Holger Burner stellt die soziale Frage

Leider eine pure Fiktion, denn in Post-Nazi-Deutschland richten sich Hartz-IV-Proteste noch immer gegen Ausländer und „Fremdarbeiter“ (Lafontaine) und nicht gegen Staat und Kapital — oder auch nur die Bonzenschweine:

(via No Go Area)


35 Antworten auf „Holger Burner stellt die soziale Frage“


  1. Gravatar Icon 1 tee 13. Mai 2007 um 5:07 Uhr

    uiuiui. bekackter stammtischrap und das gar noch visuell bekräftigt.
    da darf auch der stasivergleich nicht fehlen … (moderne stasi!)

    nur zwei dinge verstehe ich nicht:
    wieso hast du das unter „marxism“ eingeordnet? und
    was könnte dieses „m-8″-nummernschild des benz bedeuten?

    und was nogoarea betrifft: ich will ja nicht persönlich werden, aber wer die sowjetunion preist und dann brennessel UND mpunkt verlinkt, also wirklich …

  2. Gravatar Icon 2 dipsy 13. Mai 2007 um 13:04 Uhr

    So eine dümmliche Denunziation hast Du doch echt nicht nötig. Ich hab auf Anti-Hartz-4 noch niemals positive Bezüge auf Lafontaines Fremdarbeiter-Rede mitbekommen – ganz im Gegenteil. Und gegen Bonzen, Staat&Kapital wurde da sehr wohl gehetzt. Also was soll der Quatsch?

  3. Gravatar Icon 3 lysis 13. Mai 2007 um 13:26 Uhr

    [quote comment=“18987″]uiuiui. bekackter stammtischrap und das gar noch visuell bekräftigt.[/quote]

    Wenn das der Stammtisch wäre, hätte ich gar nichts dagegen.

    [quote]da darf auch der stasivergleich nicht fehlen … (moderne stasi!)[/quote]

    Ja und? Meinst du, mit dem Vergleich wird der Stasi unrecht getan?

    [quote]nur zwei dinge verstehe ich nicht:
    wieso hast du das unter „marxism“ eingeordnet? und
    was könnte dieses „m-8″-nummernschild des benz bedeuten?[/quote]

    1. hab ich nicht unendlich viele Kategorien
    und 2. keine Ahnung.

  4. Gravatar Icon 4 Nogochen 13. Mai 2007 um 16:16 Uhr

    Danke für die Blumen Tee, aber ich preise nicht die Sowjetunion. Einen positiven Bezug zum 8. Mai darf man ja wohl herstellen, oder nicht? Und verlinken tue ich alle, die interessant wirken, auch dich, wie du schon bemerkt hast. Weißt schon, offen für alles und so….

    Liebste grüsse, das nogochen

  5. Gravatar Icon 5 Kenneth Star 13. Mai 2007 um 16:37 Uhr

    Mit Hetze gegen „Bonzenschweine“, dipsy, ist auch erstmal nichts gewonnen. So etwas ist eben keine verkürzte Kritik an Staat und Kapital , sondern eben gar keine. Aber dein Kommentar (und lysis‘ Blogeintrag leider auch) ist an der Stelle symptomatisch für eine Linke, die immer noch glaubt wenn die Leute anfangen sich über „die da Oben“ zu beschweren wäre der erste Schritt zu Kapitalismus-Kritik bereits getan.
    Dabei ist eben genau das keine Kapitalismus-Kritik, weil das Ausmachen von Bonzen in dieser Gesellschaft den Gegenstand „Kapitalismus“ erstmal überhaupt nicht trifft.
    Nur um hier nicht in eine Ecke gesteckt zu werden, in die ich nicht gehöre: Deshalb habe ich noch lange kein Mitleid mit dem Personal von Staat und Kapital, die armen Getriebenen als die sie von einer bestimmten Fraktion immer gern dargestellt werden sind sie nämlich auch nicht.

