Umfrage belegt rassistische Projektion

Die Drecksmär von den „Frauen schlagenden Muslimen“ lässt sich durch Empirie offenbar nicht widerlegen. Kein Wunder, es handelt sich ja auch um ein rassistisches Phantasma, das die islamische Welt als Hindernis auf dem Weg zur vollen Verwirklichung der „westlichen Werte“ halluziniert:

Umfragen in vier arabischen Staaten, die im Rahmen des diesjährigen Berichts durchgeführt wurden, zeigen, dass die gesellschaftliche Akzeptanz für eine größere Teilhabe der Frau am öffentlichen Leben durchaus vorhanden ist. In Marokko, Ägypten, Jordanien und Libanon wurden jeweils 1000 Männer und Frauen befragt und 98% von ihnen waren der Meinung, dass Mädchen und Frauen bis zur Hochschule die gleiche Bildung genießen sollten wie der männliche Teil der Bevölkerung. […] 97% der Befragten verurteilten zudem das Schlagen der Ehefrau. […] Zudem erklärten 91% der Umfrageteilnehmer, Frauen hätten das gleiche Recht auf Arbeit wie die arabischen Männer.

Dass es in Wahrheit die Deutschen sind, die ihre Frauen schlagen und vergewaltigen (hallo Herr Fischer!), dies dann aber den Muslimen als besonderes Merkmal unterschieben, um sie ausgrenzen, zurechtweisen und sanktionieren zu dürfen, ist natürlich klar. So funktioniert eben Rassismus.


24 Antworten auf „Umfrage belegt rassistische Projektion“


  1. Gravatar Icon 1 bigmouth 11. Februar 2007 um 15:28 Uhr

    hm, ich wette, in deutswchland würden in einer umfrage auch 97% das schlagen der ehefrau verurteilen. insofern geht deine entgegensetzung nicht auf

  2. Gravatar Icon 2 lysis 11. Februar 2007 um 15:30 Uhr

    Ich hab hier nichts entgegengesetzt.

  3. Gravatar Icon 3 bigmouth 11. Februar 2007 um 16:09 Uhr

    doch, ich finde der satz “Dass es in Wahrheit die Deutschen sind, die ihre Frauen schlagen und vergewaltigen” impliziert, dass es im gegenteil die deutschen sind

  4. Gravatar Icon 4 mkb 11. Februar 2007 um 16:34 Uhr

    Sehe ich wie bigmouth. Zweifellos könnte man dem entgegenhalten, dass manche Deutsche die gleiche Logik genau andersrum verwenden, also „dass es im gegenteil die“ Muslime sind. Andererseits meine ich mich aber an diverse Reportagen zu erinnern, in denen Sozarbs klagten, dass mancherorts schon prozentual mehr Muslimas als Nicht-Muslimas in die Frauenhäuser kommen, obwohl sie nicht die Bevölkerungsmehrheit stellen.

    Hier ein mal schon etwas älterer, aber wenn sich sicht zufällig wundersame Dinge ereignet haben sollten, wohl immer noch recht aktueller (und ganz sicher nicht alarmistischer) Text:
    http://zentralrat.de/include.php?site=zmd/publikationen/docs&di=im31

  5. Gravatar Icon 5 lysis 11. Februar 2007 um 18:36 Uhr

    doch, ich finde der satz „Dass es in Wahrheit die Deutschen sind, die ihre Frauen schlagen und vergewaltigen“ impliziert, dass es im gegenteil die deutschen sind

    Ja, und es impliziert wahrscheinlich auch, dass es nur die Deutschen sind und die Amerikaner z.B. nicht! Nee, sorry, hab jetzt grade keine Zeit für Korinthenkackerei …

  6. Gravatar Icon 6 lysis 11. Februar 2007 um 18:47 Uhr

    [quote comment=“11607″]in denen Sozarbs klagten, dass mancherorts schon prozentual mehr Muslimas als Nicht-Muslimas in die Frauenhäuser kommen, obwohl sie nicht die Bevölkerungsmehrheit stellen[/quote]

    Also ich finde, man sollte Statistiken zum Pflichtfach erheben. Dann bekämen Leute wie du vielleicht mit, dass es auch intermittierende Zusammenhänge gibt, z.B. Muslime = unterste Unterschicht = vermehrte häusliche Gewalt.

