Leeres Schlagwort Universalismus

Im Gegenteil fiele gerade einer aufgeklärten Linken eigentlich die Aufgabe zu, den Konservativen in dieser Hinsicht den Kampf anzusagen. Wo diese den angeblich drohenden Untergang des Abendlandes als Motiv ihrer Islamkritik aufbieten, müsste jene Kosmopolitismus und Universalismus gegen den politischen Islam in Anschlag bringen.

… schreibt Alex Feuerherdt in der aktuellen Jungle World. Natürlich kommt der Autor nicht auf die Idee, dass auch der politische Islam universalistisch und kosmopolitisch ist, wenn er von sich behauptet, ahistorische, für alle gültige Ideen zu formulieren.

Universalismus ist eine leere Form, und man kann darunter genauso gut den Islam, die Menschenrechte, den Kapitalismus oder das heteronormative Regime des Westens fassen. Letztlich ist es eine Frage der Macht, wer seine Vorstellungen als universell zu rahmen vermag und dadurch alles andere zu Erscheinungsweisen eines überholten „kulturellen Partikularismus“ herabdrückt — wie etwa die Taliban, als sie die Buddha-Statuen von Bamiyan in die Luft sprengten.

Wenn Feuerherdt von Universalismus spricht, dann geht es darum, für andere Menschen zu entscheiden, was gut für sie ist. Es ist das genaue Gegenteil von Kritik, die als bestimmte Negation ja gerade einen spezifischen Geltungsanspruch unterhöhlen will. Universalismus dagegen ist Fundamentalismus by another name — der Glaube an eine historisch unzerrüttbares Wahrheitsfundament, dem qua Gewalt (wieder) allgemeine Anerkennung verschafft werden müsse.

Anders als sich Alex Feuerherdt einbildet, hat er kein Monopol auf die Zurückweisung „kultureller Partikularismen“. Denn die praktiziert auch Osama bin Laden, indem er die USA zur religiösen Konversion aufruft. Wenn die Linke sich vom politischen Islam absetzen will, dann wird ihr das mit leeren Schlagwörtern wie „Universalismus“ und „Kosmopolitismus“ kaum gelingen. Globale Geltungsansprüche für seine Ideen einer guten Herrschaft kann schließlich jeder reklamieren — der Schariʿa-Fan bin Laden genauso wie der Bush-Fan Alex Feuerherdt.

Kritik an Herrschaft indessen ist nicht universalistisch, d.h. auf Ontologisierung und Verewigung gerichtet, sie ist destruktiv. Aber das werden „aufgeklärte Linke“ — die wohl irgendwo bei Locke und Montesquieu hängen geblieben sind — sicher nie kapieren.


41 Antworten auf „Leeres Schlagwort Universalismus“


  1. Gravatar Icon 1 MomoRules 22. September 2007 um 9:49 Uhr

    Das ist falsch, also so, wie Du’s schreibst. Universalisierbarkeit ist auch ein Kriterium für genau jene Moralität, die Du fortwährend in Anspruch nimmst, wenn Du kritisierst.

    Was nicht universalisierbar ist im Sinne allgemeiner Zustimmungsfähigkeit unter rationalen Bedingungen, also z.B. dem Verzicht auf „höhere Wahrheiten“, ist auch nicht moralisch und somit falsch.

    „… der Glaube an eine historisch unzerrüttbares Wahrheitsfundament, dem qua Gewalt (wieder) allgemeine Anerkennung verschafft werden müsse.“

    Das haben z.B. die Amis und Lenin draus gemacht, ja. Das ist aber nicht begründbar.

    So als jemand, auf Locke hängen geblieben ist und sich hier mal so richtig in die Nesseln setzen will :-) … mir ist grad so danach.

  2. Gravatar Icon 2 lysis 22. September 2007 um 13:03 Uhr

    Es wäre ja schrecklich, wenn sich das, was als zustimmungsfähig gilt, nicht historisch ändern würde! Dann säßen Schwule heute noch im Knast.

    Kritik ist halt nicht der Versuch, einen Geltungsanspruch zu universalisieren, d.h. ihn jenseits von Raum und Zeit zu setzen, sondern seine Evidenz durch lokale Intervention in das Wissen einer Gesellschaft zu untergraben.

  3. Gravatar Icon 3 lysis 22. September 2007 um 13:12 Uhr

    Philosophie ist eine Bewegung, mit deren Hilfe man sich nicht ohne Anstrengungen und Zögern, nicht ohne Träume und Illusionen von dem freimacht, was für wahr gilt, und nach anderen Spielregeln sucht.

    —Michel Foucault

    Ganz empfehlenswert dazu: Thomas Lemke, Relativismus revisited

  4. Gravatar Icon 4 beniflip 22. September 2007 um 15:37 Uhr

    „jeder nach seinen fähigkeiten und jedem nach seinen bedürfnissen“ ist aber doch auch ein universalistischer geltungsanspruch, ein imperativ welcher auch mit gewalt durchzusetzen wäre – es kommt doch letzlich auf den inhalt an …

  5. Gravatar Icon 5 lysis 22. September 2007 um 16:09 Uhr

    das ist kein wahrheitsfähiger geltungsanspruch, das ist eine forderung. darauf würde dir ein bürger einfach antworten: so funktioniert gesellschaft leider nicht!

  6. Gravatar Icon 6 beniflip 22. September 2007 um 17:02 Uhr

    aha.. hört sich ganz schön schlau an was du da schreibst.. das argument haut mich glatt vom sessel..lysis.

  7. Gravatar Icon 7 MomoRules 22. September 2007 um 20:11 Uhr

    „Es wäre ja schrecklich, wenn sich das, was als zustimmungsfähig gilt, nicht historisch ändern würde! Dann säßen Schwule heute noch im Knast.“

    Nee, eben gerade nicht, weil man die ja auch fragen müßte, bevor man Zustimmungsfähigkeit konstatiert.

    Zudem Du ja wahrscheinlich auch universell konstatieren würdest, daß Schwule nicht wegen „Schwulsein“ in den Knast sollten, vermute ich? Oder gilt das nur relativ und patikular?

    Gilt übrigens selbst dann, wenn man „Schwulsein“ nicht als Universalie akzeptiert … kann man ja auch abstrakter fassen, so eine Regel.

    Hat Foucault ja auch alles nie wahr haben wollen, obwohl er’s de facto praktiziert hat, sonst machte all die Kritik ja gar keinen Sinn … weil ja gar nicht um Wahrheitsfragen geht, sondern um normative. Und bei Kurzschluß beider Bereiche ensthehen dann die von Foucault diagnostizierten, historischen Desaster wie auch jene, die man aktuell als „Neoliberalismus“ etikettieren kann …

  8. Gravatar Icon 8 lysis 22. September 2007 um 21:39 Uhr

    “Es wäre ja schrecklich, wenn sich das, was als zustimmungsfähig gilt, nicht historisch ändern würde! Dann säßen Schwule heute noch im Knast.”

    Nee, eben gerade nicht, weil man die ja auch fragen müßte, bevor man Zustimmungsfähigkeit konstatiert.