  6. Gravatar Icon 6 dipsy 13. Mai 2007 um 18:40 Uhr

    1.) das mit den Bonzenschweinen war eine Antwort auf lysis, wonach nicht mal sowas vorkam – dem mußte ich wiedersprechen. wie man das wertet ist schritt nr.2
    2.) die durch Nationalismus vermittelte Identifikation mit dem Herrschaftspersonal, denen „da oben“ aufzubrechen, eigene Bedürfnisse befriedigen zu wollen statt sich mit dem Vorankommen der Nation, sichtbar durch den Lebensstandard der Reichen und Mächtigen zufriedenzugeben und sich selbst nicht im vorauseilenden Gehorsam den Autoritäten unterordnen zu wollen ist tatsächlich der erste Schritt zur Kritik an den bestehenden Verhältnissen. Aus rein akademischen Interesse werden die wenigsten Menschen Kapitalismuskritiker.
    3.) daran, dass Menschen massenhaft gegen die Verschlechterung ihrer Lebensbedingungen demonstriert haben, kann ich bis heute nichts schlechtes finden – Lysis, woher kommen Deine negativen Assoziationen?

  7. Gravatar Icon 7 lysis 13. Mai 2007 um 19:22 Uhr

    Lysis, woher kommen Deine negativen Assoziationen?

    Aus meiner Sozialisation in der Arbeiterklasse.

    Ansonsten geb ich dir aber vollkommen recht, dass die Entwicklung von Klassenbewusstsein die Voraussetzung aller Kritik ist!

  8. Gravatar Icon 8 tee 13. Mai 2007 um 23:55 Uhr

    mooooment – worauf bezieht sich nun das „oder auch nur die bonzenschweine“?
    auf „staat und kapital“?
    dann siehst du -lysis- also in bonzenkritik eine abgeschwächte, aber genauso legitime kritik wie gegen staat und kapital. wirklich?
    meine lesart war folgende (und ich fragte mich schon kurz):

    es richten sich hartz-IV-proteste noch immer gegen ausländer und “fremdarbeiter” — oder auch nur die bonzenschweine.

    ich bin auch proletarisch sozialisiert, nebst lehre mit morgendlicher bildlektüre und bonzenhetze in der frühschicht. und zwar mit stammtischlern, die sich von holger burner höchstens in ihrer nicht vorhandenen (angedeuteten) gewaltbereitschaft und pseudoradikalität unterschieden.

    Wenn das der Stammtisch wäre, hätte ich gar nichts dagegen.

    tja, das ist er doch (fast). von bonzenschweinen ist es über standortlogik nicht weit zu den fremdarbeitern bzw. ist das alles mehr eine sosse als gegensätzlichkeiten, die dein „und nicht“ im post suggerieren soll. kürzer als zu staat und kapital. (sonst siehe kenneth)
    warum muss denn eine entwicklung von klassenbewusstsein (die ich auch für unabdingbar halte) über eine feindgenerierung geschehen? geht das nicht anders? ich meine schon …

    Meinst du, mit dem Vergleich wird der Stasi unrecht getan?

    japp.

  9. Gravatar Icon 9 lysis 14. Mai 2007 um 10:49 Uhr

    [quote comment=“19015″]mooooment – worauf bezieht sich nun das „oder auch nur die bonzenschweine“?
    auf „staat und kapital“?
    dann siehst du -lysis- also in bonzenkritik eine abgeschwächte, aber genauso legitime kritik wie gegen staat und kapital. wirklich?[/quote]

    ja. kann nicht jeder aus der arbeiterklasse einen kapitallesekreis absolviert haben.

    [quote]meine lesart war folgende (und ich fragte mich schon kurz):

    es richten sich hartz-IV-proteste noch immer gegen ausländer und “fremdarbeiter” — oder auch nur die bonzenschweine.[/quote]

    da hast du dich verlesen.

    von bonzenschweinen ist es über standortlogik nicht weit zu den fremdarbeitern

    *lol*, die logik musst du mir erst mal erklären! der witz beim rassismus ist doch gerade, dass er sich ein ersatzobjekt sucht für die herrschende klasse, die nicht angegriffen werden soll. statt hass auf „die oben“ — hass auf die, die noch weiter unten stehen als man selbst!

    [quote]

    Meinst du, mit dem Vergleich wird der Stasi unrecht getan?

    japp.[/quote]

    ja, dann entschuldige ich mich bei der stasi.