    Durch die Nichtbeachtung solcher intermittierenden Zusammenhänge kann man natürlich wunderbar Vorurteile spinnen. Z.B. mehr Ausländer = erhöhte Kriminalität etc. pp.

    Ich lass es mal bei dieser Andeutung, da ich, wie gesagt, im Moment grad überhaupt keine Zeit hab.

  7. Gravatar Icon 7 mkb 12. Februar 2007 um 10:36 Uhr

    Leute wie du“? – Ich habe irgendwie das Gefühl, von dir brauche ich keine Belehrungen über Schubladendenken.

    Was die intermittierenden Zusammenhänge angeht: ich hab jetzt zwar nicht nachgesehen, bin aber recht sicher, dass auch die Nicht-Muslimas in den Frauenhäusern großenteils eher aus der „Unterschicht“ stammen – und vergleichsweise selten aus den Reihen der Besserverdienenden. Von daher halte ich deinen Verweis auf solche Zusammenhänge, auch wenn er grundsätzlich richtig ist, für ein ziemlich schwaches Argument.

    Wie passt eigentlich mein Link zu deiner „Andeutung“? Ist er dafür nicht ein „bisschen“ zu moderat?

  8. Gravatar Icon 8 lysis 12. Februar 2007 um 13:23 Uhr

    [quote comment=“11646″]“Leute wie du“? – Ich habe irgendwie das Gefühl, von dir brauche ich keine Belehrungen über Schubladendenken.[/quote]

    In welche Schublade hab ich dich denn eingeordnet?

    [quote]Was die intermittierenden Zusammenhänge angeht: ich hab jetzt zwar nicht nachgesehen, bin aber recht sicher, dass auch die Nicht-Muslimas in den Frauenhäusern großenteils eher aus der „Unterschicht“ stammen – und vergleichsweise selten aus den Reihen der Besserverdienenden. Von daher halte ich deinen Verweis auf solche Zusammenhänge, auch wenn er grundsätzlich richtig ist, für ein ziemlich schwaches Argument.[/quote]

    Jetzt denk mal scharf nach! Es geht darum, dass Muslime in der Unterschicht überproportional repräsentiert sind. Und jetzt konterst du damit, dass auch die Nicht-Mulimas in den Frauenhäusern größtenteils aus der Unterschicht stammen. Ja, und wo ist jetzt bitte der Zusammenhang? Wo ist das Argument? Zwischen meiner Aussage und deinem Konter gibt es doch überhaupt gar keine logische Verbindung. Sorry, ich versteh’s einfach nicht. :(

    Oder mal so rum, vielleicht wird’s dann klarer: Wenn es weniger Nicht-Muslimas in der Unterschicht gibt und die Frauenhäuser vor allem Anlaufstellen für Unterschicht-Angehörige sind, dann folgt daraus zweierlei: 1. dass es weniger Nicht-Muslimas in den Frauenhäusern gibt und 2. dass diese Nicht-Muslimas (genau wie die Muslimas) größtenteils aus der Unterschicht stammen. Daher hast du mit deinem Argument meines nicht etwa widerlegt, wie du fälschlich annimmst, sondern höchstens noch mit einem fetten Balken unterstrichen!

    Danke, aber genau diese gröblichsten Denkfehler sind der Grund, warum man Statistik zum Pflichtfach machen sollte. Einfach um den Leuten mal eine gewisse Grundkompetenz im Lesen und Analysieren von Statistiken zu vermitteln. (Wobei es natürlich eine grobe Übertreibung ist, die „Beobachtung“ einiger Sozialarbeiter zu so etwas wie einer „Statistik“ zu adeln, aber das nur nebenbei.)

    [quote]Wie passt eigentlich mein Link zu deiner „Andeutung“? Ist er dafür nicht ein „bisschen“ zu moderat?[/quote]

    Ich hab deinen Link nicht geöffnet und weiß nicht, was du meinst.

  9. Gravatar Icon 9 mkb 12. Februar 2007 um 14:56 Uhr

    [quote post=“347″]In welche Schublade hab ich dich denn eingeordnet?[/quote]
    In die der „Moslem=Feind“-Pauschalurteilsabgeber.

