Archiv für Juli 2007

Lesehinweis

Homophobie im Dschungel

Ulfklotte läuft Amok

Dr. Udo Ulfkotte, Betreiber des größten rassistischen Hate Blogs in Allemannia, versucht, seine Kritiker jetzt per einstweiliger Verfügung mundtot zu machen. Selber austeilen, aber nicht einstecken können, wa‘, Alter?

Ungehörige Frage

Stimmt es, dass Sie heterosexuell sind?

„Linker Antisemitismus“ & andere Schimären (I)

Ein neuer Stoß von Publikationen beschäftigt sich zurzeit mal wieder mit dem „linken Antisemitismus“. In einem Interview mit dem Deutschlandradio kommentiert Wolfgang Benz vom Berliner Zentrum für Antisemitismusforschung diesen Diskurs in einer Weise, die meine volle Zustimmung findet:

You are not alone

Gegen diese verblödeten Hetzer auf dem travers-Blog, die das Foto von drei halbnackten Jungen und Mädchen bei Herbst in der Seele für „Kinderpornographie“ halten, hilft vielleicht ein Aufklärungsfilm aus den 70ern. Schließlich war man in sexualpolitischen Debatten auch schon mal weiter …

Infantile Inquisition: Aus Verdrängern werden Verfolger?

Die „anti“deutsche Pädo-Hatz geht in die nächste Runde: Meinungsfreiheit ja — für Rassisten, für Vergewaltiger, für Kriegshetzer, aber doch bitte nicht für „Abartige“!

Individualisierungskritik bei Adorno und Foucault

Horkheimer/Adorno:

Das Prinzip der Individualität war widerspruchsvoll von Anbeginn. Einmal ist es zur Individuation gar nicht wirklich gekommen. Die klassenmäßige Gestalt der Selbsterhaltung hat alle auf der Stufe bloßer Gattungswesen festgehalten. Jeder bürgerliche Charakter drückte trotz seiner Abweichung und gerade in ihr dasselbe aus: die Härte der Konkurrenzgesellschaft. Der Einzelne, auf den die Gesellschaft sich stützte, trug ihren Makel an sich; in seiner scheinbaren Freiheit war er das Produkt ihrer ökonomischen und sozialen Apparatur. An die je herrschenden Machtverhältnisse appellierte die Macht, wenn sie den Spruch der von ihr Betroffenen einholte. Zugleich hat in ihrem Gang die bürgerliche Gesellschaft das Individuum auch entfaltet. Wider den Willen ihrer Lenker hat die Technik die Menschen aus Kindern zu Personen gemacht. Jeder solche Fortschritt der Individuation aber ist auf Kosten der Individualität gegangen, in deren Namen er erfolgte, und hat von ihm nichts übriggelassen als den Entschluß, nichts als den je eigenen Zweck zu verfolgen. Der Bürger, dessen Leben sich in Geschäft und Privatleben, dessen Privatleben sich in Repräsentation und Intimität, dessen Intimität sich in die mürrische Gemeinschaft der Ehe und den bitteren Trost spaltet, ganz allein zu sein, mit sich und allen zerfallen, ist virtuell schon der Nazi, der zugleich begeistert ist und schimpft, oder der heutige Großstädter, der sich Freundschaft nur noch als „social contact“, als gesellschaftliche Berührung innerlich Unberührter vorstellen kann.

Max Horkheimer ; Theodor W. Adorno, „Kulturindustrie“. In: Dialektik der Aufklärung. Philosophische Fragmente (Fischer: Frankfurt/M., 1989), 164.

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Ein Araber entdeckt Paris (II): Prüfungen — wtf?

Puh, die sechste von sieben Prüfungen hinter mir! Und wegen Urlaub und Semesterferien wird die siebte leider erst in anderthalb Monaten stattfinden. Zeit, meine Reihe „Ein Araber entdeckt Paris“ fortzusetzen. Es geht — dies kurz zur Wiederholung — um Rifaʿa al-Tahtawi, der zwischen 1826 und 1831 im Auftrag seines Paschas eine Studienmission in der französischen Hauptstadt absolvierte mit dem Ziel, sein eigenes Land wirtschaftlich und technisch zu modernisieren. In seinem 1834 abgefassten Reisebericht schreibt er, neben anderen Dingen, über die wunderlichen Eigenarten der Franzosen, so z.B. ihren Rassismus und ihre Homophobie, die er sich allerdings meist recht naiv erklärt (den Rassismus etwa, indem er ihn als ästhetisches Missfallen an der schwarzen Hautfarbe deutet).

In der folgenden Passage geht es um das System der kontinuierlichen Prüfungen, denen er während seines Aufenthalts auch selbst unterworfen wird und die er seinen Lesern, welche damit offenbar nicht vertraut sind, erst umständlich erklären muss: (mehr…)