Some Foucauldian Reflections on „Pedophilia“

Eigentlich wollte ich den bescheuerten Olifanis hier keine weitere Aufmerksamkeit schenken, aber die Selbstviktimisierung, die diese Leute bei ihrer Hexenjagd auf „Pädophilen-Freunde“ betreiben, ist doch zu ärgerlich. Es fing an mit einem an Lächerlichkeit kaum zu überbietenden Blogeintrag von Schokolade, die eine absolut sachliche und interessante Diskussion über Pädophilie, Sex von Jugendlichen und die drohende Verschärfung des Sexualstrafrechts mit dem Satz kommentierte: „oh nein, der arme lysis darf keinen sex mehr mit 14-jährigen haben!!!!“ Statt auf die Argumente einzugehen, versuchte sie, personalisierend die Leute zu treffen, die an dieser Diskussion teilgenommen hatten. Kurioserweise griff sie dabei ausgerechnet mich heraus, der geschrieben hatte, dass ihm „Sex mit Kindern (also mit Personen unter 12) indiskutabel“ erscheine, da es diesen „mitunter sehr schwer möglich ist, so etwas wie einen autonomen Willen gegenüber Erwachsenen zu formulieren, die sie ja in ihrer Erziehung durchweg als Autoritätspersonen kennengelernt haben, denen man gehorchen muss“.

Trotzdem war ich es, der von Schokolade zum exemplarischen „Pädophilie-Freund“ erkoren wurde.

Worauf stützt nun Schokolade ihren Vorwurf? Darauf, dass ich den rechtlichen Status quo gegen jene verteidigt habe, die die Faschisierungstendenzen im Sexualstrafrecht, wie sie prototypisch in den USA zu beobachten sind (und der Ort ist für mich nichts als ein Zufall!), am liebsten nach Europa importieren wollten. In der Diskussion schrieb ich dazu:

mir scheint das entscheidende problem eher zu sein, dass der begriff “pädophilie” (sex mit kindern) zunehmend entgrenzt wird, so dass darunter mehr und mehr auch “päderastie” (sex mit jugendlichen) gefasst wird. in den usa gilt mittlerweile jeder sex mit unter-18-jährigen als “pedophile”, und die UNESCO diskutiert bereits über ein schutzalter von 21 jahren. ebenso wird in den usa oft auch schon sex zwischen jugendlichen (also leuten zwischen 14 und 18) als sexueller missbrauch bzw. “statutory rape” kriminalisiert und verfolgt. daraus ergibt sich de facto ein totales sex-verbot für jugendliche bis zum 18. lebensjahr.

Mein Schwerpunkt lag eindeutig auf dem Sex zwischen Jugendlichen, der in den USA (anders als momentan noch in Europa) komplett kriminalisiert ist und mit Methoden unterdrückt wird, die weit über das bloße Strafen hinausgehen. Es geht um die lebenslange Stigmatisierung Jugendlicher als „Sex Offenders“ und „Pädophile“, die manche geradewegs in den Selbstmord treibt:

Adding insult to injury, “children,” that is persons under 18, may also be labeled sex offenders, required to register and sometimes face life-long monitoring and various forms of shunning and shaming. One teenage boy committed suicide in Oakland County, Michigan in 2004, when faced with 23-years of being on a public registry, which would include public humiliation at his school. He was convicted of sex with a 14-year-old girl, which was conceded to be non-forced, but violated the state’s age of consent laws.

Dem liegt die Verwandlung eines Tat-Strafrechts in ein Täter-Strafrecht zugrunde, eine Masche, die auch Schokolade beherrscht, indem es ihr in ihren Diskussionsbeiträgen weniger darum geht, über die juristische Frage der Legalität bestimmter Handlungen zu reden als über die „Monstrosität“ und „Ekelhaftigkeit“ der Individuen, die sie begehen. Es ist genau diese Logik, aus der heraus der „Homosexuelle“ am Ende des 19. Jahrhunderts geboren wurde: indem die Psychiatrie ein verworfenes Subjekt hinter der vom Strafrecht verbotenen Handlung des Analverkehrs konstruierte und ihm eine konstitutive Andersartigkeit zuschrieb. Mit Foucault gesprochen:

