Archiv für September 2006

Hörspiel

Sherlock Holmes und der Fall Karl Marx (59 min.):

(Hinweis via crull)

Foucault über FdoG & Co.

Wir alle haben die Konvertierten des Marxismus satt, die ihre Prinzipien und Grundwerte zwar geräuschvoll auswechseln, sich aber im „Figaro“ von heute genauso beschränkt äußern wie in der „Nouvelle Critique“ von gestern.

Aus: Michel Foucault, Ariès oder die Sorge um die Wahrheit.

Peace, Propaganda & the Promised Land

Lathandir hat bei Google-Video diesen interessanten Film von Bathsheba Ratzkoff und Sut Jhally ausgegraben, der die US-amerikanische Berichterstattung über den Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern vornehmlich aus der Perspektive besatzungskritischer Juden fokussiert. Was ein bisschen stört, ist die Tatsache, dass „die Palästinenser“ nur als reaktive Gestalten vorkommen, aber nicht als Akteure mit eigenen Zielen, die es sich einmal zu hinterfragen lohnte. So wird beispielsweise über den Tugendterror der Islamisten kein Wort verloren, und das letzte Statement stellt die nationalistische Sehnsucht nach einem eigenen Staat sogar als irgendwie natürlich dar. Dass sich diese „Sehnsucht“ bei manchen Gruppen wie der Hamas auch auf das israelische Staatsgebiet richtet, fällt dem Sprecher dabei schon gar nicht mehr auf. Von einer allgemeinen Staats- und Nationalismuskritik kann also keine Rede sein. Trotzdem erfährt man einige Fakten über die Okkupation, die in der antideutschen Debatte gern mal unterschlagen werden. Das macht den Film auch außerhalb der USA sehenswert, an deren Medienpublikum er von Anfang bis Ende adressiert bleibt.

Fundamentalists on the Rise

Evangelical youth movement — kids worshipping to a George Bush picture:

(via ascetonym)

A somewhat older clip digged up by ubik: Michael Moore and the Sodom Mobile.

De mortuis nil nisi bene

Oriana Fallaci, geliebt und gelobt in so diversen bildungsbürgerlichen Blättern wie Bahamas und Junge Freiheit, ist tot. Zeit, an diese mutige Vorkämpferin gegen Islam, Homosexualität und illegale Einwanderer zu erinnern. Gott sei Dank muss nicht ich das, sondern kann diese Aufgabe an den New Yorker delegieren, der bereits im Juni, vielleicht in Vorahnung ihres baldigen Ablebens, ein Fact Sheet über sie zusammenstellte. Daraus nur ein kurzer Auszug:

The magnificently rebellious Oriana Fallaci now cultivates, it seems, the prejudices of the petite bourgeoisie. She is opposed to abortion, unless she “were raped and made pregnant by a bin Laden or a Zarqawi.” She is fiercely opposed to gay marriage (“In the same way that the Muslims would like us all to become Muslims, they would like us all to become homosexuals”), and suspicious of immigration in general. The demonstrations by immigrants in the United States these past few months “disgust” her, especially when protesters displayed the Mexican flag. “I don’t love the Mexicans,” Fallaci said, invoking her nasty treatment at the hands of Mexican police in 1968. “If you hold a gun and say, ‘Choose who is worse between the Muslims and the Mexicans,’ I have a moment of hesitation. Then I choose the Muslims, because they have broken my balls.”

Ich kann die tiefe Verehrung, die diese Frau durch antideutsche Protagonisten wie Uli Krug erfahren hat, voll und ganz verstehen und trauere selbstverständlich mit euch!

„Der doppelte Imam“

Gestern wartete Spiegel online, staatstragend wie immer, mit einem wunderbaren Hetzartikel über Hassan Dabbagh, den „Imam von Sachsen“, auf. Sein angebliches Vergehen: zur Strafvereitelung gegenüber den deutschen Behörden geraten zu haben. Das stempelt ihn in den Augen des Autors, der das Abhören von Telefonaten durch den Verfassungsschutz für ganz normal hält und nicht für eine Maßnahme des autoritären Staates, zum gefährlichen Islamisten!

