Rumpelstilzchen Justus

Selten sind Fanatiker so unterhaltsam wie Justus W., unbestrittener Führer einer Bewegung von Ressentiment-Linken, deren erklärtes Ziel es ist, antirassistische und antisexistische Strukturen platt zu machen. Der Grund? Sie wurden selber mal als Rassisten und Sexisten geoutet, mit den bekannten Folgen, die das noch vor ein paar Jahren in der „Szene“ haben konnte: Verlust der street credibility, Isolation, Partyverbote, manchmal sogar eins in die Fresse. Einige haben diese narzisstische Kränkung nie verwunden. Aber nur wenige, wie Justus W., brachten die Kraft zur konsequenten Vorwärtsverteidigung auf, gar dazu, ein Sammelbecken der Ausgegrenzten und Beleidigten zu gründen, welche es der Linken über das Thema Israel einmal ordentlich heimzahlen würden. Sie nennen sich „die Antideutschen“, und ihr Anführer hat seit geraumer Zeit nichts als Schaum vor dem Mund. Das hört sich dann z.B. so an:

oder so:

und seltsamerweise finde ich es mittlerweile zum Kringeln komisch! Aber das geht offenbar nicht nur mir so! Man muss Justus lediglich ein Mikrofon hinhalten und ihn reden lassen. Blamieren tut er sich und seine Bewegung schon von ganz alleine. :D


135 Antworten auf „Rumpelstilzchen Justus“


  1. Gravatar Icon 1 Tioum 31. Mai 2007 um 3:02 Uhr

    «ihr Anführer hat seit geraumer Zeit nichts als Schaum vor dem Mund.»

    «Und im Kopf» muss hier angefügt werden.
    Im ernst: Der Mann leidet doch wirklich unter fortgeschrittenem Realitätsverlust.

  2. Gravatar Icon 2 preismeier 31. Mai 2007 um 3:10 Uhr

    M.a.W.: Es handelt sich um einen „vollständigen Idioten“ :-)

  3. Gravatar Icon 3 Das geprüfte Argument 31. Mai 2007 um 8:02 Uhr

    Witzig: ein „Recht“ (wer gewährt das eigentlich?) zur Kritik des Kapitalismus hat man nicht, wenn man gegen ihn ist, sondern über ihn hinausweist. Dann braucht man aber auch irgendwie Kenntnis von ihm. Wozu sollte man aber über ihn hinausweisen, wenn man nicht gegen ihn ist…?

    Übrigens am Schluss kommt ja noch die Hetze gegen Chavez und die Schließung dieses venezolanischen Fernsehsenders. Wenn man das mal recherchiert, stellt man fest, dass der dem Sender nur die öffentlichen Frequenzen nicht mehr gewährt. Per Kabel und Satelit sendet dieser Sender noch.

    Wer die Unterhaltungsshows und die nächste Folge der Seifernopern von RCTV nicht verpassen will, muss sich jetzt schleunigst um einen Kabelanschluss oder einen Satellitenempfänger kümmern. Auf diesen Kanälen darf der Sender wie bisher weitermachen – solange es die künftig wohl spärlicheren Werbeeinnahmen hergeben.

    http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2007/0530/politik/0052/index.html

  4. Gravatar Icon 4 l´unkultur 31. Mai 2007 um 11:08 Uhr

    Was ist ein „Rumpelstielzchen“? Das Dimminutiv des „Stiels“ [auch Helm, Halm, Holm oder Schaft] mit einem „Rumpel“ davor? Wtf! Neologismen forever!

  5. Gravatar Icon 5 Nemesis 31. Mai 2007 um 11:50 Uhr

    Habt ihr es bemerkt, Wertjustus Müller hat eine ähnlichen Stimmlage wie Drewermann. Letzter ist natürlich von der Person erhabener, um hier ihm kein Unrecht zu tun.

    Wie ich schon vorher schon geschrieben habe, Justus wird alt und zynisch. Ein alter Sack, dem außer seiner USA und Israel-Religion nichts übriggeblieben ist. Lassen wir ihn dahinsiechen.

  6. Gravatar Icon 6 narodnik 31. Mai 2007 um 13:48 Uhr

    Schluß der „Debatte“ mit sämtlichen Hardcore- und Softcore-Bellizisten! Der Bellizismus ist nicht satisfaktionsfähig. Die Zeit ist überreif, nach dem inhaltlichen auch den formalen Trennungsstrich zu ziehen. Die radikale Linke im deutschsprachigen Raum wird sich auch publizistisch neu formieren müssen, wenn sie je wieder von dieser Seuche loskommen will. Schluß mit allem Liberalismus und aller Duckmäuserei, Schluß mit allem biedermännischen „Verständnis“-Getue gegenüber den antideutschen ideellen Provinzdeppen, von denen die deutsche und österreichische Linke in aller Welt zum Gespött gemacht wird!

    - Robert Kurz (zur antid. Ideologie)

  7. Gravatar Icon 7 lysis 31. Mai 2007 um 14:43 Uhr

    narodnik, es war doch genau umgekehrt: Die Antideutschen (KONKRET, Jungle World) haben den Trennungsstrich zu Robert Kurz gezogen. Seitdem wird er in der Linken nicht mehr debattiert. Du schätzt da die Machtverhältnisse, wenigstens im Bereich der linken Presse, völlig verkehrt ein. Nichtantideutsche Autoren müssen froh sein, wenn sie außerhalb der jW überhaupt noch publizieren dürfen und es ihnen nicht wie Robbie geht! Insofern sind sie überhaupt nicht in der Lage, irgendwelche „formalen Trennungsstriche“ zu ziehen. Also was soll die kraftmeierische Rhetorik?

  8. Gravatar Icon 8 narodnik 31. Mai 2007 um 15:07 Uhr

    In seinem Text „Das Spiel ist aus“ benennt er ja gerade auch den informellen Charakter der antideutschen Ideologie. Von der Jungle World als Softcore-Organ, in welchem so ganz beiläufig amerikanische Irak-Strategien diskutiert werden bis hin zu relativ isolierten Heftchen wie der BaHamas. Also von dem Hardcore-Zeug ist quasi einiges in entschärfter Form durchgesickert: z.B. dieses Gerede vom „deutschen Wesen“ oder die Feindlichkeit gegenüber Massen generell (Hartz IV-Demos als Nazis pauschalisiert etc.). Es ist aber eher so, daß es zwar so aussieht als wären sämtliche Zeitschriften ganz gut durchzogen mit antideutscher Ideologie – in Wirklichkeit trügt der Schein. Hinter den antideutschen Meinungsmachern stehen nicht viele empirische Linke. Die Jungle World ist halt im schlechtesten Sinne pluralistisch. Oben irgendwelche Hetzkampagnen, und im Dossier feinziselierte Analysen von Ernst Lohoff (KRISIS).

  9. Gravatar Icon 9 jadga 31. Mai 2007 um 15:19 Uhr

    „die diversen wertkritischen und sonstwie nationalsozialistischen Gruppen“ =))=))=))

    Mal offtopic: Weiß jemand von euch, wie Interpret und Titel des Tracks im zweiten Audiobeitrag lauten?

  10. Gravatar Icon 10 lysis 31. Mai 2007 um 15:24 Uhr

    Mit jW mein ich die junge Welt. Und die Jungle World ist für mich nur auf der Oberfläche pluralistisch. Nichtantideutsche Autoren dürfen zu den Themen publizieren, bei denen sie die antideutsche Hegemonie nicht in Frage stellen. Ansonsten landet ihr Beitrag zielsicher in der „Disko“-Spalte, wird also sofort wieder relativiert. Aber die durch und durch verlogene Verteidigung einer rassistischen Politikerin wie Ayaan Hirsi Ali zum Beispiel, die in den ganz gewöhnlichen Nachrichten-Ressorts erschien, wurde nie von irgendjemandem relativiert. Antideutsche Beiträge müssen sich also normalerweise keiner Widerrede stellen. Und das ist es, was diese Zeitung zu einer antideutschen macht, so pluralistisch sie sich nach außen, aus rein kommerziellen Interessen, auch geben mag. In Wirklichkeit sind die Machtgewichte klar verteilt.

  11. Gravatar Icon 11 narodnik 31. Mai 2007 um 15:32 Uhr

    In der jW publiziert ja z.B. Franz Schandl (Streifzüge) aufgrund diverser antiimperialistischer Vereinfachungen auch nicht mehr. In der „Freitag“ (www.freitag.de) und dem Blatt „Neues Deutschland“ hingegen tauchen des öfteren Artikel von Robert Kurz mit wertkritischer Stoßrichtung auf.

    Nur hat z.B. in der JW Ernst Lohoff letztens in seinem Beitrag „Gott kriegt die Krise“ jedwede kulturalistische Position innerhalb der Linken scharf attackiert. Siehe hier: http://jungle-world.com/seiten/2006/39/8555.php

    Das steht dann wohl stark im Widerspruch zu anderen Autoren der JW, wie dieser Ivo „Ichliebeisrael“ Bozic.

  12. Gravatar Icon 12 lysis 31. Mai 2007 um 15:37 Uhr

    „Freitag“ und „Neues Deutschland“ haben aber keinen Einfluss auf die radikale Linke — genausowenig wie die als grün identifizierte „taz“.

  13. Gravatar Icon 13 lysis 31. Mai 2007 um 15:42 Uhr

    Ernst Lohoff ist halt der „gute“ Wertkritiker, der den imperialistischen Kurs der Jungle World als linkem Kolonialverein mit nach innen gerichtet antimuslimischer Agenda nie offensiv in Frage gestellt hat. Sein Glück ist, sich von Robbie massiv distanziert, ja mit ihm gebrochen zu haben — wohl nicht zuletzt aufgrund des von dir zitierten Pamphlets, das er, schlau wie er ist, als für die KRISIS schädliche, ja bedrohliche Aufkündigung der konstruktiven Mitarbeit gelesen hat.

  14. Gravatar Icon 14 narodnik 31. Mai 2007 um 15:55 Uhr

    Hehe, das hast du sicher recht. Nur ist es gerade diese Polemik mit Sinn und Verstand, welche ich Kurz zugute reiche. Also kein Larifari-Kurs – immer mit der Angst nicht mehr mitreden zu dürfen im linken Ideologienebel, sondern kritische Distance gegenüber diesen Entwicklungen.

  15. Gravatar Icon 15 rencontre 31. Mai 2007 um 16:01 Uhr

    Das hat doch einen klaren Grund: diesen Zeitungen und Zeitschriften gehen die Autoren aus, da nehmen sie auch mal nicht-genehme. Es gab in den letzten Wochen Jungle-World-Ausgaben, deren redaktionellen Teil fast ausschließlich der Bozic besorgt hat. Und das liegt weniger daran, dass sie ihre Gastautoren völlig pennerhaft behandeln (das tun sie auch), sondern dass sich kaum noch welche finden.

    Dasselbe gilt für Zeitschriften wie die BaHamas: da schreiben heuer drittklassige Provinz-Ralfs wie Jan Gerber oder Mario Möller, die man da früher (wie einst Sören) ausgelacht hätte. In der aktuellen Ausgabe gibts aber dreimal Wertmüller, zweimal Pünjer und um das Heft überhaupt zu füllen, ist man weniger wählerisch als früher und druckt nochmal irgendwelche veralteten Aufrufe.

    Drittes Beispiel: das CEE IEH. Das wird nur noch gebraucht, damit Leute ihre Seminararbeiten drittverwerten können, der Rest ist Szenekack, der selbst die blödesten Szeneleute nervt. Einigermaßen interessante und, was wichtiger ist, inhaltlich stimmige Artikel gab es da schon lange nicht mehr. Lieber bringt man zum zehnten Mal irgendeinen Text, in dem für „bunten Nationalismus“ agitiert oder gegen Antisexismus gehetzt wird (wie in der aktuellen Ausgabe Jan Gerber namens der „AG Antifa Halle“ oder in der vorigen Ausgabe „LFO Demon“ alias Hans-Christian Psaar, der sich sonst ganz gerne in seinem Weblog über Vergewaltigungen lustig macht).

    Da ist es natürlich kein Wunder, dass keine Sau mehr dieses Zeug lesen mag. Der beste Scherz sind dann noch die angeblich „tausenden Bahamas-Leser“, von denen Wertmüller spricht — deren Abonnentenzahlen sind in Wirklichkeit kurz davor, wieder dreistellig zu werden. Und vergleicht man mal mit alten Ausgaben, wird klar, dass auch an Werbeeinnahmen nichts mehr rein kommt.