Der Homosxuelle des 19. Jahrhunderts ist zu einer Persönlichkeit geworden, die über eine Vergangenheit und eine Kindheit verfügt, einem Charakter, eine Lebensform, und die schließlich eine Morphologie mit indiskreter Anatomie und möglicherweise rätselhafter Physiologie besitzt. Nichts von alledem, was er ist, entrinnt seiner Sexualität. Sie ist überall in ihm präsent: allen seinen Verhaltensweisen unterliegt sie als hinterhältiges und unbegrenzt wirksames Prinzip; schamlos steht sie ihm ins Gesicht und auf den Körper geschrieben, ein Geheimnis, das sich immerfort verrät. Sie ist ihm konsubstantiell, weniger als Gewohnheitssünde denn als Sondernatur. […] Als eine der Gestalten der Sexualität ist die Homosexualität aufgetaucht, als sie von der Praktik der Sodomie [Analverkehr] zu einer Art innerer Androgynie, einem Hermaphroditismus der Seele herabgedrückt worden ist. Der Sodomit war ein Gestrauchelter, der Homosexuelle ist eine Spezies.1

Das ist die Antwort auf die Frage von Schokolade, was Pädophilie mit Homosexualität zu tun hat: Es ist die Logik der Erzeugung einer gesellschaftlichen „Devianz“, mit der zugleich eine bestimmte Normalität abgesichert und patrouilliert werden soll. Denn was ist denn Pädophilie? Zunächst einmal eine vollkommen marginale Erscheinung, die etwa so verbreitet sein dürfte wie Koprophagie oder Nekrophilie und ja auch gerade deshalb nie beziffert wird, weil sich daran die Lächerlichkeit der Hysterie offenbaren würde, welche sich an dieser Personengruppe entfaltet. Aber dieser Begriff hat eine weit darüber hinausreichende Funktion, die im Zusammenhang mit der systematischen Bedeutungsverschiebung steht, die dieses sexualwissenschaftliche Taxem (das erstmals in den 1960er Jahre geprägt wurde) in den letzten zwei Jahrzehnten erfahren hat. In der Sexualwissenschaft heißt Pädophilie nämlich noch dieses:

Pädophilie […] nennt man die primäre erotisch-sexuelle Neigung Erwachsener zu Personen vor der Geschlechtsreife (im folgenden „Kinder“ genannt). […] Das primäre Interesse der Pädophilen ist auf Kinder zwischen 4 und 14 Jahren ausgerichtet, wobei es zwei Gipfel in der Alterspräferenz gibt: der eine Gipfel liegt bei 5 bis 6 Jahren, der andere bei 11 bis 12 Jahren. Das sexuelle Begehren ist beim konkreten Pädophilen in der Regel auf einen Altersabschnitt in diesem Bereich — und nicht den gesamten Bereich — orientiert. Es erlischt oft spätestens bei der Ausprägung sekundärer Geschlechtsmerkmale beim Kind.

Doch das ist längst nicht mehr die Art und Weise, wie der Begriff des „Pädophilen“ heute gebraucht wird. Er ist nicht mehr der Name einer seltenen Paraphilie, sondern wird:

a) allgemein auf Täter angewandt, die Kinder sexuell missbrauchen, obwohl nach Einschätzung von Sexualwissenschaftlern tatsächlich nur 2 bis 10 Prozent dieser Täter Personen mit einer festverankerten pädophilen Orientierung sind (der Rest sind stinknormale Familienväter) und bei weitem nicht alle Pädophile automatisch Kinder missbrauchen;

b) mittlerweile auf jeden angewandt, der Sex mit Personen unter 18 (oder manchmal sogar schon unter 21) Jahren hat:

Although defined by the American Psychiatric Association as persons with a dominant sexual desire for pre-pubescent children, the pedophile tag now applies to any person who ever entertained a sexual desire or had a sexual incident, however minor, with anyone under 18. In some circles, the term pedophile is now used to put down any older person who has an affair or shows interest in younger persons — 35-year-olds, for instance, who “prey on” 20-year olds. By the early 2000s, pedophile had become morphed with the still broader “sex offender,” with even mainstream media free to refer to the feared and hated class as “pervs” and “perps” and “deviants.”