    Zur Statistik: Mir ist durchaus klar, wo dein Punkt liegt, ich kann auch ein bissl rechnen, und mir ist auch klar, dass Manager hierzulande selten in die Moschee gehen.

    Dem hohen Anteil an Muslims in der Unterschicht (in Relation zu allen Muslims in D) steht aber der vergleichsweise niedrige Bevölkerungsanteil der Moslems insgesamt (AFAIK in D ca. 3 von 82 Mios) ausgeglichen wird. Die eigentliche Frage wäre also, wieviele „unterschichtlerische“ Muslims stehen wie vielen „unterschichtlerischen“ Nicht-Muslims gegenüber.

    Da habe ich offen gesagt ich keine Zahlen. Ich würde aber schätzen(!), dass doch ein halbwegs hoher Bevölkerungsanteil von Muslims (vielleicht so ab 30%(?)) nötig wäre, um in der Unterschicht eine muslimische Mehrheit zu haben. Schließlich ist Zugehörigkeit zum „Prekariat“ allgemein in D nicht gerade selten. Ein paar Millionen sind das schon. Ich würde sogar die Vermutung wagen, dass es in D mehr nicht-muslimische Unterschichtler gibt als Muslims insgesamt.

    Damit wären wir dann bei der Frage, in welcher Stadt und in welchem Stadtviertel die o.g. Sozarbs arbeiten. Wenn dort ein enorem hoher entsprechender Bevölkerungsanteil zu verzeichnen ist, dann – und nur dann – ist dein Argument stichhaltig.

    Am Rande bemerkt wäre es, (a) für die Frauen und b) um manch einem zumindest ein bisschen den Wind aus den Segeln zu nehmen) sinnvoll, wenn auch die muslimischen Gemeinden das Problem etwas frontaler angehen würden. Ein paar kleine Ansätze in der Richtung gibts ja mittlerweile:
    http://blog.zeit.de/joerglau/2007/01/16/deutsche-muslime-gegen-die-zwangsehe-ein-bisschen-wenigstens_110

  10. Gravatar Icon 10 mkb 12. Februar 2007 um 15:04 Uhr

    PS: Ja ich weiß, dass der Link etwas Off-Topic ist. Ich bin aber der Ansicht: nicht völlig.

  11. Gravatar Icon 11 lysis 12. Februar 2007 um 20:02 Uhr

    [quote comment=“11657″][quote post=“347″]In welche Schublade hab ich dich denn eingeordnet?[/quote]
    In die der „Moslem=Feind“-Pauschalurteilsabgeber.[/quote]
    Ja, aber in genau diese Schublade gehörst du auch, wie deine Kommentare zeigen. Das ist ja nichts anderes als der Versuch einer pauschalen Beschuldigung!

    [quote]Dem hohen Anteil an Muslims in der Unterschicht (in Relation zu allen Muslims in D) steht aber der vergleichsweise niedrige Bevölkerungsanteil der Moslems insgesamt (AFAIK in D ca. 3 von 82 Mios) ausgeglichen wird.[/quote]

    Ja, aber nicht in den Städten, wo die Frauenhäuser sind. Du hast also einerseits ’ne Unmenge Faktoren, die du überhaupt nicht in Erwägung ziehst, und auf der anderen Seite hast du noch nicht einmal irgendwelche Zahlen, sondern einfach nur die „Beobachtung von manchen Sozialarbeitern“. Das ist nicht seriös, das ist Rassismus, genau wie Albert Memmi ihn definiert — nämlich als „die verallgemeinerte und verabsolutierte Wertung tatsächlicher oder fiktiver Unterschiede zum Nutzen des Anklägers und zum Schaden des Opfers, mit der seine Privilegien oder seine Aggressionen gerechtfertigt werden sollen“.