  10. Gravatar Icon 10 Kenneth Star 14. Mai 2007 um 13:27 Uhr

    @dipsy:

    „die durch Nationalismus vermittelte Identifikation mit dem Herrschaftspersonal, denen “da oben” aufzubrechen, eigene Bedürfnisse befriedigen zu wollen statt sich mit dem Vorankommen der Nation, sichtbar durch den Lebensstandard der Reichen und Mächtigen zufriedenzugeben und sich selbst nicht im vorauseilenden Gehorsam den Autoritäten unterordnen zu wollen ist tatsächlich der erste Schritt zur Kritik an den bestehenden Verhältnissen.“

    Mit der Unzufriedenheit mit dem Staatspersonal und den Agenten des Kapitals geht doch noch gar kein Bruch mit Nationalismus usw. einher. Das ist doch erstmal ne ganz konstruktive Kritik an Herrschaft, nämlich das sie nicht so funktioniert wie ich mir das vorstelle. Der Bruch ist erst an der Stelle gemacht, wo ich weiß das diese Leute nicht (nur, meinetwegen) aus Bösartigkeit ganz andere Interessen haben als ich, sondern das die sich innerhalb dieses Ladens einfach aus der Logik die er uns aufzwingt entgegen stehen.

    @lysis:
    „ja. kann nicht jeder aus der arbeiterklasse einen kapitallesekreis absolviert haben.“

    Ja, warum eigentlich nicht. Es muss ja nicht grad der Kapitallesekreis sein. Aber es gibt in der Geschichte der ArbeiterInnenbewegung genug Beispiele, in denen sich ArbeiterInnen auch theoretisch mit dieser Gesellschaft auseinandergesetzt haben. Und die sind nicht mal so unerfolgreich gewesen. Ihnen erstmal zu unterstellen sie könnten das gar nicht oder hätten da gar kein Interesse dran ist ja wohl auch ein bisschen daneben. Ich kann dir aus meinem persönlichen Umfeld mindestens 10 Leute nennen die wohl als „echte“ ProletariarInnen gelten und die sich damit auseinandergesetzt haben.

    „die logik musst du mir erst mal erklären! der witz beim rassismus ist doch gerade, dass er sich ein ersatzobjekt sucht für die herrschende klasse, die nicht angegriffen werden soll. statt hass auf “die oben” — hass auf die, die noch weiter unten stehen als man selbst!“

    Erinnert mich irgendwie daran:
    „Der entsprechende linke Begriff dafür ist dann „eigentlich“ (oder früher „objektive Interessen“). So ist der Rassismus des deutschen Volkes keine eigentümliche Art und Weise einer gesellschaftlichen Weltanschauung und Handlung, sondern „eigentlich“ eine Reaktion auf seine Nöte und Mißerfolge in der Konkurrenz („Rebellion ist gerechtfertigt“ schrieb ein linksradikaler Zusammenhang zum Pogrom in Mannheim/ Schönau). „Eigentlich“ will es sich gegen die Zumutungen der bürgerlichen Gesellschaft wehren (gut), bedient sich aber, durch „die Herrschenden manipuliert“ und mangels Durchblick, eines falschen Mittels: Rassismus (schlecht). Der Rassismus ist dem deutschen Volk somit nicht „eigentlich“, sondern „eigentlich“ fremd.“

  11. Gravatar Icon 11 lysis 14. Mai 2007 um 13:43 Uhr

    [quote comment=“19031″]Mit der Unzufriedenheit mit dem Staatspersonal und den Agenten des Kapitals geht doch noch gar kein Bruch mit Nationalismus usw. einher.[/quote]

    Es schließt ihn aber auch nicht aus.

    [quote]Das ist doch erstmal ne ganz konstruktive Kritik an Herrschaft, nämlich das sie nicht so funktioniert wie ich mir das vorstelle.[/quote]

    Das ist nun blanker Unsinn. Der Kritik an „den Bonzen“ kann man überhaupt nicht entnehmen, dass man eigentlich nur andere oder bessere Bonzen einsetzen wolle.

    [quote]Der Bruch ist erst an der Stelle gemacht, wo ich weiß das diese Leute nicht (nur, meinetwegen) aus Bösartigkeit ganz andere Interessen haben als ich, sondern das die sich innerhalb dieses Ladens einfach aus der Logik die er uns aufzwingt entgegen stehen.[/quote]

    Das ist doch völlig egal, warum ich die Bonzen enteigne. Hauptsache ich tu’s.

