Mei, waren das noch Zeiten, als der englische Dichter und Kulturkritiker Matthew Arnold (gest. 1888) culture als „the best that has been thought and said“ definierte — und zwar ganz unabhängig davon, wo es vom Stapel gelassen wurde. Aber Nick Cohen, Renegat der britischen Linken, hält es ja lieber mit der Tradition von Johann Gottfried Herder, der den Kulturbegriff völkisch departmentalisierte:
Die Linke hat im 20. Jahrhundert die großen Kämpfe um die Gleichberechtigung der Frauen, gegen den Rassismus und die Homophobie gewonnen. [So, hat sie das?] Aber sie schleppt als Erbe mit sich herum, dass es rassistisch sei, andere Kulturen zu kritisieren, und seien sie noch so autoritär.
Herr Cohen, vielleicht ist es ja auch schon rassistisch, die Gesellschaften des Nahen und Mittleren Ostens als „andere Kulturen“ zu betiteln? (Einmal davon abgesehen, wie unverschämt es ist, Homophobie und Rassismus überhaupt unter „Kultur“ zu fassen; in Ihrem eigenen Fall tun sie das doch auch nicht!) Aber da haben Sie und die von Ihnen denunzierte Linke ja mal was gemeinsam aufzuarbeiten. Am besten im Verein mit dem deutschen Kriegsblättchen, das Sie zusammen mit einem rassistischen Pornostar auf seine neu hingerotzten Seiten geholt hat.

Meine Worte.
Ja, ham wa schon jewonnen?
Dieses Früchtchen Lucas wird mit seinem Ziegenfickeranwurf gegen Muslime und europäische Schwule nun auch schon in diesem rassistisch-kulturalistisch argumentierendem Artikel wohlwollend zitiert: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/25/25715/1.html
*lol* Mal wieder das alte Gerücht von Peter Tatchell ohne Quellenangabe in die Welt gestreut! Es gibt keine seriösen Menschenrechtsorganisationen, die so etwas behaupten. Die einzige Organisation, die Zahlen nennt, ist die Boroumand Foundation:
Und davon sind über 90% während der Zeit des „Großen Terrors“ (1979 bis 1983) hingerichtet worden.
Die Zahl von 4.000 ermordeten iranischen Homosexuellen ist ein typisches Beispiel für „urban legends“ im internationalen Journalismus: Der eine schreibt vom andern ab, anschließend beruft sich der erste wieder auf den zweiten usw. usf.
Was den Autoren „Ernst Corinth“ angeht, möge man sich nur mal diese Scheiße zu Gemüte führen! Das sagt eigentlich alles.