De mortuis nil nisi bene

Oriana Fallaci, geliebt und gelobt in so diversen bildungsbürgerlichen Blättern wie Bahamas und Junge Freiheit, ist tot. Zeit, an diese mutige Vorkämpferin gegen Islam, Homosexualität und illegale Einwanderer zu erinnern. Gott sei Dank muss nicht ich das, sondern kann diese Aufgabe an den New Yorker delegieren, der bereits im Juni, vielleicht in Vorahnung ihres baldigen Ablebens, ein Fact Sheet über sie zusammenstellte. Daraus nur ein kurzer Auszug:

The magnificently rebellious Oriana Fallaci now cultivates, it seems, the prejudices of the petite bourgeoisie. She is opposed to abortion, unless she “were raped and made pregnant by a bin Laden or a Zarqawi.” She is fiercely opposed to gay marriage (“In the same way that the Muslims would like us all to become Muslims, they would like us all to become homosexuals”), and suspicious of immigration in general. The demonstrations by immigrants in the United States these past few months “disgust” her, especially when protesters displayed the Mexican flag. “I don’t love the Mexicans,” Fallaci said, invoking her nasty treatment at the hands of Mexican police in 1968. “If you hold a gun and say, ‘Choose who is worse between the Muslims and the Mexicans,’ I have a moment of hesitation. Then I choose the Muslims, because they have broken my balls.”

Ich kann die tiefe Verehrung, die diese Frau durch antideutsche Protagonisten wie Uli Krug erfahren hat, voll und ganz verstehen und trauere selbstverständlich mit euch!


10 Antworten auf „De mortuis nil nisi bene“


  1. Gravatar Icon 1 Nemesis 16. September 2006 um 2:08 Uhr

    Würde mich nicht wundern, wenn Fallacis Gesicht das nächste Bahamas-Cover wird.

  2. Gravatar Icon 2 lysis 16. September 2006 um 5:17 Uhr

    Ich glaube nicht, dass die BAHAMAS noch so ungeheuer relevant ist. Die meisten Antideutschen lesen diese Zeitschrift gar nicht (mehr), und das ist auch überhaupt nicht nötig, weil diese mit ihrem Vorhaben, rassistische Stereotypen in der Antifa-Linken hoffähig zu machen, längst erfolgreich war.

    Sicher wabern noch viele Versatzstücke des originären BAHAMAS-Jargons durch den antideutschen Diskurs (und nirgendwo trifft dieses Wort so zu wie in diesen Gefilden, wo man jedes eigenständige Denken komplett eingestellt hat). Aber gleichwohl irrt man, wenn man glaubt, das hätte sich nicht längst verselbständigt und im internationalen Zitationskartell der neokonservativen, neoimperialistischen und neorassistischen Rechten Anschluss gefunden — einer Rechten, für die Oriana Fallaci ebenso Gallionsfigur war wie Ayaan Hirsi Ali (und bei den Hartgesottenen natürlich auch der niederländische Faschist Pim Fortuyn).

    Die Aussage von jemandem wie Rossi, er hätte noch nie eine Ausgabe der BAHAMAS gelesen, ist durchaus glaubwürdig. Es reicht solchen Leuten vollkommen aus, Blogs wie „Little Green Footballs“ oder die „Achse des Guten“ zu lesen. Abgebrühterere bedienen sich auch bei dem christlich-fundamentalistischen und dezidiert homophoben „Politically Incorrect“ (PI)-Blog, der sich wiederum modellhaft an der rechtsextremen amerikanischen Bloggerszene orientiert. Wozu braucht es da noch die BAHAMAS? Die ham ihre Aufgabe doch längst erfüllt!

  3. Gravatar Icon 3 bigmouth 16. September 2006 um 14:55 Uhr

    wieso war Fortuyn faschist?

  4. Gravatar Icon 4 Pesci 16. September 2006 um 16:07 Uhr

    Frag nicht, sag doch einfach, warum er deiner Ansicht nach keiner sein soll.

  5. Gravatar Icon 5 bigmouth 16. September 2006 um 21:25 Uhr

    wer ne these aufstellt, sollte sie auch belegen können. das wäre lysis‘ aufgabe. der differenziert ja auch sosnt sehr gerne, wer faschist ist und wer nich

  6. Gravatar Icon 6 che2001 18. September 2006 um 9:05 Uhr

    Das Erstaunliche und Tragische: Oriana Fallaci war in den 70ern mal eine als besonders unbestechlich und anspruchsvoll geltende linke Journalistin. Das war die Zeit, als es in Jugoslawien einen marxistischen Historiker gab, der sich durch eine sowohl sowjet- als auch chinakritische und zugleich antiimperialistische Sichtweise auszeichnete. Sein Name: Franjo Tudjman.

  7. Gravatar Icon 7 alkohol 20. September 2006 um 0:19 Uhr

    [quote comment=“5129″]Das war die Zeit, als es in Jugoslawien einen marxistischen Historiker gab, der sich durch eine sowohl sowjet- als auch chinakritische und zugleich antiimperialistische Sichtweise auszeichnete. Sein Name: Franjo Tudjman.[/quote]
    Gibt es da einen engeren Zusammenhang zur Fallaci? Oder soll das einfach heißen „in den 70′ern war alles besser“?

  8. Gravatar Icon 8 che2001 20. September 2006 um 8:42 Uhr

    Nein, es soll heißen: „Die schärfsten Kritiker der Elche waren früher selber welche.“

  9. Gravatar Icon 9 bigberta 24. September 2006 um 1:35 Uhr

    Che, das passt an dieser Stelle ganz hervorragend. Chapeau.

  10. Gravatar Icon 10 Fransescoli 28. September 2006 um 0:53 Uhr

    :d Was wird das erst für ein Tag der Trauer sein,wenn Herman“The German“ Gremliza den Löffel abgibt?Der Bellezist und Rassist segelt ja auch schon auf seinen Lebensabend zu ,ha,ha,ha

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