Brave New Israel

Schafft Israel mit „Rücksicht auf religiöse Gefühle“ die Demonstrationsfreiheit für Homosexuelle ab?


9 Antworten auf „Brave New Israel“


  1. Gravatar Icon 1 DgA 12. Juni 2007 um 15:15 Uhr

    Deutsche anti-Antideutsche Blogger ignorieren die Notlage schwuler Palästinenser. Es scheint ihnen weniger um die Sitaution Homosexueller zu gehen.

  2. Gravatar Icon 2 Das geprüfte Argument 12. Juni 2007 um 17:46 Uhr

    Nur zur Info: Das geprüfte Argument hat vorherigen Beitrag nicht geschrieben.

  3. Gravatar Icon 3 lysis 12. Juni 2007 um 17:53 Uhr

    [quote comment=“20445″]Deutsche anti-Antideutsche Blogger ignorieren die Notlage schwuler Palästinenser.[/quote]

    Ich ignorier das, du Arsch? Und was ist damit und damit und damit und damit?

    Du ignorierst Sachen, du betreibst Abwehr, nicht ich.

  4. Gravatar Icon 4 Carla 12. Juni 2007 um 22:54 Uhr

    Hallo Lysis, ohne die vertrackte Situation schönreden zu wollen, handelte es sich um die erste Lesung, bei der ein Drittel der Abgeordneten für die Gesetzesvorschläge gestimmt habe. Es folgen noch zwei weitere Lesungen und jede Menge Diskussionen. Brave New Israel ist dann doch zu alarmistisch.

    http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3409518,00.html

    Gay pride in Jerusalem hat natürlich unglaublichen Symbolcharakter und ist ein gewichtiges Argument gegen die „Befreiung von Al Quds“, somit noch politischer als Gay Pride in Berlin oder Köln.

    Wenn Du Dir die Sitzverteilung anschaust, könnte mit einer Stimme aus dem arabischen Block, der Gesetzesvorschlag der Ultras verhindert werden, wenn GIl, die Rentnerpartei mitspielt. dann wäre die erforderliche Mehrheit von 61 Stimmen erreicht. Solange würde ich warten, obwohl ich der meinung bin, dasses sowieso schon vorher Neuwahlen gibt.

  5. Gravatar Icon 5 lysis 12. Juni 2007 um 23:10 Uhr

    [quote comment=“20471″]Hallo Lysis, ohne die vertrackte Situation schönreden zu wollen, handelte es sich um die erste Lesung, bei der ein Drittel der Abgeordneten für die Gesetzesvorschläge gestimmt habe.[/quote]
    Falsch, es haben nahezu zwei Drittel der Knesset-Abgeordneten für die Gesetzesvorschläge gestimmt, inklusive der Mitglieder der sozialdemokratischen Arbeitspartei. Und es geht auch nicht nur um ein Verbot des Gay Pride in Jerusalem, sondern um eines, das nach dem Vorschlag der Schas-Partei in ganz Israel Geltung haben soll. Dieser Vorschlag hat mit 41 zu 21 Stimmen sogar eine noch größere Mehrheit bekommen als der gemäßigtere der Nationalreligiösen Partei (NRP), die das Verbot auf Jerusalem beschränken wollte.

    Insofern ist da Hopfen und Malz verloren. Aber das macht den Braten der Menschenrechtsverletzungen in Israel nun auch nicht mehr fett. Es gibt wesentlich Schlimmeres, wie z.B. das, was die Palästinenser unter der Besatzungsherrschaft zu erleiden haben. Und vielleicht trägt das Verbot ja wenigstens dazu bei, den furchtbaren Anpassungskurs der israelischen Lesben- und Schwulenbewegung an den Staat zu stoppen und die Leute begreifen zu machen, dass man in einer unfreien Gesellschaft nicht frei sein kann.

  6. Gravatar Icon 6 lysis 13. Juni 2007 um 1:35 Uhr

    Zum letzten Gedanken vgl. Blair Kuntz:

    Meanwhile, other gay activists, especially from the Israeli group Black Laundry, an lgbt group fighting for equality for Israel’s Palestinian citizens and against Israeli occupation of the West Bank and Gaza refuses to legitimize Israeli racism and announces that “the oppression of all minorities within Israel is fed by the same racism, chauvinism, and militarism that causes the dispossession of the Palestinian people to continue (19)”. Furthermore, as Hagai El-Ad argues, while Israel has passed gay rights laws there is still no government commitment to financing a gay youth shelter in Tel Aviv or opening up high schools across the country to the lecture services of Israel’s gay organizations. As El-Ad continues: “Will gays and lesbians choose now to close ranks with the oppressive majority, or will we understand that a future of freedom is possible for us only if it’s possible for everyone? (20)”

    Kuntz konnte freilich nicht ahnen, dass es innerhalb kürzester Zeit in Israel einen derartigen Backlash gegen Lesben und Schwule geben würde — quasi eine Strafaktion für den Bruch des inneren Friedens, den das Jerusalem Open House riskiert hat, indem es in der „Heiligen Stadt“ eine Gay Pride Parade organisieren wollte.

  7. Gravatar Icon 7 Carla 13. Juni 2007 um 7:24 Uhr

    Hallo Lysis,

    Wieviel Abgeordnete hat denn die Knesset? 120. Darauf bezog sich das Drittel(Ich sprach von Abgeordneten, nicht von Stimmabgebenden).

    Den zweiten Teil brauchst Du nicht mit mir zu diskutieren, die Alternativen sind auch dir bekannt.

  8. Gravatar Icon 8 lysis 13. Juni 2007 um 10:56 Uhr

    nein, die alternative zur besatzung ist nicht die herrschaft der hamas, falls du das meinst. die herrschaft der hamas ist vielmehr umgekehrt eine folge der besatzung.

    über die zahl der abgeordneten in der knesset war ich nicht informiert. vielen dank!

  9. Gravatar Icon 9 Carla 13. Juni 2007 um 11:50 Uhr

    Hallo Lysis,

    an die Hamas habe ich nicht gedacht, sondern an den souveränen palästinensischen Staat mit der Hauptstadt Al Quds. Aber das steht ja nicht wirklich zur Debatte, zumindest zur Zeit. Zumal es diese Diskussion auch gäbe, wenn Israel in Bayern liegen würde.

    Ansonsten eine Prognose von mir: Gay pride wird nicht mehr in Jerusalem stattfinden, allerdings als Kompromiss in Tel Aviv und das Demonstratiionsrecht höher bewerte wird als religiös motivierte Befindlichkeiten, die als Aufforderung zur Rücksichtsnahme getarnt sind und eigentlich schon den vorbeugenden Gehorsam erzwingen wollen. Ein positiver Nebeneffekt – das Anliegen steht mehr im Vordergrund als die Party.

    Bezogen auf Deutschland bedeutet das noch höhere Aufmerksamkeit und sollte zum Nachdenken anregen. Wenn trotz der angespannten Sicherheitslage Demonstrationen möglich sind, weil sie mit einem hohen Polizeiaufgebot ermöglicht werden, sollte in Deutschland nicht zu der bereits vorhandenen, aus Sicherheishysterie eingeschränkten, Demonstrationsfreiheit, noch die Rücksichtsnahme auf religiöse Befindlickeiten kommen.

    Eine gemeinsame Erklärung der Bischofskonferenz, Pro Köln und des KRM würde gerade noch fehlen.

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