Nachgehakt

Spreeblick schreibt:

Ich gehöre auch nicht zu dieser kleinen Gruppe von Leuten, die eine blondierte Frau mit Silikonbrüsten im selben Maß für ein Opfer des Patriarchiats halten wie eine Frau, die in einer Burka eingesperrt ist.

Und warum nicht? — Wo der objektive Maßstab fehlt, geht man eben zum Dafürhalten über.


41 Antworten auf „Nachgehakt“


  1. Gravatar Icon 1 malte 22. Dezember 2007 um 6:17 Uhr

    ist es denn kein unterschied, ob jemand sich zu einer verhaltensweise getrieben fühlt oder gezwungen wird?

  2. Gravatar Icon 2 lysis 22. Dezember 2007 um 6:43 Uhr

    Klar ist das ein Unterschied. Aber es unterstellt, dass alle Frauen dazu gezwungen werden, Burka zu tragen.

  3. Gravatar Icon 3 polj 22. Dezember 2007 um 15:00 Uhr

    Sobald es nun eine Frau gibt die nicht zur Burka gezwungen wird,
    sind „beide Frauen“ in gleichem Maße „Opfer des Patriarchiats“?
    Oder werden genauso viele Frauen zur Burka wie zu Brustimplantaten
    gezwungen?

    „Before the Taliban took power in Afghanistan, the chadri was infrequently worn in cities. While they were in power, the Taliban treatment of women required the wearing of a chadri in public. Officially, it is not required under the present Afghan regime, but local warlords still enforce it in southern Afghanistan. Due to political instability in these areas, women who might not otherwise be inclined to wear the chadri must do so as matter of personal safety.“

    http://de.wikipedia.org/wiki/Burka

  4. Gravatar Icon 4 lysis 22. Dezember 2007 um 15:17 Uhr

    Ich weiß jetzt nicht, wo dein Dissens liegt.

  5. Gravatar Icon 5 polj 22. Dezember 2007 um 15:31 Uhr

    Ich versteh nicht wie es den Unterschied auflöst, dass es auch
    Frauen gibt die die Burka freiwillig tragen. Für mich sieht
    es so aus als würden im Gegensatz zum Brustimplantat ne
    Menge Frauen gezwungen eine Burka zu tragen.

  6. Gravatar Icon 6 malte 22. Dezember 2007 um 15:39 Uhr

    vermutlich gibt es frauen, die sich die brüste silikonieren lassen, weil sie ihre innere schönheit unterstreichen wollen. und vermutlich gibt es frauen, denen es ein anliegen ist, dem schöpfer des universums einen gefallen damit zu tun, dass man ihre haare nicht sieht. abgesehen von diesen fällen sollte man mit dem begriff der freiwilligkeit bei beiden phänomenen vorsichtig umgehen. allerdings gibt es, soweit ich weiß, im westen keine lokalen autoritäten, die auf die einhaltung des implantatgebotes achten.

  7. Gravatar Icon 7 blablub 22. Dezember 2007 um 15:50 Uhr

    „allerdings gibt es, soweit ich weiß, im westen keine lokalen autoritäten, die auf die einhaltung des implantatgebotes achten.“

    naja, auf mtv, in pornos und in hollywood hat man schon kaum chancen ohne. da wacht dann halt der casting-mullah drüber.

  8. Gravatar Icon 8 lysis 22. Dezember 2007 um 18:19 Uhr

    polj: was hat denn jetzt die Politik der Taliban (Burkazwang u.ä.) mit der von Spreeblick und de Winter thematisierten „afghanischen Kultur“ zu tun?

  9. Gravatar Icon 9 afafaf 22. Dezember 2007 um 22:34 Uhr

    Eine Frau, die gezwungen wird, sich Implantate einpflanzen zu lassen, muss man mir erstmal zeigen. Dass das Nichttragen der Burka bzw. des Kopftuches in verschiedenen Ländern unter Strafe steht, ist hingegen Tatsache.

    Der objektive Maßstab liegt in der Form von Zwang, die ausgeübt wird.

  10. Gravatar Icon 10 lysis 22. Dezember 2007 um 23:29 Uhr

    afafaf, du diskutierst immer noch am Thema vorbei: was hat das mit der vorgeblichen Rückständigkeit „afghanischer Kultur“ zu tun, dass eine Reihe islamistischer Staaten in den letzten Jahren Zwangsgesetze zur Verschleierung von Frauen erlassen haben?