    Dieser antideutsche Scheiß ist vorbei. Die einschlägigen Leute haben schon längst ihren „turn“ hinter sich (man kann sich ja mal anschauen, was aus einst tonangebenden AD-Gruppen bspw. aus Berlin, Bremen und Leipzig geworden ist), der verbliebene Rest bringt nichts mehr auf die Reihe als dümmliches Gestammel wie das eines N. (Cliff Cosmos).

  16. Gravatar Icon 16 unkultur 31. Mai 2007 um 22:48 Uhr

    Da bleibt nur noch die Frage offen: was macht man mit den verbliebenen Säuen im zweistelligen Bereich, die den Scheiß bzw. Zeugs lesen und nicht zum „turn“ bereit sind? Aber Möchtegern-Agitator recontre hat auch dafür sicher eine Lösung parat. Langweiliges Szenegeschwätz auf dem Niveau der Augsburger Puppenkiste, wo dem Krokodil ganz dolle eins übergebraten wird und das infantile Publikum dazu johlt. Aber wenn’s den Herrschaften Freude bereitet, nur zu.

  17. Gravatar Icon 17 MPunkt 31. Mai 2007 um 22:49 Uhr

    @ Jadga:

    Mal offtopic: Weiß jemand von euch, wie Interpret und Titel des Tracks im zweiten Audiobeitrag lauten?

    Kosheen – Hide U (oder Hide you?). Der Remix mit Wertmüller war übrigens ursprünglich auf dem einem Incipito-Sommerheft beigelegten CD drauf; die Zitate Wertmüllers sind einer Veranstaltung in Leipzig („Kommunismus statt [sic!] Antikapitalismus“) kurz nach dem SPOG-Kongress entnommen.

  18. Gravatar Icon 18 bigmouth 01. Juni 2007 um 1:30 Uhr

    für deinen lookism-artikel solltest du am besten wirklich mit so ner kasper-klatsche gehauen werden

  19. Gravatar Icon 19 Nemesis 01. Juni 2007 um 3:43 Uhr

    Mal eine Frage: Was macht Wertjustus Müller eigentlich beruflich?

  20. Gravatar Icon 20 MPunkt 01. Juni 2007 um 8:20 Uhr

    @ Nemesis: Sowas muss man doch nun wirklich nicht öffentlich outen und völlig irrelevant ist es zudem.

  21. Gravatar Icon 21 rencontre 01. Juni 2007 um 8:41 Uhr

    unkultur, die Antwort ist ganz einfach: ignorieren und sie ab und zu daran erinnern, was für Blödsinn sie anstellen. Das klappt auch jetzt mit dem eh schon zusammengeschrumpften Haufen prima und wäre auch früher gegangen, hätten nicht Leute (wie ich) geglaubt, die Antideutschen betrieben eine unheimlich elaborierte, avantgardistische und hoch-revolutionäre Theoriebildung. Sieht man ja jetzt am Cheftheoretiker himself, was darunter zu verstehen (oder was nach der Übernahme einiger „Basisbanalitäten“ durch die Antifa-Szene noch davon übrig geblieben) ist: die Verachtung für Wursthaare (und das durch jemandem mit solchen hässlichen Locken…)

    Ehrlich, bei solchen Statements wäre ich mir zu meiner AD-Zeit ziemlich verascht vorgekommen. Aber für heutige ADs ist es wohl das einzige, an das sie sich noch klammern können — neben der verfassungsschützerischen Denunziation der Linken als Rechte, der Beliebigkeit des Antisemitismusbegriffs (und das bei der Ablehnung der BaHamas für alles, was „pomo“ ist, tzzz) und dem Kokettieren mit Philosophen, die man überall da anführen kann, wo es die bürgerliche Gesellschaft „nach Auschwitz“ zu loben gilt. Leute mit so einem erbärmlichen politischen Programm, dass sie ihre Wursthaare vermutlich nach innen tragen, diffamieren dann andere als „Elendsgestalten“… „Absurd“, wie bigmouth sagen würde.

    [quote comment=“19955″]für deinen lookism-artikel solltest du am besten wirklich mit so ner kasper-klatsche gehauen werden[/quote]

    du-sollst-fringeli-nicht-mit-psaar-verwechseln (nicht, dass sich da große Unterschiede aufdrängen würden)

    [quote comment=“19956″]Mal eine Frage: Was macht Wertjustus Müller eigentlich beruflich?[/quote]

    Tut zwar nichts zur Sache, aber dem Vernehmen nach hat er tagein, tagaus mit solchen zu tun, die er bei anderen Gelegenheiten als „dreckige Araberfressen“ bezeichnet, die „Moscheemonster“ in die Landschaft pflanzen und sich gegen Israel verschwören in einer Internationale organisieren.

  22. Gravatar Icon 22 l´unkultur 01. Juni 2007 um 9:43 Uhr

    Liebes Bigmouth, statt einsilbiger Wutausbrüche könntest du dich in längeren Sätzen äußern; dann wüßte ich auch, was gemeint ist. Falls du aber außer Denuziation nichts willst – okay.

    Recontre, mit den meisten deiner Aussagen gehe ich d´accord, die meisten der genannten Punkte kommen so hin. Das mit der „verfassungsschützerischen Denuziation von Linken als Rechte“ allerdings nicht. Solches Pauschales Abwatschen gibt es sicherlich (siehe Wertmüller), nur empfehle ich z.B. mal einen Blick auf die aktuellen Artikel der Publikation eines Dr. Gerhard Frey. Riesige Unterschiede zu bestimmten linken Positionen vermag ich da nicht zu entdecken. Und das sich Rechtsradikale besonders perfide tarnen würden um als Linke durchzugehen, darf wohl in den Bereich der Mythen verbannt werden.

    Und wer die Bahamas als ernsthafte politische Zeitschrift und nicht als Unterhaltungslektüre behandelt: =))

  23. Gravatar Icon 23 Nemesis 01. Juni 2007 um 11:32 Uhr

    @MPunkt
    Warum outen? Macht er denn was schlimmes? Es ist doch einfach nur Neugier, was seine Qualifikation ist und was er arbeitet.

  24. Gravatar Icon 24 lysis 01. Juni 2007 um 12:09 Uhr

    Nee, Nemesis, so was gehört nicht thematisiert.

  25. Gravatar Icon 25 MPunkt 01. Juni 2007 um 14:22 Uhr

    @ Nemesis: Es geht doch darum, was Wertmüller politisch macht und nicht um sein Privatleben. Der Aufruf, mal was zu seinem Privatleben zu posten, legt zumindest nahe, dass man ihm wegen seiner politischen Fehler im Privatleben schaden will. Und selbst wenn Du das nicht im Sinn hattest, sondern einfach nur blöde neugierig warst: die Gefahr, dass ein solches Outing unangenehme Konsequenzen im Privatleben hat, ist auch so gegeben. Es sollen ja schon Leute ihre Jobs verloren haben, weil sie bei ihren Ausbeuter angeschwärzt wurden.

  26. Gravatar Icon 26 Kenneth Star 01. Juni 2007 um 14:35 Uhr

    „Und das sich Rechtsradikale besonders perfide tarnen würden um als Linke durchzugehen, darf wohl in den Bereich der Mythen verbannt werden.“

    Stimm ich durchaus zu, nur ist mit dem Finger auf Leute zeigen und sagen „die schreiben ja was der Frey schreibt!“ noch lange kein Argument, sondern nur billige Denunziation. Vorallem wenn nicht mal gesagt wird *was* denn da überhaupt so ähnlich sein soll und nur darauf gesetzt wird das sich die Leser das schon selbst zusammenassozieren.

  27. Gravatar Icon 27 preismeier 01. Juni 2007 um 14:42 Uhr

    @ MPunkt

    Dein Hinweis ist völlig korrekt. Es sollte allerdings nicht unerwähnt bleiben, dass es sich bei den Leuten, an die du vermutlich denkst, nicht um Fanatiker imperialistischen Zuschlagens, sondern um Kommunisten gehandelt hat. Immerhin ein Unterschied „ums Ganze!“ :-)

  28. Gravatar Icon 28 bla 01. Juni 2007 um 14:56 Uhr

    @MPunkt: Glaubst Du denn, der Wertmullah würde zögern, Dich bei Deinem Arbeitgeber, etc. anzuschwärzen? Schließlich bist Du seiner Meinung nach Nationalsozialist und planst den neuen Holocaust! Im Übrigen sollte man solche Leute wie Wertmullah nicht verharmlosen, witzig ist daran gar nichts.

  29. Gravatar Icon 29 l´unkultur 01. Juni 2007 um 15:00 Uhr

    Die Kritik ist berechtigt, ich habe an der Stelle keinen Inhalt geliefert sondern nur gegackert, ich gebe es zu. ;)
    Möchte ich jetzt hier ausführlich auflisten, wer warum und aus welchen falschen Gründen zum Protest in Heiligendamm aufruft? Mir fehlt dazu leider gerade die Zeit.

  30. Gravatar Icon 30 abdel kader 01. Juni 2007 um 15:37 Uhr

    [quote comment=“19960″] Sieht man ja jetzt am Cheftheoretiker himself, was darunter zu verstehen (oder was nach der Übernahme einiger „Basisbanalitäten“ durch die Antifa-Szene noch davon übrig geblieben) ist: die Verachtung für Wursthaare (und das durch jemandem mit solchen hässlichen Locken…)
    [/quote]

    Eigentlich ist es mir ja egal, wie jemand rumläuft, für politische Diskussionen ist es erst recht irrelevant. Dass aber jemand, der enge Hosen und grauenhafte, unförmmige Schlaber-T-Shirts, sowie extrem hässliche Schuhe trägt, jetzt fast alles auf Ästhetik reduziert, ist schon etwas absurd. Wertmüller ist sogar für jemanden in seiner Altersklasse unsäglich schlecht gekleidet. Robert Kurz, Peter Decker oder Gremliza machen vielleicht keine gute, aber jedenfalls eine deutlich bessere Figur (und Frisur) als Justus.

    Verzeihung, dass ich mich mit diesem Kommentar auf Antideutschenniveau herabbegegen musste…

    Das Inhaltliche zum Thema steht hier.

  31. Gravatar Icon 31 Ex-Antideutsch (aber nicht liberal) 01. Juni 2007 um 16:07 Uhr

    @ Abdel:

    Ich tret‘ mal noch nach. Stimme Dir zu. Ergänze aber, dass im Vergleich zu Horst Pankow und Clemens Nachtmann der Wertmüller noch höchst gepflegt herumläuft. Deren Klamotten waren schon in den 80ern scheiße. Von den grauen, fettigen Langhaarfrisuren red‘ i lieber nicht.

  32. Gravatar Icon 32 narodnik 01. Juni 2007 um 18:15 Uhr

    @ unkultur

    Ohja, die Rechte ist gegen „Globalismus“ – turnt antikapitalistisch durch die Gegend und stellt offen die soziale Frage. Zudem tragen Nazis jetzt auch Palästinenser-Tücher und finden Che Guevara als „Held der nationalen Befreiung weltweit“ supercool.

    I. Neben Che Guevara tritt meistens dann noch Rudolf Hess und Konsorten.

    II. Was die machen ist keine Kapitalkritik, sondern staats-nationalistische Standortscheiße. D.h der NATIONALSTAAT soll endlich wieder REGULATOR in der globalisierten Weltökonomie werden. Da dass nunmal nicht so leicht geht, brauchen die dafür nen autoritären Staat der endlich wieder das „Primat der Politik vor der Wirtschaft“ zum Massenprogramm macht.

    III. Die traditionsmarxistische antiimperialistische Linke – welche antizionistisch etc. auftritt ist MARGINAL.

    Interessanter wäre es mal zu hinterfragen, inwiefern die marginalisierte emanzipatorische GEGENKULTUR der Linken zu der beträchtlichen Nazi-Agitation in Teilen Deutschlands beigetragen hat und beiträgt. Man hält denen quasi nicht viel entgegen außer Demo-Blockaden. Es wird kein emanzipatorischer Inhalt mehr bekanntgemacht, welcher an der Basis Chancen hat. Das politische Realitätsprinzip tritt hinter einer stumpfen metaphysischen Verabsolutierung der Massen zurück.