    Äh, naja, wenn du das unter allgemeiner Zustimmungsfähigkeit verstehst, dann musst du wohl auch Ahmadinedschad fragen, ob er die Menschenrechte überhaupt als solche akzeptiert. Wenn nicht, dann hast du gar nichts mehr gegen ihn auf der Hand.

    Zudem Du ja wahrscheinlich auch universell konstatieren würdest, daß Schwule nicht wegen “Schwulsein” in den Knast sollten, vermute ich? Oder gilt das nur relativ und patikular?

    Ja, da hättste mal den Text von Thomas Lemke lesen sollen. Die Ablehnung von Universalismus ist nämlich noch lange nicht gleichbedeutend mit Relativismus:

    Aber Foucault geht noch einen Schritt weiter. Nicht nur kritisiert er den Universalismus in seinem Anspruch, die einzig richtige und legitime Form der Wahrheit zu sein. Er lehnt ebenso die Parteinahme für eine relativistische Position ab. Tatsächlich ist nämlich der Relativismus nur die Kehrseite der universalistischen Medaille, er löst das Problem nicht, sondern stellt es nur auf den Kopf. Ob von Universalien oder deren Relativität ausgegangen wird, in beiden Fällen bleibt die Konzeption auf ein Wesen oder eine Substanz bezogen.

    Auch der Relativismus unterstellt, daß es eine Konstanz oder ein Objekt gibt, das zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedlich gedacht und gelebt worden ist: Die Erfahrung mit der Sexualität oder der Umgang mit dem Wahnsinn waren im antiken Griechenland völlig andere als in modernen Gesellschaften und sie entziehen sich eines allgemeinen Maßstabs, der sie miteinander vergleichbar machen könnte (eben weil sie relativ auf die jeweils herrschenden Wahrheitsregime bezogen sind). Beiden gemeinsam ist jedoch die Sexualität oder der Wahnsinn, und es ist genau diese Annahme eines der Geschichte vorgängigen Objekts, das im Verlauf der Geschichte verändert und moduliert wird, die Foucault — zumindest als hypothetischen Ausgangspunkt seiner Untersuchungen — in Zweifel zieht.

    Ein Beispiel: In „Wahnsinn und Gesellschaft“ geht Foucault von der Annahme aus, daß „Wahnsinn“ als eine historische Universalie nicht existiert: Es hat nicht zu allen Zeiten „Wahnsinnige“ gegeben, die jeweils unterschiedlich wahrgenommen und behandelt wurden. Der Wahnsinn als „Krankheit“ und als Gegenstand eines medizinischen Wissens ist nichts Überzeitliches, sondern ein spezifisches Produkt der Moderne und der modernen Konzeption von Rationalität.

    Und natürlich verhält es sich genauso mit dem Thema „Homosexualität“: Dein Satz, dass Schwule nicht eingesperrt gehören, ist nicht etwa deshalb nicht universalisierbar, weil man ja auch locker das Gegenteil für wahr erachten könnte. Er ist nicht universalisierbar, weil er fraglos eine Gesellschaft unterstellt, in der gleichgeschlechtliche Liebe eine deviante Personenklasse definiert. In einer Gesellschaft, die gänzlich anders tickt, gibt diese Argumentation („Schwule haben gleiche Rechte“) gar keinen Sinn.

    Und das ist nicht nur eine spitzfindig-theoretische Frage. Es ist auch eine Frage der situativen Ausübung imperialistischer Definitionsmacht, wenn lesbisch-schwule Menschenrechtsorganisationen aus dem Westen sich hinstellen und die zwei in Maschhad (Iran) gehängten Jugendlichen zu „Homosexuellen“ erklären, obwohl die beiden sich nicht im Mindesten so verstanden haben. Da wird den Leuten angeschafft, dass sie sich gefälligst als Schwule zu definieren und zu verteidigen haben. Das haben die beiden Jugendlichen aber nicht gemacht. Die haben im Gegenteil darauf gepocht, dass sie sich gerade nicht von ihren Altersgenossen unterscheiden; dass das alle in ihrer Nachbarschaft machen und dass sie nicht sehen, warum gerade sie dafür bestraft werden sollten.

    Ganz ähnlich haben die Sodomiter in den Verhörakten der frühen Neuzeit argumentiert: erstens sähen sie nicht, was daran ein schlimmes Verbrechen sein soll, und zweitens müsste man, wenn man sie verbrennt, auch gleich die halbe Stadt verbrennen. Die haben also eine völlig andere Art der Kritik geführt als du, und deswegen ist deine Argumentation nicht universalisierbar. Sie setzt eine bestimmte gesellschaftliche Praxis voraus, an der du eine lokale und eben keine überzeitliche Kritik üben kannst, weil diese Kritik immer bezogen bleibt auf eine historisch konkrete Form von Herrschaft.

  9. Gravatar Icon 9 Kranz 23. September 2007 um 8:48 Uhr

    So ein Unsinn; ohne Wahrheitsanspruch kann man überhaupt nichts kritisieren, und Foucault erhebt ständig implizit diesen Anspruch für seine Thesen. Warum sollte er sie sonst vorbringen?

    Das er von seiner Position aus konsequenterweise einen solchen Anspruch nicht erheben kann, stimmt natürlich. Das zeigt aber nur, dass Foucault nicht überzeugend argumentiert und seine Argumentation deshalb nicht ernst genommen werden sollte. Ist mehr etwas für Leute wie Lysis, die sich gut fühlen, wenn sie andere als Rassisten und Rechte oder Islamophobe denunzieren können; dazu taugt Foucault sehr gut. Aber für eine ernsthafte Diskussion über moralphilosophische oder politische Fragen sind seine Theorien völlig wertlos.

  10. Gravatar Icon 10 MomoRules 23. September 2007 um 9:32 Uhr

    Lysis, das ist ja alles richtig, aber das ist wirklich die klassisches „Wahrheitsfrage“, an deren Leitfaden man dann z.B. den Herrn Lembke lesen kann, keine Frage nach der moralischen Richtigkeit einer Regel, die überhaupt nur diskutierbar ist, wenn man Betroffene fragt.

    Und auch da ist ja die Frage, aus welcher Perspektive, von welchem Standpunkt aus er dann selbst zu diagnostizieren vermag, daß „Wahnsinn“ von „moderner Rationalität“ konstituiert sei, was ja durchaus der Fall ist oder sein kann, aber was ist denn das Medium der Erkenntnis dessen? Die gleiche, moderne Rationalität, oder eine überzeitliche, oder eine, die schon irgendwie historisch weiter wäre?

    Ich weiß, das sind jetzt alles Habermas-Paraphrasen, aber man kann schon aus methodischen Gründen sich mal fragen, ob der nicht auch zwischendurch mal Recht hatte.

    „Äh, naja, wenn du das unter allgemeiner Zustimmungsfähigkeit verstehst, dann musst du wohl auch Ahmadinedschad fragen, ob er die Menschenrechte überhaupt als solche akzeptiert. Wenn nicht, dann hast du gar nichts mehr gegen ihn auf der Hand.“

    Ja, in der Tat, nix als die besseren Gründe.

    Aber ich bin ja auch kein Neocon.

    Und nach allem, was man aus Teheran so hört, ist das ja auch eine ziemlich wackelige Basis, auf der er so agiert. Da verbreitet sich sozusagen gerade (wieder oder immer noch) eine spezifisch moderne Rationalität (mit all ihren Schattenseiten), und vor der sucht er sich durch Atomprogramme zu retten.So berichteten zumindest jene, die vor Ort waren.