    Die Frage ist doch: wenn Frauen „freiwillig“ eine Burka tragen, wo ist der Unterschied zu denen, die sich „freiwillig“ Silikonbrüste implantieren lassen oder zu den Mädchen im alten China, die „freiwillig“ ihre Füße abbanden, weil diese kleinen, verkrüppelten Quadratlatschen Männern irgendwie attraktiv erschienen?

    Und es geht ja nicht nur um Silikonbrüste, sondern auch um Anorexie und ähnlichen Scheiß, mit dem weibliche Körper auf ein sexistisches Körperideal getrimmt werden. Und ich weiß ehrlich gesagt nicht, inwieweit das Zeichen von Freiheit sein soll, wenn eine Frau „fette Kuh“ oder „hässliche Schnalle“ hinterhergerufen bekommt, falls sie nicht pariert und sich diesem männlich-pornografischen Blickregime unterwirft.

  11. Gravatar Icon 11 bigmouth 23. Dezember 2007 um 12:05 Uhr

    man kann aber festhalten, dass eine burka ihre trägerin weit mehr mehr beeinträchtigt als größere brüste

  12. Gravatar Icon 12 lysis 23. Dezember 2007 um 12:18 Uhr

    meinst du? wikipedia scheint da anderer ansicht zu sein:

    Aufgrund mehrerer schwerer Vorkommnisse (geplatzte Implantate, …) wurde diese [die Brustvergrößerung] europaweit in die Klasse III (höchste Risikoklasse für Medizinprodukte) hochgestuft.

    mal ganz abgesehen von diesen extrembeispielen, die schlafen oder freie fortbewegung fast unmöglich machen:

    Brustimplantate

  13. Gravatar Icon 13 lysis 23. Dezember 2007 um 12:39 Uhr

    Und übrigens, was die Häufigkeit der Burka in der traditionellen afghanischen Gesellschaft angeht, dürfte jene die Zahl der Frauen mit Brust-Implantaten kaum überstiegen haben:

    Ursprünglich wurde die afghanische Burka nur in der Stadt getragen. Im Dorf war die Verschleierung unüblich.

    Und auch in der Stadt war der Tschadri selten, wie ein Ausflug in die Historie zeigt:

    The chadri was created by one of Afghanistan’s rulers trying to stop anyone from seeing his wives‘ faces. He came up with the chadri, which became a sign of an upper class citizen; however, as times changed, the new government decided that chadris weren‘t modern enough and banned them. The upper class people then gave them to their servants. […] Before the Taliban took power in Afghanistan, the chadri was infrequently worn in cities.

  14. Gravatar Icon 14 bigmouth 23. Dezember 2007 um 15:50 Uhr

    in der wikipedia steht, dass die „höchste Risikoklasse für Medizinprodukte“ so beeinträchtigend wie eine Burka ist? Habe ich den Absatz überlesen?

  15. Gravatar Icon 15 afafaf 23. Dezember 2007 um 20:07 Uhr

    Dass Problem sind nicht die Frauen, die freiwillig die Burka tragen (wobei man diskutieren könnte, in wieweit diese Freiwilligkeit nicht von gleicher Art ist, wie die jener Frauen, die sich freiwillig die Brüste vergrößern lassen), sondern die Frauen, die sich nicht freiwillig tragen. Dass es diese gibt, wirst wohl selbst du nicht bestreiten, sonst wären ja keine entsprechenden Gesetze nötig.

    Deshalb ist dieser Vergleich auch so idiotisch.

  16. Gravatar Icon 16 afafaf 23. Dezember 2007 um 20:11 Uhr

    Übrigens wird nicht nur die Burka freiwillig getragen,auch der Genitalverstümmelung unterziehen sich die Frauen freiwillig:

    http://tierneylab.blogs.nytimes.com/2007/11/30/a-new-debate-on-female-circumcision/

  17. Gravatar Icon 17 lysis 23. Dezember 2007 um 20:16 Uhr

    In Afghanistan? Du rührst echt alles zusammen. Hitler war übrigens auch scheiße!