Der Effekt ist zweierlei: einerseits massenhaft Neugierige, die sich durch die Anreizung von Diskursen über Pädophilie auf einmal für Kinderpornos zu interessieren beginnen und das auch gern mal ausprobieren möchten (was bedeutet, dass mit dem Diskurs über „Pädophilie“ das genaue Gegenteil von dem erreicht wird, was die Leute vorgeben, damit erreichen zu wollen). Andererseits die Implementierung einer Aufsichtsmacht über die Intimsphäre von Jugendlichen, obwohl Leute, die Sex mit ihnen haben, entgegen den unbelehrbaren Insinuationen von „Schokolade“ eines ganz gewiss nicht sind: Pädophile. Denn die Sexualität von Jugendlichen beginnt genau dort, wo das Interesse der Pädophilen erlischt — mit der Pubertät.

Es ist genau die Ausweitung und systematische Verwaschung des Pädophilie-Begriffs, mit dem die gesellschaftliche Hysterie im Hinblick auf die Sexualität von Jugendlichen vorangetrieben wird. Und die Opfer dieser Hysterie sind die Jugendlichen selbst, denen man mit immer mehr Verboten, und indem ein sexueller Panoptimus über sie errichtet wird, das Leben allmählich zur Hölle macht. Von wegen, die Sexualverbote in den USA richteten sich nur gegen den Sex zwischen Jugendlichen und Erwachsenen, aber nicht gegen den Sex von Jugendlichen selbst:

Juveniles who are 14 or 15 and have sex with peers can be charged with unlawful conduct with a minor, but the law provides for mitigation when the age difference is less than four years, making the offense a misdemeanor.

Wenn die Altersdifferenz aber auch nur um einen Monat überschritten wird, wie im Fall von Matthew Limon, der als gerade 18-Jähriger mit seinem fast 15-jährigen Freund einverständlichen Oralverkehr hatte, kann die Haftstrafe auch schon mal 17 Jahre betragen. 17 Jahre Knast, weil ein Teenager mit einem andern Teenager einverständlichen Sex hatte! Und diese moderne Barbarei wollen Leute wie schokolade, nada, tofu, curry und dissidenz, sei’s aus einem reflexhaften Proamerikanismus, sei’s als falsche Gegenwehr gegen die sexuelle Belästigung durch den Sportlehrer — der deswegen bestimmt noch kein Pädophiler ist! —, allen Ernstes globalisieren. Da kann ich nur sagen: nein danke.

  1. Michel Foucault: Der Wille zum Wissen : Sexualität und Wahrheit 1. Frankfurt a. M. 1983. S. 58. [zurück]

41 Antworten auf „Some Foucauldian Reflections on „Pedophilia““


  1. Gravatar Icon 1 tofu 13. Dezember 2006 um 12:50 Uhr

    Spitze lysis, da haste Dich aber mal selbst übertroffen…
    Kurioserweise griff sie dabei ausgerechnet mich heraus, der geschrieben hatte, dass ihm “Sex mit Kindern (also mit Personen unter 12) indiskutabel” erscheine, da es diesen “mitunter sehr schwer möglich ist, so etwas wie einen autonomen Willen gegenüber Erwachsenen zu formulieren, die sie ja in ihrer Erziehung durchweg als Autoritätspersonen kennengelernt haben, denen man gehorchen muss”.
    Dir erscheint Sex mit unter 12-jährigen, also nur indiskutabel, weil diese ihren Willen mit einem Erwachsenen Sex haben zu wollen nicht gegenüber ihren Eltern erklären können!? Oh je…
    Und was ist dann mit 13-jährigen?? Die darfste nach herzenslust „verführen“ oder wie? Man man man, Achim…:((

  2. Gravatar Icon 2 zovjet 13. Dezember 2006 um 13:23 Uhr

    tofu, du hast gar nix kapiert. dein template sieht auch scheiße aus.

  3. Gravatar Icon 3 zovjet 13. Dezember 2006 um 13:42 Uhr

    lysis, dies wiederum trübt deinen sonst exzellenten beitrag:

    „“Trotzdem war ich es, der von Schokolade zum exemplarischen “Pädophilie-Freund” erkoren wurde. Warum? Das ist natürlich Spekulation, aber Schokolade gehört wohl dem hardcore-antideutschen Olifani-Umfeld an, das mich als Kritiker am postantideutschen Rassismus gerne abstrafen würde, sei es mit Gewaltdrohungen oder impliziten Pädophilie-Vorwürfen.“"

    es bedarf keiner antideutschen verschwörung gegen dich um zu erklären, was gerade passiert. die dummheit des menschen (in diesem falle tofu, schokolade usw.) ist einfach grenzenlos. die eitelkeit auch.