    Anstatt die Krisenideologie der Nazis als kontingente Eigenleistung der Subjekte zu entschleiern und dagegen zu agitieren wird schlichtweg die Differenz zwischen linker Kapitalkritik und rechter Standortberatung verwischt. Und das sollte dann mal unter Globalisierungsbedingungen diskutiert werden und nicht mit dem ewigen „Zweiten Weltkrieg“. Das ist keine Hitler-Bewegung, sondern ein postmoderner Haufen des WHITE TRASH.

    […]

  33. Gravatar Icon 33 elser 01. Juni 2007 um 18:46 Uhr

    Wir lachen herzlich über das was Justus W. da verzapft. Aber es ist ja leider nicht so (wie lysis richtig bemerkt hat), dass genau der selbe Quark nur „softer“ verpackt, jede Woche vielen Linken per Jungle World in die WG-Küche flattert. Dabei finde ich diese Zeitung vom Konzept her toll: Schön bunt, wöchentlich, auch im Bahnhofskiosk in der Provinz erhältlich, „pluralistisch“ linksradikal… Leider sind Leute wie Ivo „Bundeswehr“ Bozic zu schlechte Schreiberlinge, als das sie irgendwann zur „Welt“ abhauen würden…

  34. Gravatar Icon 34 placebo 01. Juni 2007 um 19:09 Uhr

    „Leider sind Leute wie Ivo “Bundeswehr” Bozic zu schlechte Schreiberlinge, als das sie irgendwann zur “Welt” abhauen würden…“

    Dafür machen das deren Leser…

  35. Gravatar Icon 35 difficultiseasy 01. Juni 2007 um 20:01 Uhr

    @abdel kader:
    schepper-krach-schwall-zick-zick-zick-rappel-peng

    verzeihung dass ich mich mit diesem kommentar auf abdel-kader-niveau herabbegeben musste.

    das is hier ja personalisierte antideutschen-kritik auf derb allerhöchstem niveau. schön wie ihr euch an euren hassobjekten abbarbeiten könnt wie nix gutes. alle paar monate mal justus wertmüller bashen, sich derbe freuen wie schlau man is und dann is wieder ruhe im karton? arbeitet ihr euch am kommunismus ab, indem ihr den vorsitzenden der d/kp/d beackert? oder geht das auch mit dem anti-imperialismus, indem man zB den ex-linksruck vorstand und jetzt attac-mitglied so-und-so(name ist entfallen) basht? irgendwie nehmt ihr das n bisl zu persönlich. der thread lässt mich fremdschämen, n bisl.

  36. Gravatar Icon 36 MPunkt 01. Juni 2007 um 22:06 Uhr

    @ Preismeier: Dass Justus Wertmüller ein Liberalo und Imperialismusfan ist, heißt ja noch lange nicht, dass der VS ihn auch als solchen behandelt. Die Antideutschen stehen in dessen Berichten ja immer noch drin (weshalb auch immer).

  37. Gravatar Icon 37 fuck-D 01. Juni 2007 um 22:25 Uhr

    @difficultiseasy: hör Dir das Interview an, dann kannst Du Dich noch mehr schämen. Der Unterschied zu irgendeinem DKP oder Linksruck-Chef ist u.a., dass die keine Vernichtungsphantasien gegen „hässliche“ Linke Zecken und arbeitsscheue Elendsgestalten ausleben – sollten sie das tun wären sie genauso Objekt der Kritik. Außerdem hat mich noch kein DKPist oder Linksrucki als „Nazi“ bezeichnet der an einem „neuen Holocaust“ bastelt – daher z.B. mein persönliches Interesse als böser „Linker“. M.E. sind selbsternannte ADs in der Pflicht, sich von den Wertmüllerschen Schweinereien zu distanzieren – schließlich spricht der im Namen „der Antideutschen“ und nicht „der Linken“.

  38. Gravatar Icon 38 preismeier 01. Juni 2007 um 22:40 Uhr

    @MPunkt

    Das wird schon noch. Man trifft sich ja von Zeit zu Zeit mit CDU/CSU-Promis (Beckstein, Friedman) auf Demos und Kundgebungen und hinsichtlich der Feindbilder besteht ja auch Einigkeit. Insofern braucht man kein Hellseher sein um zu prognostizieren, dass da was „zusammenwächst“.

  39. Gravatar Icon 39 difficultiseasy 01. Juni 2007 um 23:24 Uhr

    @fuck-d:
    pardon? musst du dich von jedem dummfug redendem linken allerorten distanzieren? ich finde den post, auf den sich die diskussion bezieht ja nich blöde, ich kritisiere nur den verlauf der diskussion. da wird sich ja nich gross an dem beitrag wertmüllers abgearbeitet, sondern halt das antiantideutschsein von der leine gelassen. also, lieber mal wieder den kopp zu machen. ich brauch mir den beitrag wertmüllers nich extra anhören um meine tolle (eh vorgefasste) meinung mir bestätigen zu lassen. ich habe hier nun genug zitate von dem menschen gelesen, um mir meinen teil zu ihm zu denken. ich brauchs aber nich total ausleben. ding-dong, es is doch eh wochenende. ich geh dännzen. tu du das doch lieber auch.

  40. Gravatar Icon 40 difficultiseasy 01. Juni 2007 um 23:27 Uhr

    @fuck-d:
    bezieht sich das D in deinem namen auf difficultiseasy? das wäre ja gradezu obszön! was wäre ich doch empört! und grade dein kommentar soll dann der 20.000 kommentar auf lysis blog sein! gratulieren könnte ich dir dann natürlich nicht.

  41. Gravatar Icon 41 Tioum 02. Juni 2007 um 1:14 Uhr

    Wer Justus kritisiert ist Antiimp. Wer Kommunist ist, der krault dem DKP-Vorsitzenden den Bart? Wenn man konkrete Personen kritisiert ist die Personalisierung was ganz böses. Häh? Ich wär gerne mal nen ganzen Tag so Denk- und Merkbefreit.

  42. Gravatar Icon 42 Das geprüfte Argument 02. Juni 2007 um 9:32 Uhr

    nur empfehle ich z.B. mal einen Blick auf die aktuellen Artikel der Publikation eines Dr. Gerhard Frey. Riesige Unterschiede zu bestimmten linken Positionen vermag ich da nicht zu entdecken.

    Ja mensch, weil’s alles Nationalisten sind von Linksradikalen über PDS über die FDP bis DVU. Dann wäre aber in der Tat angebracht diesen Nationalismus sich mal inhaltlich vorzunehmen. Aber das hat bisher noch kein Antideutscher hingekriegt, den Willen zum bürgerlichen Staat aus dem Konkurrenzverhältnis abzuleiten. Mehr als: Die Nazis waren nationalistisch, Linke sind nationalistisch, also sind Linke Nazis kommt doch da nicht, weil Antideutsche die Welt nach NS als Vorurteil durchsortieren. Hätte es den nicht gegeben, wüssten die gar nicht, was in der Welt eigentlich schrecklich wäre.

  43. Gravatar Icon 43 lysis 02. Juni 2007 um 9:44 Uhr

    @difficultiseasy:
    [quote comment=“20004″]und grade dein kommentar soll dann der 20.000 kommentar auf lysis blog sein![/quote]
    Nana! „Im Moment gibt es 341 Beiträge und 2,003 Kommentare“. Der zweitausendste Kommentar warst übrigens du!

  44. Gravatar Icon 44 lysis 02. Juni 2007 um 9:59 Uhr

    Übrigens, schon lustig, dass ausgerechnet Justus mir Hausverbot auf seinen Veranstaltungen erteilt hat, weil ich seinen homophoben Kameraden Horst Pankow, der in der KONKRET offen gegen die Einwanderung von Muslimen agitiert, mal als Neonazi bezeichnet habe! :d

  45. Gravatar Icon 45 difficultiseasy 02. Juni 2007 um 12:53 Uhr

    @lysis:
    wenn ich ganz zärtlich mit dem mauszeigerchen den zeitstempel von fuck-d’s post anfahre, dann steht da „#comment-20000″ ich dachte blogsport zählt die durch. aber wenn ich den 2000. kommentar hier besetzt habe, dann freu ich mich über mich selbst.
    :d:d:d:d:d:d:d:d:d:d:d:d:d:d:d:d:d:d:d:d:d:d:d:d:d:d:d:d:d:d
    @tioum:
    ich wäre auch gerne so denk- und merkbefreit, wie du mich hinstellst. bring mir zwei flaschen whiskey vorbei und ich könnte es werden. aber ohne drogen bin ich genauso schlau und begabt und wunderhübsch wie du! wunderhübsch! wie du! wie du!
    muss ich mich mit deinem kommentar auseinandersetzen?

  46. Gravatar Icon 46 fuck-D 02. Juni 2007 um 14:47 Uhr

    „bezieht sich das D in deinem namen auf difficultiseasy?“

    nö.

  47. Gravatar Icon 47 fuck-D 02. Juni 2007 um 14:55 Uhr

    „pardon? musst du dich von jedem dummfug redendem linken allerorten distanzieren?“

    die forderung kommt zumindest tagtäglich von ad-seite. man solle sich beständig schön brav von alles und jedem distanzieren: von antiimps, lafontaine, pds, dkp, linksruck, „globalisierungsgegnern“, anti-g8-protesten, vegetariern&verganern, tierschützern, friedensbewegten, hartz4-gegnern, dem mob, arbeitslosen, junge welt, chavez usw.
    wenn man das dann nicht schön brav in jedem text alles runterbetet, ist man wieder selbst ein fall für distanzierung. also drehen wir die sache doch mal um…

  48. Gravatar Icon 48 123 02. Juni 2007 um 16:56 Uhr

    Im Interview lobt Justus auch noch Giordano, der z.Z. als Schreibtischtäter die Kölner Nazi-Szene & den moslemhassenden Mob munitioniert. (z.B. hier und hier)

  49. Gravatar Icon 49 abdel kader 02. Juni 2007 um 17:53 Uhr

    [quote comment=“20054″]Übrigens, schon lustig, dass ausgerechnet Justus mir Hausverbot auf seinen Veranstaltungen erteilt hat, weil ich seinen homophoben Kameraden Horst Pankow, der in der KONKRET offen gegen die Einwanderung von Muslimen agitiert, mal als Neonazi bezeichnet habe! :d[/quote]

    Hey, das ist ja voll die Personalisierung von Justus. Strukturell antisemitisch, sich auf eine einzelne Person zu beziehen!
    8-|

  50. Gravatar Icon 50 abdel kader 02. Juni 2007 um 18:08 Uhr

    [quote comment=“19996″]

    das is hier ja personalisierte antideutschen-kritik auf derb allerhöchstem niveau. schön wie ihr euch an euren hassobjekten abbarbeiten könnt wie nix gutes. alle paar monate mal justus wertmüller bashen, sich derbe freuen wie schlau man is und dann is wieder ruhe im karton? arbeitet ihr euch am kommunismus ab, indem ihr den vorsitzenden der d/kp/d beackert? oder geht das auch mit dem anti-imperialismus, indem man zB den ex-linksruck vorstand und jetzt attac-mitglied so-und-so(name ist entfallen) basht? irgendwie nehmt ihr das n bisl zu persönlich. der thread lässt mich fremdschämen, n bisl.[/quote]

    Jetzt lenk nicht von der Kritik an Wertmüller ab (auf Leute, die du nicht mal benennen kannst*), sondern bleib mal bitte beim Thema: Warum hat Justus Wertmüller denn recht und die Kritik ist nicht gerechtfertigt?
    Mal inhaltlich und ohne moralische Vorwürfe.

    *Ich hatte das bereits in der „Debatte“ erwähnt: man kann nicht jede Verschwörungstheorie auf der Welt kommentieren, sonst müsste ich ja jeden Tag über Erich von Däniken, Justus, Gudrun Eussner, Matthias Bröckers usw. usw. bloggen. Das gleiche gilt für Dumme innerhalb der deutschen Linken. Den früheren Bahamasautor und jetzigen Verschwöristen und Antiimp Jürgen Elsäasser habe ich übrigens hier gegen seine Fans kritisiert.
    Es ist kein Argument einzufordern erstmal die Antiimps und Bewegungslinken zu dissen, bevor man sich solch „avantgardistischen Theoretikern“ wie Justus W. zu wenden „darf“.