  18. Gravatar Icon 18 lysis 23. Dezember 2007 um 20:20 Uhr

    PS: Hier mal ’ne Karte, damit du dich ein bisschen besser orientieren kannst statt wild drauf loszuplappern.

  19. Gravatar Icon 19 der Klassensprecher von 1984 23. Dezember 2007 um 22:31 Uhr

    Das Zitieren von John Tierney zu irgendeinem Thema sollte im Übrigen zur sofortigen Disqualifikation führen.

  20. Gravatar Icon 20 lysis 23. Dezember 2007 um 23:53 Uhr

    Ich weiß nicht, wer John Tierney ist, aber ich weiß, dass es in Afghanistan keine Genitalverstümmelungen gibt. Insofern hat sich das eh erledigt.

  21. Gravatar Icon 21 odol 23. Dezember 2007 um 23:54 Uhr

    In Afghanistan?

    Behauptet weder afafaf noch Tierney.

  22. Gravatar Icon 22 lysis 24. Dezember 2007 um 0:11 Uhr

    Achso, die Assoziationskette ging dann wohl über „Sexistische Praktiken, denen Frauen sich freiwillig unterwerfen“ …

    Ja, das trifft ja auf die meisten sexistischen Praktiken zu. Sonst wären sie in der Regel gar nicht möglich.

  23. Gravatar Icon 23 odol 25. Dezember 2007 um 20:03 Uhr

    afafaf assozierte nicht, er unterstellte, dass du FGM als freiwillig exkulpierst – du schobst ihm darauf die Dämlichkeit unter, er wisse nicht, dass FGM in Kabul nicht populär sei. Tit for tat, aber keine Argumentation.

  24. Gravatar Icon 24 lysis 26. Dezember 2007 um 3:07 Uhr

    Sorry, ich raff’s immer noch nicht: wo hab ich mich denn über FGM geäußert, dass er sowas unterstellen muss? Und wie kommt er von einer Diskussion über die Burka in Afghanistan auf FGM, was dort als Praktik überhaupt nicht existiert?

  25. Gravatar Icon 25 afafaf 29. Dezember 2007 um 0:03 Uhr

    Also ich habe nicht von Afghanistan gesprochen; ist auch egal, man kann auch Saudi-Arabien oder den Iran als Beispiel nehmen. Oder Ägypten, wo angeblich 90% aller Frauen der Verstümmelung unterzogen werden.

    Und wenn eben keine objektiven Maßstäbe gibt, dann ist nicht nur eine Brustimplantat nicht anders zu gewichten als eine Burka, sondern auch die Genitalverstümmelung; alles Praktiken von autonomen Kulturen, die man nicht nach westlichen Maßstäben beurteilen darf.

    Und wenn demnächts ein Skinhead Lysis die Fresse einschlägt, ist das auch nur Ausdruck seines autonomen Diskurses. Zumindest gibt es keinen objektivern Maßstab, nach dem man ihm das untersagen könnte.

  26. Gravatar Icon 26 lysis 29. Dezember 2007 um 1:11 Uhr

    Also ich habe nicht von Afghanistan gesprochen; ist auch egal, man kann auch Saudi-Arabien oder den Iran als Beispiel nehmen.

    *lol* Auch in Saudiarabien und Iran gibt es keine weiblichen Genitalverstümmelungen. Ich hab dir doch gesagt, du sollst dir die Karte anschauen, bevor du einfach so drauf los brabbelst!

    Oder Ägypten, wo angeblich 90% aller Frauen der Verstümmelung unterzogen werden.

    Fragt sich nur, was Ägypten mit Afghanistan zu tun hat. Das liegt noch nicht mal auf demselben Kontinent!

    Und wenn eben keine objektiven Maßstäbe gibt, dann ist nicht nur eine Brustimplantat nicht anders zu gewichten als eine Burka, sondern auch die Genitalverstümmelung; alles Praktiken von autonomen Kulturen, die man nicht nach westlichen Maßstäben beurteilen darf.

    Laber nicht so dumm rum! Was ich gemacht habe, ist doch gerade, Silikonbrüste genau denselben Maßstäben zu unterwerfen wie die Burka. Oder darf man das jetzt nicht mehr, weil man schließlich die autochthone Kultur Europas in ihren spezifischen Eigenheiten wie Schwulenklatschen und Ausländer-Totschlagen respektieren muss, um nicht als präjudizierend dazustehen?

