwicklung der Menschen helfen“ und erfülle damit „gewiß einen guten Zweck“. Allerdings darf man den Negern nicht in allem nachgeben:

Auch die Schwarzen ringen heute um Selbstbewußtsein. Auch sie sind empfindlich, besonders gegenüber den Weißen. Die Bezeichnung „Neger“ ist für sie eine Beleidigung. Auch „Schwarze“ wollen viele nicht mehr genannt werden. Auch nicht „Bantu“ wie in Südafrika. Sie selbst wünschen, daß wir „Afrikaner“ sagen, obwohl doch viele Millionen Menschen in Nord- und Südafrika wohl Afrikaner, aber keine Neger sind. Die fortschrittlichen Neger Nordamerikas nennen sich heute gern „Afroamerikaner“. Wann wird auch dieser Name als Beleidigung empfunden werden?

Zitiert nach Henning Melber: Rassismus und eurozentrisches Zivilisationsmodell : Zur Entwicklungsgeschichte des kolonialen Blicks. In: Otger Autrata u.a. (Hrsg.): Theorien über Rassismus : eine Tübinger Veranstaltungsreihe. Hamburg 1989.


2 Antworten auf „Kecke Neger“


  1. 1 Das geprüfte Argument Trackback am 01. Februar 2007 um 13:20 Uhr
  2. 2 Der GSP und die “Negerstämme” in Afrika | abdel kader Pingback am 19. Oktober 2007 um 15:57 Uhr
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