quetschenpaua

Da girl sets fire allen Ernstes meint, quetschenpaua aufgrund eines im Kontext der ersten Intifada geschriebenen pro-palästinensischen Liedes in toto zensieren zu müssen (und ich das als ziemlich kindisch empfinde), verlinke ich hier mal ersatzweise auf ein mp3-Verzeichnis mit 30 Liedern seines Opus. Viel Spaß!


32 Antworten auf „quetschenpaua“


  1. Gravatar Icon 1 Nemesis 22. September 2007 um 15:19 Uhr

    Ja ja es musst halt immer nur pro-israelisch zugehen.

  2. Gravatar Icon 2 dorfdisco knows best 22. September 2007 um 15:53 Uhr

    Krass, fast 10 Jahre nicht mehr gehört und bin trotzdem noch textsicher…

  3. Gravatar Icon 3 erfc 22. September 2007 um 16:41 Uhr

    „Zensieren“? Wo bitteschön wird denn hier irgendwas zensiert?
    Aber klar, weil einem nen paar „antideutsche“ Spinner nicht passen
    hört man sich jetzt irgendwelches BlaBla von irgendwelchen
    „siegenden Völkern“ an…

  4. Gravatar Icon 4 lysis 22. September 2007 um 20:09 Uhr

    hör mal, das lied „scheiß rassisten“ hatte überhaupt nichts mit „siegenden völkern“ zu tun. aber weil quetschenpaua zur zeit der ersten (!) intifada noch ein anderes lied gemacht hat, in dem es heißt: „palästina, dein volk wird siegen“, ist er in den augen von girlsetsfire gleich ein antisemit (!!), den man unter quarantäne stellen muss. sowas find ich schon ärgerlich, und das werd ich nicht mitmachen.

  5. Gravatar Icon 5 lysis 22. September 2007 um 20:26 Uhr

    der „ich bin solidarisch mit der israelischen besatzung“-wahn scheint ja mittlerweile so weit zu gehen, dass es girlsetsfire nicht mal mehr reicht, wenn sich der sänger von dem liedtext distanziert hat, um ihn aus der quarantäne ihres unberechtigten antisemitismusvorwurfs zu befreien!

  6. Gravatar Icon 6 girlsetsfire 24. September 2007 um 0:51 Uhr

    wenn hier schon so nett über mich geschrieben wird, dann mal was von mir. etwas haarspalterei zunächst. ich habe in dem fraglichen beitrag von antisemitischer scheisse geschrieben, nicht das quetschenpaua ein antisemit sei. polemisch vielleicht, aber auch ein kleiner aber feiner unterschied.
    zweitens, die textzeile um die es geht,

    und zionisten zetteln jeden tag dieselbe scheiße an, doch palästina dein volk wird siegen irgendwann

    ist erstmal eben genau jenes. quetschenpaua ist sich da ja mal schön sicher, wer „schuld“ ist, die die „anzetteln“. wer sonst als die „zionisten“ können das schon sein. man kennt das ja auch nicht anders. aus der geschichte und so… (oops, schon wieder polemisch) und wie es aussehen mag, wenn das „palästinensische volk“ dann mal gesiegt hat, können wir uns alle wohl lebhaft vorstellen.
    quetschenpaua ist auch irgendwie teil meiner sozialisation, „scheiss rassisten“ ein tausendmal gehörtes lied. aber die position die aus „tu was“ spricht, geht für mich nicht. da hilft auch der – entschuldigende ?! – hinweis nicht, das lied sei noch aus zeiten der ersten intifada.
    mich würde ja mal die distanzierung quetschenpauas interessieren. ich finde nichts dazu. zwar wird in manchen blogs gern mal über eine solche orakelt, zitiert jedoch nicht. wer kann liefern?

