Carter: Why did you use the word ‚apartheid‘?


16 Antworten auf „Carter: Why did you use the word ‚apartheid‘?“


  1. Gravatar Icon 1 subwave 14. Juni 2007 um 22:21 Uhr

    zum glück ist in der demokratischen partei eine pro-israel einstellung hegemonial und der ewige looser und neuen hetzer carter steht mit seinem persönlichen rachefeldzug doch eher allein da…

    mehr zu carters buch.

  2. Gravatar Icon 2 lysis 14. Juni 2007 um 22:25 Uhr

    wenn du es jetzt schon als hetze verstehst, wenn sich jemand erdreistet, über menschenrechtsverletzungen zu sprechen …

  3. Gravatar Icon 3 lysis 14. Juni 2007 um 22:28 Uhr

    naja, auch antideutsche brauchen halt ihr pendant zum kulturrelativismus!

  4. Gravatar Icon 4 Nemesis 15. Juni 2007 um 0:36 Uhr

    Naja ist schon lustig. Hier streitet man, wie es sich für Deutsche gehört, über die Begriffe als über den „Gegenstand“, den man damit bezeichnet.

  5. Gravatar Icon 5 lysis 15. Juni 2007 um 1:48 Uhr

    Ich hab mit dem Video überhaupt nicht Stellung beziehen wollen, ob ein Vergleich mit der Apartheid in Südafrika nun besonders sinnig ist. Mir ging’s eher darum zu zeigen, dass Leute wie Carter auch schon ein paar rationale Argumente haben, wenn sie zu diesem Begriff greifen, und nicht einfach bewusstlose Hetzer sind, so wie Deutsche, die Israel mit dem Nazi-Staat vergleichen.

    Bet’selem war ja eine der ersten seriösen Organisationen, die diesen Begriff in einem offiziellen Bericht verwendet hat, und Bet’selem meinte damit, dass in den besetzten Gebieten unterschiedliche Rechtssysteme angewandt werden, je nachdem ob man Israeli oder Palästinenser (Jordanier) ist — und zwar mit ziemlich krass differierenden Rechtsfolgen. Wobei man fast sagen kann, dass „Recht“ hier das falsche Wort ist, denn die Palästinenser sind weniger Rechtssubjekte als vielmehr Verwaltungsobjekte. Sie sind völliger bürokratischer Willkür ausgeliefert. Aber das ist eigentlich ziemlich charakteristisch für koloniale Herrschaftsverhältnisse und nichts Besonderes, wenn man es mit ähnlich gelagerten Fällen, etwa der Herrschaft der Franzosen über Algerien bis in die 60er Jahre hinein vergleicht.

    Ein anderer Punkt, der den Vergleich mit der Apartheid rechtfertigen soll, ist der fortgesetzte Versuch, für die Palästinenser eine staatliche Lösung in Form von „Reservaten“ zu schaffen, denen so etwas wie eine formale Scheinsouveränität zugesprochen wird. Tatsächlich hat sich Scharon in diesem Punkt an dem südafrikanischen Modell der Homelands (oder Bantustans) orientiert. Aber es fehlt halt, und darauf macht Carter selber aufmerksam, die dazugehörige Rassentheorie, wie man schon allein daran sehen kann, dass israelische Araber gleichberechtigte Bürger Israels sind. Deswegen hat der Apartheids-Begriff eher propagandistische Zwecke, etwa dergestalt, dass er Boykottmaßnahmen rechtfertigen soll, wie sie ähnlich in den 80er Jahren gegen Südafrika verhängt wurden. Ich würde die Verwendung dieses Begriffs daher mit Vorsicht genießen.

    Trotzdem ist Carter nicht einfach ein Hetzer, sondern er kann sich auf reale Gemeinsamkeiten stützen. Nur bedeutet das, von den Besonderheiten des südafrikanischen Modells zu abstrahieren, und das halte ich weder historisch für angemessen noch für besonders erkenntnisträchtig. Es ist infam, wenn es implizieren soll, dass Israel einer ähnlichen Rassenideologie anhinge wie Südafrika während der Apartheidszeit. Aber auch das hat Carter explizit verneint.

    Insofern mein Fazit: ich lehne die Verwendung des Apartheids-Begriffs ab, aber ich halte es für unsinnig, jeden, der das nicht tut, als antisemitischen Hetzer zu denunzieren.

  6. Gravatar Icon 6 Nemesis 15. Juni 2007 um 3:03 Uhr

    In der Regel möchte man mit solchen Begriffen etwas drastisches Ausdrücken, ob das nun ganz so zutrifft, ist sekundär. Und anstatt aufzuhorchen, streitet man sich treu der Bürokratenmanier erstmal über die Begriffe. Ordnung muss schon sein. Man schaut auf den Finger, als in die Richtung, die er zeigt.

    Und ob nun Israels (wie geht das) Gefühle verletzt werden ist mir dann auch schnuppe, wenn man bedenkt, das die Besatzung oder auch Apartheid reale Leben beendet.