    Chomsky/Foucault muß ich mir noch mal in Ruhe anhören, ich bin immer so fasziniert von Foucaults Mimik bei dem Interveiw, daß ich nicht mehr zuhöre …

    Kennst Du diesen berühmten Aufsatz von Foucault zu Kants „Was ist Aufklärung?“?

  11. Gravatar Icon 11 lysis 23. September 2007 um 12:55 Uhr

    @momorules: Zu den Fragen über moderne Rationalität und warum man die in ihrem eigenen Register kritisieren muss, damit die Kritik überhaupt funktionieren kann (ähnlich geht ja das Argument in der Negativen Dialektik), hat Lemke eigentlich alles geschrieben. Das interessiert mich auch nicht weiter.

    Aber wende doch mal deine Kritik auf den von mir gegebenen Gegenstand an! Wo ist denn da irgendetwas aporetisch, wenn ich die Universalisierbarkeit der Konzeption von „Schwulen“ als distinkter Personenklasse mit historischen Argumenten in Frage stelle, wie das die gesamten gay & lesbian studies tun? Dazu brauche ich noch nicht einmal die „moderne Rationalität“ zu problematisieren, wie das Foucault bei der Dekonstruktion des Wahnsinns unternimmt.

    Ich halte deinen Versuch nachzuweisen, dass man aus dieser (mir im Übrigen ziemlich verrückt erscheinenden) Denkform nicht ausscheren könne, für völlig an den Haaren herbeigezogen. Und selbst wenn es so wäre, dass man als Mitglied dieser Gesellschaft nicht anders denken kann, wäre das noch immer kein Beleg dafür, dass diesem Denken allein deshalb schon eine transhistorische Universalität zukommt. Das ist doch sehr gut widerlegbar und in mehreren Dutzend Büchern auch gemacht worden!

    Im Übrigen läuft das Ganze ja darauf hinaus zu beweisen, dass die bürgerliche Gesellschaft mit ihren historischen Wahrheiten à la „Männerficker sind eine Spezies“ unhintergehbar ist, und dass sich alle dieser Logik fügen müssten, weil ja schließlich wir uns selbst nicht in Frage stellen können! Selbstreflexion — wo kämen wir denn da hin …

  12. Gravatar Icon 12 lysis 23. September 2007 um 13:03 Uhr

    @Kranz:

    So ein Unsinn; ohne Wahrheitsanspruch kann man überhaupt nichts kritisieren, und Foucault erhebt ständig implizit diesen Anspruch für seine Thesen. Warum sollte er sie sonst vorbringen?

    Das er von seiner Position aus konsequenterweise einen solchen Anspruch nicht erheben kann, stimmt natürlich.

    Warum kann Foucault keinen Wahrheitsanspruch erheben? Weil er nachweist, dass „unsere“ Wahrheit historisch kontingent ist? Wo ist denn da der Widerspruch? Mit der von dir in Anspruch genommenen Logik scheinst du’s ja selbst nicht unbedingt zu haben.

  13. Gravatar Icon 13 lysis 23. September 2007 um 13:06 Uhr

    Im Übrigen kann ich hier nur noch mal Lemke selbst zitieren, dessen Lektüre sich ja die Leute hier zu verweigern scheinen:

    Es gibt einen entscheidenden Unterschied zwischen der Annahme historisch-kontingenter Wahrheiten und der These, daß es Wahrheit nicht gebe. Daß das eine permanent mit dem anderen gleichgesetzt wird und die These der Geschichtlichkeit der Wahrheit mit der Ablehnung von Wahrheit überhaupt identifiziert wird, ist bereits der Effekt einer ganz bestimmten Wahrheitskonzeption, innerhalb derer sich Wahrheit nur als universale qualifiziert und die alle anderen Konzeptionen von Wahrheit als „relativistisch“ zurückweist, weil sie den von ihr selbst gesetzten Kritierien, Standards und Regeln nicht genügen. Foucaults Kritik richtet sich genau gegen die Zwangswirkungen dieses „Wahrheitsspiels“, das uns scheinbar nur die „Alternative“ zwischen Relativismus und Universalismus läßt, das sich als universal versteht und doch — „in Wahrheit“ — eine historisch-spezifische (und das heißt nicht: relative) Konzeption von Wahrheit präsentiert.

    Vielleicht ein bisschen zu hoch, Herr Kranz, aber glauben Sie mir: ein Widerspruch lässt sich darin nicht finden.

  14. Gravatar Icon 14 MomoRules 23. September 2007 um 15:23 Uhr

    @Kranz:

    Nun mal nicht bitte meine meine Argumentaion durchkreuzen, indem man sie böswillig karrikiert. Was soll denn der Quatsch?

    @Lysis:

    Ach, was der Herr Lemke da schreibt ist doch, na, sagen wir reine Strategie.

    Immer die anderen denunzieren, indem man den Ort der eigenen Kritik auch ja nicht angibt, aber stets bereit ist, den Anderen dann als irgendwie machtbessenen, repressiv oder verblendet zu behaupten.

    Das ist ist doch, ganz im Ernst, einfach immer die gleiche Sauce von Horkheimer/Adorno über Foucault und die Postmodernen bis hin zu Lemke, der ja auch sehr gute Sachen schreibt. Will ich nicht mehr lesen müssen.

    Foucault war ja phasenweise wenigstens so ehrlich, diese „Zwangswirkungen“ auch seiner eigenen Theorie zuzuschreiben und eben einfach seinen eigenen Willen zur Macht auch offenzulegen; ansonsten ist das das gleiche Muster wie jenes der Liberalen, allen anderen den Willen zum Zwang zu unterstellen und sich selbst dann Freiheit als Nummernschild anzuheften.

    „Wo ist denn da irgendetwas aporetisch, wenn ich die Universalisierbarkeit der Konzeption von “Schwulen” als distinkter Personenklasse mit historischen Argumenten in Frage stelle, wie das die gesamten gay & lesbian studies tun?“

    Daran ist nix aporetisch, weil das ja wahr IST und Du und die gay & lesbian studies ganz klassisch das kritische Geschäft spezifisch moderner Rationalität z.B. eines Kant fortschreiben, in dessen Tradition Foucault sich ja trotz alledem auch immer wieder sah.

    Die materialen, politisch-strategischen Operationen, die z.B. Foucault beschreibt, sind ja nicht die moderne Rationalität schlechthin.

    Und der ganze kritische Impetus, der dahinter steckt, hinter den gay & lesbian studies, erhebt eben auch den durchaus universellen Anspruch, daß man sich eben für freie Selbstverwicklung unabhängig von Zuschriebungen z.B. von Dominanzkulturen, also z.B. von Kranz, entschieden können SOLLTE, wenn man denn will.

    Das heißt, daß diese ganze dekonstruktivistische Geschäft ja nicht nur auf der Ebene von Wahrheitsfragen – es ist schlicht Nonsens, also unwahr, unser Konzept von „homsoexualität“ als Schlüssel zu universellen Wahrheiten zu begreifen –, sondern eben auch von normatven Fragen, also: „Zwing mich nicht, mich mit diesem ganzen Scheiß auch noch zu belästigen, was denn „Homosexualität“ sei, dazu hast Du kein RECHT“, zu diskutieren ist.