    Das ist so, wie wenn jemand über die hohe Anzahl von Vergewaltigungen in Israel berichten und daraus irgendwelche Aussagen über den Charakter von Juden ableiten würde. So was heißt Antisemitismus, und was du tust, heißt Rassismus. Leuten wie dir muss man ordentlich in die Parade fahren, auch weil sie nicht checken, dass 40 Prozent der deutschen Frauen geschlagen oder vergewaltigt worden sind. Was soll man denn da noch überbieten? Statistisch gesehen steht die Chance, dass auch du Frauen schlägst oder vergewaltigst, bei etwa 1:1. Und es ist doch auffällig, dass gerade Vergewaltiger wie R. Fischer — oder ihre notorischen Verteidiger wie die BAHAMAS — die pauschalisierte Anschuldigung erheben, Türken wären ganz schlimme Frauenschläger. Dabei sind sie es doch selber! Es ist also ein ganz primitives Ablenkungsmanöver, eben die Art und Weise, wie Rassismus funktioniert.

    So, und das war’s jetzt, weil ich einfach keine Zeit habe, mich auf deine Pamphlete zur pauschalen Beschuldigung von Muslimen weiter einzulassen.

  12. Gravatar Icon 12 mkb 12. Februar 2007 um 22:18 Uhr

    Ja, aber nicht in den Städten

    Wenn du deine Reflexe etwas im Griff hättest, dann wär dir aufgefallen, dass diesen Fakt weiter unten im Text durchaus aufgegriffen habe.

    So, und das war’s jetzt, weil ich einfach weder Lust noich Zeit habe, mich mit Leuten zu befassen, die lesen mit Buzzword-Suche verwechseln.

  13. Gravatar Icon 13 nichtidentisches 20. Februar 2007 um 19:45 Uhr

    Haaach, die Statistik, eine Hürde mit Fallstricken.
    a) in welchen arabischen Staaten wurde befragt? Tunesien? Marokko? Algerien? Und warum nicht „islamische Staaten“ ? Afghanistan, Iran, Malaysia, Somalia?
    b) Warum wird nicht die strittige Sure angeführt, die es frommen Muslimen erlaubt oder sogar sie dazu verpflichtet, ihre Frau zu schlagen?
    c) Warum wird nicht erwähnt, dass die radikalsten islamistischen Szenen im „freien Europa“ sich ausbreiten?
    d) Warum der Versuch, den Islam freizusprechen, wo doch islamische Frauen nichts mehr versuchen, als sich dessen zu erwehren? Und die Zwänge wie in Afghanistan (Frauenschulen etc) keiner weiteren Befragung bedürfen, weil die Opferzahlen für sich sprechen?
    e) Warum nicht ein ausführlicher Artikel über die angestrengten Versuche von Islamistinnen trotz und nicht wegen Koran von den Männern anerkannt zu werden?

  14. Gravatar Icon 14 lysis 20. Februar 2007 um 20:33 Uhr

    in welchen arabischen Staaten wurde befragt?

    Lesen hilft unter Umständen weiter. Die Antwort ist: Marokko, Ägypten, Jordanien und Libanon. Die Umfragen wurden im Rahmen des Arab Human Development Report durchgeführt.

    Und warum nicht “islamische Staaten” ? Afghanistan, Iran, Malaysia, Somalia?

    Weil das keine arabischen Staaten sind.

    Warum wird nicht die strittige Sure angeführt, die es frommen Muslimen erlaubt oder sogar sie dazu verpflichtet, ihre Frau zu schlagen?

    Und warum sollte die bitteschön angeführt werden? Das ist, wie wenn ich hier auf eine Umfrage über die Einstellung der Israelis zum Thema Homosexualität verweisen würde und du mich fragtest, warum ich nicht Levitikus 18,22 und 20,13 zitiere!

    Warum wird nicht erwähnt, dass die radikalsten islamistischen Szenen im “freien Europa” sich ausbreiten?

    Warum sollte ich das erwähnen? Hat das irgendwas mit dem Thema zu tun? Nur jemand, der wie du von Pauschalanklagen lebt, kommt, wenn das Wort „Muslime“ fällt, vom Hundertsten ins Tausendste, von den Taliban in Afghanistan zu den Islamisten in Somalia.

    Warum der Versuch, den Islam freizusprechen, wo doch islamische Frauen nichts mehr versuchen, als sich dessen zu erwehren?

    Das ist eine deiner Wahnvorstellungen, dass muslimische Frauen mit nichts anderem beschäftigt wären, als sich des Islams zu erwehren. Aber dass du es mit Belegen nicht so hast, haben wir ja schon festgestellt. Im Übrigen hab ich hier nirgendwo „den Islam“ verteidigt, schon allein deshalb, weil es „den Islam“ nicht gibt.