    [quote]@lysis:
    „ja. kann nicht jeder aus der arbeiterklasse einen kapitallesekreis absolviert haben.“

    Ja, warum eigentlich nicht.[/quote]
    Ich versteh gar nicht, warum du das jetzt noch mal anbringst. Wir ham ja schließlich schon an anderer Stelle darüber diskutiert. Die Forderung, man müsste erstmal Kapitalschulungen mit 5 Milliarden Menschen durchführen, bevor man an Revolution überhaupt denken könne, finde ich ehrlich gesagt die beste Ausrede, keine Revolution zu machen, die ich bisher gehört habe!

    [quote]Aber es gibt in der Geschichte der ArbeiterInnenbewegung genug Beispiele, in denen sich ArbeiterInnen auch theoretisch mit dieser Gesellschaft auseinandergesetzt haben. Und die sind nicht mal so unerfolgreich gewesen. Ihnen erstmal zu unterstellen sie könnten das gar nicht oder hätten da gar kein Interesse dran ist ja wohl auch ein bisschen daneben.[/quote]

    Das hab ich überhaupt nicht unterstellt, aber es ist einfach eine Fiktion, darauf zu hoffen, man könne Arbeiter durch Kapitalschulungen massenhaft zu revolutionären Subjekten erziehen. Ich halte eine verkürzte Kapitalismuskritik für völlig ausreichend, um gegen diese Gesellschaft anzustinken. Ich fordere allerdings auch ein, dass die Leute mit ihrem Rassismus brechen. Ansonsten sind sie meine Gegner und nicht diejenigen, mit denen ich den Umsturz organisieren möchte.

    Aber dagegen, dass „reflektierte Kapitalismuskritik“ vor Rassismus schützen würde, sind ja die „Anti“deutschen der beste Beleg!

    [quote]Erinnert mich irgendwie daran:[/quote]
    Ist mir egal, woran dich das erinnert. Ich lass mir nicht Sachen unterschieben, die ich nie gesagt habe. Entweder du kritisierst das, was ich geschrieben habe, oder du lässt es bleiben.

  12. Gravatar Icon 12 Argumentprüfstelle 14. Mai 2007 um 15:39 Uhr

    “die logik musst du mir erst mal erklären! der witz beim rassismus ist doch gerade, dass er sich ein ersatzobjekt sucht für die herrschende klasse, die nicht angegriffen werden soll. statt hass auf “die oben” — hass auf die, die noch weiter unten stehen als man selbst!”

    Mich erinnert das an gar nichts, aber merkwürdig ist es dennoch, weil es sich dem Gegenstand Rassismus selbst gar nicht widmet, sondern etwas psychologisierend („Hass“) einen Grund hinter dem Rassismus sucht --> Hass auf die da oben, der sich gg die unten Bahn bricht. Wie ist das einem Rassismus zu entnehmen? zB bei einem, der sich gg. einen erfolreichen, amerikanischen Kapitalisten richtet? Mir scheint hier ein verkürzter Begriff von Rassismus vorzuliegen.

    Ich stimme aber zu: Aus „Bonzenschweinen“ ist kein Rassismus zu entnehmen, wie soll das auch gehen, wenn man erst einmal die Befindlichkeit ausdrückt, dass es Geschäftsleute mit Geldmacht gibt, die ganz schön viel bestimmen gegen verschiedene Interessen? Dass mit diesen Interessen auch nationale gemeint sein können und so ein Nationalismus unterwegs ist – okay. Aber die Notwendigkeit rass. Argumentation folgt dann daraus auch noch nicht.

  13. Gravatar Icon 13 bikepunk 089 14. Mai 2007 um 16:22 Uhr

    Wieso sollte sich überhaupt irgendwer für Kapitalismuskritk interessieren, wenn er oder sie mit den Verhältnissen zufrieden ist?
    Und Unzufriedenheit drückt auch darin aus, dass mensch sauer ist auf die, die was zu sagen haben.

  14. Gravatar Icon 14 Kenneth Star 14. Mai 2007 um 17:45 Uhr

    „Das ist nun blanker Unsinn. Der Kritik an “den Bonzen” kann man überhaupt nicht entnehmen, dass man eigentlich nur andere oder bessere Bonzen einsetzen wolle.“

    Aber eben auch nicht das Gegenteil!

    „Das ist doch völlig egal, warum ich die Bonzen enteigne. Hauptsache ich tu’s.“

    Als ob das anstünde!