Hassan Dabbagh mag ein unverbrauchtes Fernsehgesicht sein. Ein Unbekannter ist er nicht. Am 20. März berichtete der SPIEGEL, dass deutsche Verfassungsschützer im November 2004 ein Telefonat abgehört haben: Aus diesem glauben sie ableiten zu können, dass Dabbagh einen Glaubenbruder aufgefordert hat, die deutschen Ermittlungsbehörden hinters Licht zu führen.

Unter der Leipziger Nummer des Imams hatte ein Student angerufen und um Rat in brisanter Angelegenheit gebeten. Er habe von einem Muslim erfahren, der ein schlimmes Verbrechen geplant habe, und frage sich nun, ob er bei der Polizei gegen den Glaubensbruder aussagen solle. „Unrecht ist bisher nicht passiert, sie haben ihn vorher festgenommen“, sagte der Anrufer laut Abhörprotokoll. Er werde als Zeuge gebraucht. Die religiöse Autorität am anderen Ende riet dichtzuhalten: „Wer einen Muslim deckt, den deckt Gott am Tag des Jüngsten Gerichts.“ In einem zweiten Telefonat wurde dem Ratsuchenden beschieden, er solle behaupten, sich an die Diskussion mit dem Verdächtigen nicht mehr zu erinnern.

Dabbagh hat theologisch absolut recht. Der Islam fordert zur Strafvereitelung auf, und das ist eine der sympathischsten Seiten an ihm. Historisch hat das dazu geführt, dass es im Islam, anders als in Europa, eine „Sodomiterverfolgung“ bis in die jüngste Gegenwart nicht gegeben hat. (mehr…)

Der Täter ist immer der Ausländer

Es macht einen schon irgendwie fassungslos, wie unverblümt Postantideutsche ihren Rassismus und Sexismus raushängen lassen. Lfodemon, der uns noch im Januar eine heldenmutige Geschichte auftischte, wie er eine Frau in der S-Bahn aus den lüsternen Klauen eines Nichtdeutschen rettete, macht jetzt ein Mädchen zur Sau, das im Mädchenblog über einen sexistischen Übergriff erzählt. „Hauptsache Sexualität“ zitiert er den Titel einer Ausgabe der BAHAMAS, die Vergewaltigung zum schlechten Sex umdefiniert, und wirft der linken Szene vor, sie wolle mit ihrer antisexistischen Praxis eine „Sexualitäts-befreite Zone“ errichten, in der „die unvermittelte Herrschaft des Rackets richtet“. Sexismus ist für Leute wie Lfo nur noch ein Thema, wenn es um Kopftuch, Klitorisbeschneidung und Steinigung — also um das „Fremde“ — geht. Dagegen sollen Frauen bei stinkenden deutschen Männern, die sich gewaltsam an ihrem Gegenüber befriedigen, gefälligst still halten. Denn was ist das schon gegen die Gewalterfahrungen muslimischer Mädchen, die in Jogging-Hosen zum Schwimmunterricht geschickt werden! Postantideutsche interessieren sich für Homophobie und Sexismus offenbar genau dann, wenn es um die Unterfütterung ihres rassistischen Weltbilds geht — darum, Nichtdeutsche zu diskriminieren, auszuschließen und abzuschieben —, ziehen aber die Notbremse, sobald ihr eigenes Verhalten zur Sprache zu kommen droht.

Was ich mich zuletzt noch frage: Warum erleichtert man Leuten wie lfodemon nicht endlich den von ihnen ständig nur verkündeten, aber nie wirklich vollzogenen Abschied aus der Linken, indem man sie bei ihrem Abnabelungsprozess tatkräftig unterstützt? Zu begrüßen wäre das doch allemal.