  51. Gravatar Icon 51 abdel kader 02. Juni 2007 um 18:13 Uhr

    [quote comment=“19996″] arbeitet ihr euch am kommunismus ab, indem ihr den vorsitzenden der d/kp/d beackert? [/quote]

    Ja, allerdings, wenn ich die DKP kritisieren wollen würde, dann würde ich den Unsinn auseinander nehmen, den einer ihrer Kader in der UZ verzapft. Du kannst natürlich auch mit Emnid eine Meinungsumfrage aller Mitglieder durchführen, um der „Personalisierung“ zu entgehen.
    <:-p

  52. Gravatar Icon 52 abdel kader 02. Juni 2007 um 18:19 Uhr

    [quote comment=“19996″] irgendwie nehmt ihr das n bisl zu persönlich. der thread lässt mich fremdschämen, n bisl.[/quote]

    Oh mann, kaum habt ihr (die antideutschen Blogger und Internetdiskutierer) mal ein Wort aufgeschnappt, schon muss man das jetzt in jeder dritten Diskussion lesen…
    Du hast aber in deinem argumentfreien Psychologisieren vergessen, „Wahn“, „Ressentiment“, „Projektion“, „Ödipuskomplex“ und „Analsadistischer Charakter“ zu erwähnen!

    Übrigens ist „ihr nehmt das n bisl zu persönlich“ nicht schon selbst personalisierend? Ist es nicht Konkretionswahn, der sich aus dem Hass auf das Abstrakte (sprich: „die Juden“) speist?
    Denk mal drüber nach!

  53. Gravatar Icon 53 difficultiseasy 02. Juni 2007 um 18:21 Uhr

    @abdel kader: ich habe justus wertmüller nirgends in schutz genommen, noch habe ich behauptet, dass er überhaupt nicht kritisiert werden darf. schalt einfach mal einen gang zurück. ich kritisiere nur die kindische form eurer auseinandersetzung. es scheint halt alles sehr persönlich zu sein. wenns so sein soll, dann machts halt so. ich finde mich albern, wenn ich mich bei sowas erwische. und nochmal für alle anti-antideutschen da draussen: ich habe nichts am artikel auszusetzen.
    und jetzt seid ihr wieder dran, einfach drauf los…

  54. Gravatar Icon 54 difficultiseasy 02. Juni 2007 um 19:15 Uhr

    meine güte abdel, das wird ja immer mehr. rauch lieber mal eine, bevor du so weiterschreibst. ehrlich.

  55. Gravatar Icon 55 difficultiseasy 03. Juni 2007 um 0:00 Uhr

    „die forderung kommt zumindest tagtäglich von ad-seite. man solle sich beständig schön brav von alles und jedem distanzieren: von antiimps, lafontaine, pds, dkp, linksruck, “globalisierungsgegnern”, anti-g8-protesten, vegetariern&verganern, tierschützern, friedensbewegten, hartz4-gegnern, dem mob, arbeitslosen, junge welt, chavez usw.
    wenn man das dann nicht schön brav in jedem text alles runterbetet, ist man wieder selbst ein fall für distanzierung. also drehen wir die sache doch mal um…“

    also das klingt doch leicht wahnhaft.
    (^^hallo abdel, fang das stöckchen.^^) ich distanziere mich übrigens von dir, fuck-d, und mehreren milliarden menschen weltweit.
    wahn frei, hier komm ich!

  56. Gravatar Icon 56 lysis 03. Juni 2007 um 0:23 Uhr

    dass hier über justus w. in persona diskutiert wird, ist doch selbstverständlich. schließlich geht es um ein interview mit ihm, das noch dazu seinen ganz persönlichen wahn dokumentiert.

    allerdings find ich’s quatsch, das, was er sagt, noch irgendwie inhaltlich diskutieren zu wollen. das setzte ja voraus, dass in seinem gerede auch nur ein hauch von argumentativer substanz vorhanden wäre. aber jemand, der sagt, dass er dreadlocks hässlich findet und der radikalen linken daraus einen vorwurf strickt, dem kann man bestenfalls erwidern, dass er selber in ziemlich geschmacklosen C&A-klamotten rumläuft. aber wer will sich schon auf eine solche flachwichser-ebene einlassen?

    das würde auch an dem grundlegenden eindruck vorbeigehen, den dieses interview hinterlässt: da redet einer völlig irrationales zeug, das nur durch freie assoziation zusammengehalten wird, und zwar entweder weil er im laufe der jahre zum wirrkopf geworden ist, wie der moderator vermutet, oder weil er sich mittlerweile in der rolle eines demagogen gefällt, dem man aufgrund seines charismas selbst noch das allerdümmste geschwätz unbesehen aus der hand frisst. und tatsächlich scheint es ja leute zu geben, die sich an der blödsinnigkeit seiner argumente („die linke ist hässlich gekleidet, trägt wursthaare und will die juden vernichten“) überhaupt nicht mehr stören, offenbar weil es ihnen allein um die liebe zu ihrem führer geht. was will man dazu noch sagen? bin ich etwa freud? weiß ich, warum sich junge männer in einen hetzer verlieben und bei seinen jagdreden einen orgasmus kriegen? nein, ich weiß nur, dass ich solche leute nicht mag.

  57. Gravatar Icon 57 unkultur 03. Juni 2007 um 12:22 Uhr

    Lysis, du Freak! Unter nem Nazi-Vergleich machst du’s auch nicht mehr. Mal abrüsten, bitte.

  58. Gravatar Icon 58 lysis 03. Juni 2007 um 17:00 Uhr

    Wo ist da der Nazivergleich?

    „Charisma“, „Führer“, „Demagoge“ — das sind Grundbegriffe der Soziologie Max Webers, die dieser benutzte, als es die Nazis noch überhaupt nicht gab. Was kann ich dafür, dass du dich da gleich an die Massenpsychologie des deutschen Faschismus erinnert fühlst? :-"

  59. Gravatar Icon 59 cliff 04. Juni 2007 um 15:54 Uhr

    Ach lysis, mach dir doch keine Sorgen, in meinem Herzen ist Platz genug, auch für dich…:*

  60. Gravatar Icon 60 Danny O. 04. Juni 2007 um 17:42 Uhr

    [quote comment=“19947″]Das hat doch einen klaren Grund: diesen Zeitungen und Zeitschriften gehen die Autoren aus, da nehmen sie auch mal nicht-genehme. Es gab in den letzten Wochen Jungle-World-Ausgaben, deren redaktionellen Teil fast ausschließlich der Bozic besorgt hat. Und das liegt weniger daran, dass sie ihre Gastautoren völlig pennerhaft behandeln (das tun sie auch), sondern dass sich kaum noch welche finden.
    [/quote]

    mein sächselnder freund hat ja so recht.

    [quote comment=“19995″]“Leider sind Leute wie Ivo “Bundeswehr” Bozic zu schlechte Schreiberlinge, als das sie irgendwann zur “Welt” abhauen würden…“

    Dafür machen das deren Leser…[/quote]

    das kann ich aus eigener erfahrung bestätigen.

  61. Gravatar Icon 61 06. Juni 2007 um 1:48 Uhr

    Ähm, Leute? Kriegt ihr eigentlich mit, wer hier Argumente auftischt und wer nicht? Neben Wertmüller selbst ist das hier ungefähr der Herr oder die Dame „Das Geprüfte Argument“. Über das Ding mit dem Radiosender kann man sich unterhalten, ja. Und über die Passage mit dem „Recht, den Kapitalismus zu kritisieren“ hätte Wertmüller besser vorher ein bisschen besser nachgedacht. Aber sein Gedanke an dieser Stelle ist einfach mal ein Vernünftiger. Ich kam hier hin und dachte, au ja, mal wieder meine Vorurteile über Wertmüller bestätigen lassen. Aber dieses Radiointerview ist mal sauber einer seiner sortiertesten Momente, und es macht auch mir als nicht-antideutschem ziemliches Vergnügen, zuzuhören. Während der Interviewer doch komplett abloost. Seine Fragen sind so unbegrifflich und bewegungsfetischisiert wie nur irgendwas.
    Wollt ihr hier Vorurteile abfeiern, ohne drauf zu hören, was gesagt wird oder wollt ihr Argumente auf ihren Gehalt überprüfen? Dann hört nochmal hin, wenn Wertmüller die völkischen Tendenzen in der Heiligendammscheiße und der Linken als das benennt, was sie sind. Der Schluss, den er zieht, ist diskutabel: bezieht man sich auf „die Linke“ und meint sich selbst damit und kritisiert die anderen, oder bezieht man sich eben nicht mehr darauf und wünscht der Bewegung ein baldiges Ende — das läuft ungefähr aufs gleiche hinaus.
    Ich versteh nicht recht, was hier läuft. Die Bahamas hat in den letzten Jahren viel Scheiße gebaut, aber macht Euch doch bitte nicht aus Szeneverhärtungen gegen richtige Gedanken immun, meine Fresse. Diese Angewohnheit gehört mal echt auch zu den ätzendsten der Linken. Zum Remixen könnt ihr auch Chavez, Stoiber oder Schröder nehmen. Das bringt zwar nicht so nen spezifischen Distinktionsgewinn ein, aber dafür nen Orden am Zaun von Heiligendamm.

  62. Gravatar Icon 62 che2001 06. Juni 2007 um 9:08 Uhr

    @“Die Antideutschen (KONKRET, Jungle World) haben den Trennungsstrich zu Robert Kurz gezogen. Seitdem wird er in der Linken nicht mehr debattiert. Du schätzt da die Machtverhältnisse, wenigstens im Bereich der linken Presse, völlig verkehrt ein. Nichtantideutsche Autoren müssen froh sein, wenn sie außerhalb der jW überhaupt noch publizieren dürfen und es ihnen nicht wie Robbie geht!“ --- Na, das ist aber eine eingeschränkte Sicht von „der Linken“. In der Linken, die ich so kenne und der ich mich irgendwo immer noch zugehörig fühle, wird er höchstens deshalb nicht mehr diskutiert, weil er zu aktions- und bewegungsfern ist, daher diskutiert man lieber Karl-Heinz-Roth und Detlef Hartmann. Linke Presse gibt es auch jenseits von JW und antideutschen Blättern, von Neues Deutschland und Freitag über Le Monde Diplomatique bis zu Arranca!, Wildcat, Wildcat-Zirkular (meinethalben auch lettre international und Ästhetik und Kommunikation), den Materialien und Prokla. Blätter wie die Bahamas und selbst die Phase 2 wurden hingegen selbst von den meisten linken Szene-Buchläden schon vor ein paar Jahren abbestellt.

  63. Gravatar Icon 63 DJ MixMax 06. Juni 2007 um 11:13 Uhr

    Hier der ultimative hit: Justus in the House von DJ MixMax

  64. Gravatar Icon 64 lysis 06. Juni 2007 um 11:41 Uhr

    [quote comment=“20191″]und es macht auch mir als nicht-antideutschem ziemliches Vergnügen, zuzuhören.[/quote]

    Ja, das macht es mir auch. Und zwar weil man so einen gequirlten Schwachsinn selten zu hören bekommt!

  65. Gravatar Icon 65 lysis 06. Juni 2007 um 11:46 Uhr

    [quote comment=“20210″]--- Na, das ist aber eine eingeschränkte Sicht von „der Linken“. In der Linken, die ich so kenne und der ich mich irgendwo immer noch zugehörig fühle, wird er höchstens deshalb nicht mehr diskutiert, weil er zu aktions- und bewegungsfern ist, daher diskutiert man lieber Karl-Heinz-Roth und Detlef Hartmann. Linke Presse gibt es auch jenseits von JW und antideutschen Blättern, von Neues Deutschland und Freitag über Le Monde Diplomatique bis zu Arranca!, Wildcat, Wildcat-Zirkular (meinethalben auch lettre international und Ästhetik und Kommunikation), den Materialien und Prokla. Blätter wie die Bahamas und selbst die Phase 2 wurden hingegen selbst von den meisten linken Szene-Buchläden schon vor ein paar Jahren abbestellt.[/quote]
    Mmh, komischerweise scheint diese Art von Linke im Internet ziemlich absent zu sein. Man sieht sie weder auf Blogsport (wo immerhin mehrere Hundert linke Blogs gehostet werden), man hat sie damals auf X-berg.de nicht gesehen, und im Kommunistischen Forum hat von denen auch nie jemand was gepostet. Mit einem Wort: sie sind für mich unsichtbar!