    „Die Forderung, man müsste erstmal Kapitalschulungen mit 5 Milliarden Menschen durchführen, bevor man an Revolution überhaupt denken könne, finde ich ehrlich gesagt die beste Ausrede, keine Revolution zu machen, die ich bisher gehört habe!“

    Ich verstehe überhaupt nicht warum hier ständig die Kapitalschulung in der Diskussion ist. Ich finde einfach ein gewisser Mindeststandard gehört erfüllt, wenn man von Kapitalismus-Kritik redet, nämlich der Gegenstand gehört einfach getroffen. D.h. ich rede eben erstmal nicht von „den Bonzen“, sondern stelle erstmal fest, warum ich in diesem System unter diesen Bedingungen geschädigt werde. Und dazu brauch nun niemand ne Kapitalschulung.
    Der Vorwurf, das alles sei nur eine Ausrede, keine Revolution zu machen geb ich gerne zurück. Ein Sternmarsch auf Heiligendamm mit anschließendem Massengebet am Zaun schafft nun mal auch nicht den Kommunismus her und enteignet kein einziges Bonzenschwein. An der Stelle wird die eigene Schwäche nämlich zur Ausrede gar keine kommunistische Agitation mehr zu machen sondern einfach nur in den verschiedenen Reformbewegungen innerhalb des kapitalistischen Systems herumzuwurschteln.

    Und zum letzten Punkt:
    Der Rassismus dieser Bevölkerung ist wohl kaum Ausdruck der Unzufriedenheit mit den Verhältnissen, wenn du die These aufrechterhalten willst, dann zeig mir mal Untersuchungen nach denen die Unzufriedenen rassistischer sind als der Rest der Bevölkerung. Ich glaube kaum das sich das halten lässt, auch wenn man hier zu Lande den Rassismus gerne den „Jammer-Ossis“ unterschiebt. Ich glaube nämlich nicht, dass z.B. die BeamtInnen der Bundespolizei besonders unzufrieden sind mit den Verhältnissen.

  15. Gravatar Icon 15 lysis 14. Mai 2007 um 17:46 Uhr

    Wie ist das einem Rassismus zu entnehmen? zB bei einem, der sich gg. einen erfolreichen, amerikanischen Kapitalisten richtet? Mir scheint hier ein verkürzter Begriff von Rassismus vorzuliegen.

    Das ist kein sinnvoller Begriff von Rasssismus. Da könnte ich ja genauso Frauenfeindlichkeit, Homophobie oder Antizionismus als Rassismus bezeichnen. Warum das nicht sinnvoll ist? Weil der Gegenstand damit nur noch in einer einzigen, rudimentären Bestimmung erfasst wird, nämlich in der Art von Heitmeyers „gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“. Und das würde ich einen verkürzten Begriff von Rassismus nennen.

    Es ist aber vor allem auch verharmlosend. Kein Amerikaner wird hierzulande zusammengeschlagen, weil er Amerikaner ist. Und das ist nun mal ein kompletter Unterschied zum Umgang mit „Türken“ oder „Schwarzen“. Amerikaner werden vom Rassisten nicht als eine minderwertige oder auch nur andere „Rasse“ betrachtet, es sei denn sie haben eine andere Hautfarbe. Aber dann ist es nicht ihr Amerikanischsein, sondern eben dieses äußere Merkmal, das sie zum Opfer von Rassismus macht.

  16. Gravatar Icon 16 technische Frage 14. Mai 2007 um 17:51 Uhr

    Wenn Rassismus eine Möglichkeit ist, die eigene Unzufriedenheit mit den Verhältnissen zu bewältigen, müßten dann nicht Rassisten bei sonst gleicher sozialer Lage zufriedener sein als Nicht-Rassisten?

  17. Gravatar Icon 17 lysis 14. Mai 2007 um 18:03 Uhr

    [quote comment=“19042″]Ich finde einfach ein gewisser Mindeststandard gehört erfüllt, wenn man von Kapitalismus-Kritik redet, nämlich der Gegenstand gehört einfach getroffen. D.h. ich rede eben erstmal nicht von „den Bonzen“, sondern stelle erstmal fest, warum ich in diesem System unter diesen Bedingungen geschädigt werde.[/quote]

    Weil das System zugunsten der Bonzen (Kapitalisten) eingerichtet ist. You see?