    Und die Zwänge wie in Afghanistan (Frauenschulen etc) keiner weiteren Befragung bedürfen, weil die Opferzahlen für sich sprechen?

    Dass die Verhältnisse in Afghanistan nicht repräsentativ sind, weißt du selbst. An der Al-Azhar-Universität z.B. sind die Hälfte der Student_innen Frauen. Wenn du die Auslegung des Islam durch die Taliban kritisieren willst, dann du das halt, aber unterlass gefälligst deine demagogischen Verallgemeinerungen.

    Warum nicht ein ausführlicher Artikel über die angestrengten Versuche von Islamistinnen trotz und nicht wegen Koran von den Männern anerkannt zu werden?

    Welche Artikel ich hier poste, das wirst du wohl noch mir überlassen! Im Übrigen, lies das hier!

  15. Gravatar Icon 15 lysis 20. Februar 2007 um 20:53 Uhr

    PS: Bist du eigentlich schon in dieser Pankower Bürgerwehr?

  16. Gravatar Icon 16 nichtidentisches 27. Februar 2007 um 12:11 Uhr

    Nochmal: Warum wurdenexplizit arabische Staaten und keine islamischen Staaten befragt, und daraus aber etwas über den Islam abgeleitet? „Drecksmär von den “Frauen schlagenden Muslimen”“
    „Weil das keine arabischen Staaten sind.“ Wenn ich etwas über den Islam und sein Verhältnis zu Frauen herausfinden möchte, frage ich also Araber? Wo die doch die kleinere Zahl der Muslime ausmachen?
    Rassismus?

    [quote]

    Warum wird nicht die strittige Sure angeführt, die es frommen Muslimen erlaubt oder sogar sie dazu verpflichtet, ihre Frau zu schlagen?

    Und warum sollte die bitteschön angeführt werden? Das ist, wie wenn ich hier auf eine Umfrage über die Einstellung der Israelis zum Thema Homosexualität verweisen würde und du mich fragtest, warum ich nicht Levitikus 18,22 und 20,13 zitiere![/quote]

    Nochmal: Warum führst du also nicht die strittige Sure an und blamierst dich erneut damit, das mit Levitikus gleichzusetzen und damit vernunftsorientierte Geschichtsreligion mit obligatorischem Literalismus?

    Schön übrigens zu hören, dass in Ägypten 97% das Schlagen von Frauen verurteilen. Eine ähnliche Zahl der Frauen in diesem Land hat FGM erlitten. Aber kein Grund zur Beunruhigung. Solange es den Islam nicht betrifft, ich mein pardon, die Araber, oder wars doch der Islam, hach du bringst mich durcheinander.

  17. Gravatar Icon 17 Nemesis 27. Februar 2007 um 16:07 Uhr

    Wenn der Sack von Ostern über den islamischen Mann schwadroniert:

    Der islamische Mann und sein täglicher Kampf

    http://www.wadinet.de/blog/?p=109#more-109

  18. Gravatar Icon 18 leo 28. Februar 2007 um 14:31 Uhr

    ch, da bin ich aber beruigt, dass es den islamischen Frauen so gut geht…
    Demnächst wird hier noch eine Studie veröffentlicht, die bessagt, dass im Iran keine Homosexuellen gehängt werden, sondern nur in den USA und dass es keinen islamischen Antisemitismus gibt. Gegenteiliges zu behaupten wäre ja schließlich rassisitisch, weil der Islam ja bekanntlich etwas ist, in das man hineingeboren wird. So wie die Hautfarbe oder eine Behinderung.

    Alah u akbah

  19. Gravatar Icon 19 lysis 28. Februar 2007 um 23:52 Uhr

    @leo:

    1. Wie kommst du auf die Idee, dass es allen islamischen Frauen gleich geht? „Die islamische Frau“ gibt es genauso wenig wie „die Jüdin“.

