Dialektik des Ressentiments

Ralph Giordano macht den Schönhuber, hat aber Angst vor seinen neuen Freunden.


7 Antworten auf „Dialektik des Ressentiments“


  1. Gravatar Icon 1 no-köln 20. Mai 2007 um 19:16 Uhr

    Hier das Interview mit Giordano.

    Ein paar Zitate:

    „Auf dem Wege hierher musste ich einen Anblick ertragen, der meine Ästhetik beschädigt hat – eine von oben bis unten verhüllte Frau, ein menschlicher Pinguin.“

    „Was mich stutzig gemacht hat, ist: Ein solches Großprojekt wird hier mitten in Köln errichtet als Religionsausdruck einer fremden Kultur, und die Bevölkerung wird überhaupt nicht gefragt, ob sie damit einverstanden ist.“

    „Ich will auf deutschen Straßen keiner Burkaverhüllten begegnen.“

    „Sie antworten wie jemand aus einem Kulturkreis, dem die kritische Methode völlig unbekannt ist. Diese Errungenschaft der abendländischen Kultur ist dem Islam total unbekannt.“

    „Der Missbrauch von Kindern ist in der Gesellschaft allgmein geächtet. Das, was Sie Ehrenmorde nennen, kommt dagegen aus der Tiefe Ihrer Kultur.“

  2. Gravatar Icon 2 beaver 21. Mai 2007 um 4:18 Uhr

    Hier ein Text über angeblich für den Islam typische Ehrenmorde und anderen denunziatorischen Rotz.
    Sehr schade, dass Giordano, statt eine allgemeinen Religionskritik aufzumachen, lieber seinen beleidigten Geschmack in Fragen der Ästhetik und seine Vorliebe für unverhüllte Frauen als einen Ausgangspunkt für seine Ablehnung des Islam nimmt. Es macht ihn stutzig, dass die Bevölkerung nicht um ihr Einverständnis zu einem Bauvorhaben befragt wird. Was ihn daran so irritiert, bleibt unklar. Anwohner werden sonst auch nie gefragt, was sie von den städtebaulichen Veränderungen so halten und ob sie denen zustimmen. Atheisten müssen die Gegenwart und das penetrante Gebimmel christlicher Gotteshäuser ja auch aushalten. Und die werden auch nicht gefragt, ob sie den „Religionsausdruck“ einer angeblichen „Kultur“ in ihrer Nachbarschaft wollen. Giordano scheint vielmehr daran gelegen, den Islam als Representation einer „fremden Kultur“, aus deren Tiefe angeblich die „Ehrenmorde“ stammen, darzustellen. Und alles Fremde ist schließlich böse.
    Dass Fremdheit verschwindet, wenn man sich kennenlernt, ist Giordano und den restlichen Kämpfern für „unsere Kultur“ wohl noch nicht in den Sinn gekommen. Schade eigentlich.

  3. Gravatar Icon 3 steff 21. Mai 2007 um 9:22 Uhr

    „Ein solches Großprojekt wird hier mitten in Köln errichtet als Religionsausdruck einer fremden Kultur, und die Bevölkerung wird überhaupt nicht gefragt, ob sie damit einverstanden ist.“

    Man stelle sich einen solchen Satz zum Bau einer Synagoge vor. Der Betreffende würde zu Recht sofort massenhaft Proteste und Vorwürfe einstecken müssen.

  4. Gravatar Icon 4 ascetonym 02. Juni 2007 um 14:09 Uhr

    Giordano hat noch mal nachgelegt, unter anderem so:

    Ich werde auch weiterhin auf meiner kulturellen Selbstbestimmung beharren, auf einer Lebensform, die die meine ist und die in mannigfacher Hinsicht mit der muslimischen nicht übereinstimmt. Und ich will das sagen dürfen, unbehelligt. Ich will sagen dürfen, dass ich auf deutschen Straßen weder Burka noch Tschador begegnen will, so wenig wie Muezzin-Rufe von haushohen Minaretten hören. […] Wo sind wir denn, dass wir uns überlegen müssten, ob unser Tun und Handeln radikalen Muslimen gefällt oder nicht? Wo sind wir denn, dass wir uns in vorauseilendem Gehorsam von religiösen und anderen Fanatikern vorschreiben ließen, was wir sagen dürfen oder nicht? Wo sind wir denn, dass wir in die Knie gehen vor jenen offenbar jederzeit von irgendwelchen hiesigen Imamen abrufbaren islamischen Zorn- und Empörungskollektiven zwischen Kairo und Bali, wie der Streit um die dänischen „Mohammed-Karikaturen“ sie uns vorgeführt hat? Ich bin der Traditionen, Sitten und Gebräuche überdrüssig, die jede Kritik in Beleidigungen umfälschen, selbst aber höchst verschwenderisch mit Verbalinjurien gegen Andersgläubige zur Hand sind.

    Ich wehre mich gegen ein Erpresserpotential, das uns unter islamischer Beobachtung halten will und seine Tentakeln von Zentral- und Vorderasien bis in die Mitte Europas ausgeworfen hat: Wer nicht kuscht, der lebt gefährlich! Soll ich nun schweigen und alle meine erkämpften und erlittenen Kriterien verraten, weil auch mir mit Mord gedroht wurde?

  5. Gravatar Icon 5 Das geprüfte Argument 02. Juni 2007 um 17:53 Uhr

    Sie antworten wie jemand aus einem Kulturkreis, dem die kritische Methode völlig unbekannt ist. Diese Errungenschaft der abendländischen Kultur ist dem Islam total unbekannt. […] Ich wehre mich gegen ein Erpresserpotential, das uns unter islamischer Beobachtung halten will und seine Tentakeln von Zentral- und Vorderasien bis in die Mitte Europas ausgeworfen hat

    Einmal mehr ein Vertreter wie Herr Broder, der seinen (!) Anspruch an die Moslems hier, nämlich dass sie sich Deutsche benehmen, als Mangel der Kritisierten hinstellt. Hinzu kommt, dass ausgerechnet dieser Rächer eines freien Westens mit seinen überlegenen Massenvernichtungswaffen und gut ausgerüsteter Polizei sich als Opfer der Moslems mit ihren „Tentakeln“ geriert. Und wer will schon Opfer sein? Wir? Nie! Was macht man, damit man kein Opfer ist? Man wehrt sich.
    So klingt die ideologische Begleitmelodie eines nationalistischen Hetzers für die Abschiebung nicht-integrierbarer Ausländer und dem Totschlagen für deutsche Interessen am Hindukusch.

  6. Gravatar Icon 6 Das geprüfte Argument 06. Juni 2007 um 13:08 Uhr

    http://jungle-world.com/seiten/2007/23/10077.php

    Eine relativ gute Zusammenfassung, auch wenn die am Schluss durchscheinende Sympathie für den Giordano, der jetzt quasi einen „Fehltritt“ macht, leider die Sache trübt.

    Meint der Jungle-Autor mit guten Interventionen diese Bücher von Giordano, in der er quasi den Alternativ-Nationalismus der Antideutschen vorträgt, dass das Nachkriegsdeutschland ja noch immer nicht genug von den Ideen des NS gesäubert ist; also sowas, was er in „Die zweite Schuld“ oder so vortrug?

  1. 1 Mit demokratischen Nationalismus gegen das Feindbild Islam 2 | Antidemokratische Aktion Pingback am 10. Juni 2007 um 11:51 Uhr

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