  15. Gravatar Icon 15 lysis 24. September 2007 um 22:18 Uhr

    „verum index sui et falsi.“

    ich werde dir die nächsten tage antworten. im moment leider kaum zeit und muße.

  16. Gravatar Icon 16 Kranz 24. September 2007 um 22:19 Uhr

    [quote] Warum kann Foucault keinen Wahrheitsanspruch erheben? Weil er nachweist, dass “unsere” Wahrheit historisch kontingent ist? Wo ist denn da der Widerspruch? [/quote]

    Es gibt nur eine Wahrheit. Wenn Foucault behauptet (nachweisen tut er nämlich gar nichts), dass “unsere” Wahrheit historisch kontingent ist“, dann ist es diese Behauptung selber auch. Und damit ist sie hinfällig und als Quatsch erkannt. Warum sollen wir uns mit diesem Geschreibe aus den 70er Jahren beschäftigen, wenn unsere Wahrheit heute eine ganz andere ist?

  17. Gravatar Icon 17 lysis 25. September 2007 um 10:40 Uhr

    @Kranz: Tut mir leid, aber du hast wirklich ein grundsätzliches Argumentationsproblem: warum sollte denn eine Wahrheit „hinfällig und Quatsch“ sein, bloß weil sie historisch kontingent ist? So ein Urteil ergibt doch nur Sinn, wenn man diese Aussage an einem Konzept transhistorischer resp. „universaler“ Wahrheit misst. Wenn aber Foucault ein solches Konzept gerade zurückweist, warum sollte er sich dann selber daran messen lassen?

    Deine Argumentation ist also zirkulär: Die Behauptung, dass es keine universale Wahrheit gibt, erklärt sich selber für nicht universal und widerspricht damit dem Konzept universaler Wahrheit. Ja und? Das will sie doch gerade!

  18. Gravatar Icon 18 bigmouth 25. September 2007 um 13:03 Uhr

    eigentlich müssten wir jetzt anfangen, wahrheitstheorien auszupacken…

  19. Gravatar Icon 19 lysis 26. September 2007 um 0:12 Uhr

    also erstmal ist es ja evident, dass das, was für wahr gilt, sich ständig ändert. da müssten die universalisten erstmal mit einem argument rausrücken, warum ausgerechnet die wahrheitsvorstellungen der gegenwart transhistorisch sein sollen. aber im prinzip denkt das ja jede epoche von sich.

  20. Gravatar Icon 20 MomoRules 26. September 2007 um 9:36 Uhr

    Womit Du zum einen wieder nicht zwischen normativ und deskriptiv unterscheidest, und natürlich muß man keine transhistorische, überzeitliche Wahrheit annehmen, um wahre Sätze zu formulieren, sondern lediglich die Möglichkeit zugestehen, daß es sowas wie wahre Sätze universell geben kann, sonst könnte man gar nicht miteinander reden.

    Das sind aber zwei Ebenen, die an der Historizität von konkreten, materialen Aussagen nix ändern.

  21. Gravatar Icon 21 abdel kader 26. September 2007 um 14:00 Uhr

    da müssten die universalisten erstmal mit einem argument rausrücken, warum ausgerechnet die wahrheitsvorstellungen der gegenwart transhistorisch sein sollen. aber im prinzip denkt das ja jede epoche von sich.

    Im letzten Satz formulierst du aber selbst eine überhistorische Wahrheit ;)

    P.S. Was ist eigentlich mit dem Quote-Plugin passiert?

  22. Gravatar Icon 22 zeank 26. September 2007 um 14:19 Uhr

    Das Quote-Plugin hab ich töten müssen. Es war unanständig.

  23. Gravatar Icon 23 Kranz 26. September 2007 um 22:04 Uhr

    „warum sollte denn eine Wahrheit ‚hinfällig und Quatsch‘ sein, bloß weil sie historisch kontingent ist? So ein Urteil ergibt doch nur Sinn, wenn man diese Aussage an einem Konzept transhistorischer resp. ‚universaler‘ Wahrheit misst. Wenn aber Foucault ein solches Konzept gerade zurückweist, warum sollte er sich dann selber daran messen lassen?‘“

    Weil er es nicht zurückweist, sondern selber in Anspruch nimmt. Die
    Aussage ‚Es gibt keine universellen Wahrheiten‘ gilt natürlich auch für sich selbst; es ist also keine universelle Wahrheit, dass es keine universellen Wahrheiten gibt. Also wie sollte man diese Aussage anders bezeichnen denn als Quatsch? Man könnte höchstens höflicher sein und von irrelevant o.ä. sprechen. ‚Performativer Selbstwiderspruch‘ nennt sich das.

    „Die Behauptung, dass es keine universale Wahrheit gibt, erklärt sich selber für nicht universal und widerspricht damit dem Konzept universaler Wahrheit. Ja und? Das will sie doch gerade!“

    Ah ja, Foucault meint also gar nicht was er sagt. Warum sagt er es dann? Und was fangen wir mit dieser Aussage an? Sollen wir sie etwa ernst nehmen? Doch wohl kaum. Man fragt sich warum Leute so was von sich geben, als Argument kann es ja wohl kaum gemeint sein.

    „also erstmal ist es ja evident, dass das, was für wahr gilt, sich ständig ändert. da müssten die universalisten erstmal mit einem argument rausrücken, warum ausgerechnet die wahrheitsvorstellungen der gegenwart transhistorisch sein sollen. aber im prinzip denkt das ja jede epoche von sich. “

    Der Satz vom Widerspruch war zur Zeit des Aristoteles genauso wahr wie heute und in 100000 Jahren wird er auch genauso wahr sein. Und ähnliches gilt auch für die biologische Basis der menschlichen Bedürfnisse.

  24. Gravatar Icon 24 lysis 27. September 2007 um 4:29 Uhr

    Weil er [Foucault] es [das Konzept universeller Wahrheit] nicht zurückweist, sondern selber in Anspruch nimmt.

    Äh, wo tut er das?

    Die Aussage ‘Es gibt keine universellen Wahrheiten’ gilt natürlich auch für sich selbst; es ist also keine universelle Wahrheit, dass es keine universellen Wahrheiten gibt. Also wie sollte man diese Aussage anders bezeichnen denn als Quatsch?

    Vielleicht als folgerichtig? Ich kann das Problem überhaupt nicht sehen, das du da zu konstruieren versuchst.

    Man könnte höchstens höflicher sein und von irrelevant o.ä. sprechen. ‘Performativer Selbstwiderspruch’ nennt sich das.

    Du hast immer noch nicht zeigen können, wo da ein Widerspruch ist.

    Ah ja, Foucault meint also gar nicht was er sagt. Warum sagt er es dann?

    Wer sagt denn, dass er das nicht meint?

    Der Satz vom Widerspruch war zur Zeit des Aristoteles genauso wahr wie heute und in 100000 Jahren wird er auch genauso wahr sein.