    2. Die Umfrage ist eine Einstellungsuntersuchung, bei der es darum geht, ob die Bevölkerung in vier arabischen Ländern eine Verbesserung der Lage von Frauen unterstützen würde. Über deren tatsächlichen Status ist damit überhaupt nichts gesagt. Die Umfrager vermerken ja auch, dass überdurchschnittlich viele Frauen in diesen Ländern noch immer Analphabetinnen sind. Das Ziel des Arab Human Development Report, für den diese Umfragen durchgeführt wurden, ist es, diese Rückstände zu benennen und für eine Modernisierung der Gesellschaft zu werben.

    3. In keinem der untersuchten Länder ist die Schariʿa strafrechtliche Praxis. Ich weiß also nicht ganz, was dein Verweis auf die Schariʿa soll. Es ist, um nochmal diesen Vergleich zu ziehen, als würdest du im Zusammenhang mit Israel auf die Halakha (das jüdische Recht) verweisen, obwohl die dort, außer in einigen wenigen zivilrechtlichen Belangen — und zwar vor allem was die Frage der Eheschließung angeht —, überhaupt keine staatlich sanktionierte Realität darstellt. Das wäre ja auch furchtbar! ;)

    4. Die Strafrechtspraxis in den USA ist, vor allem was das Sexualstrafrecht angeht, vielfach wesentlich gruseliger (und religiös kontaminierter!) als in den genannten vier arabischen Staaten. Ich verweise nur mal auf diese, diese und diese Story. Und das obwohl die USA, im Unterschied zu Ländern wie Ägypten oder Marokko, nicht nur eine gefestigte Demokratie, sondern auch ein führendes Industrieland ist!

    5. Ja, tatsächlich wird man als Muslim geboren. Ist ja beim Judentum im Grunde genauso. Und klar kann man sich davon auch lossagen. Aber wenn du diese simple Tatsache als Argument dafür heranziehen möchtest, dass es keinen antiislamischen Rassismus gibt, müsstest du umgekehrt auch argumentieren, dass es keinen Antisemitismus geben könne, weil Jüdischsein ja schließlich kein unveränderliches Merkmal wie die Hautfarbe, sondern bloß ein subjektiver Glaube ist, den man jederzeit ablegen kann. Die Absurdität dieses Arguments wird dir jetzt hoffentlich selbst ins Auge springen: De facto kann ein Muslim/Jude machen, was er will: er wird auch dann noch als solcher wahrgenommen werden, wenn er mit seiner Religion überhaupt nichts mehr am Hut hat. Belege dafür liefern postantideutsche Rassisten am laufenden Fließband!

    So, ich hoffe, ein paar deiner Probleme geklärt zu haben. Wenn du noch offene Fragen hast, stehe ich dir immer für eine Klärung bereit! :D

  20. Gravatar Icon 20 lysis 01. März 2007 um 0:28 Uhr

    @nichtidentisches: ich denke, du hast sehr wenig ahnung vom jüdischen recht. dieses ist sehr viel literalistischer als das islamische recht, weil es sich unmittelbar aus der schrift ableitet und daher wenig interpretationsspielräume zulässt. die 613 ge- und verbote der tora bilden den unabänderlichen kern der halakha, und die vernunft wird wesentlich dazu gebraucht, die strafen per analogieschluss auszuweiten, etwa indem auch lesbisches verhalten für verboten (und mit der prügelstrafe ahndbar) erklärt wird, obwohl es in der tora überhaupt nicht erwähnt ist. ich kann darin nichts verteidigenswertes sehen. im gegensatz zu dir bin ich nämlich religionskritiker und kein aufklärungsverräter, der sich eine bestimmte religion schönsäuft, um andere zu dämonisieren.

  21. Gravatar Icon 21 leo 01. März 2007 um 19:46 Uhr

    weil mir die Diskussion eigtl. zu langweilig ist und wir wohl von verschiedenen empirischen Quellen ausgehen, was beispielsweise die Lage von Homosexuellen in Ägypten betrifft, so will ich – anstatt ein paar Seiten Aufsatz, die ich bräuchte, um auf alles von dir gesagte einzugehen – auch nur ganz kurz auf ein paar kleine, aber entscheidende Punkte eingehen:

    Unstritig ist, dass Menschen anderer „Herkunft“ – auch aus arabischen und mehrheitlich islamischen Ländern – in Deutschland massiver rassistischer Heze ausgesetzt sind. Für eine besondere „antiislamische“ Stimmung sehe ich – von ein paar Ausnahmen abgesehen – keine Anzeichen. Es wird wenn dann fälschlicherweise von „Kultur“ geredet – und eben nicht vom Islam.