  7. Gravatar Icon 7 lysis 24. September 2007 um 5:21 Uhr

    quetschenpaua ist sich da ja mal schön sicher, wer “schuld” ist, die die “anzetteln”. wer sonst als die “zionisten” können das schon sein.

    ja klar, wer behauptet, dass zionisten an irgendetwas schuld seien, und sei es die repressive militärdiktatur in den besetzten gebieten (inklusive willkürlicher verhaftungen, folter und kriegsverbrechen), ist selbstverständlich ein antisemit! denn die konsequenz aus der judenverfolgung muss natürlich sein, dass der jüdische souverän ab jetzt immer recht hat, auch wenn dieses recht konkret darin besteht, land zu besetzen und die bevölkerung, die bisher darauf lebte, zu kolonisieren und prospektiv zu vertreiben. und wer sich daran stört, der kann ja wohl nichts anderes sein als ein notorischer judenfeind!

  8. Gravatar Icon 8 girlsetsfire 24. September 2007 um 11:24 Uhr

    liebe_r lysis,

    es geht ja bei quetschenpaua eben nicht um so etwas wie eine historisch-politische ursachenforschung nach den wurzeln des sog. konflikts. vielmehr betreibt er eine völlig einseitige schuldzuweisung an „die zionisten“. und bedient damit gleichmal mehrere antisemitsiche topoi in einem satz. gekonnt ist gekonnt. zunächst homogenisiert er die gesamte israelische politik auf den begriff „zionisten“ (bekannt sonst auch gern als „die juden“), dieselben sind es auch noch die „die ganze scheiße anzetteln“, also klartext 1. hinter dem konflikt stehen (verschwörungstheorie) und 2. aber unter „der scheiße“ angeblich nicht zu leiden hätten (nicht weit entfernt von „den juden“ als zersetzer_innen der völker).
    schuld sind in „tu was“ wieder einmal die juden. und zwar nur die. und damit man es denen auch mal ordentlich zeigt sollen wir aber mal alle was dagegen tun. nein danke! ich nicht so.
    und wie war das nun mit der distanzierung? vielleicht bin ich auch internet-ikompetent. kann ja sein…

  9. Gravatar Icon 9 abdel kader 24. September 2007 um 13:45 Uhr

    @girlsetsfire

    Zu der Zeit der 1. Intifada gab’s schon antisemitische Ausfälle in der deutschen Linken. Deine Konversationsanalyse von Quetschenpauas Satz finde ich aber absolut übertrieben und nicht nachvollziehbar. Du liest da Sachen hinein, die da so einfach nicht drinstehen.
    Im übrigen bagetellisiert deine Analyse, ebenso wie die Behauptung von AD-Seite, der Hass auf Drogendealer oder den FC-Bayern sei antisemitisch, den realen Antisemitismus und setzt völlig falsche Prioritäten.

    vielmehr betreibt er eine völlig einseitige schuldzuweisung an “die zionisten”. und bedient damit gleichmal mehrere antisemitsiche topoi in einem satz. gekonnt ist gekonnt. zunächst homogenisiert er die gesamte israelische politik auf den begriff “zionisten”

    Also darin allein kann ich keinen Antisemitismus entdecken. Von „den Zionisten“ zu reden ist auch nichts anderes als von „den Contras“ zu sprechen. Das steckt ja noch keine Projektion drin. Es gibt zwar auch antizionistische Israelis, aber die stellten damals nicht die Regierung.

    (bekannt sonst auch gern als “die juden”)

    Und wie kommst du jetzt darauf.

    , dieselben sind es auch noch die “die ganze scheiße anzetteln”, also klartext 1. hinter dem konflikt stehen (verschwörungstheorie)

    Quetschenpaua macht eine einseitige Schuldzuweisung an die Israelis, das ist aber keine Verschwörungstheorie.

    und 2. aber unter “der scheiße” angeblich nicht zu leiden hätten

    Das steht da auch nicht mal drin. Und wenn, dann wäre es nicht judenfeindlich.

    (nicht weit entfernt von “den juden” als zersetzer_innen der völker).
    schuld sind in “tu was” wieder einmal die juden.

    Der Schluss ist doch total hanebüchen.

    Ich persönlich habe überhaupt keine Lust, den Nahostkonflikt selbst zu diskutieren, zur Wahrnehmung in der deutschsprachigen Linken will ich mich aber schon äußern. Da sind in der Tat auch antisemitische Projektionen unterwegs (Werner Pirker, AIK…), was du und andere da hineinlesen finde ich auch absolut realitätsfern.

