Trembling Before Gays

Haredi Riots in Jerusalem
Religious Riots against Gay Pride in Jerusalem

Am Freitag soll die Gay Pride Parade in Jerusalem stattfinden. Doch dass es tatsächlich so weit kommt, ist ziemlich unwahrscheinlich. Wer an der Parade teilnimmt, begibt sich in Gefahr für Leib und Leben. Ultraorthodoxe Juden (sog. Haredim) führen sich schon jetzt auf wie die allerletzten Ayatollahs, randalieren durch die Stadt und werden von großen Teilen der Regierung in ihrem religiösen Eifer auch noch unterstützt.

In einer Umfrage, die Ynet unter den Ministern von Ehud Olmert durchführte, stellten sich nur zwei: die Erziehungsministerin Prof. Yuli Tamir von der Arbeitspartei und der Minister für Rentenfragen, Rafi Eitan, hinter die Parade. Eitan, mittlerweile 80 Jahre alt und Vorsitzender der israelischen „Grauen Panther“, ist berühmt für seine historische Rolle als Leiter der Geheimdienstaktion, die 1960 zur Ergreifung des Massenmörders Adolf Eichmann führte. Doch ein solches Stehvermögen gegen die mitregierenden Ultras bringen im Kabinett Olmert nur wenige auf. Vizepremier Shimon Peres — einstmals ungekrönter Prinz der Arbeitspartei, bevor er mit Ariel Scharon die Kadima gründete — stellte sich gar offen an die Seite der vier Minister von der nationalreligiösen Shas-Partei. Demgegenüber enthielt sich der konservative Premier Ehud Olmert diplomatisch der Stimme, äußerte aber wegen der „provokativen Natur“ der Parade zugleich Verständnis für die Ausschreitungen der Fundamentalisten.

Zuspruch erhielten die „Proteste“ — in Wirklichkeit der Versuch, die Organisatoren der Parade durch unverhohlene Gewaltdrohungen zur Aufgabe ihres Vorhabens zu erpressen — auch von Seiten des staatlich israelischen Oberrabbinats, das über den bösen Plan der Lesben und Schwulen donnerte:

Wir zitterten vor Entsetzen über die Nachrichten von diesem drohenden Anschlag, der von einer Minderheit unserer verlorenen Brüder ersonnen wurde, welche überein gekommen sind, die niedrigsten und abscheulichsten Handlungen zu begehen […]. Sie haben es gewagt, in der heiligen Stadt und ihrem Tempel zu marschieren, um ihre Rebellion gegen die Gesetze der heiligen Torah und die menschliche Moral zur Schau zu stellen, eine Moral, die von den meisten Nationen der Welt geteilt wird.

Avshalom Vilan, oppositionelles Knesset-Mitglied aus den Reihen der linksliberalen Meretz-Partei, war das definitiv zu viel. Er fordert das Eingreifen des Kommissars für Staatsbedienstete: „Das Oberrabbinat von Israel, das an das Beamtengesetz gebunden ist, hat seine Autorität der vollen Länge nach überschritten. Es kann nicht einen unbeschränkten Angriff gegen eine ganze Bevökerungsgruppe führen.“

Derweil gehen die Riots der jüdischen Mullahs weiter, nun bereits zum sechsten Tag in Folge.

(Hat tip to nordstadtsafari)


2 Antworten auf „Trembling Before Gays“


  1. 1 tu es zuerst, tu es selbst, und hör nicht auf, es zu tun! :: neues bei blogsport: Pingback am 07. November 2006 um 8:30 Uhr
  2. 2 Shabbat shalom… und Bilder!!! // nordstadtsafari Pingback am 16. November 2006 um 16:54 Uhr
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