    Klar, wenn’s nach dir ginge, dann dürfte man den Westen mitsamt seinem Auschwitz nicht den gleichen Bewertungsmaßstäben unterziehen wie die zivilisierte Restmenschheit. Aber Gottseidank geht’s nicht nach dir, und ich muss auf so einen ekelerregenden Kulturrelativismus keine Rücksicht nehmen!

    Und wenn demnächts ein Skinhead Lysis die Fresse einschlägt, ist das auch nur Ausdruck seines autonomen Diskurses. Zumindest gibt es keinen objektivern Maßstab, nach dem man ihm das untersagen könnte.

    Kannst du noch mal zurückblättern, bitte schön? Wer hat denn hier das Fehlen objektiver Maßstäbe und ihre Ersetzung durchs bloße Dafürhalten angeprangert? Das war wohl ich, du kleiner Fratz!

  27. Gravatar Icon 27 cannon fodder 29. Dezember 2007 um 12:45 Uhr

    Was ich gemacht habe, ist doch gerade, Silikonbrüste genau denselben Maßstäben zu unterwerfen wie die Burka.

    Wobei es nicht nur darum geht, dass die Maßstäbe DIESELBEN sind. Genauso wichtig ist die Frage, WELCHEN Maßstab man verwendet und in welchem Kontext man ihn betrachtet. Verwendet man den Maßstab der „Freiwilligkeit“ bzw. des staatlichen Zwanges, so schneiden „wir“ im Vergleich mit islamistischen Regimen natürlich sehr gut ab. Dass es in Europa hundertausende von Zwangsprostituierten gibt, fällt dabei unter den Tisch, da Zwangsprostitution ja staatlich sanktioniert ist. Ein anderes Beispiel: Die Burka ist zur Zeit wohl DAS Symbol für die Unterdrückung der Frau. Nimmt man die Folgen für die Betroffenen aber als Kriterium, so wirkt die Burka neben Essstörungen, FGM und Siliconimplantaten sogar noch moderat.

    Letztendlich ist die Wahl des Kriteriums bei solchen rassistischen Vergleichen alles, da dadurch das Ergebnis schon vorweggenommen wird.

  28. Gravatar Icon 28 lysis 30. Dezember 2007 um 4:32 Uhr

    Ich geb dir recht, dass schon in der Wahl der Maßstäbe, nach denen verglichen wird — und darin, wer sie bestimmt —, eine politische Vorentscheidung liegt. Trotzdem muss man die Ebenen auseinanderhalten: Leon de Winter — und in kritischer Relativierung auch Spreeblick — haben „Kulturen“ miteinander vergleichen wollen, nicht politische Regimes. Dass ich einen liberalen Rechtsstaat einer Folterdiktatur vorziehe, versteht sich von selbst. Nur fragt sich, was das mit „Kultur“ zu tun haben soll. Diktaturen hat’s in Europa schließlich jede Menge gegeben — und sogar weit schlimmere als die der Taliban.

    Umgekehrt, umgekehrt: Der Burkazwang ist nicht Teil der afghanischen „Kultur“, sondern Teil der Politik der Taliban gewesen. Wenn ich das nicht mehr auseinanderhalten kann, hab ich ein ernstes analytisches Problem. Und das haben die meisten, die über dieses Thema schreiben.

  29. Gravatar Icon 29 Ware 30. Dezember 2007 um 13:44 Uhr

    „Der Burkazwang ist nicht Teil der afghanischen „Kultur“, sondern Teil der Politik der Taliban gewesen. Wenn ich das nicht mehr auseinanderhalten kann, hab ich ein ernstes analytisches Problem. Und das haben die meisten, die über dieses Thema schreiben.“

    Der Zwang als Vorschrift vielleicht schon. Aber für die meisten Afghaninnen ist das Burkatragen eine Selbstverständlichkeit, Teil der Kultur in Afghanistan. Was die Sache trotzdem nicht besser macht.