  10. Gravatar Icon 10 lieferant 27. September 2007 um 11:15 Uhr

    Yok zu dem Ganzen im booklet seiner CD „Drum and Quetsch“ (http://www.ab-dafuer-records.de/NY-quetsch.php) von 2002:

    […]“Zum Israel/ Palästina – Konflikt beispielsweise scheinen die meisten Menschen einen enormen Druck zu spüren, sich entweder pro oder contra verhalten zu müssen. Trifft wohl vor allem auf Menschen aus der (radikalen) Linken zu. Die „Antideutschen“ würden die palästinensischen Gebiete am liebsten mitsamt den PalästinenserInnen dem Erdboden gleichmachen und finden den Terror, den die israelische Armee dort zur Zeit ausübt, gerechtfertigt und angemessen (das ist über weite Strecken yedenfalls mein Eindruck). Eine andere Seite meint, daß die Selbstmordattentate gerechtfertigt seien und sehen den damit in Verbindung stehenden Antisemitismus nicht oder wollen ihn nicht sehen. Die Geschichte von uns Linken zu dem Thema war noch nie besonders „glorreich“. Die uneingeschränkte Palästina – Solidarität der 80er und 90er haben glücklicherweise viele von uns überdacht. Auch mir würde die Zeile „Palästina, dein Volk wird siegen irgendwann “ so nicht mehr über die Lippen kommen, weil ich nicht mit denen übereinstimme, die damit die Zerschlagung Israels meinen und das scheinen mir viele zu sein. Mit denen habe ich nie übereingestimmt.“[…]

  11. Gravatar Icon 11 double f 27. September 2007 um 17:30 Uhr

    @ lysis Wo hat denn gsf die Aussagen gemacht, die Du unterstellst?
    Betreibst du hier im Prinzip nicht genau das gleiche Geschäft wie dein Lieblingsfeindbild?

    @ abdel kader
    Mit dem Verweis auf antideutsche Vollidioten die Kritik an Antisemitismus in der Linken
    versuchen abzukanzeln ist Schwachsinn. Der ging und geht wohl auch leider deutlich über Pirker und co. hinaus. Als kleinen Lesetipp will ich nur kurz „Die Hunde bellen… von
    A bis R.Z.“ empfehlen, da ja der Beißreflex gegen alles was irgendwie antideutsch riecht scheinbar auch vor ihren intelligenteren KritikerInnen nicht halt macht.

  12. Gravatar Icon 12 girlsetsfire 28. September 2007 um 16:49 Uhr

    @ lieferant

    danke für das päckchen. nun ist das also geklärt, richtig nachvollziehen kann ich es zwar nicht, da anscheinend nur im booklet, aber dake für die info in jedem fall. ein paar sachen noch zu dem konflikt von weiter oben.

    an meiner analyse des songs halte ich fest. an gegenargumenten hab ich hier nicht viel lesen können als „nein das ist anders“ und etwas antideutschen-bashing. sätze wie „es wäre nicht judenfeindlich zu behaupten, die bevölkerung israels litte nicht unter dem sog. nahostkonflikt“ disqualifizieren sich einfach selbst.

    wie nah das geschimpfe auf „die zionisten“ an antisemitischen verschwörungstheorien dran sein kann, bzw. wie gern eben dieser begriff benutzt wird um der schuldzuweisung an „die juden“ eine pseudo-politische legitimation zu geben, dazu empfehle ich phase 2, totgesagte leben länger.