  4. Gravatar Icon 4 w 13. Dezember 2006 um 13:46 Uhr

    Oh mann, tofu …

    „Dir erscheint Sex mit unter 12-jährigen, also nur indiskutabel, weil diese ihren Willen mit einem Erwachsenen Sex haben zu wollen nicht gegenüber ihren Eltern erklären können!? Oh je…“

    lysis ging es an der Stelle nicht allein um die biologischen oder sozialen Eltern, sondern um eine gesellschaftlich absolut hegemoniale Erziehung, die Kindern beibringt dass sie dumm sind, keine Ahnung haben und Erwachsenen (Ausnahme: böse dunkelhaarige Fremde mit Lutschern) gehorchen zu haben – Ungehorsam wird im Ernstfall mit körperlicher Züchtigung sanktioniert. Aufgrund dieser Konstellation schließt lysis, dass eine Freigabe von solchen Formen der intergenerationellen Sexualität derzeit inakzeptabel ist, weil die Kinder es eben noch nicht gelernt haben, ihre Interessen gegenüber solchen Autoritäten eigenständig anzumelden, dh auch mal Nein sagen zu können im Vertrauen darauf, dass dieses Nein auch erhört wird.

    „Und was ist dann mit 13-jährigen?? Die darfste nach herzenslust “verführen” oder wie? Man man man, Achim…“

    Nach all den Beiträgen der letzten 48 Stunden fällt dir immer noch nichts anderes ein als die perfide Denunziationsmasche, durch welche der Streit erst ausgelöst wurde? Sorry, aber du bist einfach ein Arschloch!

    Und all das sage ich bestimmt nicht, weil ich lysis bedingungslos verteidigen will – weder kennen wir uns persönlich noch ist er mir über eine Internetpräsenz sonderlich sympathisch noch sind wir uns politisch einig. Im Gegenteil, die oben angeführte These von einer „hardcore-ad Kampagne“ halte ich für ziemlichen Unsinn, weil das wohl weder auf schokolade einerseits, eisprinzessin und torsun andererseits zutrifft (bei curry und tofu noch am ehesten!?) – aber solcher Willen zum Mob – gerade wo er sich nicht im ‚Grünen Krug‘ oder dem ‚Reichsadler‘-Stammtisch zu Lichtenberg, sondern in einem eigenen Maßstäben zufolge emanzipierten Umfeld artikuliert – muss immer schonungsloser Kritik anheimfallen.

  5. Gravatar Icon 5 Kenneth Star 13. Dezember 2006 um 14:08 Uhr

    @zovjet:

    Da ist auch nicht die Rede von einer „Verschwörung“. Lysis stellt nur, m.E. richtiger Weise, fest, dass ein gewisser Teil der ‚antideutschen‘ Blogosphäre gerade auf ihn einschießt und dass das möglicherweise damit zusammenhängt, dass er in diesen kreisen ohnehin nicht wohlgelitten ist. Eine verschwörung, vorherige absprachen, geplantes vorgehen usw. braucht es dazu nicht:

    „Die Hetzmasse bildet sich im Hinblick auf ein rasch erreichbares Ziel. Es ist ihr bekannt und genau bezeichnet, es ist ihr auch nah. Sie ist aufs Töten aus, und sie weiß, wen sie töten will. Mit der Entschlossenheit ohnegleichen geht sie auf dieses Ziel los; es ist unmöglich, sie darum zu betrügen. Es genügt, dieses Ziel bekannt zu geben, es genügt zu verbreiten, wer umkommen soll, damit eine Masse sich bildet.
    Die Konzentration aufs Töten ist eine besondere Art und an Intensität durch keine andere zu übertreffen. Jeder will daran teilhaben, jeder schlägt zu. Um seinen Schlag führen zu können, drängt sich jeder in die nächste Nähe des Opfers. Wenn er nicht treffen kann, will er sehen, wie es von den anderen getroffen wird (…). Es ist ein leichtes Unternehmen und es spielt sich so rasch ab, dass man sich beeilen muss, um zurechtzukommen. Die Eile, Gehobenheit und Sicherheit einer solchen Masse hat etwas Unheimliches.“ (Masse und Macht, Elias Canetti, 1980)

    Nun, in wie weit hier schon von „Masse“ zu sprechen ist, weiß ich nicht, und um’s töten geht es ja zumindest auch noch nicht – aber zum rufmord reicht’s halt allemal, siehe tofus letzten kommentar in diesem beitrag.