  66. Gravatar Icon 66 MPunkt 06. Juni 2007 um 12:09 Uhr

    @ Hü: Ehrlich gesagt konnte ich in Wertmüllers Interview kein Argument entdecken, also weiß ich auch nicht, was ich da widerlegen sollte. Wenn Du welche entdeckt hast, schreibe die doch bitte hier kurz rein. Selbst wo er inhaltlich wird, also nicht nur damit nach Anerkennung heischt, wie cool er ist und wie uncool die Linken sind, bietet er doch lediglich Skandalisierungen. Die Linken wären gegen Reichtum, die Linken wären völkisch etc. Und dann kommt eben gar nichts, was daran der Fehler wäre, sondern nur so ein Nullargument, wie, dass sie damit von den Faschisten „kaum mehr zu unterscheiden wären“. Statt also deren Inhalte mit Argumenten zu kritisieren, werden diese von Wertmüller lediglich damit blamiert, dass sie moralisch dem Unwerturteil „faschistisch“ zugeordnet werden.

    P.S.: Klar taugt auch der Moderator inhaltlich nix. Nicht nur, weil er auch noch stolz darauf ist, in was für einem „heterogenen Haufen“ er Mitglied ist, also in einem Verein, bei dem die Mitmacher noch nicht einmal selbst die Gemeinsamkeit sagen können, wegen der sie zusammenarbeiten, sondern auch, weil er gegen Wertmüller diese seltsame Mischung aus Erfolgsargument und Szeneexkommunikationsdrohung bringt („du isolierst Dich mit Deinen Positionen“), statt Argumente von ihm einzufordern und denen ggf. Gegenargumente entgegenzusetzen. Nur die Argumentfreiheit des Moderators ändert doch gar nichts an der Argumentfreiheit von Wertmüller.

  67. Gravatar Icon 67 che2001 06. Juni 2007 um 12:28 Uhr

    „Diskutiert“ heißt, man sitzt in einem Raum zusammen und redet miteinander. Der größere Teil meiner alten GenossInnen weiß nicht einmal, dass es eine Bloggosphäre gibt, die es wissen, halten im Allgemeinen Bloggen für Zeitverschwendung bzw. können sich gar nicht vorstellen, dass jemand Zeit zum Bloggen hätte. Da stößt mam mitunter sogar auf die Meinung „Im Internet gibt es nur das, was auch gedruckt vorliegt, also brauch ich mich damit nicht zu befassen.“ Online-Präsenzen aus diesem Spektrum sind

    http://www.nadir.org/nadir/

    http://www.materialien.org/istneu.html

    http://www.puk.de/

    http://www.medea.be/

    http://no-racism.ne

    http://www.iisg.nl/~id/

    Was an politischen Diskussionen durch die Bloggosphäre wogt, bildet in keiner Weise ab, was in der echten Wirklichkeit offline los ist. Würde man die Blogger-Realität auf die Welt da draußen übertragen, wäre die FDP eine Partei von Hayekianern mit Nähe zu Bush und Rice, während JU und RCDS mit Antideutschen Bündnisse gegen Muslime betrieben und bestünde die linke Szene quasi nur aus Antideutschen und Antiimperialisten. Was letztere angeht: Es ist ein Treppenwitz, dass online von antideutscher und diesen nahestehender Seite ständig Antiimps gedisst werden, während es im real life die Antiimps als politische Bewegung seit mehr als 10 Jahren nicht mehr gibt.

  68. Gravatar Icon 68 Neoprene 06. Juni 2007 um 12:42 Uhr

    Selbst wenn mittlerweile doch mehr Linke wissen, daß man auch im virtuellen Second Life diskutieren könnte, so gibt es doch reihenweise mehr oder weniger Linke, die das partout nicht wollen. Selbst Organisationen haben sich manchmal lange gegen eine eigene Webpräsenz gewehrt, wo das doch jeder kleine Kommerzladen sich schon ewig hat aufschwatzen lassen. Per Webbrowser kommt man jedenfalls an ganze „Heerscharen“ von ansonsten ansatzweise diskussionsbereiten Leuten überhaupt nicht ran. Das wird sich so schnell wohl auch nicht ändern. Und selbst „hier“ ist ja eine halbwegs ernste Abarbeitung aneinander eher die Ausnahme als die Regel.

  69. Gravatar Icon 69 lysis 06. Juni 2007 um 13:00 Uhr

    [quote post=“413″]Es ist ein Treppenwitz, dass online von antideutscher und diesen nahestehender Seite ständig Antiimps gedisst werden, während es im real life die Antiimps als politische Bewegung seit mehr als 10 Jahren nicht mehr gibt.[/quote]

    Ja, die gibt es auch im Internet nicht — sieht man mal von diesen Politblog-Spinnern ab, bei denen ich nicht weiß, ob es Rechte oder Linke sind.

    Allerdings bin ich mir im Offline-Bereich da nicht so sicher. Oder wie sortierst du „Antiimperialista“ und die junge Welt ein?

  70. Gravatar Icon 70 lysis 06. Juni 2007 um 13:07 Uhr

    Neoprene: Die Frage ist doch nicht nur, ob er ein Argument gegen die von ihm konstruierten Positionen hat, sondern auch, ob diese Positionen irgendwas mit den in der Linken real vorhandenen Auffassungen zu tun haben. Ein Wandspruch in Kreuzberg ist dafür wohl kaum ein ausreichender Beleg. Im Allgemeinen würde ich behaupten, dass Wertmüller wie ein Don Quixote gegen seine eigenen Wahnbilder anstürmt — was das Ganze ja so ungeheuer lustig macht.

  71. Gravatar Icon 71 che2001 06. Juni 2007 um 13:37 Uhr

    Antiimperialist ist nicht gleich Antiimp. Diese exklusive Abkürzung steht für Leute, die folgendes Weltbild vertraten: Der Klassenwiderspruch habe einen geostrategischen Charakter angenommen. Da die Bevölkerung der ersten Welt insgesamt von der Ausbeutung des Trikont lebe, sei auch das metropolitane Proletariat objektiv eine das trikontinentale Proletariat ausbeutende Klasse. Revolution könne daher nur von den drei Kontinenten Afrika, Asien (ohne UDDSR/Russland, China und Japan) und Südamerika ausgehen. Die Aufgabe der Linken sei es daher, Aufstände in den drei Kontinenten bzw. bestimmte Geurrillabewegungen (Tupamaros, Frente Polisario, PFLP, PKK, Volksfedayin Irans Minderheitsfraktion) zu unterstützen oder gegen an der Ausbeutung der drei Kontinente besonders beteiligte Firmen oder den militärisch-industriellen Komplex in den Metropolen vorzugehen, was von Engagement in der Friedensbewegung bis zum bewaffneten Kampf in der RAF reichen könne. Der bewaffnete oder jedenfalls militante Kampf wurde hierbei meist als höherwertig gegenüber friedlichem Engagement angesehen und als „zur Front kommen“ bezeichnet. Mit dem Verschwinden der RAF hörte auch die Antiimpszene auf zu existieren.

  72. Gravatar Icon 72 che2001 06. Juni 2007 um 13:57 Uhr

    Nachtrag: Antimperialista kenne ich kaum, und die Junge Welt würde ich als eine etwas linkere taz mit besonderer Nähe zu Ossi-Befindlichkeiten bezeichnen, die allerdings ab und an Neostalinisten und kruden Antizionisten Druckraum zur Verfügung stellt.

  73. Gravatar Icon 73 abdel kader 06. Juni 2007 um 15:54 Uhr

    [quote comment=“20191″]Die Bahamas hat in den letzten Jahren viel Scheiße gebaut, aber macht Euch doch bitte nicht aus Szeneverhärtungen gegen richtige Gedanken immun, meine Fresse. Diese Angewohnheit gehört mal echt auch zu den ätzendsten der Linken. Zum Remixen könnt ihr auch Chavez, Stoiber oder Schröder nehmen. Das bringt zwar nicht so nen spezifischen Distinktionsgewinn ein, aber dafür nen Orden am Zaun von Heiligendamm.[/quote]

    Ich bin absolut kein Fan der „globalisierungskritischen“ Bewegung, aber in Wertmüllers Interview gibt es keinen einzigen richtigen Satz dazu.
    Ich verstehe nicht, warum Leute wie difficultiseasy und du sich so über das Lustigmachen über Wertmüller empören, obwohl ihr zugebt, dass das Interview wohl nicht so gelungen ist.
    Wozu der ständige Einwurf, man solle sich erst mit anderen Knallköpfen (Stoiber et al.) beschäftigen?
    Fühlst du dich in deiner Identität gekratzt?

  74. Gravatar Icon 74 che2001 06. Juni 2007 um 16:32 Uhr

    Remixen, Distinktionsgewinn, ja sind wir hier denn in der Disco? Poplinke und Mc Antifa? Als alter Bordieu-Schüler ist mir das Distinktive ja grundsätzlich verdächtig. Ich hatte mir hierzu vor geraumer Zeit schon Gedanken gemacht und wäre ganz dankbar, da mal eine fremde Meining zu zu lesen:

    http://che2001.blogger.de/stories/764866/

  75. Gravatar Icon 75 difficultiseasy 06. Juni 2007 um 18:47 Uhr

    ich empöre mich ja nich über das lustigmachen. ich finds ja gerechtfertigt. aber es ist halt ein bisl peinlich, wie einige hier ihre geistigen innereien in den anti-antideutschen wind hängen. aber macht halt weiter so:
    wertmüller-bashing -> „chrarrgh, die antideutschen, allesamt so schlimm und der justus eh, wie der da ma… hach, nich wahr *aufdieschulterklopfweilschonimmergewusst*, chruffz“
    kein problem damit, ich wollt nur mal drauf hinweisen. tut mir leid, wenn ich hier wieder auf difficultiseasy-niveau rummeckere.

  76. Gravatar Icon 76 SM 06. Juni 2007 um 19:56 Uhr

    schräg. wirklich schräg.
    waren die AD nicht mal angetreten um mit dem Hang der Linken zu Verschwörungstheorien aufzuräumen?
    und jetzt kommt dieser Herr wurstmüller und will uns was von einem kleinen Grüppchen „Linksintellektueller“ erzählen, die angeblich aus dem hintergrund die Welt manipuliert. Das erzählt dir die npd auch nicht anders, nur da sind die Linksintellektuellen halt noch dazu Juden. Aber wenn ichs mir so überleg, dann meint Wertmüller ja wahrscheinlich eh leute wie chomsky oder butler. Juden. Ist Wertmüller antisemit?

  77. Gravatar Icon 77 che2001 06. Juni 2007 um 20:58 Uhr

    Ich möchte auch wirklich nicht alle Antideutschen über einen Leisten schlagen. Wertmüller und Grigat sind da schon ein besonderes Kaliber.

  78. Gravatar Icon 78 lysis 06. Juni 2007 um 22:47 Uhr

    Ach, man kann sich auch zu Tode differenzieren!

  79. Gravatar Icon 79 bigmouth 07. Juni 2007 um 2:54 Uhr

    ist mir noch nicht passiert

  80. Gravatar Icon 80 che2001 07. Juni 2007 um 9:28 Uhr

    Im Übrigen sollte man vielleicht an Narodniks Überlegungen zur Nicht-Mehr-Integrationskraft linker Alltagskultur, White Scum etc. anknüpfen. Wildcat hatte das ja schon 1991 in der Ausgabe „Riots von rechts?“ versucht und war damals von fast der gesamten Linken ignoriet worden, obwohl das für die Linke möglicherweise die wichtigste Frage ist.

  81. Gravatar Icon 81 SM 07. Juni 2007 um 13:03 Uhr

    übrigens: „Bluetooth der Judenvernichtung“?

    :d

  82. Gravatar Icon 82 che2001 07. Juni 2007 um 18:16 Uhr

    Das „Bluttuch der Judenvernichtung“, die Kufayah, ist eigentlich kurdischen Ursprungs. Außer Palis, Kurden, Linksradikalen und den sog. Black Block Nazis tragen das auch noch Biker und Bergsteiger. Bilden die jetzt alle miteinander die grooooßee antizionistische Weltverschwörung?