    was meine reaktion auf quetschenpauas text angeht ist sie in meiner unkenntnis seiner distanzierung me nachwievor mehr als gerechtfertigt. der text des songs tu was bedient eindeutig antisemitische stereotype. das scheint ja inzwischen auch yok so zu sehen.
    abgesehen davon überzeugt mich jetzt auch seine distanzierung nicht gerade an allen stellen. sich „die antideutschen“ als gewaltdürstendes feindbild zu konstrieren kennt man ja schon. die rhetorik vom „terror“ des staats israel leider auch. da klingt sie dann auch wieder durch, die einseitige schuldzuschreibung und wertung, von der er sich ja angeblich distanzieren will. die von quetschenpaua – immerhin – selbst erwähnten selbstmordattentate bekommen diese eindeutige benennung als terror komischerweise nicht.
    nun ja, als distanzierung für mich halb überzeugend. interessant noch die frage, warum qp dafür einen derart clandestinen verbreitungsweg wählt. wer kauft schließlich schon seine cds?! in anbetracht dessen, daß ich nicht dazu beitragen will, das auch in teilen der radikalen linken immer noch hoch anschlussfähige antisemitisierende und streckenweise antisemitische gedankengut von „tu was“ weiter zu verbreiten und ich keine breite wirkung von qp’s doch eher halbherzigen distanzierung sehe, bleibe ich bei meiner entscheidung, qp’s mucke aus meinem blog darußen zu behalten. das mag „zensur“ schimpfen wer will, die abwegigkeit dieser benennung sollte offensichtlich sein.

  13. Gravatar Icon 13 andreas 28. September 2007 um 18:17 Uhr

    wie auffallend ähnlich die „antideutschen“-verteidigungsreden einander doch sind.

  14. Gravatar Icon 14 lysis 28. September 2007 um 19:05 Uhr

    der text des songs tu was bedient eindeutig antisemitische stereotype.

    da kann der yok auch nix dafür, wenn die realität für dich einem antisemitischen stereotyp gleicht.

  15. Gravatar Icon 15 unkultur 29. September 2007 um 9:20 Uhr

    Lysis, bitte abrüsten! Du bist um Lichtjahre netter, wenn du auf die unnötigen Pöbeleien verzichtest und evtl. erreichst du sogar ohne den fiesen Tonfall etwas beim Gegenüber.

  16. Gravatar Icon 16 Peter 29. September 2007 um 11:18 Uhr

    gsf:

    zunächst homogenisiert er die gesamte israelische politik auf den begriff „zionisten“ (bekannt sonst auch gern als „die juden“)

    Das sind ja logische Bocksprünge! Du homogenisierst „die Zionisten“ auf „die Juden“, um das dann Quetschenpaua unterzuschieben. Beleg doch mal bitte am Text, wo Quetschenpaua diese homogenisierung vorgenommen haben soll.

  17. Gravatar Icon 17 disko2000n 29. September 2007 um 11:33 Uhr

    ich moechte mich zum diskussionsverlauf nicht wirklich weitergehend aeussern und muss auch zu geben, dass ich das lied eben zum erstenmal gehoert habe, aber wer bei „maden im speck“, bei leuten die nur noch ans geld denken und bei grenzen zwischen unten und oben direkt an palaestina, repression und die zionisten denkt, da faellt mir wirklich nichts mehr zu ein. bzw. kenne ich keinen grund, warum man dass nicht als das bezeichnen sollte was es ist: antisemitisch!

    und jup, das ist etwas was ich hier sicherlich nicht weiter diskutieren werde, weil es so offensichtlich ist, dass es keiner weiteren ausfuehrung mehr bedarf.

    btw lysis wo ist deine letzte klammer hin verschwunden? war dir dein kommentar dann doch zu niveaulos? die zeitschrift gegen die realitaet, muss die realitaet leugnen bzw wer auf diese verweist. ein wortwitz bei dem einen nicht mal das lachen im halse stecken bleibt, denn dazu muesste man erstmal zum lachen ansetzen.

    lg disko2000n

    ps schoen das sich wenigstens quetschenpaua von seinen damaligen aussagen distanziert hat und den sachverhalt inzwischen scheinbar differenzierter sieht.