  30. Gravatar Icon 30 abdel kader 30. Dezember 2007 um 14:34 Uhr

    Der Zwang als Vorschrift vielleicht schon. Aber für die meisten Afghaninnen ist das Burkatragen eine Selbstverständlichkeit, Teil der Kultur in Afghanistan. Was die Sache trotzdem nicht besser macht.

    Hast du eine Umfrage in Afghanistan gemacht?

    Kultur ist immer inhomogen und abhängig von Zeit und politischen Verhältnissen.
    In den 70er Jahren gab es nicht wenige afghanische Frauen, die Minirock trugen:

    http://www.afghan-web.com/gallery/ariana.jpg

    Während es gleichzeitig auch Frauen gab, die Burka trugen.

    Wikipedia zum Thema:

    Before the Taliban took power in Afghanistan, the chadri was infrequently worn in cities. While they were in power, the Taliban treatment of women required the wearing of a chadri in public. Officially, it is not required under the present Afghan regime, but local warlords still enforce it in southern Afghanistan. Due to political instability in these areas, women who might not otherwise be inclined to wear the chadri must do so as matter of personal safety

    Auch während der Talibanherrschaft trugen bspw. viele Hazara-Frauen in den von der Nordallianz kontrollierten Gebieten Röcke und Stöckelschuhe (die Taliban hatten Schuhe, die Geräusche machen für Frauen verboten).

    Heute gibt es auch Frauen in Afghanistan, die so aussehen:
    http://afghanland.com/pictures/pict106.jpg

  31. Gravatar Icon 31 Ware 30. Dezember 2007 um 14:59 Uhr

    Ich weiss nicht was die Frauen in den von der Nordallianz kontrollierten Gebieten trugen. Ich weiss dass die Sitten dort etwas lockerer gewesen sein mögen als in dem von den Taliban kontrollierten Herrschaftsgebiet. Übrigens, bevor du jetzt anfängst die Nordallianz zu loben, nur weil sie damals Talibangegner waren, waren sie nicht viel besser als ihre Kontrahenten, heute und damals. Gefoltert haben sie, korrupt waren sie, und rigoroser Parteigänger der islamische-religiösen Vorherrschaft waren sie ebenfalls. Viele von denen, wie der Stammesführer Dostum heißt er glaube ich, sind Stammesführer und Mitglieder der neuen Regierung von „Kabulistan“ Karsai, und haben keinesfalls dazu beigetragen, nur weil sie früher Mitglieder der Nordallianz waren, dass der Islamismus in dieser Region an Bedeutung verloren hat.

    Das viele Frauen vor 20-25 Jahren in Afghanistan Miniröcke getraut haben sich zu tragen weiss ich auch. Nur diese Zeiten sind längst vorbei. Mittlerweile ist die sogenannte westliche „Bekleidungskultur“ fast vollends aus dem Bekleidungsrepertouir afghanischer Frauen verschwunden, ebenso wie das damalige Königreich. Und nein, Umfrageergebnisse interessieren mich nur am Rande. Ich weiss nur dass die Burka heute sehr verbreitet unter der weiblichen Bevölkerung „bevorzugt“ wird, und zwar freiwillig. Abgesehen davon dass sich so manch liberal gesinnte afghanische Frau nicht mehr traut von den in Afghanistan ülichen Konventionen abzuweichen, aus gutem Grund (sprich Steinigung, Folter und sonstige brutale Verfolgungsstrafen die dort (noch) vorherrschen).

  32. Gravatar Icon 32 Neoprene 30. Dezember 2007 um 17:41 Uhr

    Das viele Frauen vor 20-25 Jahren in Afghanistan Miniröcke getraut haben sich zu tragen weiss ich auch. Nur diese Zeiten sind längst vorbei. Mittlerweile ist die sogenannte westliche “Bekleidungskultur” fast vollends aus dem Bekleidungsrepertouir afghanischer Frauen verschwunden, ebenso wie das damalige Königreich.

    Der Hinweis sei erlaubt, Daß Afghanistan schon seit 1973 eine Republik war, in der ab 1978 Linksnationalisten die Macht hatten. Bei denn gab es in der Tat ne Menge Miniröcke (und Lehrer auch für Mädchen). Von 1979 bis 1989 konnte sich die regierende People’s Democratic Party of Afghanistan nur aufgrund der Intervention der damaligen Sowjetunion halten. Als die dann Afghanistan aufgab, war es unter anderem auch mit den Miniröcken vorbei.