    Der Satz vom Widerspruch ist nicht wahr, er ist ein Kriterium, das Aristoteles für die Wahrheit aufstellt. Man muss dieses Kriterium überhaupt nicht akzeptieren. Es gibt genug Leute, wie z.B. Theodor W. Adorno, die das vehement zurückweisen.

    Und ähnliches gilt auch für die biologische Basis der menschlichen Bedürfnisse.

    Biologische Bedürfnisse können nicht wahr sein. Wahrheitsfähig sind nur Sätze, zum Beispiel solche über die biologische Basis von Bedürfnissen. Und ob die für wahr gehalten werden, ist etwas, das sich ganz schnell ändern kann.

  25. Gravatar Icon 25 lysis 27. September 2007 um 4:45 Uhr

    Im Übrigen ist der Foucaultsche Begriff der „Wahrheitsspiele“ nur eine Expansion zu Wittgensteins Begriff der „Sprachspiele“. Nach Wittgenstein sind es bestimmte Sprachspiele, die einen Satz wahr machen, und keine für alle Zeit objektivierbaren Kriterien.

    Wittgenstein ist auch ein gutes Beispiel dafür, wie jemand zuerst einen positivistischen Wahrheitsbegriff entwickelt (so im Tractatus Logico-Philosophicus), um dann im Laufe seines philosophischen Nachdenkens diesen Wahrheitsbegriff auf die radikalst denkbare Weise zu verwerfen (so in seinen Philosophischen Untersuchungen).

    Ich kann nur empfehlen, den späten Wittgenstein zu lesen, um zu begreifen, was Foucault mit „Wahrheitsspielen“ meint. Da gibt es gar keine großen Differenzen außer der, dass Foucault den Aspekt der Macht an den wahrheitskonstituierenden Sprachspielen hervorhebt und so eine politische Dimension in die philosophische Theorie hineinträgt, die bei Wittgenstein erstmal nicht vorhanden ist.

  26. Gravatar Icon 26 lysis 29. September 2007 um 12:56 Uhr

    Ludwig Wittgenstein, Über Gewißheit

  27. Gravatar Icon 27 antikapl 13. Oktober 2007 um 16:02 Uhr

    Naja, ich bin schon der Auffassung, dass erst die Durchsetzung einer universellen Einheitskultur im Zuge der weltweiten Durchsetzung des Kapitalismus erst die Basis für eine Emanzipation der Menschheit von eben jener Herrschaft schafft. Gerade diesen Universalismus der kapitalistischen Grundwerte (Individualität, Gleichheit, Freiheit…) zu leugnen ist doch pure Ideologie: er ist einfach real gegeben und setzt sich immer weiter durch, während er zugleich auch einen immanenten, reaktionären widerstand hervorbringt (dafür steht halt z.B. Alquaida oder die westlichen Kulturalisten).

    Der Witz ist doch, dass ich von einem Bewusstsein aus, dass die Gleichheit aller Menschen als Gattungswesen nicht anerkennt, also etwa dem Bewusstsein einer Sklavenhaltergesellschaft oder einer feudalen Gesellschaft, auch eine Emanzipation aller Menschen garnicht denken kann. Auch ein rassistisches oder nationalistisches Denken, wie es sicherlich dem Kapitalismus zugleich auch immanent ist, ist diesem Ziel entgegengesetzt.

    Dass die Lehre von Alquaida nun eine Negation eben jenes Universalismus auf seiner eigenen Grundlage ist, will ich garnicht abstreiten. Andererseits unterscheidet Alquaida ja trotzdem zwischen Gläubigen und Ungläubigen und spricht den Ungläubigen die Menschenwürde ab, weshalb sie doch unterhalb der Standards der Aufklärung bleiben, wie der reale Kapitalismus als verwirklichte Aufklärung unterhalb dieser Standards bleibt.

    Ich will damit kein Lob der Aufklärung abgeben, aber nur betonen, dass es doch bitteschön auch zur Begründung einer communistischen Gesellschaft gewisser Dispositive (um mal einen Begriff von Foucault , hoffentllich nicht falsch, zu verwenden) braucht, die sicherlich nicht willkürlich aufgestellt werden dürfen, sondern eben die Dispositive der abzuschaffenden Gesellschaft sein müssen. Ähnlich wie halt Marx die Dispositive der bürgerlichen Ökonomie verwendete, um eine antibürgerliche Ökonomie zu schaffen (wie ja auch Foucault, allerdings kritisch gegen Marx, erkannt hat).
    Diese Dispositive sind eben Universalismus, Gleichheit der Menschen, Individualität, Willensfreiheit usw.

  28. Gravatar Icon 28 lysis 13. Oktober 2007 um 16:36 Uhr

    Was du aufzählst, sind keine Dispositive, sondern Ideologeme. Ein Dispositiv ist nach Foucault „ein entschieden heterogenes Ensemble, das Diskurse, Institutionen, architekturale Einrichtungen, reglementierende Entscheidungen, Gesetze, administrative Maßnahmen, wissenschaftliche Aussagen, philosophische, moralische oder philanthropische Lehrsätze, kurz: Gesagtes ebenso wohl wie Ungesagtes umfasst. […] Das Dispositiv selbst ist das Netz, das zwischen diesen Elementen geknüpft werden kann.“

    Die Psychiatrie beispielsweise ist ein Dispositiv. Sie besteht aus einer wissenschaftlichen Lehre ebenso wie aus architekturalen Einrichtungen (den „Irrenhäusern“) und rechtlichen Maßnahmen, die die Möglichkeit der Zwangseinweisung regeln.

    Die Willensfreiheit dagegen ist ein primitives anthropologisches Faktum, dessen prominente philosophische Rolle bereits in der mittelalterliche Theologie angelegt ist (ohne Willensfreiheit keine Schuld, ohne Schuld keine Sünde, ohne Sünde keine Buße). Im Grunde ist es ein Begriff des Strafrechts, genauer: ein Kriterium, das über die Sanktionierbarkeit normverletzender Handlungen entscheiden soll. Wenn die Willensfreiheit eingeschränkt ist, sei es durch Wahnsinn, Trunkenheit, äußeren Zwang oder mangelnde geistige Reife, muss freigesprochen oder die Strafe gemindert werden. Das ist ein Prinzip, das in der Schari‘a noch idealer verwirklicht wurde als im bürgerlichen Recht, weshalb es absoluter Schwachsinn ist, sich ein kapitalistisches Ausbeutungssystem herbeizuwünschen, um diesen „Wert“ in die Köpfe der Leute zu hämmern.

  29. Gravatar Icon 29 abdel kader 13. Oktober 2007 um 16:48 Uhr

    Ich will damit kein Lob der Aufklärung abgeben, aber nur betonen, dass es doch bitteschön auch zur Begründung einer communistischen Gesellschaft gewisser Dispositive (um mal einen Begriff von Foucault , hoffentllich nicht falsch, zu verwenden) braucht, die sicherlich nicht willkürlich aufgestellt werden dürfen, sondern eben die Dispositive der abzuschaffenden Gesellschaft sein müssen.

    Hör mal auf zu dichten!

  30. Gravatar Icon 30 lysis 13. Oktober 2007 um 17:19 Uhr

    Gerade diesen Universalismus der kapitalistischen Grundwerte (Individualität, Gleichheit, Freiheit…) zu leugnen ist doch pure Ideologie: er ist einfach real gegeben und setzt sich immer weiter durch, während er zugleich auch einen immanenten, reaktionären widerstand hervorbringt (dafür steht halt z.B. Alquaida oder die westlichen Kulturalisten).