  6. Gravatar Icon 6 kapsler hauser 13. Dezember 2006 um 14:14 Uhr

    „es bedarf keiner antideutschen verschwörung gegen dich um zu erklären, was gerade passiert.“

    gerade beim thema antideutsche (oder leute die von ihm als solche ausgemacht werden) kann der werte herr lysis anscheinend nicht anders.
    dass dies in diesem zusammenhang so unnütz wie ärgerlich ist fällt ihm dabei wohl schon gar nicht mehr auf. schade eigentlich, ist dies doch die ebene, auf der auf ihn „geschossen“ wird: aufgabe der sachlichen kritik zur pflege der feindbestimmung…

  7. Gravatar Icon 7 w 13. Dezember 2006 um 14:25 Uhr

    Wenigstens hat tofu den dämlichen Beitrag in seinem Blog gelöscht (siehe pingback) – es scheint wohl doch noch eine gewisse Schamgrenze zu geben. Oder hat lysis wieder mit einer Anzeige gedroht? ;)

  8. Gravatar Icon 8 bigmouth 13. Dezember 2006 um 14:47 Uhr

    wie kommt ihr eigentlich darauf, dass schoki eine hardcore-ad ist? darauf sehe ich überhaupt keien hinweise, ausser ihrem bloghoster, und den leuten, die sie verlinken. aber von ihr selbst sehe ich da nix

    für tofu und salty scheint die deutung aber zurecht zu bestehen. aber salty is ja auch schon als cardigan im adf nich durch kluge argumentation aufgefallen – eher im gegenteil

  9. Gravatar Icon 9 kapsler hauser 13. Dezember 2006 um 14:55 Uhr

    das meinte ich mit „leute die von ihm als solche ausgemacht werden“…
    „was nicht passt wird passend gemacht“ (xbeliebiger bauarbeiter)

    bigmouth sprachs und fing an zu „deuten“… ;)

  10. Gravatar Icon 10 tofu 13. Dezember 2006 um 15:02 Uhr

    hehe…cool! hardcore-ad…ich glaube ich muss langsam anfangen zu rauchen… ;)

  11. Gravatar Icon 11 w 13. Dezember 2006 um 15:07 Uhr

    ne, zu denken, dann raucht dein kopf von alleine ….

  12. Gravatar Icon 12 bigmouth 13. Dezember 2006 um 15:08 Uhr

    wir können uns ja auch auf „handelsüblicher idiot“ einigen…

    ich stehe auf der genderterror übrigens auch für real life-diskussionen bereit. auch ohne anfassen!

  13. Gravatar Icon 13 eisprinzessin 13. Dezember 2006 um 16:07 Uhr

    lysis, wo steht das denn bei foucault mit „Der Homosxuelle des 19. Jahrhunderts ist …“
    würde mich für offline-lektüre interessieren.

    es ist jetzt zwar schon gesagt worden, aber der hc-ad-front will ich mich (auch) nicht unterordnen müssen. genausowenig wie ich mit vielen deiner positionen übereinstimme, dir aber in der auseinandersetzung mit schocki recht gegeben habe. dass es sich bei tofu, salty und curry um dummdreiste handelsübliche idioten (man könnte sie auch linksdeutsch nennen, wenn man sie provozieren mag) handelt steht imho in keinem direkten zusammenhang mit dem, dass sie sich gerne antideutsch geben.

    bei schoki halte ich die sache für anders. eine anti-antid ist sie mit sicherheit nicht, aber ein bahamas-abo würde ich ihr dann auch nicht zutrauen. vielmehr finde ich es fatal, wenn man zur kenntnis nimmt, dass sie reges unterstützerinnenumfeld für diverse ladyfeste ist und dann solch repressive sexualmoral vertritt. (da wird einem auch die türpolitik beim letztjährlichen ladyfest berlin um einiges verständlicher)

    dass du, lysis, die erste zielscheibe bist, das sollte dich aus verschiedenen oben genannten gründen nicht wundern: du bloggst dauernd über schmuddelthemen, hast den durchaus umstrittenen begriff „post-antideutsch“ geprägt, bist schwul und foucaultist. das sind all in all alles sachen, in denen sich sicherlich derdie eine oder andere in ihrer identität angegriffen fühlt.

    aber das hat – gefühlt – alles mehr mit berlin als mit post-ad zu tun. auch wenn das halt nicht so toll klingt.