    [quote]Der Vorwurf, das alles sei nur eine Ausrede, keine Revolution zu machen geb ich gerne zurück. Ein Sternmarsch auf Heiligendamm mit anschließendem Massengebet am Zaun schafft nun mal auch nicht den Kommunismus her und enteignet kein einziges Bonzenschwein.[/quote]

    Wie kommst du jetzt auf Heiligendamm? War davon irgendwo die Rede?

    [quote]An der Stelle wird die eigene Schwäche nämlich zur Ausrede gar keine kommunistische Agitation mehr zu machen sondern einfach nur in den verschiedenen Reformbewegungen innerhalb des kapitalistischen Systems herumzuwurschteln.[/quote]

    Wo tu ich das?

  18. Gravatar Icon 18 tee 14. Mai 2007 um 18:10 Uhr

    ja. kann nicht jeder aus der arbeiterklasse einen kapitallesekreis absolviert haben.

    hehe, als ob das soo vonnöten wäre. (siehe kenneth)

    der witz beim rassismus ist doch gerade, dass er sich ein ersatzobjekt sucht für die herrschende klasse, die nicht angegriffen werden soll. statt hass auf “die oben” — hass auf die, die noch weiter unten stehen als man selbst!

    „die nicht angegriffen werden soll“? nicht angegriffen werden kann! aus verschiedensten gründen. (möglichkeit der nutzung des gewaltmonopols z.b.)
    und so wendet sich der „hass auf “die oben”“ dann in den praktischen „hass auf die, die noch weiter unten stehen als man selbst“. bzw. sucht sich der hass eben subjekte an denen er sich ausleben kann.
    ob das nun über verkehrte schuldzuweisungen a la standortlogik (stichwort „fremdarbeiter“) passiert oder anders, ganz egal. es passiert.
    ausserdem ist diese „gute bonzen–schlechte bonzen-logik“ in dem ganzen immanent. und von medien wie anderen bonzen selbst immer wieder bemüht, um den hass nicht absolut werden zu lassen. so werden immer wieder heils- bzw. arbeitsbringende bonzen in ein positives gesellschaftliches licht gerückt und so die möglichkeit der guten herrschaft in die köpfe gepflanzt.

    der kritik an “den bonzen” kann man überhaupt nicht entnehmen, dass man eigentlich nur andere oder bessere bonzen einsetzen wolle.

    der kritik an “den bonzen” kann man das natürlich nicht immer entnehmen, dass man eigentlich nur andere oder bessere bonzen einsetzen wolle. wenn die kritik sich aber nur an den momentan persönlichen (nicht global-gesellschaftlichen) nachteilen sowie „schlechter herrschaft“ festmacht und etwa so lautet:

    ihr zieht uns ab und dann aus bis aufs unterhemd
    für ne stunde meines lebens zahlt ihr hundert cent […]
    ihr müsst gar nicht lang warten, wir ham echt genug
    von korruption, hinterziehung und scheckbetrug

    ja dann sieht wohl auch eine bessere gesellschaft danach dementsprechend aus: wir (die arbeiterklasse) bekommen dann von nichtkorrupten bonzen soviel geld, dass wir uns grad so hose und hemd leisten können. also ähnlich wie heute. es geht uns(!) gut genug, so dass wir uns nicht wirklich auflehnen müssen.

    das ist doch völlig egal, warum ich die bonzen enteigne. hauptsache ich tu’s.

    die herangehensweise ist halt die verkehrte:
    nicht die bonzen enteignen, sondern uns die produktionsmittel aneignen sollten wir! stell dir nur die fabriksbesetzungen vor, bei denen die bonzen erst mal am werkstor aufgeknüpft werden, weil sich der hass dann endlich mal auf die entfalten kann, die ihn ja angeblich verdient haben. und ob die leute dann auf die idee kommen, auf bosse ganz zu verzichten, anstatt die schlechten alten durch bessere, demokratisch gewählte zu ersetzen.

    und zu guter letzt:

    ich halte eine verkürzte kapitalismuskritik für völlig ausreichend, um gegen diese gesellschaft anzustinken.

    ich auch. nur in welche richtung das führen kann, steht auf dem nächsten blatt …

    ps: wieder mal muss ich kenneth grösstenteils zustimmen und noch anmerken, dass lysis hier den begriff des rassismus anführte, wohl für den hass auf fremdarbeiter – dazu dann bitte nochmal lysis‘ rassismus-erklärung lesen.