    Mal abgesehen davon, dass die Fatah und PFLP, besonders Leila Khaled und Yassir Arafat haben das Tuch ja populär gemacht, nicht die Betreiber von Auschwitz, Treblinka, Majdanek, Sobibor und Chelmno waren, und die SS-Mannschaften keine schwarz-weiß gewürfelten Tücher trugen. Auch Personal der PKK wurde dort nicht eingesetzt. Wertmullah scheint sowas ja zu denken.

  83. Gravatar Icon 83 SM 07. Juni 2007 um 20:31 Uhr

    sind nike-Schuhe dann die Blutschuhe der Kinderausbeutung?

  84. Gravatar Icon 84 DJ MixMax 10. Juni 2007 um 18:57 Uhr
  85. Gravatar Icon 85 svea 15. Juni 2007 um 18:39 Uhr

    :d:d:d:d:d:d:d:d:d:d:d

  86. Gravatar Icon 86 bikepunk 089 16. Juni 2007 um 15:57 Uhr

    Nochmal zur Frage, wer aus der radikalen Linken und Anhängseln in der Bloggosphäre repräsentiert ist: Aus meiner Warte, haufenweise Antideutsche und Nachwuchsantideutsche sowie ein paar GSPler von denen die meisten nur GSP Veranstaltungen und Texte bewerben. Andere inhaltliche Ausrichtungen sind vergleichsweise marginal. Berlin scheint die meisten Blogger_innen zu diesen Themen hervorzubringen. Ein definitives Städteranking will ich jetzt nicht versuchen, aber ausser mir weiss ich grad nur einen linken Politblog aus München.

    Damit sind bestimmte Themen (z.B.: was so in der Wildcat behandelt wird) in der Bloggosphäre nicht präsent, und diese ist damit für bestimmte Leute (z.B.: Wildcat Leser_innen) nicht so interessant.

    Bloggen hat auch etwas sehr individualisiertes, beliebiges – ist auch nicht jedermenschs Geschmack von politischer Diskussion.

  87. Gravatar Icon 87 che2001 17. Juni 2007 um 12:05 Uhr

    Und ich kann mit dem Kürzel GSP schon nichts mehr anfangen. Und in meiner Wahrnehmung der linken Szene werden Antideutsche gemeinhin als Spinner betrachtet, die kein Mensch ernst nimmt, bzw. mit Vereinen wie der KPD/ML verglichen (die nach dem Peking-Besuch von Franz Josef Strauß plötzlich von einem Bündnis mit der CSU faselte), und auch schon mal Überlegungen angestellt, ob Gremliza Geld vom AEI oder der CIA bezieht. Nicht, dass ich mich diesen Überlegungen anschließe, aber DAS würde ich als linken Mainstream bezeichnen.

  88. Gravatar Icon 88 lysis 17. Juni 2007 um 12:28 Uhr

    Nicht, dass ich mich diesen Überlegungen anschließe, aber DAS würde ich als linken Mainstream bezeichnen.

    Naja, das ist ja nun mindestens genauso subjektiv gefärbt wie meine Wahrnehmung. Publizistisch sind die „Anti“deutschen in der Linken tonangebend. Zwei der drei größten „linksradikalen“ Printmedien sind in ihrer Hand. Das ist ja nun nicht gerade wenig. Und auch was die Antifa angeht, das letzte große Bewegungsfeld, ist diese Strömung mehr oder weniger hegemonial.

    Aber ich kann mir vorstellen, dass man, wenn man z.B. in Hamburg lebt, wo ältere autonome Strukturen noch intakt sind, nicht allzu viel davon mitbekommt.

  89. Gravatar Icon 89 che2001 17. Juni 2007 um 15:06 Uhr

    Nun, es kommt immer drauf an, was man als „linksradikal“ bezeichnet. Da , wo ich her komme, nämlich altautonome Kreise, die auch schon bei Bohrloch 1024 und den Häuserkämpfen von 1980/81 dabei waren, würde die Junge Welt glatt zu den Mainstreammedien gerechnet und in einem Atemzug mit dem Spiegel genannt. Anyway, sind Neues Deutschland und Freitag weniger links als konkret und Jungeworld und haben sie nicht wesentlich mehr Leser als Letztere? Antifa das letzte große Bewegungsfeld? Ist Antira mit dem ganzen Rattenschwanz Asylberatung, ehrenamtliche Flüchtlinssozioalarbeit, Multikulti Stadtkultur usw. weniger bedeutend als Antifa (abgesehen davon, das da, wo ich meinen Wirkungskreis habe, beides bis zur Untrennbarkeit miteinander verschmolzen ist)? War die Mobilisierung gegen Heiligendamm kein großes Bewegungsfeld Was ist mit den Castoristas? In allen drei Bereichen gibt es keine Antideutschen, bzw. aus der Flüchtlingsarbeit kenne ich sie vor allem als Störenfriede, die die Selbstorganisation von Flüchtlingen, etwa unbegleiteten Jugendlichen, die für ein Bleiberecht kämpfen, aktiv behindern.

  90. Gravatar Icon 90 bikepunk 089 17. Juni 2007 um 15:29 Uhr

    „Ist Antira mit dem ganzen Rattenschwanz Asylberatung, ehrenamtliche Flüchtlinssozioalarbeit, Multikulti Stadtkultur usw. weniger bedeutend als Antifa (abgesehen davon, das da, wo ich meinen Wirkungskreis habe, beides bis zur Untrennbarkeit miteinander verschmolzen ist)?“
    Zur Zeit ist (zumindest hier in München, wo Antiramässig viel geht) Antira nicht das Feld wo sich Leute politisieren (und auch ganz und garnicht bis zur Untrennbarkeit mit Antifa verwoben). Bei uns in München sind das Antifa-Geschichten und die Siko-mobilisierung. Bei den Antifas gibt es eine gewisse Nähe zu manchen Antideutschen Positionen, bei gleicherzeitiger Abgrenzung zu hardcore-antideutschen. Wenn sich mensch die ganzen bayerischen Kleinststadtantifagrüppchen anguckt ist das richtig krass.
    Ärgerlicher als ein paar antideutsche Theoriefragmente, die mal ein Jahr lang en Vogue sind (aktuell z.B. dass es keine Herrschenden geben soll) ist dabei dass Antimilitarismus oder Internationalismus überhauptnicht mehr als linke Inhalte wahrgenommen werden.

  91. Gravatar Icon 91 che2001 17. Juni 2007 um 15:37 Uhr

    What the hell is Siko, nach GSP schon die zweite Abkürzung, mit der ich nichts anfangen kann? Mein Wahrnehmungshorizont ist das Städtepolygon Hamburg, Bremen, Göttingen, Kassel, in gewisser Weise auch Berlin, das sich für mich aber auf den Buchladen Schwarze Risse beschränkt :-)

  92. Gravatar Icon 92 falafel 17. Juni 2007 um 16:42 Uhr

    man che, lies mal öfter indymedia ;)

    SiKo= (Nato) Sicherheitskonferenz

    gsp= Gegenstandpunkt = Ex-“Marxistische Gruppe“

    @Bikepunk: die antideutschen Theoriefragmente in der Rest-Linken find ich persönlich ärgerlicher als die selbsternannten antideutschen Gruppen. Die isolieren sich durch anti-linken Terror selber. Trotzdem übernehmen immer mehr Bauchlinke unhinterfragt antideutsche Dogmen (teilweise auch per Re-Import über Mainstrem-Diskurse über „Antiamerikanismus“, „Antisemitismus in der Linken“, totalitarismustheoretische Gleichsetzungen von „Links und Rechts“ usw.). Im Gegensatz zu Alt-ADs läßt sich mit solchen Leuten auch nicht diskutieren, weil die Dogmen nicht durch gedankliche Überlegungen sondern durch nachplappern und mitgröhlen enstanden sind. Um so mehr nervt der moralische Impetus, mit dem sie vorgetragen werden: „Als Linker darf man doch keine Reichen kritisieren“, „Als Linker muss man doch gegen den Islam sein“ usw.

  93. Gravatar Icon 93 bikepunk 089 17. Juni 2007 um 16:48 Uhr

    @Che
    sorry, ganz vergessen zu erklären was ich mit GSP meinte – Gegenstandpunkt nämlich. Siko ist ist die Nato-Sicherheitskonfernz in München, gegen die seit 2002 alljährlich mobilisiert wird (htp://de.indymedia.org/siko und http://no-nato.de).
    Logischerweise ist die Mobilisierung eher im Süden präsent, in Hamburg gab es in den letzten 2 Jahren jeweils kurz vorher einen Brandanschlag der sich thematisch auf die Siko bezog. So wie ich das verstanden habe, ging es bei den allerletzten Razzien in Hamburg auch um diese.

  94. Gravatar Icon 94 che2001 17. Juni 2007 um 17:09 Uhr

    Das Siko Sicherheitskonferenz bedeutet fiel mir dann auch ein. Natürlich kenne ich die Gruppe Gegenstandpunkt, nur habe ich es nicht mit Abkürzungen. Liegt vielleicht am geringen Abstraktionsvermögen eines Antira-Basisarbeits-Linken :-)

    Diese Mischung aus unreflektiertem Dogmatismus und Moralinsäuure kenne ich schon von der Gründevätergeneration der Antideutschen, die teils beim KB, teils bei der MG und teils bei der AL waren und Sprüche brachten wie „Ein Linker sagt nicht einfach unreflektiert etwas daher“ oder „Ein Linker hat seine Gefühle im Griff“. Wir zogen mit solchen Leuten gerne unseren Slapstick ab, zum Beispiel bei ASTA-Verhandlungen mit nem 500-Mark-Schein unter ihrer Nase herumzuwedeln und zu grölen „Ich kauf mir einen Stalinisten!“ oder AL so zu verballhornen: „Von Krefeld bis zum Kirchentag – die LieberALen“. Unentspannte Leute mit Beton in den Mundwinkeln sind herrlich leicht zu veralbern. Ich denke da gerade an eine liebe Genossin, die auf die Frage: „Du hältst wohl wenig von der …(Name der Gruppe tut nichts zur Sache)?“ antwortete „Weiß doch jeder, dass die … der letzte Kegelverein ist. Finde ich aber schön, dass wir jetzt auch in Bremen ein paar Schießbudenfiguren haben, über die wir lachen können!“ „Du bist wohl ne ganz schlaue, was?“ „Du ja offensichtlich nicht!“ ….Und zum Ökometzger, der über die Entglasung seines Ladens durch Vegane jammerte: „Du bist doch ein saftiger Kerl aus Svhrot und Korn und git im Fleische, Du wirst Dich ja wohl gegen ein paar halbverhungerte Gurkenkinder mit Deinen Schlachtermessern zur Wehr setzen können!“

  95. Gravatar Icon 95 tim 17. Juni 2007 um 17:47 Uhr

    Wer von der „Gründevätergeneration der Antideutschen“ war denn vorher bei der MG?

  96. Gravatar Icon 96 che2001 17. Juni 2007 um 18:30 Uhr

    Niemand von den prominenten. Einige Leute von der Freiburger ISF kamen von der MG, und in Göttingen entwickelte sich die erste antideutsche Initiative aus einem Arbeitskreis, dem KBler, MGler und VSPler angehörten.

  97. Gravatar Icon 97 narodnik 17. Juni 2007 um 19:23 Uhr

    Ich halte es da mit dem Kurzschen Zitat: „Ich für meinen Teil bin mit den Antideutschen fertig.“ Man darf diesen Haufen nicht überschätzen. Wichtig ist aber die Kritik gerade von sog. softcore-antideutschen Positionen in der Jungle World zum Beispiel. Da wird fröhlich pluralistisch drauflosgetippt und neben „linksradikalen Themen“ taucht dann ne Strategiediskussion zum Irak auf. Aber auch theoretische Bruchstücke haben einiges versaut. So ist z.B. der Antisemitismus-Begriff äußerst stumpf geworden seit nach antideutscher Diktion jeder Antisemit ist der gegen USA oder so agitiert. Auch der „strukturelle Antisemitismus“ ist begrifflich viel feiner ziseliert. Hauptangriffspunkt der Kritik wäre aber die Affirmation des männlich-westlich weißen Aufklärungssubjekts einschließlich dieses geschichtsphilosphischen Sinns vom „Fortschritt“. Auch wurde einiges falsches zum NS gesagt. Als wäre der Nationalsozialismus die „negative Aufhebung“ des Kapitalverhältnisses gewesen – so die ISF-Hirntoten. Und damit wird dann auch jede antikapitalistische Regung von oben herab denunziert. Und hier sieht mensch auch die Unvereinbarkeit mit der kritischen Theorie Adornos. Der hat nämlich erkannt, daß Auschwitz Produkt der aufgeklärten Vernunft war und nicht irgendwie aus dem böhsen deutschen Wesen entsprang (wenngleich die NS-Barbarei natürlich spezifisch deutsch war im Sinne deutscher Antisemitismus-Traditionen).

