Homophobe Repression in der Türkei

Soeben in meinem E-Mail-Postfach gefunden:

Liebe Freundinnen und Freunde,

mit Empörung haben wir die schrecklichen Ereignisse in der Türkei zur Kenntnis genommen. Die erste Zeitschrift für Lesben und Schwule „Kaos GL“ in der Türkei wurde durch den Antrag der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt und gegen Lesben und Schwule Organisationen in Bursa und Istanbul wurden Verbotsanträge gestellt.

Ich bitte Dich unsere Unterschriftenkampagne zu unterstützen. Hierfür reicht ein kurzes E-Mail an hatasch@yahoo.de (Vorname, Name bitte deutlich schreiben) vollkommen aus.
Mehr Informationen weiter unten.

Lieben Gruss
Hakan Tas

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Die Sommerausgabe 2006 der türkischen Lesben und Schwulen Zeitschrift „Kaos-GL“ wurde beschlagnahmt.

Unter dem Vorwand gegen türkische Sitten zu verstoßen, wurden alle Exemplare der Sommerausgabe der Zeitschrift des Vereins Kaos-Gl durch einen Beschluss der Generalstaatsanwaltschaft beschlagnahmt.

Die Herausgeber hatten in dieser Ausgabe Pornographie im Allgemeinen thematisiert. In dem Beschluss der Staatsanwaltschaft kommt die Meinung zum Ausdruck, dass das türkische Sittenempfinden geschützt werden müsse.

Das Gründungsmitglied des Vereins Ali Erol kann der Entscheidung nicht folgen, da in dieser Ausgabe keine Pornographie dargestellt wurde. Weiter führt er aus, dass selbst in der türkischen Tagespresse nackte Menschen abgebildet werden und diese Zeitungen und auch Zeitschriften mit der Begründung, gegen die türkischen Sitten zu verstoßen, nicht beschlagnahmt werden.

Die Aktion der Generalstaatsanwaltschaft zielt vornehmlich darauf ab, Schwule und Lesben zu diskriminieren. Die türkische Politik erkennt die Homosexuellen immer noch nicht als gleichberechtigter Bürgerinnen und Bürger an.

In den Städten Bursa und Istanbul wurden durch die zuständigen Staatsanwaltschaften Verbotsanträge bei den Provinzverwaltungen gegen den lesbisch-schwulen „Regenbogen Verein“ Bursa und „Lambda“ Istanbul eingereicht.

Die willkürliche Vorgehensweise der Polizei in Ankara und Istanbul gegen Transvestiten und Transsexuelle ist seit langem ein Thema der Menschrechtsorganisationen in der Türkei.

Wir fordern die Rückgabe der Zeitschrift an den Verein Kaos-Gl zur Veröffentlichung und die vollen Bürgerrechte für Lesben, Schwule, Transsexuelle, Transvestiten und Transgender.

Die Türkei hat sich als EU-Beitrittskandidat zur Einhaltung und Gewährleistung von Rechten aller Minderheiten verpflichtet. Das Kaos-GL-Verbot ist ein klarer Verstoß gegen diese Verpflichtung!

(V.i.S.d.P.) Hakan Tas (Journalist und Menschrechtsaktivist)