  14. Gravatar Icon 14 corto_maltese 13. Dezember 2006 um 16:08 Uhr

    Ich bin mir ja auch nicht so sicher, ob in diesem Zusammenhang der Hinweis auf „Antideutsch“ gerechtfertigt ist. Man könnte die ganze Sache auch etwas deutlicher auf den Punkt bringen.
    Wie wärs mit „Depp“? „Simpel“? „Stümper“? „Dummkopf“?

  15. Gravatar Icon 15 note 13. Dezember 2006 um 16:28 Uhr

    „(da wird einem auch die türpolitik beim letztjährlichen ladyfest berlin um einiges verständlicher)“

    Was war da denn los?

  16. Gravatar Icon 16 stalin 13. Dezember 2006 um 16:29 Uhr

    vielleicht klärt mich mal jemand auf (ich weiß dass das im bezug auf die überschrift dämlich klingt): was genau ist der zusammenhang zwischen hc-ad und der pädophelie diskussion? wenn ich meine zugegebenermaßen sehr begrenzten kentnisse zu dem thema zusammenklaube (wie z.b. der mittlerweile schon fast klassische „infantile inquisition“– artikel in der bahamas, dann liefen die fronten da doch eher andersherum. also, besten dank im vorraus, der vater aller völker.
    @tofu: obwohl w prinzipiell zuzustimmen ist, ist rauchen eine prima idee:http://lysis.blogsport.de/2006/10/29/kritische-theorie-des-tabakrauchens/

  17. Gravatar Icon 17 lysis 13. Dezember 2006 um 16:31 Uhr

    Oh mann, aufgewacht und 15 Kommentare aus dem Stand! Das hatt ich noch nie.

    Ich hab die Passage über Antideutsche gelöscht, damit sich die Diskussion nicht daran aufhängt.

  18. Gravatar Icon 18 lysis 13. Dezember 2006 um 17:14 Uhr

    [quote comment=“8376″]lysis, wo steht das denn bei foucault mit „Der Homosxuelle des 19. Jahrhunderts ist …“
    würde mich für offline-lektüre interessieren.[/quote]

    Ich hab die Literaturangabe oben in einer Fußnote ergänzt.

  19. Gravatar Icon 19 gratiswodkanutte 13. Dezember 2006 um 17:51 Uhr

    @lysis: auch wenn du auf beifall, und erst recht auf welchen von der falschen seite, in diesem falle meiner, zu recht keinen wert legst – wegen postings wie obigen mag ich dich. und werde dich nienienie wieder per betrunkenem blogeintrag und völlig argumentfrei dissen. und das, obwohl ich bereits volljährig bin.
    p.s ich persönlich plädiere ja für die einführung eines internetführerscheins.

  20. Gravatar Icon 20 w 13. Dezember 2006 um 18:48 Uhr

    Internet erst ab 3 Promille oder wie stellst du dir das vor? ;)

  21. Gravatar Icon 21 kapsler hauser 13. Dezember 2006 um 18:51 Uhr

    „Internet erst ab 3 Promille oder wie stellst du dir das vor?“

    bei manchen schreiberlingen könnte man meinen das wär längst eingeführt… :d

  22. Gravatar Icon 22 eisprinzessin 13. Dezember 2006 um 18:54 Uhr

    @waiti: nein nein, die gratisvodkanutte die kann nicht betrunken bloggen. da macht sie dann nämlich gerne anspielungen die in die ähnliche richtung gehen, wie die von schoki.

    ich hingegen darf nicht nüchtern bloggen, da ich sonst (noch) ausfällig(er) werde.

    von daher halte ich einen allgemeinen internet-führerschein für eine dumme idee. man merkt im internet ja auch recht schnell, dass man unsinn gemacht hat. seit 2.0 sogar in der regel postwendend (subtilen wortwitz beachten).