  98. Gravatar Icon 98 falafel 17. Juni 2007 um 19:40 Uhr

    Das Kurz`sche Diktum ist in der momentanen Situation leider unhaltbar – wie will man als Linker mit etwas fertig sein, das die gesamten linken Diskurse durchzieht?

    Besonders eklig ist m.E. z.Z. die neue Akzeptanz, die Rassismus in der Linken erfährt, wenn es (vorerst) nur gegen Moslems geht. „Endlich die Ausländer kritisieren zu dürfen“ scheint ein enormes Bedürfnis in linken Zusammenhängen zu sein.

  99. Gravatar Icon 99 che2001 17. Juni 2007 um 19:49 Uhr

    Die argumentieren rein theologisch, entsprechend verquast liest sich das, etwa, wenn argumentiert wird, Horkheimers Satz, „Wer vom Faschismus spricht, darf vom Kapitalismus nicht schweigen.“ könne nicht als Stellung der Systemfrage verstanden werden, sondern bedeute, dass der Kapitalismus als Fachismus in seiner negativsten Form zu sich selber komme. Hegelsches Wölkchenwabern statt materialistischer Kritik. Und entsprechend eindimensional-glaubenssatzmäßig ist ja auch ihre Islamkritik, überhaupt alles, was sie „Ideologiekritik“ nennen. Dazu kommt eine ausgeprägte Geschichtsklitterung, nicht nur hinsichtlich der Funktion und Rolle des NS, sondern gerade in punkto auf die linke Bewegungsgeschichte. Da heißt es immer, bevor die Antideutschen Ende der 80er erstmals ihre Kritik artikulierten, habe sich die deutsche Linke primär mit antiimperialistischer Internationaler Solidarität und in diesem Zusammenhang auch mit israelfeindlicher Palästina-Soli sowie Agitation von ArbeiterInnen und Anti-Nato beschäftigt. Also, ich erinnere aus dieser Zeit Antifa, Antira, Antirepression, Anti AKW, Häuserkampf, Anti-Biotech und in der Tat Anti-NATO als Hauptthemen, der ganze Antiimperialismus -Bereich war Spezialthema eines sehr kleinen Kreises, und fast das einzige Thema, zu dem außerhalb von Orga-Bespechungen gruppenübergreifend diskutiert wurde, war Sexismus in der eigenen Szene.

  100. Gravatar Icon 100 tim 17. Juni 2007 um 19:53 Uhr

    Bei der Göttinger Initiative geht’s vermutlich um dieses „autonome kollektiv“, oder?

  101. Gravatar Icon 101 lysis 17. Juni 2007 um 20:16 Uhr

    Das Kurz`sche Diktum ist in der momentanen Situation leider unhaltbar – wie will man als Linker mit etwas fertig sein, das die gesamten linken Diskurse durchzieht?

    Besonders eklig ist m.E. z.Z. die neue Akzeptanz, die Rassismus in der Linken erfährt, wenn es (vorerst) nur gegen Moslems geht. “Endlich die Ausländer kritisieren zu dürfen” scheint ein enormes Bedürfnis in linken Zusammenhängen zu sein.

    Ja, das ist das Dilemma, in dem ich mich auch sehe. Man würde das gern ignorieren und lieber seinen eigenen Stiefel durchziehen statt sich an anderen abzuarbeiten. Aber man kann es auch nicht seelenruhig mit anschauen, wie die Linke von Jahr zu Jahr rassistischer wird.

    Manchmal ist ignorieren besser, wie z.B. im Fall der BAHAMAS, die längst abgewirtschaftet hat und die man nur künstlich aufwerten würde, wenn man sich mit ihr noch weiter auseinandersetzt. Aber gerade im Bereich des „Softcore“-Antideutschtums bedeutet ignorieren nur, dass man dessen Hegemonie durch Schweigen sanktioniert.

    Der Punkt ist, dass man einfach nicht in die Offensive kommt, solange die Macht- und Dominanzverhältnisse im publizistischen Bereich so sind, wie sie sind. Man muss halt damit leben, dass in der Linken einstweilen die Deppen das Sagen haben und darauf hoffen, dass sich das irgendwann wieder ändert.

    Es könnte gut sein, dass ein solcher Hegemoniewechsel nur noch durch äußere Bedingungen eingeleitet werden kann, also z.B. dadurch, dass die „Weltpolitik“ wieder aus dem Fokus der Öffentlichkeit verschwindet, was wahrscheinlich spätestens mit dem Rückzug der USA aus dem Irak passiert. In ein paar Jahren werden die USA zu einer isolationistische Außenpolitik zurückkehren. Und dann ist es vielleicht wieder möglich, über Herrschafts- und Kapitalismuskritik zu reden, ohne sich ständig mit den „Anti“deutschen als rassistischer und aggressiv proimperialistischer (beides bedingt sich!) Fraktion in der „Linken“ auseinandersetzen zu müssen.

  102. Gravatar Icon 102 narodnik 17. Juni 2007 um 20:29 Uhr

    Die Softcore-Typen muss man schon ins Kreuzfeuer nehmen, ja. Nur will Kurz sagen, daß es ebenso wichtig ist eigene Standpunkte in Gegenstrukturen hineinzulegen. Also nicht in jedem antideutschen Gelabere mitreden zu wollen, weil es eben wenig bis garnichts bringt.

    „Es gibt Situationen, in denen es zukunftsträchtiger ist, lieber einsam zu werden als mit den Schafen zu blöken und mit den Fröschen zu quaken.“ – R.K. in „Das Spiel ist aus“

  103. Gravatar Icon 103 lysis 17. Juni 2007 um 20:35 Uhr

    „Die fast unlösbare Aufgabe besteht darin, sich weder von der eigenen Ohnmacht noch von der Macht der anderen dumm machen zu lassen.“ – Theodor W. Adorno

  104. Gravatar Icon 104 che2001 17. Juni 2007 um 22:33 Uhr

    Schöner Satz, Lysis. Tim, nein, die Gruppe, um die es da ging, existierte außerhalb der Uni und sorry, es gibt persönliche Rücksichtnahmen, weswegen ich ihren Namen nicht nenne, die wurden nämlich nicht alle zu Antideutschen, und die Entwicklung verlief turbulent.

  105. Gravatar Icon 105 bigmouth 17. Juni 2007 um 23:35 Uhr

    im internet scheinen mir vor allem die jungen vorzukommen – da dominieren in nrw zb antifa-gruppen mit antideutschen versatzstücken. die bloggende gsp-garde ist wohl auch zum größten unter 30

  106. Gravatar Icon 106 che2001 18. Juni 2007 um 8:25 Uhr

    Lysis, ich hätte noch gerne eine Antwort auf meinen Kommentar wg. Relevanz (Bedeutung Freitag/Neues Deutschland, Antira/Asylarbeit, Heiligendamm, Castor-Mobilisierung).

  107. Gravatar Icon 107 lysis 18. Juni 2007 um 14:37 Uhr

    Also, ich lese Neues Deutschland und Freitag nicht. Aber erstere ordne ich kognitiv der PDS zu (die mich als weitere sozialdemokratische Partei nun überhaupt nicht interessiert) und zweitere habe ich eher immer als linksliberal eingestuft.

    Dann Castor-Mobilisierung und Heiligendamm: das sind breite politische Massenbewegungen, die nicht per se linksradikal sind (eher im Gegenteil, schau dir Attac an!), sondern vielmehr nur Ereignisse, zu denen auch Linksradikale mobilisieren, aber ohne dass dabei inhaltlich viel rumkommt. Halt das typische Terrain der Bewegungslinken. Ich will das gar nicht abqualifizieren, aber das Entscheidende dabei ist, dass diese Bewegungen für die theoretische Diskursbildung in der Linken, d.h. für die kategoriale Herausarbeitung einer Gesellschaftskritik, ziemlich irrelevant sind. Es sind praktische Interventionsfelder, mehr nicht. Das einzige, was die radikale Linke da hinein trägt, ist aus meiner Sicht ihr Militanzanspruch.

    Die Antira dagegen hat zwar auch theoretische Ansprüche, aber die praktische Unterstützungsarbeit überwiegt so sehr, dass sich die Aktivist_innen dort kaum in linke Theoriedebatten einmischen. Man sieht das z.B. immer wieder daran, dass ein Softcore-Antideutscher wie Udo Wolter seit Jahren versucht, die Antira auf übelste Weise anzupissen, ohne dass da irgendeine Reaktion erfolgt. Das finde ich persönlich schon sehr enttäuschend: Es ist tatsächlich niemand da, der diesen Kerl endlich mal in seine Schranken verweist! Meiner Erfahrung nach findet die Theoriearbeit von Antiras fast ausschließlich in den Universitäten statt (Postcolonial Studies, Critical Whiteness Studies usw.), ohne dass davon im politischen Bereich sonderlich viel ankommt. Ganz im Gegensatz etwa zur Antifa, die ständig irgendwelche Flugblätter und Manifeste raushaut. Es sind nur ganz wenige Zeitschriften, in denen sich die Antira politisch-theoretisch zeigt, etwa zag und iz3w. Wenn man die nicht liest, bekommt man von ihr überhaupt nichts mit als vereinzelte Ein-Punkt-Kampagnen wie etwa die Residenzpflicht-Kampagne oder die Kampagne gegen Lufthansa-Abschiebungen.

    Klar, man sieht schon auch, dass ich die Linke nur ausschnittweise wahrnehme. Was mir halt fehlt, ist die Beteiligung etwa der Antira an identitätsbildenden Theoriedebatten in der Linken. Und gerade diese Abstinenz sorgt dafür, dass in diesem Bereich Antideutsche eine fast unumstrittene Hegemonie ausüben können. Klar, aus der Sicht der Antira ist ihre praktische Arbeit nun mal wichtiger. Für einen Nicht-Bewegungslinken wie mich, der sich eher selten an solchen aktionsorientierten Dingen wie Demos und Camps beteiligt, ist das allerdings ziemlich enttäuschend.

    Es ist natürlich eine sehr eingeschränkte Sicht, die ich da habe, da hast du recht. Aber es ist halt meine Sicht als bewegungsabstinenter Sesselpupser, dessen politischer Aktivitätsbereich in den 90er Jahren mehr oder weniger weggefallen ist: es ist das, was ich von linksradikalen Diskussionen wahrnehme; das, was ich publiziert zu lesen kriege. Und da kommt die Antira eher nur am Rande vor.

  108. Gravatar Icon 108 che2001 18. Juni 2007 um 19:17 Uhr

    Als wichtigste Zeitschrift aus der Antira-Szene fielen mir zunächst einmal die Materialien für einen neuen Antiimperialismus ein, neben Wildcat und Wildcat Zirkular, die ja aus der gleichen Schmiede kommen, eine der für mich wesentlichsten theoriebildenden linken Zeitschriften in Deutschland. Und wenn es um die meistgelesenen linksradikalen Blätter geht, so dürften auch Infos wie interim und Kassiber nicht außer Acht gelassen werden. Die Junge Welt würde ich als so PDS-nah betrachten wie die taz Grünen-nah ist, insofern ist der Unterschied zum ND zwar real vorhanden, aber die JW ist für mich auch keine linksradikale Zeitschrift, Freitag würde ich zwischen JW und taz ansiedeln, wobei das niveauvollste und lesenswerteste Blatt dieses Spektrums für mich die Le Monde Diplomatique ist. Antifa-Aktionen kenne ich hauptsächlich als große Bündnisse, die vom DGB bis zu den Autonomen reichen, mit oder ohne Schwarzen Block. Ich sehe da keinen signifikanten Unterschied zu Antira oder dem Gipfel. In Göttingen z.B. schaut es so aus, dass aus Antira- Antifa- und Wertkritik-Zusammenhängen mittlerweile ein Sozialforum Göttingen hervorgegangen ist, wo die Themen Antiimperialismus und Neue Armut in Deutschland im Zusammenhang thematisiert werden, in Hamburg, Schleswig-Holstein und Bremen reorganisiert sich die autonome Linke u.a. in Form des Bündnisses avanti! Gut, Göttingen und Bremen sind auch extrem, hier besitzt die autonome Szene ja bis heute eine prägende Kraft für die Jugend- Kneipen- und Stadtfestkultur insgesamt, in Hamburg im Schanzenviertel und Hafen nicht anders. In Niedersachsen ist die Jugend-Antifa-Szene gerade dabei sich zu reorganisieren, und die sind in vielen Fällen antiimperialistisch und nicht antideutsch ausgerichtet, in manchen Fällen allerdings eine Mischform aus beidem, was dann meist bedeutet, sich im Nahostkonflikt neutral zu verhalten.