  33. Gravatar Icon 33 lysis 30. Dezember 2007 um 18:57 Uhr

    Ich kann ja gern noch mal die zitierten Passage von oben wiederholen:

    Ursprünglich wurde die afghanische Burka nur in der Stadt getragen. Im Dorf war die Verschleierung unüblich.

    Und:

    The chadri was created by one of Afghanistan’s rulers trying to stop anyone from seeing his wives’ faces. He came up with the chadri, which became a sign of an upper class citizen; however, as times changed, the new government decided that chadris weren’t modern enough and banned them. The upper class people then gave them to their servants. […] Before the Taliban took power in Afghanistan, the chadri was infrequently worn in cities.

    Was ich daraus entnehme, ist, dass die Burka früher nur in Städten und auch dort „infrequently“, d.h. relativ selten, getragen wurde. Lange war sie ein Zeichen von weiblicher Oberschichtzugehörigkeit — wie ja der Schleier überhaupt, nicht nur in Afghanistan.

    Das bezeichnet zugleich einen mögliche Grund, warum Frauen die Burka oder den Schleier ehedem auch freiwillig angelegt haben: er signalisierte einen hohen Status und erlaubte es, sich von den arbeitenden Frauen abzugrenzen.

    Etwas von diesem Zusammenhang zeigt sich übrigens noch in der Tatsache, dass die Taliban den Frauen gleichzeitig mit der Einführung des Burkazwangs untersagten, arbeiten zu gehen, was viele von ihnen dem Hunger, der Abhängigkeit und dem Bettelstab auslieferte. Aber gerade das hat nie eine Sau interessiert, weil man am Arbeitsverbot für Frauen, das wesentlich heftiger in die Menschenrechte der Afghaninnen eingriff, keine kulturalistische Differenzproduktion aufziehen kann.

  34. Gravatar Icon 34 andreas 01. Januar 2008 um 21:30 Uhr

    und wer die mujaheddin in afghanistan, aus denen sowohl taliban als auch nordallianz hervorgegangen sind, zur bekämpfung der sowjetunion groß gemacht hat, weisst du auch, ware?
    sind übrigens dieselben, die die nordallianz in die regierung gebracht haben.
    wenn das burka-tragen in afghanistan freiwillig geschieht, wie du behauptest, wo ist dann überhaupt das problem?

  35. Gravatar Icon 35 lysis 01. Januar 2008 um 21:46 Uhr

    wenn das burka-tragen in afghanistan freiwillig geschieht, wie du behauptest, wo ist dann überhaupt das problem?

    wo hab ich denn das behauptet? sorry, das ist mir echt zu blöd.

  36. Gravatar Icon 36 andreas 01. Januar 2008 um 22:39 Uhr

    war an „ware“ gerichtet, lysis…sorry wenn das mißverständlich war.

  37. Gravatar Icon 37 Ware 02. Januar 2008 um 19:22 Uhr

    @Andreas

    und wer die mujaheddin in afghanistan, aus denen sowohl taliban als auch nordallianz hervorgegangen sind, zur bekämpfung der sowjetunion groß gemacht hat, weisst du auch, ware?
    sind übrigens dieselben, die die nordallianz in die regierung gebracht haben.

    Es ging ja auch nicht darüber zu diskutieren, wer Taliban oder Nordallianz „großgemacht“ hat, sondern darüber zu debattieren aus welchem Grund die meisten Frauen in Afghanistan eine Burka tragen. Insofern hat dein Einwand nicht unbedingt notwendig was mit meinen Einwänden zu schaffen. Wenn, dann musst du deine Einwände noch begründen. Ansonsten müsste ich leider zur Kenntnis nehmen, dass du argumentfrei einen Gegenstandswechsel vorgenommen hast.