  7. Gravatar Icon 7 lysis 15. Juni 2007 um 3:32 Uhr

    Ja, aber ich lass mich nicht emotionalisieren bei dem Thema, zumal ich auf die Politik in Nahost überhaupt keinen Einfluss habe. Mir geht es schon eher um die Identitätseffekte, die das in der deutschen Linken hat, und um die Debatten, die gerade auf diversen israelsolidarischen Blogs geführt werden: Ist der Apartheids-Vergleich pure, irrationale Hetze? Oder trifft er etwas durchaus Reales, selbst wenn er, im Ganzen betrachtet, verfehlt ist?

    Mich stört konkret der Zynismus, mit dem über die Lebensinteressen der Palästinenser hinweg gegangen wird, indem man — wie z.B. subwave — allein das Problem des Antizionismus fixiert, also die Tatsache, dass die Kritik an Israel auch die Möglichkeit einer Ersatzkommunikation für Antisemiten bietet. Am meisten stört mich aber die Hysterie, die das erzeugt. Indem man sich erst gar nicht mehr die Mühe macht, zwischen berechtigter und unberechtigter Kritik zu unterscheiden, wird in meinen Augen auch der Antisemitismus nicht mehr kritisierbar, sondern gerät zu einer ubiquitären Denunziationsfloskel, die von Israelfreunden beliebig eingesetzt werden kann, um ihre politische Sicht der Dinge (die meist nicht nur extrem einseitig, sondern auch völlig realitätsfern ist) moralisch zu sanktionieren.

  8. Gravatar Icon 8 nichtidentisches 17. Juni 2007 um 12:57 Uhr

    Jaja, Palästina gehört den Palästinensern. Raus mit der jüdischen Minderheit aus Palästina?
    Was ist mit der Geschlechterapartheid in Gaza? Mit der wirklichen palästinensischen Apartheid, den israelischen Settlements, die von Palästinensern vom öffentlichen Leben ausgesperrt und terrorisiert werden?

  9. Gravatar Icon 9 lysis 17. Juni 2007 um 16:38 Uhr

    Sorry, du hast echt einen an der Schüssel. Das ist schon richtig wahnhaft!

  10. Gravatar Icon 10 Nemesis 18. Juni 2007 um 19:28 Uhr

    @Nichtidentisch
    Nun ja wir können dich ja zum Minister für Juden-Fragen, Gender und der Siedler machen. So ist gewährleistet, das keinem von denen was passiert :-)

  11. Gravatar Icon 11 andreas 22. Juni 2007 um 16:41 Uhr

    es gab, ganz nebenbei, kein land, das mit apartheid-südafrika so eng zusammengearbeitet hat wie israel. auf wirtschaftlichem, politischem und nicht zuletzt auf militärischem gebiet!
    der erste kommentar stimmt wohl teilweise, eine pro-israel-einstellung ist in den USA hegemonial, auch in der republikanischen partei (dafür sorgt schon allein deren fußvolk, die evangelikale rechte). umso wichtiger, mal eine gegenstimme zu hören.
    carter war einer der wenigen integren amerikanischen präsidenten, er hat ortega im weissen haus empfangen, die US-unterstützung für pinochet abgedreht oder die rückgabe der panamakanalzone (an panama) in die wge geleitet.

  12. Gravatar Icon 12 nichtidentisches 28. Juni 2007 um 17:33 Uhr

    Luschitg, und Afghanistan den Sowjets überlassen.

  13. Gravatar Icon 13 nichtidentisches 28. Juni 2007 um 17:37 Uhr

    Sach doch nochma, Andreas, was die Apartheid in Südafrika konkret mit den nahöstlichen Zuständen gemein haben soll.
    Ach, und lysis: Erklär doch nochmal, was du gegen Israel hast, du kannst das so gut:d/:-?:d/:-?

  14. Gravatar Icon 14 lysis 28. Juni 2007 um 19:31 Uhr

    Du checkst es nicht, was? Ich hab was gegen die israelische Siedlungs- und Besatzungspolitik, mein Junge! Und ich denke, dass jeder vernünftige Mensch etwas dagegen haben sollte; ja mehr, ich verachte jeden, der nichts dagegen hat. Man muss allerdings schon ein ausgemachter Anti- oder Philosemit sein (was sich beides nur dem Vorzeichen nach unterscheidet), um die Ablehnung der Politik eines Staates mit der irrationalen Feindschaft gegen ein Land gleichzusetzen.

  15. Gravatar Icon 15 andreas 29. Juni 2007 um 1:02 Uhr

    auf dumme fragen braucht man eigentlich nicht zu antworten (zumal dem fragesteller vielleicht ein ruf vorauseilt), aber bitte, weil ich gerade nichts wichtigeres zu tun habe :
    carter afghanistan der SU überlassen? blödsinn. nur noch eins dazu: weisst du auch, wen sein nachfolger reagan (derselbe, der die unterstützung für pinochet wieder aufgenommen hat, nicaragua in den bürgerkrieg gestürzt hat und die längste zeit dem apartheid-regime die stange gehalten hat) in afghanistan im kampf gegen die sowjets gross und stark gemacht hat? (würde mich nicht wundern wenn du’s nicht weisst)
    und über die politik israels diskuttiere ich nicht mit einem, der seine ideologie hier mit einem kurzen posting bereits klargemacht hat,ok?

  1. 1 Palestine: it’ suppression, but not apartheid « Lysis Pingback am 20. Mai 2008 um 1:14 Uhr
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