    Das ist ja lustig. Es ist doch gerade die Behauptung von der Universalität bürgerlicher Werte, die ideologisch ist, und nicht umgekehrt. Dass sich etwas „immer weiter durchsetzt“, ist kein Argument dafür, das es universell (also für alle Zeiten und an jedem Ort) gültig wäre, geschweige denn, dass man es allein deshalb schon unterstützen müsste. Du nimmst ja die Macht, aufgrund derer sich etwas verallgemeinert, als Argument dafür, warum man sich damit solidarisieren sollte. Das ist einfach nur reaktionär.

    Der Witz ist doch, dass ich von einem Bewusstsein aus, dass die Gleichheit aller Menschen als Gattungswesen nicht anerkennt, also etwa dem Bewusstsein einer Sklavenhaltergesellschaft oder einer feudalen Gesellschaft, auch eine Emanzipation aller Menschen garnicht denken kann.

    Natürlich kann man das. Anders wäre Thomas Müntzer überhaupt nicht zu erklären. Davon abgesehen hat auch die Feudalgesellschaft die Gleichheit der Menschen vor Gott anerkannt, ähnlich wie die bürgerliche Gesellschaft sich auf die Gleichheit der Warenbesitzer vor dem Auge des Staates beruft. Der Witz an der bürgerlichen Gleichheit ist allerdings, dass es gerade die Gleichbehandlung durch das Recht ist, welche die Ungleichheit der Lebensverhältnisse beständig reproduziert. Deswegen ist diese Gleichheitsideologie mindestens so ideologisch wie jene formale Gleichheit, welche die Theologie den Menschen aufgrund ihrer Gottesebenbildlichkeit zusprach und die auf die materielle Distribution von Reichtum und Macht genauso wenig Einfluss besaß, wie das bürgerliche Recht für gleiche Lebenschancen sorgt. Man wird entweder reich oder arm geboren, und daran hat sich im Übergang vom Feudalismus zum Kapitalismus überhaupt nichts geändert.

    Auch ein rassistisches oder nationalistisches Denken, wie es sicherlich dem Kapitalismus zugleich auch immanent ist, ist diesem Ziel entgegengesetzt.

    Nein, Rassismus und Nationalismus sind mit dieser bürgerlichen Gleichheitsideologie aufs innerste verstrickt. Der Rassismus begann in den USA, als die Vorstellung, dass alle Menschen mit gleichen Rechten ausgestattet seien, auf die materielle Wirklichkeit der Sklaverei stieß. Wenn alle Menschen gleich geschaffen waren, dann waren die Negersklaven eben keine Menschen oder, wie man damals konsequent postulierte: nur Drei-Fünftel-Menschen.

    Wolfgang Pohrt hat diesen Zusammenhang eindrücklich entwickelt:

    Der Verbalradikalismus unterstellt, dass die Unterscheidung zwischen Rassismus und Antirassismus eine einfache, grundsätzliche und klare wäre. Das freilich ist keineswegs der Fall, weil die beiden untrennbar zusammengehören.

    Die Lehre vom Untermenschen bedarf nämlich des Glaubens an die absolute moralische Überlegenheit der aufklärerischen Idee, von Natur aus besäßen alle Menschen unabhängig von Stand, Geschlecht, Herkunft, Hautfarbe gleiche Rechte.

    Zum einen, weil daraus schwerwiegende Ungleichheit folgt: Wenn alle Menschen gleich sein sollen, sind es doch diejenigen gewiss nicht, welche das moralisch überlegene Prinzip nicht kennen oder beharrlich ablehnen. So entsteht aus der Gleichheitsidee ganz zwanglos die Idee einer moralischen Überlegenheit des abendländischen Kulturkreises, Nordamerika selbstverständlich eingeschlossen, über den moralisch minderwertigen Rest der Welt.

    Zum anderen, weil der Glaube an die prinzipielle Gleichheit dazu zwingt, Begründungen für tatsächliche Ungleichheit zu erfinden. Der Rassismus ist ein Rechtfertigungssystem, welches erklären soll, warum unter der Bedingung, dass eigentlich alle Menschen gleiche Rechte haben sollten, dies für die Behandlung der Farbigen in Afrika und anderswo durch die Weißen doch nicht gilt.

    Es gibt nur zwei Möglichkeiten: Entweder die Weißen sind minderwertig, gemessen an ihren eigenen moralischen Ansprüchen, oder die Farbigen sind keine vollwertigen Menschen – noch nicht oder grundsätzlich nicht, das ist dann die Differenz zwischen der pädagogischen und der harten Variante.

    Der Rassismus ist daher eine späte Erscheinung, im Altertum und bis weit in die Neuzeit hinein ist er unbekannt. Er setzt die Deklaration der Menschenrechte (1776 USA, 1789 Frankreich) voraus, ist untrennbar mit dem Imperialismus verbunden und entsteht im 19. Jahrhundert.

    Solange Moral und Politik noch getrennt waren und Geschichte unsentimental als Kampf aufgefasst wurde, bei dem es Sieger und Besiegte gibt, die einen eben die Herren sind und die anderen, die Unterworfenen, dann die Sklaven, solange brauchte man keinen Rassismus. Die spanischen Conquistadores, die Südamerika entvölkerten, kamen ganz ohne ihn aus.

    Desgleichen konnte der europäische Sklavenhandel darauf verzichten, er war ein Geschäft wie jedes andere auch. Die Ware wurde in Afrika günstig eingetauscht, zu wichtigen Umschlagplätzen wie Liverpool, Nantes und Amsterdam gebracht, dann weiterverfrachtet nach Brasilien oder nach Jamaika, dem Großverteiler für die britischen Kolonien in Nordamerika, für Mexiko, Kuba und Peru.

    Marktführer waren in dieser zeitlichen Reihenfolge Portugal, die Niederlande und England. Rund 40 Millionen Menschen gingen ab Mitte des 16. Jahrhunderts diesen Weg, die Hälfte von ihnen starb schon auf dem Transport.

    Das alles hat ohne Rassismus funktioniert. Man hatte nichts gegen Schwarze, und sie wurden auch nicht wegen ihrer Hautfarbe ausgesucht, sondern weil nur sie die Feldarbeit im feuchtheißen tropischen Flachland ertrugen. Der Rassismus fing erst an, als die Sklaverei zu Ende ging: 1833 in den englischen Kolonien, 1848 in den französischen Kolonien, 1865 in den USA.

    Das Ende kam mit der Erkenntnis, dass unter Bedingungen des Hochkapitalismus die freie Lohnarbeit der Sklavenarbeit hinsichtlich Rentabilität und Produktivität haushoch überlegen war: Während der Sklave als Vermögenswert erhalten und folglich auch bei schlechter Auftragslage von seinem Besitzer durchgefüttert werden sollte, musste der Tagelöhner unter solchen Umständen Eigenverantwortung übernehmen, d.h. er sollte selber schuld sein, wenn er verhungerte.