  18. Gravatar Icon 18 lysis 29. September 2007 um 12:22 Uhr

    *lol* und dass der yok dann auch gleich noch an großdeutschland denkt, wenn er an zionisten denkt!

    tut mir leid, disko2000n, das sind antisemitismusvorwürfe nach dem muster der freien assoziation. in dem lied wird alles mögliche zusammengewürfelt und die „made im speck“ am anfang des liedes steht in keiner verbindung zur „repression in palästina“, über die er in der nächsten strophe singt, oder gar zur kritik an „großdeutschland“, welche in der übernächsten strophe thema ist. das ist einfach ein wildes potpourri.

    aber klar, wenn man mit der fahndungslogik auf die dinge losgeht, überall antisemitismus sehen und nachweisen zu wollen, weil man das für den neuen hauptwiderspruch hält, dann wird man schon fündig, sofern man seine gedanken nur lang genug schweifen lässt. dazu dient dann ja auch die hilfskategorie „struktureller antisemitismus“ (gsf), also was, das zwar nix mit juden zu tun hat, aber ja vielleicht schon irgendwann mal im zusammenhang mit juden gebraucht wurde!

    es ist einfach ein unglaublicher schwachsinn.

  19. Gravatar Icon 19 disko2000n 29. September 2007 um 13:04 Uhr

    sowas unredliches aber auch von mir, dass ich die freie assoziation des interpreten/autors, als solche wahrnehme, das potpourri wie du es nennst, und eben genau diese denunziere, nein eine sachliche kritik war es wirklich nicht, aber das „da denke ich an palaestina“ daher assoziert bzw ins potpourri geworfen habe nicht ich, sondern der autor.

    das ich darin, im antisemitismus, den hauptwiderspruch sehe oder das ich daraus ableite, deswegen ueber bestimmte dinge nicht mehr reden bzw mich damit nicht mehr auseinandersetzen zu muessen, das unterstellst du mir und diese unterstellung ist nicht lol, sondern haltlos. da verallgemeinerst du deine erfahrungen, die du mit personen gemacht hast, von denen du glaubst, dass sie aehnliche positionen beziehen koennten, wie ich es in diesem speziellen fall tue und projezierst diese auf mich. zumindest kann ich mir nicht anders erklaeren, wie du ansonsten dazu kommst, mir sowas zu unterstellen.

  20. Gravatar Icon 20 lieferant 29. September 2007 um 13:57 Uhr

    @girlsetsfire
    Er hat(te) halt keine Plattform außer seine CD’s. Das war seine erste CD seit Jahren und ist damit soviel ich weiß auch nicht auf Tour gegangen. Und dass in einem booklet kein politisches Manifest steht is doch klar. Vielleicht hätte er überhaupt nichts darüber geschrieben wenn’s nicht gerade die Hoch-Zeit der Auseinandersetzung mit den „Antideutschen“ gewesen wäre. Im Gegensatz zu AD’s gesteht er ja auch Fehler ein (besingt sie sogar in Liedern). Hätte er es an die große Glocke gehängt, hätten sie es ihm doch genausowenig abgenommen. Außerdem denk ich schon, dass sich die CD verkauft hat.

    Ich will aber auch gar nicht weiter spekulieren. Persönlich kennt ihn ja hier wahrscheinlich sowieso niemand. Dass man ihn mal fragen könnte und so. Deshalb müssen wir ja auch die paar Textfetzen noch weiter zerreißen.
    Und da bezeichnet er später im booklet-Text übrigens auch die „Selbstmordattentat-Märtyrer-Scheiße“ als Terror.
    Ich denke halt er fühlte sich, wie viele andere damals (2002) auch, gezwungen, seine Position gegenüber den Israel/Palästina Konflikt darzulegen…obwohl doch der „Selbstmordattentäter? Ja!“ Vorwurf von Anfang an den Haaren herbeigezogen war.

  21. Gravatar Icon 21 lysis 29. September 2007 um 20:40 Uhr

    sowas unredliches aber auch von mir, dass ich die freie assoziation des interpreten/autors, als solche wahrnehme, das potpourri wie du es nennst, und eben genau diese denunziere, nein eine sachliche kritik war es wirklich nicht, aber das “da denke ich an palaestina” daher assoziert bzw ins potpourri geworfen habe nicht ich, sondern der autor.

    schau mal, du kannst dir bei dem lied denken, was du willst. aber du solltest nicht erwarten, dass du mit so einer willkürlichen und inkohärenten argumentation (ja was ist denn dann mit yoks kritik an großdeutschland? ist die auch auf seine zionismuskritik hin zu lesen? oder pickst du dir die textstellen nur so raus, wie sie dir gerade passen?) andere menschen überzeugst.

