Archiv für Juli 2007

Fanatiker der Affirmation

In der Leipziger Post-Linken hat sich offenbar eine neue Gruppe von „anti“deutschen Staatsfanatikern formiert. Zu den Peinlichkeiten siehe hier und hier!

Unverbesserliche Deutschtümler

Thomas Ebermann über DIE LINKE und ihr Bekenntnis zu Volk und Nation:

(via freie-radios.net)

Jungle Welt goes culturalism

Mei, waren das noch Zeiten, als der englische Dichter und Kulturkritiker Matthew Arnold (gest. 1888) culture als „the best that has been thought and said“ definierte — und zwar ganz unabhängig davon, wo es vom Stapel gelassen wurde. Aber Nick Cohen, Renegat der britischen Linken, hält es ja lieber mit der Tradition von Johann Gottfried Herder, der den Kulturbegriff völkisch departmentalisierte:

Die Linke hat im 20. Jahr­hundert die großen Kämpfe um die Gleichberech­tigung der Frauen, gegen den Rassismus und die Homophobie gewonnen. [So, hat sie das?] Aber sie schleppt als Erbe mit sich herum, dass es rassistisch sei, andere Kulturen zu kritisieren, und seien sie noch so autoritär.

Herr Cohen, vielleicht ist es ja auch schon rassistisch, die Gesellschaften des Nahen und Mittleren Ostens als „andere Kulturen“ zu betiteln? (Einmal davon abgesehen, wie unverschämt es ist, Homophobie und Rassismus überhaupt unter „Kultur“ zu fassen; in Ihrem eigenen Fall tun sie das doch auch nicht!) Aber da haben Sie und die von Ihnen denunzierte Linke ja mal was gemeinsam aufzuarbeiten. Am besten im Verein mit dem deutschen Kriegsblättchen, das Sie zusammen mit einem rassistischen Pornostar auf seine neu hingerotzten Seiten geholt hat.

(Un)Holy Alliance: Islamism & the Gay International

Desiring Arabs I‘ve waited half a year for this book to come out. But now that it has come out, I‘m too busy to read it. What a crap! But let’s have a sneak preview:

A puritanical Islamism (and secular conservatism, at times) borrowing most of its puritanism from Western Christianity and Western conservatism built up an unwitting alliance with the crusading Gay International in identifying people who practice certain forms of sex. The Gay International and the Islamists agreed that such practitioners must be identified. Where they disagreed was on whether they should be identified and endowed with rights and accorded the protection of the state, as the Gay International demands, or identified, repressed, and subjected to the punishment of the state, as the Islamists and other conservatives demand. In the history of Western homosexuality, as Michel Foucault noted, the discourses of power that produced and controlled „homosexuality“ made „possible the formation of a ‚reverse‘ discourse: homosexuality began to speak in its own behalf, to demand that its legitimacy or ‚naturality‘ be acknowledged, often in the same vocabulary, using the same categories by which it was medically disqualified.“ As we saw in this chapter, a similar operation was repeated in the Arab world when Islamists adopted the very same vocabulary and classifications of the Gay International to disqualify the very same gayness that the Gay International had been trying to legitimize. Making the state the arena where sexual practices are transformed into identities was indeed the novelty that the last two decades have fostered. In a context where the state has been the enforcer of repression of society at large, the Islamist call is consistent with such a role. What is ironic is that the state would be called upon by the Gay International, which is seeking liberation from repression but who claim it as the liberating organ.

Joseph A. Massad, Desiring Arabs (Chicago: University of Chicago Press, 2007), 265.

Rassismus in der Soziologie

Als Ergänzung zu diesem Exposé noch ein kleines, schnell hingeschmiertes Thesenpapier, das auf meiner Lektüre von Mark Terkessidis‘ Psychologie des Rassismus beruht. (Und damit endlich die vierte von sieben Prüfungen erfolgreich hinter mich gebracht …)

  • Rassismus ist kein klassischer Gegenstand der Soziologie. Erste Ansätze zum Thema finden sich nicht vor den 60er Jahren, und eine etwas breitere Aufnahme des Gegenstands lässt sich gar erst in den 80er Jahren verzeichnen. Das liegt unter anderem daran, dass Rassismus kein Objekt ist, das in derselben Weise gegeben wäre wie andere soziologische Gegenstände — etwa Familie, Organisation, Schicht, Klasse oder Stand. Rassismus ist vielmehr ein Prozess, in dem Gegenstände geschaffen werden: die „weiße Rasse“, der „Neger“, die „fremde Kultur“. Es bedurfte daher eines theoretischen Perspektivwechsels, um nicht diese Objekte selbst zu studieren, sondern stattdessen die ihnen zugrundeliegenden Konstruktionsprozesse sichtbar zu machen.
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„Oriana Fallaci ist meine Heldin“

Interview mit einem schwulen Rassisten. Fast glaubt man, Tjark hätte mit sich selbst gesprochen! :P

Die neue Jungle World …

Vergessen ist, dass er [Lafontaine] … die deutsche Einheit aus Kostengründen absagen wollte … das hat ihn weder politisch diskreditiert noch als Linken unglaubwürdig gemacht.

national zuverlässig wie eh und je.

„Revolte gegen die Moderne“

Ein relativ spannendes Interview mit Detlev Claussen — einem Soziologen in der etwas altbackenen Tradition von Horkheimer/Adorno — über Fundamentalisierungsprozesse, Identitätspolitik und Xenophobie:

(via IdrawESCAPEplans)