    Nach Manier des 19. Jahrhunderts wurde die nüchterne wirtschaftliche Konsequenz daraus, nämlich die Aufgabe der Sklaverei, in einen grandiosen, epochalen Befreiungsakt umgedeutet, der echte Begeisterung hervorrufen konnte.

    Ähnlich den Menschenrechtsbewegungen heute entstand damals eine breite und beim Publikum recht beliebte Agitation gegen die Sklaverei, die nunmehr als Beispiel verabscheuungswürdiger Barbarei erschien, wie sie fern der Zivilisation unter arabischen Räuberbanden und unter den wilden Stämmen Schwarzafrikas verbreitet sei.

    Eben noch Sklavenhändler und Sklavenhalter, waren die Europäer nun der edle Ritter, der den Sklaven ein Befreier ist und barbarischen Wilden ihre widerlichen Bräuche austreibt. Das war gleich ein weiterer Grund, in Afrika und anderswo nach dem Rechten zu schauen.

    Aus: Wolfgang Pohrt, FAQ, Berlin 2004, S. 36-39.

  31. Gravatar Icon 31 antikapl 13. Oktober 2007 um 17:22 Uhr

    Okay, statt dem Begriff Dispositiv, der wohl tatsächlich nicht das trifft, was ich aussagen will, ist der Begriff „Ideologem“ wohl tatsächlich angebrachter. Ich persönlich würde vielleicht den Begriff „Prämisse des Bewusstsein“ verwenden. Aber das ist eigentlich geschenkt, solange ich keinen Begriff aus einer bestehenden Theorie falsch verwende.

    Also ich gebe dir erstmal grundsätzlich recht darin, dass die Prämissen, auf denen das bürgerliche Bewusstsein aufbaut, älter als die bürgerliche Gesellschaft selbst sind. Im Christentum findet sich ja z.B. auch die Vorstellung von der abstrakten Gleichheit aller Menschen, im Gegensatz zu antiken Vorstellungen, die als Menschen nur den Freien ansahen. Es würde ja auch im Gegensatz zu meiner Grundannahme, dass sich eine Revolution immer auf die bestehenden Ideologeme stützen muss stehen, wenn ich behaupten würde, die bürgerlichen Revolutionäre hätten sich irgendwelche fundamental neuen ausgedacht. Es ging ihnen ja viel eher um die Verwirklichung im Kern christlicher Ideale in der Rechtsprechung (Marx bezeichnet in seiner Schrift „Zur Judenfrage“ den bürgerlichen Staat ja z.B. als Verwirklichung des Christentums).

    Zur Willensfreiheit: Die wird ja bei Kant ja auch nur als Postulat begründet, weil ohne ihre Annahme, wie du ja zutreffend schreibst, eine Morallehre garnicht forumliert werden könnte. Es gibt andererseits auch Philosophen, wie z.B. Schopenhauer, die dieses „primitive anthropologisches Faktum“ gänzlich leugnen. Wenn ich aber eine kritische Theorie der Gesellschaft betreiben will, muss ich die willensfreiheit ebenso postulieren wie Kant, da ich das menschliche Verhalten nur noch positivistisch erfassen, nicht aber kritisieren und seine Änderung einfordern könnte. Insofern muss ich mich also auf diese Prämisse der Aufklärung bzw. der bürgerlichen Rechtsprechung stützen.

    Die Annahme, dass jeder Mensch gleichermaßen einen freien Willen besitzt, ist allerdings ja auch schon eine universalistische Konzeption, genauso wie überhaupt die Rede von „dem Menschen“ einen gewissen Universalismus impliziert.

    Aber ich will jetzt mal einen argumentativ anderen Weg einschlagen. Der Universalismus des bürgerlichen Denkens ist ja insofern immer Ideologie, als dass die Menschen in der konkreten Wirklichkeit der bürgerlichen Gesellschaft ja gerade nicht gleich sind. Es hat zwar abstrakt jeder die gleichen Rechte und Chancen, aber das konkrete Anrecht auf die gleiche Erfüllung der Bedürfnisse bleibt aus und muss notwendig ausbleiben.
    Gleichzeitig schafft die bürgerliche Gesellschaft sowohl ideologisch als auch materiell auch in anderen Bereichen Trennungen zwischen den Menschen, die 1. Leid verursachen und 2. objektiv keinen Bestand haben müssten, z.B. in Alt und Jung, Deutsch und Nicht-Deutsch, heterosexuell und nicht-heterosexuell, Herrscher und Beherrschte, Reich und Arm etc.pp.
    Diesen Trennungen einen den Universalismus der bürgerlichen Gesellschaft transzendierenden antibürgerlichen Universalismus entgegenzuhalten, wie die bürgerlichen Revolutionäre dem feudal-christlichen Universalismus einen antifeudal-antichristlichen Universalismus entgegenhielten, halte ich für eine schlichte Notwendigkeit der Kritik und keine „Dichtung“.

    @ abdel kader:
    Ich gebe zu, dass ich leider oft dazu neige, schöne mit wahren Formulierungen zu verwechseln, aber Poesie ist schließlich als Aufhebung der herrschaftsgeformten Alltagssprache auch eine Form der Subversion.

  32. Gravatar Icon 32 antikapl 13. Oktober 2007 um 17:27 Uhr

    Zu der Formulierung „die 2. objektiv keinen Bestand haben müssten“:

    bei kategorien wie alt und jung meine ich dabei natürlich die Konstruktion bestimmter Identitäten und nicht die simple tatsache, dass Menschen nunmal altern.
    Ich denke, dass insbesondere diese Trennung der Menschheit angesichts der Veränderung der ges. Altersstruktur in den nächsten Jahrzehnten eine ziemlich wichtige Rolle spielen wird, was bisher im linken Diskurs leider viel zu selten thematisiert wird.

  33. Gravatar Icon 33 Hank Roberts 13. Oktober 2007 um 17:43 Uhr

    1. Die Gelegenheit, den Evergreen „Willensfreiheit – gibt es die?“ in seiner neuesten, diesmal hirnforscherischen Variante, zu diskutieren, bietet eine Veranstaltung des Sozialreferat der FU Berlin am 15. November mit Freerk Huisken zum Thema: „Hirnforscher machen mobil – gegen den Verstand

    2. „Ich gebe zu, dass ich leider oft dazu neige, schöne mit wahren Formulierungen zu verwechseln, aber Poesie ist schließlich als Aufhebung der herrschaftsgeformten Alltagssprache auch eine Form der Subversion.“

    Kann man eigentlich noch treffender formulieren, dass die Befassung mit antikapls Zeug die reine Zeitverschwendung ist?
    Sollte jetzt jemand darauf hinweisen, dass das keine Kritik im eigentlichen Sinn ist, weil nämlich die Argumente fehlen: Stimmt. So what, die Lebenszeit ist halt zu begrenzt, um wirklich auch noch das letzte Geschwurbel zu zersägen …

  34. Gravatar Icon 34 lysis 13. Oktober 2007 um 17:54 Uhr

    Aber ich will jetzt mal einen argumentativ anderen Weg einschlagen. Der Universalismus des bürgerlichen Denkens ist ja insofern immer Ideologie, als dass die Menschen in der konkreten Wirklichkeit der bürgerlichen Gesellschaft ja gerade nicht gleich sind. Es hat zwar abstrakt jeder die gleichen Rechte und Chancen, aber das konkrete Anrecht auf die gleiche Erfüllung der Bedürfnisse bleibt aus und muss notwendig ausbleiben.