  23. Gravatar Icon 23 w 13. Dezember 2006 um 19:07 Uhr

    na gut, dann müsste der schein eben individuell angepasst werden – du weißt ja, dem besonderen sollte immer vorrang vor dem allgemeinen eingeräumt werden…
    man könnte etwa tests durchführen wo die antragsstellerin in diversen stadien, von trocken über angetrunken bis zu gratiswodkanutte, beim bloggen observiert wird – incl. komplizierter aufgabenstellungen a la „ein flamewar zwischen olifanis und blogsports bricht aus und du gerätst zwischen die fronten – wie verhältst du dich?“

    p.s.
    waitY, nicht waitI, das ist ja noch gemeiner als schoCki!

  24. Gravatar Icon 24 kapsler hauser 13. Dezember 2006 um 19:12 Uhr

    “ein flamewar zwischen olifanis und blogsports bricht aus und du gerätst zwischen die fronten – wie verhältst du dich?”

    zum suff noch popcorn besorgen?
    hab ich bestanden? :d

  25. Gravatar Icon 25 bigmouth 13. Dezember 2006 um 20:19 Uhr

    ich plädiere auch für theorieprüfung
    „sie wollen in einen internetdiskussion über homosexualität und islam einsteigen. vor ihnen haben sich lysis und salt&vinegar geäussert. was tun sie?

    a) lysis recht geben, salty dissen

    b) salty recht geben, lysis dissen

    c) lachenlachenlachen

    d) nix wie weg“

  26. Gravatar Icon 26 garantiert nicht unkultur 14. Dezember 2006 um 14:48 Uhr

    e) Royal Rumble – wieviele Catcher sind im Ring?
    f) Ich diss dich. HipHop flava K-Gruppen-Style.
    g) Scheindebatten sind mein einzigstes Hobby was ich hab.

  27. Gravatar Icon 27 eißbrinzesinn 14. Dezember 2006 um 15:23 Uhr

    lieber waiti,

    aus alter tradition schreibe ich stets die namen des rests der blogosphere falsch. ist also gar nix persönlich gegen dich, sondern einfach nur meine ganz persönliche ignoranz.

  28. Gravatar Icon 28 w 15. Dezember 2006 um 0:09 Uhr

    geht klar, eisfeldt.
    grüße an die waterkaant.

  29. Gravatar Icon 29 w 15. Dezember 2006 um 0:19 Uhr

    ich hätte ja noch eine these im angebot, was den zick-zack-verlauf der diskussion angeht, die ja offenbar weder primär an der linie ad/nicht-ad noch olifani/blogsport verlief. am ehesten, auch wenn das sehr gewagt ist, dachte ich noch, es könnte eine altersfrage zu sein – wobei das auch nicht ganz hinhaut, vgl. etwa salty, und auch bei den anderen involvierten kann ich das alter zt gar nicht einschätzen. aber es schien mir so, als ob die meisten jener, die so denunziatorisch auf lysis abgetickert sind, erst in den letzten jahren politsozialisiert wurden oder zumindest nach dem 11.9. die entscheidenden impulse erfahren haben. und diese zeit war eben inhaltlich von ganz anderen debatten geprägt – sexualität/geschlecht wurde und wird nur noch in ganz kleinen dosen bzw. in spezifischen subszenen (ladyfest, akademischer feminismus) verhandelt und formal von einer sehr starken konfusion über revolutionäre orientierung, zivilgesellschaftliches engagement, abkehr von gesellschaftskritik, dissen von minderheiten die von der linken vermeintlich oder tatsächlich als ‚revolut. subjekt‘ oder opfer ausgemacht worden waren etc. trotz der dauernden zitation von adorno et al hat sich so auch durch die eskalation innerlinker debatten eine gewisse härte, rücksichtslosigkeit und zugleich inhaltliche entleerung/entpolitisierung herausgebildet – und die könnte dann den nährboden für solche kampagnen bilden, gerade von leuten die sich eigentlich als die radikalsten gegner_innen von mob und hetze sehen.
    aber vielleicht ist das auch zu weit hergeholt bzw. trifft in diesem fall so gar nicht zu?

