Den Kolonialismus als für die Kolonisierten selbst vorteilhaft darzustellen, das schafft auch unser „anti“deutscher Westentaschen-
Greek for Dissolution
Den Kolonialismus als für die Kolonisierten selbst vorteilhaft darzustellen, das schafft auch unser „anti“deutscher Westentaschen-
Wusste gar net, dass du dich zwischenzeitlich auf mich eingeschossen hast. Eine differenzierte Analyse des Kolonialismus erspart dir das aber nicht. Zudem kannst du anscheinend Kolonialismus nur als abgedichtete Kategorie denken, die dir dann die einzelnen Fallanalysen erspart.
Im Falle des Westjordanlandes von „Kolonialismus“ zu reden, entblößt dich allerdings jeder Kompetenz. Enpörst du dich mit der gleichen folgerichtigen Theatralik über die „Kolonisierung“ Ostpreußens durch Polen und Litauen?
wenn die zahlen von der „jüdischen allgemeinen“ kommen, darf man sie ja getrost glauben, nicht wahr? und wenn palästinenser „das richtige“ denken/wollen, verdienen sie natürlich auch jede unterstützung (ansonsten schreibt man palästinenser gerne mit „“ oder stellt sie als antisemitisches kollektiv hin); ähnlich wie grigats exil-iraner. auch broder bringt in fast jedem zweiten interview/text einen „palästinensischen freund“, der ihm dies oder jenes gesagt hätte.
Den Kolonialismus „differenziert“ zu betrachten (was wohl so viel heißen soll wie: auch seine angeblichen Vorzüge nicht ganz unerwähnt zu lassen), stelle ich mir angesichts von 50 bis 60 Millionen Leben, die er allein am Ende des 19. Jahrhunderts gekostet hat, und dem dauerhaften Sturz in Armut und Elend, den er bewirkt hat, tatsächlich etwas schwierig vor.
Dein Aufruf zu einer „differenzierten Betrachtung“ erinnert mich da fast schon an das so oft veralberte „Autobahn“-Argument der deutschen Rechten: Am Nationalsozialismus sei ja schließlich nicht alles schlecht gewesen!