    Klar, ins Judentum kann man zwar schwer einsteigen – dafür umso leichter wieder aussteigen. Im „modernen“ Antisemitismus interessiert es den Antisemiten nämlich schlicht und ergreifend nicht, ob sich das Objekt seiner Ressentiments selbst als Jude sieht, in die Synagoge geht oder koscher ernährt. Wer Jude ist, bestimmen die Antisemiten. Punkt.
    Dein Beispiel, dass angeblich belegen soll, dass es sich beim „Antiislamismus“ um das selbe Phänomen handelt, verfehlt insofern den Gegenstand deiner Kritik, als dass die Kritik an den genannten Jugendlichen ja aben nicht an deren Aussehen, sondern Verhalten festgemacht wurde.

    und zu deiner debatte mit dem nichtidentischen:
    wer keine ahnung von der geschichte der aufklärung hat, der soll von der geschichte des judentums schweigen.

  22. Gravatar Icon 22 Potter, Harry 01. März 2007 um 20:35 Uhr

    leo, eines hast du dir wirklich sehr gut von deinen AD-Lehrmeistern abgeschaut, dieses getragen vorgetragene „Wer das und das nicht verstanden hat, der soll doch bitte…..“-Gedöhnse, bei dem sich der Sprecher wohl wie ein richtiger Horkheimer vorkommt. Dass damit nichts erklärt ist, ist wieder eine ganz andere Geschichte.

  23. Gravatar Icon 23 lysis 01. März 2007 um 20:54 Uhr

    ähm, lol, den beitrag von leo lass ich jetzt einfach mal so stehen. ;))

  24. Gravatar Icon 24 Carla 11. März 2007 um 11:39 Uhr

    Es ist schade, dass (auch) Du aus der positiven Entwicklung in vier ausgewählten arabischen Ländern am vermeintlichen Gegensatz „Islamische Welt“ vs „Westen“ herumdoktorst, auch wenn es polemisch gemeint ist. Du begibst Dich damit auf das gleiche Fahrwasser mangelnder Trennschärfe wie diejenigen, die Du kritisierst.

    Ich zitiere aus Deinem link zu „Naher und Mittlerer Osten:

    „Die Benachteiligung der Frau blockiert die wirtschaftliche und soziale Entwicklung in der Arabischen Welt – zu diesem Schluss kommt der „Arab Human Development Report 2005″

    Die Bemühungen, diese Benachteilungen zu beseitigen sollten nicht unterschätzt werden, wobei besonders das Engagement von Suzanne Mubarak und Königin Rania eine Erwähnung verdient.

    Ich gebe Dir recht, dass es rassistische Projektionen gibt, die auch das „Schlagen von Frauen“ einbeziehen, auch wenn dieses beim näheren Hinsehen sich als falsch erweist. Diesen Projektionen ist tatsächlich vehement zu widersprechen. Allerdings ist es wirklich nicht hilfreich mit einem Wunderland „Islamische Welt“ zu argumentieren (es gibt Libanesinnen, die darüber auch nur mit dem Kopf schütteln würden), sondern die Unterscheidung liegt zwischen „emanzipiert“ und „reaktionär“. Dort, wo Bedingungen, gleich welcher Natur, einer Emanzipation widersprechen, ist die Kritik anzusetzen, das gilt sowohl für Deutschland auch beispielsweise für Ägypten und Libanon. Die Schwierigkeik, die gerade in den vier untersuchten Staaten an der Tagesordnung ist, ist das Erstarken eben reaktionärer Organisationen, die mit nicht gerade demokratischen Mitteln gebremst werden. Diesen Organisationen läuft die oben genannte positive Entwicklung zuwider, da sie „verwestlicht“ ist. Es bedarf sehr viel Fingerspitzengefühl, um Entwicklungen wie 1978 in Afghanistan zu verhindern, wo die Bemühungen um Emanzipation durch die DVPA zu einem Bürgerkrieg führten.

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