  19. Gravatar Icon 19 lysis 14. Mai 2007 um 18:19 Uhr

    [quote comment=“19047″]ps: wieder mal muss ich kenneth grösstenteils zustimmen und noch anmerken, dass lysis hier den begriff des rassismus anführte, wohl für den hass auf fremdarbeiter – dazu dann bitte nochmal lysis‘ rassismus-erklärung lesen.[/quote]
    versteh ich jetzt nicht, was du damit sagen willst.

  20. Gravatar Icon 20 tee 14. Mai 2007 um 18:47 Uhr

    deine reaktion auf meine komische „von bonzenschweinen ist es über standortlogik nicht weit zu den fremdarbeitern“-logik war:

    *lol*, die logik musst du mir erst mal erklären! der witz beim rassismus ist doch gerade, dass er sich ein ersatzobjekt sucht für die herrschende klasse, die nicht angegriffen werden soll. statt hass auf “die oben” — hass auf die, die noch weiter unten stehen als man selbst!

    wenn es „eben dieses äußere merkmal [ist], das sie zum opfer von rassismus macht“, dann zählen fremdarbeiter da doch nicht drunter, oder?!
    ergo: nix rassismus – der „hass“ auf fremdarbeiter.

  21. Gravatar Icon 21 lysis 14. Mai 2007 um 19:48 Uhr

    Tut mir leid, ich kapier’s immer noch nicht. Im Übrigen ist „Fremdarbeiter“ ein Nazi-Begriff.

  22. Gravatar Icon 22 tee 14. Mai 2007 um 20:07 Uhr

    na und? denk dir einfach die anführungszeichen und das lafontaine in klammern noch dazu. ich dachte, wenn ich deine argumentation kritisiere, tu ich das auch mit und an ihren begriffen. die nichtkorrekte kennzeichnung tut mir im nachhinein natürlich endlich leid. ich bessere mich.

    als ich die sog. fremdarbeiter dann also auch erwähnte, führtest du (als direkte reaktion darauf) plötzlich den begriff rassismus in die diskussion ein. und ich wollte nur mal darauf hinweisen, dass das (deiner definition zufolge) völlig unpassend war. klick?

  23. Gravatar Icon 23 lysis 14. Mai 2007 um 20:21 Uhr

    häh? ich hab hier nirgendwo eine definition gebracht! das einzige, was ich sagte, ist, dass der brass auf amerikanische firmenbosse kein rassismus ist. das ist, wenn überhaupt, nationalistischer antiamerikanismus. der hass auf polen, „die uns die arbeit wegnehmen“, dagegen schon. ich hab auch nie behauptet, dass sich rassismus nur an der hautfarbe festmacht. wenn schwarze amerikaner zusammengeschlagen werden, aber schon.

  24. Gravatar Icon 24 tee 14. Mai 2007 um 21:15 Uhr

    ok ok, dann war’s eben keine definition.

    ich hab auch nie behauptet, dass sich rassismus nur an der hautfarbe festmacht.

    nur an der hautfarbe? wollte ich dir nicht unterstellen.

    […] es sei denn sie haben eine andere Hautfarbe.

    da kann ich aber schon mal auf die idee kommen, du führst die hautfarbe als zwangscharakteristikum für diesen rassismus an. denn …

    Aber dann ist es nicht ihr Amerikanischsein, sondern eben dieses äußere Merkmal, das sie zum Opfer von Rassismus macht.

    und wie ist das dann beim polnisch („fremdarbeiter“) sein???

  25. Gravatar Icon 25 lysis 14. Mai 2007 um 23:34 Uhr

    das ist die zuschreibung slawe = untermensch. die wird dir vielleicht noch geläufig sein, wenn du dich mal mit dem NS beschäftigt hast. nicht umsonst benutzt lafontaine hier einen begriff aus dem „dritten reich“.

