Archiv für November 2006

Post-AD zum Aufheitern!

Über Crisco Connection erst auf diesen Link gestoßen:

One sidewalk for men, one for women

[…]
Ulta-Orthodox members are conducting a violent protest against Egged busses, arguing that they are not modest enough. Two weeks ago they stoned a bus carrying mixed passengers and the driver was forced to fire into the air to escape the crowd.
[…]
Women are permitted to walk on one side of the sidewalk while men on the other. Signs have been posted on the men’s side of the street instructing women to leave the sidewalk and to cross over to their side: (mehr…)

Der zerrissene Faden der Ariadne

Gerburg Treusch-Dieter Am Sonntag letzter Woche starb meine Diplommutter Gerburg Treusch-Dieter. Seit Freitag, als mir diese schlimme Nachricht überbracht wurde, ist noch keine Stunde vergangen, in der ich nicht an sie zurückdenken musste. Sie, die linke Foucault-Feministin, war eine der wenigen Dozent_innen, die mir ganz persönlich etwas bedeuteten. Ihre Freundlichkeit und Anteilnahme, ihr sarkastischer Witz und ihr unendlicher Esprit, zu dem ich stets bewundernd aufschaute, wird mir unvergesslich bleiben. (mehr…)

„Black is Beautiful“ — Ein Araber entdeckt Paris (I)

Zwischen 1826 und 1831 erfüllte Scheich Rifa‘a al-Tahtawi von der al-Azhar-Universität in Kairo auf Geheiß von Muhammad Ali Pascha, dem Vizekönig von Ägypten, eine Studienmission, die ihn zusammen mit anderen Gelehrten nach Frankreich führte. Ihr Ziel war, von den Europäern zu lernen, um an ihre ökonomischen und wissenschaftlich-technischen Erfolge anknüpfen zu können. 1834 veröffentlichte al-Tahtawi ein Reisetagebuch, das er, in dem für die arabische Literatur kennzeichnenden poetischen Stil, Die Läuterung des Goldes in einer zusammenfassenden Darstellung von Paris nannte. Der Pascha hielt es für so bedeutsam, dass er es seiner Beamtenschaft zur Pflichtlektüre machte. Jedoch gab es, trotz seiner ausgeprägten Frankophilie, einige Dinge, die al-Tahtawi an den Franzosen befremdete und die er folglich nicht zur Nachahmung empfehlen konnte — wie zum Beispiel ihr absonderlicher Rassismus gegen Schwarze: (mehr…)

Der Amokdeutsche von Emsdetten

Hier stand mal eine Story über den Amokdeutschen von Emsdetten, die ich dann aber rückwirkend in ihrer Aufmachung selber zu blöd fand. Um die durchaus interessante Diskussion, die sich daran anschloss, nicht ins Nirwana zu schicken, hab ich daraus eine SideNote gemacht. Es ging im Wesentlichen um den Abschiedsbrief, in dem der Amokläufer Elemente linker Herrschaftskritik mit Vernichtungswahn und eliminatorischem Rassismus verband. Der Vergleich, den ich daraufhin mit der KONKRET anstellte, ist nach meinem jetzigen Gefühl schlicht und einfach „over the top“ gewesen.

Blog-Layout

Hab mal, nach fast einem Jahr, mein Blog-Layout erneuert. Und dazu auch gleich meine erste Umfrage gestartet, die natürlich, wie alle Meinungsbekundungen in der Demokratie, absolut folgenlos bleiben wird. Versprochen! :D

Aischa — Mythos und Wirklichkeit

Das ist mal eine interessante Entdeckung: Die deutsche Wikipedia zeigt anhand von neun Rechenbeispielen, dass die Hadithentradition, die Aischa — der Lieblingsfrau des islamischen Religionsstifters und „einer der führenden Gelehrten der islamischen Frühzeit“ — ein Heiratsalter von sechs Jahren unterjubelt, auf einer offenkundigen Fälschung beruht. In Wirklichkeit muss Aischa zwischen 14 und 21 Jahre alt gewesen sein, als sie mit Muhammed die Ehe schloss. Die englische Wikipedia erklärt sogar das Motiv hinter dieser erfundenen Tradition: (mehr…)

Bush beendet den Hunger in seinem Land

Bald werden US-Amerikaner nicht mehr hungern. Denn das Ministerium für Landwirtschaft will die Situation von 35 Millionen Bürgern, die sich aufgrund ihrer Stellung im kapitalistischen Gesamtprozess kein regelmäßiges Essen leisten können, künftig lieber mit den Worten „sehr niedrige Nahrungssicherheit“ beschreiben. Ja wenn das mal kein sozialer Fortschritt ist!

Polizeistaat ahoj!

Mostafa Tabatabainejad, ein persisch-amerikanischer Student an der University of California at Los Angeles (UCLA), muss sich in den Polizeistaat Iran versetzt gefühlt haben, als er wegen einer völligen Nichtigkeit (er hatte seinen Studentenausweis daheim vergessen) von der Polizei fast 10 Minuten lang mit der Elektroschockwaffe „Taser“ gequält wurde. Sein Vergehen: bei einer nächtlichen Routinekontrolle in der Institutsbibliothek kam er der Aufforderung der Campus-Polizei, seinen Arbeitsplatz zu räumen, nicht schnell genug nach. Ab 23 Uhr dürfen sich dort aus Sicherheitsgründen nur noch Studierende und Fakultätsmitglieder aufhalten. (mehr…)