Archiv für Oktober 2006

Es geht um die Wurst!

*lol*, das ist ja schon richtig gemein. Aber Rache ist eben süß:

Es geht um alles! Endlich Platz im Blätterwald!

(via aus in der vorrunde)

Ein Leben in der Normalisierungsgesellschaft

Ein bisschen Bedenken hab ich schon, das zu einer Story zu machen. Es handelt sich um einen anonymen Kommentar, der im Blog „Die Angst vor uns selbst“ gepostet wurde und im Folgenden von mir zitiert werden soll. Ich hoffe, der Autor ist mir nicht böse, aber ich denke, ihm ist es gelungen, in zugespitzter Weise darzustellen, wie heterosexuelle Normalisierung in „unserer“ Gesellschaft funktioniert — ganz fernab von irgendwelchen antihomosexuellen Gesetzen, die in der BRD mit dem einigungsbedingten Wegfall des Paragraphen 175 im Jahr 1994 fast ganz ad acta gelegt wurden. Seltsamerweise — seltsam aus der Sicht von Leuten, die einer Repressionstheorie anhängen, für die der „Kopf des Königs noch immer nicht gefallen ist“ (Michel Foucault) — hat sich die Homophobie in den Schulen und Institutionen, in den Freundeskreisen und an Stammtischen seitdem nicht verflüchtigt, sondern nur noch verstärkt. Zwischen 1969 (dem Jahr, als der §175 liberalisiert wurde) und 1989 ist die Zahl der männlichen Jugendlichen im Alter zwischen 16 und 18 Jahren, die über gleichgeschlechtliche sexuelle Erfahrungen berichten, von achtzehn auf zwei Prozent gesunken. Weil, wie Volkmar Sigusch schreibt, „die Befürchtung der Jungen […], womöglich als ‚Schwuler‘ angesehen zu werden“, mittlerweile ihre gesamte Adoleszenzphase zu dominieren scheint. Die Lesben- und Schwulenbewegung ist aus strukturellen Gründen gar nicht in der Lage, darauf eine Antwort zu geben, da „eine radikale Erforschung der politischen Konstruktion und Regulierung der Identitäten selbst“ (Judith Butler) innerhalb einer Bewegung, die eben diese Identitäten zu ihrer Geschäftsgrundlage gemacht hat, schlechterdings unmöglich ist.

Aber was genau geht in den Köpfen von Jugendlichen vor, die die harte Schule der heterosexuellen Normalisierung in den militant homophoben Gesellschaften des „freien Westens“ durchlaufen? Gesellschaften, die die Erfahrung gleichgeschlechtlicher Liebe und Lust epistemologisch an die Übernahme einer verachteten und als abweichend konstruierten „homosexuellen Rolle“ binden. Ich habe selten ein Stück Introspektion erlebt, das der Wahrheit näher auf den Grund geht als der folgende Kommentar: (mehr…)

Confessiones I

Jungle World Notausgabe
Ich bekenne: Ich habe abbestellt

Tun Sie’s auch (bekennen natürlich)!

(via ascetonym)

Dschihad im amerikanischen Klassenzimmer

… müsste diese Story eigentlich heißen, wenn sie so reißerisch-blöd wäre wie die rhetorischen Künste der meisten Postantideutschen. So aber handelt es sich bloß um einen stinknormalen Befund über die alltägliche homophobe Drangsal an einer durchschnittlichen US-Schule im Jahr 2006, der keineswegs nur erklärtermaßen lesbische und schwule Jugendliche ausgesetzt sind. Und glaubt mir: die Verhältnisse an deutschen Schulen werden sich davon kaum unterscheiden… (mehr…)

Ultraorthodoxe Spinner

Fundamentalists across the religions have more in common with each other than they do with liberal members of their own religion.

--Rabbi Jeremy Rosen

Die Meldung ist schon etwas antiquiert, aber sie hat mich erst heute erreicht. Vielleicht sollte ich mal öfter meine Inbox bei delicious leeren … (mehr…)

Typisch Ausländer!

Zum rassistischen Fahndungsstandpunkt der Freunde der offenen Gesellschaft fällt mir mal wieder ein Georg-Kreisler-Song ein:

Mohammed, ein Bayer im Himmel

In Kreuzberg ist ein 48-jähriger Mann mit einer abgebrochenen Bierflasche erstochen worden. Die Freunde der offenen Gesellschaft machen die „islamistische Atmosphäre“ im Bezirk dafür verantwortlich. Und tatsächlich, ein Blick in den Koran erhärtet den Verdacht. Sure 2, Vers 47: „Oans, zwoa, gsuffa!“ — Sure 12, Vers 19: „Aner geht no, aner geht no nei!“ — Sure 58, Vers 7: „Bier her, Bier her oder i foi um, juchhe!“

Stoppt den Raucherdschihad!

Immer wieder für einen Lacher gut: AD-Blogs.

Das, was Raucher jedoch bisweilen veranstalten, wenn sie auf einer Nichtraucherhausparty sich revolutionär eine Kippe anstecken, ist Raucherdschihad, völliges Ausblenden der eigenen Suchtsklaverei und Aggression gegen die, die an ein Anderes erinnern, Verherrlichung der eigenen Abhängigkeit bis zum Tode und Verunmöglichung der Befreiung anderer.

Die Gegenposition: Solidarität mit Rauchern! ;))