  109. Gravatar Icon 109 subwave 18. Juni 2007 um 21:28 Uhr

    @che: du sprichst für die ü40 generation und hast daher eine, naja, leicht verschobene perspektive, was einfluß und wichtigkeit von verschiedenen strömungen und zeitschriften der radikalen linken angeht.
    was du hier schreibst mag ja für deinen altersbereich stimmen, doch der stellt nur einen bruchteil der radikalen linken dar. es ist und bleibt halt leider eine jugendbewegung. und in der antira szene, wie sie mir bekannt ist, sind eher, wie von lysis schon gesagt, zag oder iz3w die wichtigsten zeitschriften. materialien und wildcat werden von denjenigen gelesen, die in den 80ern schon dabei waren. ansonsten ist doch im undogmatischen, bewegungsorientierten bereich der radikalen linken zwischen 25 und 40 doch eher und leider postoperaismus ziemlich angesagt…

  110. Gravatar Icon 110 che2001 18. Juni 2007 um 22:46 Uhr

    Das stimmt natürlich, wobei ich bei vielen jüngeren GenossInnen noch ganz andere Dinge kennengelernt habe als nun gerade Antideutsche oder Affirmativ-pauschalantiimperialistische Positionen. Das hier ist auch schon über ein Jahrzehnt her, trifft aber annäherungsweise noch Dinge, die ich in den letzten Jahren mitbekam:

    http://che2001.blogger.de/stories/461828/

  111. Gravatar Icon 111 SM 19. Juni 2007 um 21:24 Uhr

    sehr interessante diskussion. ich bin auch bewegungsabstinenter hobbylinker und kenn mich damit kaum aus.
    es würde mich mal dringend interessieren, wie alt ihr hier seid.

  112. Gravatar Icon 112 che2001 20. Juni 2007 um 8:28 Uhr

    Ich bin Anfang 40, wobei die Leute, mit denen ich politisch so zu tun habe, entwder gleichaltrig oder teils um die 50 und teils um die 20 sind.

  113. Gravatar Icon 113 lysis 20. Juni 2007 um 12:03 Uhr

    Ich rück übers Internet eigentlich ungern solche Daten raus! Aber naja, gut, ich bin ca. 10 Jahre jünger als che.

  114. Gravatar Icon 114 bigmouth 20. Juni 2007 um 17:23 Uhr

    mitte 20, damit in der ecke pott schon im älteren drittel der mir vom sehen bekannten linksradikalen szene (was aber vA antifa und so ist, antira und so kenn ich nich)

  115. Gravatar Icon 115 che2001 20. Juni 2007 um 19:37 Uhr

    Als in meiner früheren Politgruppe mal zwei Leute 25 wurden und verkündeten, sie feierten nun ihren 50 Geburtstag, meinte jemand von den Älteren „das kriegen wir locker alleine hin“. So altersdurchwachsene Zusammenhänge gibt es auch noch.

  116. Gravatar Icon 116 bigmouth 20. Juni 2007 um 21:04 Uhr

    beim erneuten drüber nachdenken gibt es hier auch ältere linskradikale szenevertreter, da sind dann aber auch querverbindungen in den akademischen bereich und lokalpolitik da. aber der pott ist auch in dem bereich so schrecklich v kirchtumspolitik geprägt – hier gibt es halt keine einheitliche szene, obwohl die leute durchaus mobil sind

  117. Gravatar Icon 117 che2001 20. Juni 2007 um 23:57 Uhr

    Als ich Mitte 20 war, lag der Altersschnitt in den meisten Gruppen bei 25, bei den Sozrevs (Autonomie/Materialien/Wildcat-Spektrum) hingegen bei knapp über 30. Ist/war also regional scheinbar wirklich verschieden.

  118. Gravatar Icon 118 bigmouth 21. Juni 2007 um 10:00 Uhr

    ich hab keien ahnung, wie das hier vor 15 jahren aussah

  119. Gravatar Icon 119 che2001 21. Juni 2007 um 10:58 Uhr

    Ich weiß nur, dass die Autonomen aus dem Pott zu der Zeit überwiegend sehr jung (so 18-23) waren und ziemlich chaotisch-undiszipliniert. Bei der Bonn-Blockade 1993 z.B. zog ein Großteil von denen als schwarzer, aber wirrer Haufen an und weigerte sich, Ketten zu bilden, weil das repressiv-militaristisch wäre. Die wurden von der Bullei dann eingemacht, bis eine Kette völlig unvermummter, zivil angezogener Leute sich dazwischen stellte, pazi-Mäßig die Arme hob und den anbrandenen Cops plötzlich ihre Knüppel wegnahm. Oh je, jetzt wird´s aber anekdotisch.

  120. Gravatar Icon 120 bikepunk 089 21. Juni 2007 um 11:06 Uhr

    Hier in München sind die allermeisten aktiven zwischen knapp unter 20 und knapp über 30, es gibt noch einige so bis 40 – 50 die viel machen, die älteste Genossin die mir gerade einfällt ist Anfang 60. Dazu kommen noch total kleine Punker die keine Antifademo auslassen. Im Antira Spektrum sind tendenziell mehr über 30 jährige aktiv.

  121. Gravatar Icon 121 Danny O. 21. Juni 2007 um 14:12 Uhr

    Mein Alter: 25
    Altersschnitt: 23,7
    Spektrum: 17-53 (Grüße gehen raus an Genosse Hoschi alias Papa Schlumpf):d
    Mischung: 17% Antiimp, 33% Antideutsch (Das ist zu Zeit halt „in“), 21% Antira, 3% Oi-Punks, 4% Sharp, 6% Nazi-Punks (Finden wir eigentlich nicht in Ordnung, die haben aber die schönsten Iros), 10% Redskins, 6% Frauen und Ausländer/Migranten/Asylbeantrager (Wobei es einen Antrag gibt, zwei Gruppen daraus zu machen. Das wird auf dem nächsten Plenum entschieden)

  122. Gravatar Icon 122 narodnik 21. Juni 2007 um 16:03 Uhr

    Neunzehn (noch)

  123. Gravatar Icon 123 che2001 27. Juni 2007 um 8:36 Uhr

    Was ich wirklich erstaunlich finde, ist, dass es also offensichtlich Leute gibt, die sich heute als Antiimps bezeichnen (also nicht Antiimperialisten in der Langform, sondern wirklich dise Abkürzung). Denn die sich so abkürzenden Antiimps waren eine Bewegung, die sich in der ersten Häfte der 90er aufgelöst hat und sich theoretisch hauptsächlich auf die Thesen der RAF und verwandter Stadtguerrillagruppen bezog. Weiß das überhaupt noch wer?

  124. Gravatar Icon 124 bikepunk 089 27. Juni 2007 um 16:00 Uhr

    bzgl. Ches letzter Frage – ich denke, da verwenden viele das Label Antiimp, um sich von Antideutschen abzugrenzen. Persönlich kenn ich niemanden, der oder die sich aktuell in dieser Form als Antiimp bezeichnet, das letzte mal gehört habe ich das vor einigen Jahren.

  125. Gravatar Icon 125 che2001 27. Juni 2007 um 23:13 Uhr

    Ist mir sehr verständlich, aber als jemand, der über ein Jahrzehnt in der Auseinandersetzung Neuer Antiimperialismus vs. Antiimps gestanden hat dennoch mit Befremdlichkeitsgefühlen verbunden :)

  126. Gravatar Icon 126 bikepunk 089 28. Juni 2007 um 15:05 Uhr

    Hat halt nicht jeder so ne Geschichte. Von älteren, sich als internationalistisch verstehenden, Linken (z.T. Leute die in Krieg ist Frieden organisiert sind, oder bei Libertad!) habe ich noch nie die Selbstbezeichnung Antiimp gehört. Und von jüngeren (bzw. meine Geneeration) auch nicht mehr seit ein paar Jahren, da könnte das Kapitel „Autonome und Antiimps“ oder so in Autonome in Bewegung für etwas Klarheit gesorgt haben.
    Zur Zeit sehen sich viele gezwungen, sich als mehr oder weniger, oder gar nicht, Antideutsch zu verorten, und das schadet vielen Auseinandersetzungen. Also dass mensch sich politisch so stark im Verhältnis zu den Antideutschen definiert, ob jetzt in Ablehnung oder nicht. Und die Geschichtslosigkeit ist ein Riesenproblem.

  127. Gravatar Icon 127 che2001 29. Juni 2007 um 14:47 Uhr

    Vielleicht kann ich als altautonomer Historiker ja etwas gegen die Geschichtslosigkeit tun. In meiner Wahrnehmung haben sich die letzten Antiimp-Gruppen als Gruppen nach der Festnahme von Birgit Hogefeld und dem Tod von Wolfgang Grams aufgelöst und standen die letzten Aktionen von Antiimps mit dem PKK-Verbot 1995 in Zusammenhang. Was danach kam, war was Anderes.

  128. Gravatar Icon 128 icklachmicrschlapp 09. Juli 2007 um 4:13 Uhr

    Ich musste über den kruden Bahamas-Chef lachen.
    Und zwar schon seit Jahren. noch mehr muss ich aber über die Antideutschen-Hasser hier lachen die glauben das Justus Anführer einer nicht existenten Bewegung ist. (wobei ich nicht denke das da jemand wirklich dran glaubt -nur ist der Schaum nicht nur vor Justus Mund)

    Ab gesehen von den Bahamiten selbst kenn ich nicht einen Antideutschen(und ich kenn ne Menge die sich als solche bezeichnen) die Justus oder die Bahamas in nur irgendeiner Weise ernst nehmen.

    Argument befreit ist Justus als Argument gegen „die“ antideutschen zu benutzen.

  129. Gravatar Icon 129 che2001 19. Juli 2007 um 13:54 Uhr

    Da ist allerdings was dran. Ich habe Leute zumindest kennengelernt, die sich als Antideutsche bezeichnen und weder mit den Bahamiten noch mit Leuten wie „Nichtidentisches“ oder mit den Gutachslern Übereinstimmungen hätten und auch nicht den Standpunkt vertreten, Internationalismus-Engagement (damit wir mal von dem Unwort „Globalisierungskritik“ runterkommen)oder das Einnehmen klassenkämpferischer Positionen sei „Struktureller Antisemitismus“. Und auf der anderen Seite habe ich auch schon sich als Antideutsche Bezeichnende erlebt, die mit Rufen wie „Hub-Hub-Hubschraubereinsatz“ gegen Flüchtlinge aus dem Libanon agitierten oder Bleiberechtsinitiativen für bekämpfenswert halten, weil in denen PalästinenserInnen, LibanesInnen und AfghanInnen mitmachen. Ich denke mal, es gibt nicht „Die Antideutschen“, sondern es gibt anitdeutsche Positionen, die in der Linken mehr oder weniger verbreitet und ausgeprägt sind, an bestimmten Stellen wohl auch Sinn machen können (z.B. in der Antifa-Arbeit), und es gibt einen harten Kern antideutscher Gruppen, die sich als Spalter der Gesamtlinken betätigen und dabei selber teilweise schon den Schulterschluss mit Neoliberalen und Neokonservativen vollzogen haben. Nicht umsonst schrieb schon 2005 das Blog „Gegenstimme“, welches sich im Umfeld RCDS/Burschenschaften bewegt etwas von Antideutschen als neuen Bündnispartnern, die sich jetzt vom Marxismus weg selber umschulen müssten. Einschlägiges findet man auch bei FDOG.

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