    übrigens: sich selber des anschwärzens und denunzierens zu rühmen, das ist echt sowas von deutsch, da kann man dir zu einer gelungenen postfaschistischen sozialisation nur herzlich gratulieren!

  22. Gravatar Icon 22 abdel kader 29. September 2007 um 22:18 Uhr

    @ abdel kader
    Mit dem Verweis auf antideutsche Vollidioten die Kritik an Antisemitismus in der Linken
    versuchen abzukanzeln ist Schwachsinn. Der ging und geht wohl auch leider deutlich über Pirker und co. hinaus.

    Moment, ich kanzle hier gar nichts ab.
    Ich habe doch geschrieben, dass es auch Antisemitismus bei Leuten gibt, die sich als links bezeichnen. Zudem habe ich selbst schon oft Einträge zu diesem Thema geschrieben, hier nur zwei Beispiele:
    Linke Geschichte, linker Antisemitismus
    Die Liquidierung des Jüdischen Antifaschistischen Komitees

    Was der Punkt an den „antideutschen Vollidioten“, wie du sie nennst, ist, dass sie den Antisemitismus, der keiner ist (z.B. Hass gegen FC Bayern) fast schon zu ihrem Hauptarbeitsgebiet ernannt haben, während der reale Antisemitismus in Deutschland (Friedhofsschändungen usw.) eher unter ferner liefen behandelt wird, es sei denn er tritt als Antizionismus auf oder die Täter waren Moslems.
    So gehen Kiddies wie Innsbrooklyn anscheinend selber von einer „Jüdischen Rasse“ aus. Andere behaupteten abstruse Dinge, wie zum Beispiel Dissidenz, der das Buch „Linker Antisemitismus“* des Taz-Journalisten Phillip Gessler zitiert, der wiederum Ralf Schröder zitiert, welcher behauptet, beim Portal x-berg.de “finde man massenhaft hetztiraden nach dem muster ‘keine toleranz für zionistenschweine und judeofaschisten’”.
    Das Buch erschien 2004, deshalb im Link eine Story von 2003, um zu zeigen, wie x-berg damals wirklich drauf war und wie abstrus diese Behauptung ist.

    Und gerade solche Vollidioten verharmlosen den realen Antisemitismus dadurch, dass sie für sie der Antisemitismusvorwurf zu einer beliebigen, inhaltsleeren Floskel geworden ist, mit der man diffamieren kann, wen man gerade will.
    Und das finde ich fast genau so abstossend wie Werner Pirkers Verteidigung von Möllemann.

    Als kleinen Lesetipp will ich nur kurz „Die Hunde bellen… von
    A bis R.Z.“ empfehlen, da ja der Beißreflex gegen alles was irgendwie antideutsch riecht scheinbar auch vor ihren intelligenteren KritikerInnen nicht halt macht.

    Das Buch habe ich nicht gelesen und möchte es auch nicht lesen.
    Ich verstehe nicht, was du meinst. Soll das Buch antisemitisch sein oder ein Beleg für Antideutschenhass?

    *Ein Feuilleton-Artikel zwischen zwei Buchbänden, wer sich über Antisemitismus informieren möchte: besser was anderes lesen!

  23. Gravatar Icon 23 abdel kader 29. September 2007 um 22:28 Uhr

    sich “die antideutschen” als gewaltdürstendes feindbild zu konstrieren kennt man ja schon.

    Naja, Aussagen wie die Forderung von der Redaktion Bahamas nach der „Bombardierung von islamischen Zentren“ (Mekka? Islamabad? Jakarta?) oder der Wunsch die „dreckigen Araberfressen“ mögen sich am liebsten alle „gegenseitig umbringen“ (Wertmüller) könnte man schon als gewaltdürstend interpretieren.

    Aber mit der Analyse von Liedern und Gedichten kennst du dich ja besser aus.