  30. Gravatar Icon 30 bigmouth 15. Dezember 2006 um 0:50 Uhr

    ich bin fast 25, aber auch gerade mal seit 3,5 jahren mit linksradikaler politik beschäftigt. ich kann allerdings lesen, und versuche das idR auch sorgfältig zu tun – und rege mich eher selten über texte auf. das scheint bei schokolade anders zu sein.

    von meinen eltern her bin ich auch eher progressiv erzogen worden. an geäusserte ressentiments über „diese schweine“ am küchentisch kann ich mich jedenfalls nicht erinnern. und ich hab mit 12 das gesamte „lexikon der liebe“ von bornemann durchgelesen, das sehr progressive positionen zur sexualität vertritt

  31. Gravatar Icon 31 w 15. Dezember 2006 um 2:08 Uhr

    hm, jaja, die these trifft es wohl auch nicht wirklich – hatte nur den verdacht dass das durchschnittsalter von dir, mir, lysis, torsun, eisy eis und subwave um einiges über dem von schoki, curry, tofu liegt. aber dissi und salty fallen da auch schon wieder raus. egal, man sollte über sowas eh nicht öffentl spekulieren.
    komisch dass niemand inhaltlich auf lysis posting eingeht

  32. Gravatar Icon 32 bigmouth 15. Dezember 2006 um 2:31 Uhr

    oder auf meins – ich finde, über kein-taeter-werden.de liesse sich schön diskutieren. kaum wird die diskussion mal inhaltlich und interessant, isse tot. son scheiß

    ich glaube aber, deine these ist doch rettbar. tofus und currys kommentare fand ich im wesentlichen infantil-dumm, dissi und salty scheinen dagegen mittlerweile echt hass auf lysis zu schieben, weil er nicht die klappe hält und so omnipräsent ist. und sie oft doof aussehen lässt

  33. Gravatar Icon 33 oellieferant 15. Dezember 2006 um 16:54 Uhr

    ich habe deinen artikel gelesen… ich finde ihn gut. dazu fällt mir ein, dass dich die vorlesungen von foucault namens „die macht der psychiatrie“ sehr interessieren müssten. und sonst sehe ich da durch meine brille die seuchenlogik herein am werkeln: die vergiftung des gemeinwesens durch die handlungen des devianten subjekts… im endeffekt arbeiten die „dispositive der sicherheit“ in der usa doch das thema „sexualtität“ genauso wie das thema „terrorismus“ ab…. die pädophilen sind genauso wie die kamikazetouristen „bio/terroristen“. sie verüben einen anschlag auf das leben, die menschliche familie, die angeblich als menschlichste (wie immer) in den usa aufzufinden ist…

  34. Gravatar Icon 34 eindl 21. Dezember 2007 um 16:01 Uhr

    Vielen, vielen Dank für diese wichtige Diskussion. Das Problem bei Diskussionsgegnern wie Schokolade ist, dass sie eine Meinung aussprechen, die gesellschaft gedeckt ist. Die Debatte wird nicht rational geführt, wie du es ja mit der Verschiebung vom Tat- zum Täterstrafrecht angedeutet hast, dafür können sich die Schokoladen
    im Recht wähnen.

    Ich bin selbst Windelfetischist und die gesamte Gemeinschaft wird ständig mit dem Vorwurf, pädophil zu sein, konfrontiert. Dabei erregen uns primär Windeln und nicht nicht-geschlechtsreife Kinder. Hier zeigt sich die völlig absurde Entgrenzung. Uns geht es noch nicht einmal mehr um Menschen, sondern um Objekte beziehungsweise damit verbundene Gefühle (unter anderem Demütigung), und nur, weil gewisse Assoziationen entstehen, sieht man sich auf einmal diesem Vorwurf ausgesetzt. Bei kaum einem anderen Thema als diesem würde man sich so eine Hexenjagd erlauben. Laut Betreiberaussagen werden wir sogar ständig von irgendwelchen Verbänden kritisch beäugt.
    Wozu das in unserer Gemeinschaft führt, ist selbstverständlich. Viele haben mindestens latente Schuldgefühle, können ihre Sexualität kaum ausleben und sind somit in ihrer Entfaltung erheblich gehemmt.

    Und das alles nur, weil nahezu niemand Leuten wie Schokolade entgegensteht.

    Also: vielen Dank :) Als zumindest teilweise Betroffener habe ich überhaupt nichts gegen dieses Für-Andere-Sprechen, sondern erlebe es als Anteilnahme an dem, was in der Gesellschaft passiert.

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