    Aber der bürgerliche Gleichheitsbegriff bezieht sich gar nicht auf die Ebene der materiellen Bedürfnisbefriedigung, sondern nur auf die formale Gleichheit der Rechtsmonaden vor dem Gesetz. Und die ist nicht nur abstrakt vorhanden, sondern auch real durchgesetzt, weshalb da nichts mehr zu verwirklichen übrig bleibt.

  35. Gravatar Icon 35 antikapl 13. Oktober 2007 um 19:07 Uhr

    „Aber der bürgerliche Gleichheitsbegriff bezieht sich gar nicht auf die Ebene der materiellen Bedürfnisbefriedigung, sondern nur auf die formale Gleichheit der Rechtsmonaden vor dem Gesetz. Und die ist nicht nur abstrakt vorhanden, sondern auch real durchgesetzt, weshalb da nichts mehr zu verwirklichen übrig bleibt.“

    Ich denke einfach, dass es Sinn macht, auf die Beschränktheit dieses Gleichheitsbegriffs zu insistieren und auf seiner Grundlage einen neuen, antibürgerlichen zu entwickeln.
    Wenn du nicht davon ausgehst, dass jeder Mensch verdient, gleichermaßen als vernunftbegabtes Individuum anerkannt zu werden und in diesem Sinne universalistisch bist, dann befindest du dich einfach unterhalb jedweder zivilisatorischer Mindesstandards.
    Der so genannte „kategorische Imperativ“ von Marx baut doch genau darauf auf, dass er für alle Menschen gleichermaßen gilt. Konsequenterweise müsstest du den doch genauso kritisieren wie die bürgerlichen Philosophen.

  36. Gravatar Icon 36 lysis 13. Oktober 2007 um 19:52 Uhr

    Der Marxsche Imperativ „Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen“ hat mit der bürgerlichen Gleichheitsideologie überhaupt nichts zu tun, es sei denn, du gehst davon aus, dass jeder die gleichen Fähigkeiten und Bedürfnisse hätte, was absoluter Unsinn ist. Also wozu brauch ich diesen Gleichheitsbegriff, um eine kommunistische Gesellschaft einzurichten?

    Davon abgesehen finde ich, dass du die massenmörderischen und rassistischen Begriffe des europäischen Imperialismus wie etwa „zivilisatorisch“ doch mit etwas mehr Selbstreflexion gebrauchen solltest. Was macht denn die bürgerlichen Gesellschaften „zivilisatorischer“ als jede x-beliebige andere Gesellschaft? Vielleicht Auschwitz?

  37. Gravatar Icon 37 narodnik 14. Oktober 2007 um 2:57 Uhr

    Daß das Kapital die cosmopolitische Weltgesellschaft schon in negativer Form herstellt ist klar. Es ist aber mehr eine Binsenweisheit, daß der Kapitalismus selbst es ist der die Grundlage für die seine Abschaffung schafft… ohne Kapitalismus kann ich auch keinen Kapitalismus abschaffen, ist klar. Aber diese negative Vergesellschaftung ist keine besonders tolle Ausgangslage die irgendwie bejaht werden müsste.

    Das mit dem Individualismus „wie er einmal war“ ist heute auch nicht mehr. Überhaupt ist das ganze eine der schwächeren Thesen der alten Frankfurter Schule, v.a. vor dem NS-Erfahrungshintergrund und der Annahme jetzt werde alles etatistisch.

  38. Gravatar Icon 38 narodnik 14. Oktober 2007 um 2:57 Uhr
  39. Gravatar Icon 39 antikapl 16. Oktober 2007 um 0:43 Uhr

    @ lysis:

    Ich hab mit kategorischem Imperativ eher den gemeint „alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, geknechtetes, verlassenes und verächtliches Wesen ist.“ Hier ist doch schon vom „dem Menschen“ die Rede und es wird impliziert, dass alle Menschen gleichermaßen darunter leidern, wenn sie erniedrigt etc. werden. Zudem beansprucht der Imperativ ja allgemeine Gültigkeit (zumindest für alle Menschen, die nicht an Gott o.ä. glauben).
    Auch die Formulierung „Proletarier aller Länder vereingt euch“, also der gesamte Internationalismus der Arbeiterbewegung, basiert doch auf universalistischem Denken. Es macht angesichts der vom Kapital durchgesetzten Zerstörung ehemals getrennter Kulturräume halt keinen Sinn mehr, einen Unterschied zwischen Proletariern verschiedener Länder zu machen. Diese vom Kapital durchgesetzte Gleichheit, die zugleich die Aufspaltung der Welt in Proletarier und Kapitalisten, also Ungleichheit bedeutet, ist doch auch die Basis dafür, dass überhaupt an eine Aufhebung dieser Ungleichheit zu denken ist. Ein solcher Universalismus ist dann eben auch keine willkürliche Setzung, sondern eine schlichte Notwendigkeit bei der immanten Kritik des Kapitalismus.

    Zu der Kritik an dem Begriff „zivilisatorisch“: Ich bin mir nicht sicher, ob aus der Dialektik von Zivilisation und Barbarei, zwangsläufig der Schluss zu ziehen ist, dass man um der Verhinderung der Barbarei willen die Zivilisation zerstören muss. Wir sind als zivilisierte Menschen einfach nicht in der Lage, irgendetwas außerhalb der Zivilisation zu denken, das nicht Barbarei wäre, unser gesamtes Denken basiert doch einfach auf Zivilisation und selbst wenn wir diese Zivilisation kritisieren, beziehen wir uns auf die Prinzipien derselben.

    @ narodnik:

    Die Beseitigung vormoderner Strukturen sehe ich schon als Bedingung für den Communismus an, obwohl es ja auch viele marxistische Theoretiker gibt, die dies vehemnt bestreiten (z.B. Robert Kurz). Da diese Beseitigung jedoch als bereits durchgeführt betrachtet werden muss, ist ein Lob des Kapitalismus daraus heutzutage tatsächlich nicht abzuleiten.
    Diese Streitfrage war in der Geschichte der Klassenkämpfe jedoch von ziemlich großer Bedeutung und sollte daher nicht einfach übergangen werden. In gewissem Sinne hatten Leute wie Lenin und Mao ja schon Recht, wenn es ihnen als unmöglich erschien, den Kommunismus in Ländern zu verwirklichen, in denen es einem Großteil der Bevölkerung zunächst einmal darum ging, sich von den personellen Abhängigkeiten gegenübern ihren Feudalherren zu lösen. Gleichzeitig führte diese Erkenntnis dann auch zum Stalinismus und dem heutigen China, weshalb es sie unbedingt kritisch zu reflektieren gilt.

  40. Gravatar Icon 40 Kranz 16. Oktober 2007 um 22:14 Uhr

    Sag mal, warum wird mein beitrag nicht freigeschaltet? Ich habe ihn zwei mal geschickt und bin mir nicht bewusst, irgendwas beleidigendes gesagt zu haben.

  1. 1 Justice vs. Power // Lysis Pingback am 23. September 2007 um 1:32 Uhr
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