  24. Gravatar Icon 24 abdel kader 29. September 2007 um 23:13 Uhr

    wie nah das geschimpfe auf “die zionisten” an antisemitischen verschwörungstheorien dran sein kann, bzw. wie gern eben dieser begriff benutzt wird um der schuldzuweisung an “die juden” eine pseudo-politische legitimation zu geben, dazu empfehle ich phase 2, totgesagte leben länger.

    Ein Verweis auf einen Artikel über die „Protokolle der Weisen von Zion“ und Verfilmungen davon, u.a. vom Hisbollah-Sender Al Manar, sagt über den Satz von Quetschenpaua erstmal gar nichts aus. Da müsstest du erstmal eine Gemeinsamkeit belegen.

    Es gibt wirklich Leute, die „Zionisten“ als Chiffre für „Juden“ verwenden, dass muss man dann aber auch nachweisen.

    In Hisbollah-Texten werden die Wörter „Zionisten“ und „Juden“ meist synonym gebraucht. Dennoch funktioniert auch deren antisemitische Logik ein bisschen anders als du behauptest. Auch die Hisbollah trennt in „zwei Arten von Juden“ (siehe „Studien zum Autoritären Charakter“*, ich habe http://kf.x-berg.de/forum/thread.php?postid=48485#post48485 und http://abdelkader.blogsport.de/2007/01/25/yigal-amir-fanclub/#comment-23, d.h. in „schlechte Juden“ (=Zionisten=Israelis)und „guten Juden“, wie den orthodoxen antizionistischen Juden, die öfter mal auf Konferenzen im Libanon eingeladen werden.

    Anstatt das antideutsche Mantra „Israelkritik ist immer Antisemitismus“ zu wiederholen, informier dich halt über die Logik des Antisemitismus, lies was vernünftiges und handle vernünftig gegen den Antisemitismus, der auch wirklich Antisemitismus ist.

    Paar Buchvorschläge:
    Wolfgang Benz „Was ist Antisemitismus?“
    Detlev Claussen „Vom Judenhass zum Antisemitismus“
    Leon Poliakov „Geschichte des Antisemitismus“

    *Das Buch hat auch seine Schwächen, das besagte Kapitel finde ich aber sehr gelungen.

  25. Gravatar Icon 25 abdel kader 29. September 2007 um 23:20 Uhr

    Zu oben:
    Das Buch von Gessler heißt natürlich „Der neue Antisemitismus.“

  26. Gravatar Icon 26 girlsetsfire 29. September 2007 um 23:32 Uhr

    @ abdel kader

    danke für deine lesehinweise. auf die etwas herbalassende art kann ich zwar verzichten, ich erkenne an, daß sie gut gemeint sind. nimm ruhig an, daß ich mich bereits etwas mit dem thema antisemitismus beschäftigt habe.
    abseits deiner polemik und bei einem gelegentlichen blick in meinen blog könnte dir aufgefallen sein, daß du KEINE anhaltspunkte hast, mich in die nähe der bahamas oder justus wertmüllers einzusortieren. wenn der bloße hinweis auf antisemitismus schon die intelektuellen rolläden heruntergehen läßt und du mich darufhin in die bahamas-schublade stopfst spricht das mehr für eine ausgeprägt projektive wahrnehmung und ein starkes abgrenzungsbedürfnis gegenüber DEN sog. antideutschen. ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, die bomarbierung mekkas gefordert zu haben!

    @ lysis

    du bist fast putzig. „Hilfskategorie struktureller antisemitismus“. hast du in jüngerer zeit mal ein buch über antisemitismus und dessen erscheinungsformen gelesen? ich nehme doch an, daß ja. heuschrecken und so? i see…

  27. Gravatar Icon 27 lysis 29. September 2007 um 23:43 Uhr

    ach, und weil es bücher dazu gibt, muss die these vom „strukturellen antisemitismus“ ja richtig sein, wa? geht’s noch?