  26. Gravatar Icon 26 lysis 14. Mai 2007 um 23:50 Uhr

    Und was soll jetzt überhaupt diese Psdeudodebatte über Rassismus? Als hätten wir in den letzten Jahren nicht gelernt, dass die „nicht-verkürzten Kapitalismuskritiker“, die sog. „Anti“deutschen, die vor lauter (eingebildeter) Reflektiertheit nicht mehr laufen können, die allergrößten Rassisten von allen sind! In Wirklichkeit besteht überhaupt kein Zusammenhang zwischen dem einen und dem anderen. Ein Rassist ist Rassist, weil er Rassist ist — und weil man ihn lässt. Die jeweilige Begründung, die er sich gibt, ist nachgeschoben. Was soll ich denn an einem nichtverkürzt-kapitalismuskritischen Rassismus besser finden als einem verkürzt-kapitalismuskritischen?

  27. Gravatar Icon 27 tee 14. Mai 2007 um 23:54 Uhr

    ach so (absolut) siehst du das. dann könnten wir uns jetzt nur noch drüber streiten, ob deutschen alltagsrassisten diese zuschreibung auch noch geläufig ist oder ob sie unterbewusst reproduziert wird.

    tun wir aber nicht :)>-

  28. Gravatar Icon 28 lysis 14. Mai 2007 um 23:57 Uhr

    dann könnten wir uns jetzt nur noch drüber streiten, ob deutschen alltagsrassisten diese zuschreibung auch noch geläufig ist

    man sieht’s ja daran, dass sie polen angreifen.

  29. Gravatar Icon 29 bigmouth 15. Mai 2007 um 13:29 Uhr

    „Ein Rassist ist Rassist, weil er Rassist ist — und weil man ihn lässt.“

    vs

    „der witz beim rassismus ist doch gerade, dass er sich ein ersatzobjekt sucht für die herrschende klasse, die nicht angegriffen werden soll. statt hass auf “die oben” — hass auf die, die noch weiter unten stehen als man selbst!“

    meinste, das ist wirklich widerspruchslos?

    und kenneths einwand hätte ich auch gerne beantwortet: müsste es dann nich ne korrelation zwischen unzufriedenheit udn rassismus geben? und dürften dann bonzen keien rassisten sein?

  30. Gravatar Icon 30 Helden Karl 15. Mai 2007 um 19:02 Uhr

    Die Einführung des Begriffs Rassismus bringt durch seine falsche Verwendung die Diskussion durcheinander.

    „Fremdarbeiter“ bringt eine Sorte Kritik zum Ausdruck, die Nationalismus und Rassismus verknüpft. Es ist (nur) EINE FORM des Rassismusses den der Nationalismus ausprägt. Hier werden Eigenschaften an Ausländern „kritisiert“ die dazu führen (sollen) dem nationalen Programm in die Quere zu kommen. Die Eigenschaft heisst „fremd“, also womöglich nicht vertrauenswürdig, subversiv, islamistisch, was weiss ich nicht alles; da ist der Rassismus wirklich nicht wählerisch! So geht er nunmal.

    Federführend bei dieser Sorte Kritik ist aber doch kein Rassismus, sondern zunächst mal die Sorge ums Vaterland, Nationalismus. Jemand der sagt „Fremdarbeiter“, will sie ja nicht gleich umbringen, sondern vielleicht abgeschoben sehen.

    Es gibt ja auch Nationalismen die nicht rassistisch sind – z.B. die Kritik an Super-reiche. Die sind doch auch Schuld, wenn die ihr ganzes Geld aus Deutschland abziehen, und es Deutschland dadurch schlechter geht usw…
    ____________________________________________

    Ach ja: Wer sagt: „Scheiß Bonzen!“ der sagt natürlich nicht „Scheiß Kapitalismus!“, das ist jawohl klar.

  31. Gravatar Icon 31 dipsy 15. Mai 2007 um 20:18 Uhr

    „Ach ja: Wer sagt: “Scheiß Bonzen!” der sagt natürlich nicht “Scheiß Kapitalismus!”, das ist jawohl klar.“

    Komisch, mir kommt Beides gern über die Lippen :)

  32. Gravatar Icon 32 schnecke 30. Mai 2007 um 15:43 Uhr

    Konservative Tugendwächter beenden Burner-Konzert. Kritik an Bonzen und Hartz 4 sei „antisemitsch“…

  33. Gravatar Icon 33 lysis 31. Mai 2007 um 20:33 Uhr

    Der Beitrag ist mittlerweile versteckt. Ich hab ihn aber im Google Cache ausgemacht. Ich schätze mal sehr, dass es sich um ein Fake handelt.

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