    In Afghanistan gibt es zudem kein (bürgerliches) Staatsmodell, wo das „Volk“ durch Wahlen seine Abgeordneten und Präsidenten ins Parlament hineinwählt. Gerade die USA erleben doch schon seit 20 Jahren dass sie das Gewusel in Afghanistan, diverse Stammes- und Hegemonialkonflikte, nicht unter Kontrolle halten können. „Stämme“ und ihre „Führungspersönlichkeiten“ werden doch nicht vom afghanischen Staat einfach mal „eingeführt“, denen sich eine auswärtige Macht, die USA, instrumentell wie ein Strippenzieher bedienen könnte. Sie können bloß finanzielle bzw. politische und militärische Unterstützung gewähren und darauf hoffen dass Staatstrukturen entstehen, die den Staats- und Geschäftsinteressen der USA entsprechen (z.B. den Bau eine Gaspipeline die quer durch Afghanistan Richtung Indischer Ozean führen soll, denen sich die Taliban trotz Versprechen schon mal nicht gehalten haben). Und die USA täuschen sich schon seit mindestens 25 Jahren wie in Afghanistan „aufzuräumen“ wäre. Ebenso wie die Sowjetrussen vor 25 Jahren, deren Panzer immer noch zu Hunderten in den Bergtälern Afghanistans vergammeln.

    wenn das burka-tragen in afghanistan freiwillig geschieht, wie du behauptest, wo ist dann überhaupt das problem?

    Verstehe den Einwand nicht. Wenn die Burka freiwillig getragen wird, bedeutet dies nicht notwendig dass es auch vernünftig ist eine Burka zu tragen. Den Grund zu erläutern, warum (afghanische) Frauen eine Burka tragen erschließt sich nicht deswegen, dass ich eine Parteilichkeit für/gegen das Tragen eine Burka zum Ausdruck bringen will. Da muss man sich schon mit Afghanistan, ihren Menschen und seine Geschichte auseinandersetzen, um Näheres zu erfahren. Vielleicht ist die Burka einfach Ausdruck eines jahrzehntelangen, wenn nicht Jahrhunderte langen Auseinandersetzung mit Imperialisten wie Großbritannien und den USA. Vielleicht entspringt sie einem Bedürfnis nach kollektiver, symbolischer Anerkennung und politischen Zusammenhalt durch die Inszenierung einer religiös-politischen Identität, in historidcher Abgrenzung zum Westen und den USA. Vielleicht ist es ein religiöses Opium gegen die Armut, denen sich die Afghanen bedienen wollen. Was du und Andere dagegen machen, ist selektiv ein paar Jahre zurückzublicken und zu sagen, damals haben sie Miniröcke getragen, jetzt regieren die bösen Taliban und die Nordallianz. Parteilichkeit gegen Burka-Tragen kann nicht der Grund dafür sein dass eine Burka getragen/nicht getragen wird. Vernünftigerweise gehe ich diesem Bedürfnis, bzw. den Zwang, auf den Grund, und auf der Grundlage kritisiere ich dieses Bedürfnis bzw. diesen Zwang. Umgekehrt wenn ich meine moralische Parteilichkeit als Rechtfertigungsargument gegen die Burka vor mich hertrage. Dann frage ich nicht nach dem Grund, sondern argumentiere damit, das keine Burka getragen werden darf. Ergo ist es unmöglich dass jemand freiwillig eine Burka in Afghanistan trägt, weil ich es schon als das ultimativ Böse moralisch disqualifiziert habe. Ich frag nicht danach warum ist das so, sondern sortiere nach gut und böse, wobei gut=Frauen, Taliban, Nordallianz=böse, deswegen Burga zwangsweise eingeführt durch die Taliban. Wie es die bürgerliche Medien schon jahrelang inszenieren.

  38. Gravatar Icon 38 andreas 02. Januar 2008 um 21:14 Uhr

    so viel sch…dreck auf einmal, unfassbar.

  39. Gravatar Icon 39 Ware 02. Januar 2008 um 21:55 Uhr

    Tut dir weh, wenn Gegenargumente ausfallen…

  40. Gravatar Icon 40 Serdar 09. Januar 2008 um 15:13 Uhr

    Apropos Miniröcke. Die halte ich für eine größere Einschränkung als Kopftücher. Die Frauen gefallen halt anderen, können dafür aber kaum laufen (meist in Verbindung mit hohne Absätzen auch noch schädlich fürs Becken). Das ist ja auch freiwillig.

  41. Gravatar Icon 41 Emal 09. September 2008 um 10:35 Uhr

    :-?:o:)>- salam ba hama afghanan auserhalb afghanistan:d

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