Jungle Welt goes culturalism

Mei, waren das noch Zeiten, als der englische Dichter und Kulturkritiker Matthew Arnold (gest. 1888) culture als „the best that has been thought and said“ definierte — und zwar ganz unabhängig davon, wo es vom Stapel gelassen wurde. Aber Nick Cohen, Renegat der britischen Linken, hält es ja lieber mit der Tradition von Johann Gottfried Herder, der den Kulturbegriff völkisch departmentalisierte:

Die Linke hat im 20. Jahr­hundert die großen Kämpfe um die Gleichberech­tigung der Frauen, gegen den Rassismus und die Homophobie gewonnen. [So, hat sie das?] Aber sie schleppt als Erbe mit sich herum, dass es rassistisch sei, andere Kulturen zu kritisieren, und seien sie noch so autoritär.

Herr Cohen, vielleicht ist es ja auch schon rassistisch, die Gesellschaften des Nahen und Mittleren Ostens als „andere Kulturen“ zu betiteln? (Einmal davon abgesehen, wie unverschämt es ist, Homophobie und Rassismus überhaupt unter „Kultur“ zu fassen; in Ihrem eigenen Fall tun sie das doch auch nicht!) Aber da haben Sie und die von Ihnen denunzierte Linke ja mal was gemeinsam aufzuarbeiten. Am besten im Verein mit dem deutschen Kriegsblättchen, das Sie zusammen mit einem rassistischen Pornostar auf seine neu hingerotzten Seiten geholt hat.


5 Antworten auf „Jungle Welt goes culturalism“


  1. Gravatar Icon 1 narodnik 15. Juli 2007 um 23:19 Uhr

    Meine Worte.

  2. Gravatar Icon 2 Schatten.kontrastieren 16. Juli 2007 um 2:19 Uhr

    Ja, ham wa schon jewonnen?

  3. Gravatar Icon 3 bgdoq 16. Juli 2007 um 11:23 Uhr

    Dieses Früchtchen Lucas wird mit seinem Ziegenfickeranwurf gegen Muslime und europäische Schwule nun auch schon in diesem rassistisch-kulturalistisch argumentierendem Artikel wohlwollend zitiert: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/25/25715/1.html

  4. Gravatar Icon 4 lysis 16. Juli 2007 um 13:22 Uhr

    Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen sollen seitdem mehr als 4.000 Homosexuelle im Iran hingerichtet wurden sein

    *lol* Mal wieder das alte Gerücht von Peter Tatchell ohne Quellenangabe in die Welt gestreut! Es gibt keine seriösen Menschenrechtsorganisationen, die so etwas behaupten. Die einzige Organisation, die Zahlen nennt, ist die Boroumand Foundation:

    According to The Boroumand Foundation [7], there are records of at least 107 executions with charges related to homosexuality between 1979 and 1990.

    Und davon sind über 90% während der Zeit des „Großen Terrors“ (1979 bis 1983) hingerichtet worden.

    Die Zahl von 4.000 ermordeten iranischen Homosexuellen ist ein typisches Beispiel für „urban legends“ im internationalen Journalismus: Der eine schreibt vom andern ab, anschließend beruft sich der erste wieder auf den zweiten usw. usf.

  5. Gravatar Icon 5 lysis 16. Juli 2007 um 13:49 Uhr

    Was den Autoren „Ernst Corinth“ angeht, möge man sich nur mal diese Scheiße zu Gemüte führen! Das sagt eigentlich alles.

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