Ralph Giordano und sein Kampf gegen „Fremde“

Leider mal wieder in einer Phase, in der ich keine Zeit zum Bloggen habe. Trotzdem hier ein kurzer Verweis auf einen Artikel in der taz zu den ekelerregenden Brandreden von Ralph Giordano, der sich in Rekordzeit vom kritischen Intellektuellen zum Lautsprecher der Neuen Rechten gemausert hat. Seine Sortierung der Menschheit in getrennte „Kulturkreise“ und die daraus abgeleitete Hetze gegen Masseneinwanderung, Völkervermischung und „Überfremdung“ — ein Topos, der sich während des 19. Jahrhunderts im rassistischen Abwehrkampf gegen die Millionen in „Deutschland“ lebenden Polen entwickelte und den Giordano heute gegen die hier aufgewachsenen und von ihm gleichwohl als „fremd“ betrachteten Muslime kehrt —, scheinen seine Fans nicht daran zu hindern, ihn penetrant vom Vorwurf des Rechtsextremismus freizusprechen. Gewiss, ein Nazi ist er nicht, schließlich haben die ihn fast um sein Leben gebracht. Aber ob man die Scheiße, die Giordano heute produziert, nun rot, braun oder schwarz nennt, eins ist sicher: sie stinkt ganz erbärmlich nach Rassismus!


9 Antworten auf „Ralph Giordano und sein Kampf gegen „Fremde““


  1. Gravatar Icon 1 cat 10. Juni 2007 um 13:43 Uhr

    „Gewiss, ein Nazi ist er nicht, schließlich haben die ihn fast um sein Leben gebracht.“

    Kannst Du den Kausalzusammenhang ein bißchen klarer darstellen? M.E. kommts doch eher drauf an, was einer sagt und tut.

    Ein „Nazi“ mag er vielleicht nicht sein, aber seine Hetze ist die extremste Anti-Moslem-Propaganda, die es in die deutsche Mainjstream-Presse geschafft hat, und geht über das hinaus, was sich die Vetreter nazistischer Parteien in dieser Hinsicht sagen trauen.

  2. Gravatar Icon 2 abdel kader 13. Juni 2007 um 16:35 Uhr

    [quote comment=“20382″]
    Ein „Nazi“ mag er vielleicht nicht sein, aber seine Hetze ist die extremste Anti-Moslem-Propaganda, die es in die deutsche Mainjstream-Presse geschafft hat, und geht über das hinaus, was sich die Vetreter nazistischer Parteien in dieser Hinsicht sagen trauen.[/quote]

    Blödsinn. So was steht auch im Spiegel oder in der Bildzeitung und geht nicht über das hinaus, was die Nazis sagen.

  3. Gravatar Icon 3 cat 13. Juni 2007 um 18:59 Uhr

    Na das würd ich dann schon mal gern von Dir belegt haben, inklusive Tiervergleichen, islamische Weltverschwörung als Krake, Moslems als austauschbare Exemplare einer bösen Gattung und „auf Deutschen Straßen keine Burka-Weiber“.

  4. Gravatar Icon 4 SM 14. Juni 2007 um 0:33 Uhr

    langweilig. der mann ist absolut bedeutungslos.ich bin ja noch nicht so alt. aber schon immer wenn ich ihn gesehen habe, hat er eigentlich nur stammtischpatolen von sich gegeben. manchmal auch linke – na und? nur halt mit langen denkpausen. machts auch nicht besser.
    haben wir denn keine leute die sich dazu fundiert äußern können anstatt rein affektiert?

  5. Gravatar Icon 5 offtopic 14. Juni 2007 um 12:58 Uhr

    [Offtopic, weil du ja immer an solchen Themen dran bist]

    US-Militär experimentierte mit „Schwulenbombe“

    http://www.focus.de/wissen/wissenschaft/pentagon_aid_63325.html

    Dämlich vom Focus ist mal wieder das Foto. Zitat: „Schwule Soldaten: Szene aus Monty Pythons „Wunderbare Welt der Schwerkraft“". Das Bild ist freilich immer noch aus „Der Sinn des Lebens“ und ob das Soldaten – gar schwule – sind, weiß man nicht, das kommt in dem Film nicht vor.

  6. Gravatar Icon 6 lysis 14. Juni 2007 um 15:00 Uhr

    ja, find ich nur mäßig interessant. passt zu den unterdrückten homosexuellen phantasien, die die amerikaner in abu ghraib inszeniert haben.

  7. Gravatar Icon 7 beniflip 14. Juni 2007 um 19:37 Uhr
  8. Gravatar Icon 8 andreas 16. Juni 2007 um 18:05 Uhr

    aus verschiedenen gründen bin ich auch nicht unbedingt für den bau einer moschee dieser größe in köln. (ich kenne allerdings die details nicht)vieles, was in solchen debatten hochkommt, verabscheue ich aber zutiefst. von giordano bin ich nicht überrascht. auch, weil ich vor nicht allzu langer zeit einen leserbrief im spiegel von ihm las.er zieht dorthin, wo broder und friedman schon lange sind. gleichwohl wird er immer „das moralische gewissen“, „der mahner“, etc. sein, schließlich ist er ein holokaust-überlebender und hat ein palästinensisches patenkind (und wahrscheinlich setzt er sich auch für darfur ein).

  1. 1 Deutscher Liebesbrief // Lysis Pingback am 12. August 2007 um 23:58 Uhr

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