  28. Gravatar Icon 28 lysis 29. September 2007 um 23:49 Uhr

    aber das “da denke ich an palaestina” daher assoziert bzw ins potpourri geworfen habe nicht ich, sondern der autor.

    es ist echt krass, wie du manipulierst, um deinen unterstellungen glaubwürdigkeit zu verleihen, lieber disko2000n. quetschenpaua singt in dem lied nicht „da denke ich an palästina“ (was tatsächlich eine syntaktische verknüpfung zur vorhergehenden strophe herstellen würde). nein, er singt: „ich denk an palästina“. dumm, dass das hier jeder nachhören kann!

    lass doch mal den denunziatorischen scheiß, ey! das ist echt widerlich.

  29. Gravatar Icon 29 abdel kader 30. September 2007 um 0:34 Uhr

    “Hilfskategorie struktureller antisemitismus”. hast du in jüngerer zeit mal ein buch über antisemitismus und dessen erscheinungsformen gelesen? ich nehme doch an, daß ja. heuschrecken und so?

    So weit ich weiß, stammt der Begriff „struktureller Antisemitismus“ aus dem Umfeld der Gruppe Krisis: Unheimliche Verwandtschaft (1995).
    (Nur eine Zusatzinfo)

  30. Gravatar Icon 30 lysis 30. September 2007 um 3:03 Uhr

    Gegen diese wertkritischen Herleitung hat „Das geprüfte Argument“ ein paar durchaus vernünftige Einwände vorgebracht, welche die Lektüre in jedem Fall lohnen.

  31. Gravatar Icon 31 yok 09. Oktober 2007 um 1:14 Uhr

    Samstag früh, 2007-10-09
    Moin!
    Mich würde in diesem Zusammenhang interessieren, wie die „große Glocke“ aussieht, an die ich meine statements zu dem Thema hätte hängen sollen.
    Es ist vieles gesagt worden, was zutrifft. Eine Distanzierung im booklet 2002, diverse kleine „Einlassungen“ in Songs danach. Die Tatsache, daß TU WAS der einzige Song von mir ist, den ich definitiv seit vielen vielen Yahren nicht mehr veröffentlicht wissen will (worauf ich nur sehr begrenzt Einfluß habe)
    Hee da, ich bin kein Fernsehstar oder ähnliches…aber ich bin erreichbar…beantworte eigentlich yede mail…meine mailadress ist seit Yahren sehr öffentlich…(wen es interessiert…)
    Es gibt keine „große Glocke“, an die ich so etwas hängen könnte oder wollte, ich reflektiere, ich mache weiter und ich versuche die Dinge immer wieder neu ins Verhältnis zu setzen. Und:…ich bin sicher auch vorsichtiger geworden mit den „platten Attitüden“, weil sie eigentlich nie stimmen, nie gestimmt haben…Aber auch: Der Song wurde von mir das erste Mal live gespielt 1989 vorm Knast in Plötzensee und dann hier und da immer mal wieder bis ca. 1991…Es gab niemals auch nur einen Funken von Kritik an diesen Zeilen. Und ich habe ihn fast NUR in und vor der radikalen Linken Auftritte bestritten. Es wäre gut, diese Tatsache mal mit einzuarbeiten in die Kritik. Der Hinweis, daß es zu Zeiten der ersten Intifada war, ist WICHTIG im Kontext.
    Am End noch ein paar Zeilen aus einem Song, der vor wenigen Stunden noch live im Clash hier in Berlin lief (in der Gewissheit, daß auch hier „stereotype“ oder gar „Antisemitismus“ entdeckt werden wird.

    „Ich kann soviel nicht fassen, aber ich seh’s:
    Soviele küssende Paare überall in den Cafes,
    und ich merk, nicht nur das Wetter ist hier reichlich schief
    und ich sitze hier im Regen am Strand von Tel Aviv…
    Irgendwann kommt dann was anderes an diesen Ort,
    und vielleicht stirbt dann Musik, stirbt dann das Wort,,,“

    Fight rascism, antisemitism, fascism…was sonst?!

    Fetzenfliegen!

    Yok

    newyok@gmx.de
    www.ab-dafuer-records.de
    www.revolte-springen.de

  32. Gravatar Icon 32 yok 18. Mai 2009 um 3:30 Uhr

    Stay rebel und guck‘ nach vorn:
    http://pocketpunk.so36.net

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