Orientalism and Sexual Rights

It is in the realm of the emergent agenda of sexual rights that made its appearance in the United States and other Western countries in the late 1960s and began to be internationalized in the 1980s and 1990s that talk of sexual practices in the rest of the world, including the Arab world, would be introduced to the international human rights agenda and would be coupled with notions of „civilized“ and „uncivilized“ behavior. […] In the course of such „international“ human rights activism, two prime victims of human rights violations in Arab countries emerged and/or were created: women and „homosexuals.“ While the premodern West attacked the world of Islam’s alleged sexual licentiousness, the modern West attacks its alleged repression of sexual freedoms. The horror of „honor“ crimes taking the life of a quarter of all women murdered in Jordan, for example, would take a life of its own with special reports on American television networks and popular books by alleged native informants. Yet no special television program on U.S. networks investigated the fact that at least one-third of all women murdered in the United States are murdered by their boyfriends or husbands. Nor were these comparisons made when exhibiting real and imaginary Arab „honor“ crimes for television viewers.

From: Joseph A. Massad, Desiring Arabs (Chicago : University of Chicago Press, 2007), 37.


15 Antworten auf „Orientalism and Sexual Rights“


  1. Gravatar Icon 1 afafaf 22. Dezember 2007 um 23:51 Uhr

    Mir ist der Zusammenhang nicht ganz klar. Wenn in Amerika Frauen von ihren boyfriends or husbands getötet werden, sind das dann auch Ehrenmorde?

  2. Gravatar Icon 2 lysis 23. Dezember 2007 um 0:08 Uhr

    Nee, das ist dann anders kodiert. Man nennt das z.B. „Eifersuchtsmorde“, wenn eine Frau, die fremd gegangen ist, von ihrem Mann hingerichtet wird.

  3. Gravatar Icon 3 bigmouth 23. Dezember 2007 um 12:09 Uhr

    interessant ist, dass im antiken griechenland das phänomen des ehrenmords – also tödliche sanktion v ehrverletzungen innerhalb der familie, insbersondere durch sexualkontakt von frauen, was man m E schon analytisch von eifersucht abgrenzen kann – auch vorkam. das taugt ganz gut zur untergrabung von irgendwelchen orientalistischen diskursen über ehrenmorde

  4. Gravatar Icon 4 sebastian 23. Dezember 2007 um 15:30 Uhr

    der schinken liegt bei mir auch rum, aber ich komm nicht dazu…

  5. Gravatar Icon 5 lysis 25. Dezember 2007 um 0:57 Uhr

    @bigmouth: Mir scheint, du nimmst die Kodierung der Ehrenmorde an Frauen in unserer Gesellschaft als „Eifersuchtsmorde“ oder „Familientragödien“ ganz naiv beim Wort. Fragt sich nur, warum dann nicht auch Männer Opfer dieser „mörderischen Eifersucht“ werden.

    Christina von Braun und Bettina Matthes haben das mal ein bisschen näher beleuchtet:

    Widmeten die Zeitungen und Fernsehen dem ‚Ehrenmord‘ an Hatun Sürücü wie auch dem Prozeß gegen ihre Brüder wochenlang ausführliche Berichte — und das geschah zu Recht —, so erregen Berichte über westliche Ehemänner, die ihre Ehefrauen töten oder mit in den Tod reißen, kaum Aufsehen. ‚Familientragödie‘ ist der Code, unter dem diese Art von Mord geführt wird, von dem wöchentlich zu lesen ist. Meistens begnügt sich die Zeitung mit einem Vierzeiler. Manchmal fassen die Artikel gleich zwei oder drei Fälle zusammen, die sich in verschiedenen Teilen Deutschlands am selben Wochenende ereignet haben. In der weit überwiegenden Zahl der Fälle sind die Getöteten Frauen, die sich kurz vorher von ihrem Partner getrennt hatten oder dabei waren, es zu tun — und für diesen ‚Verrat‘ mit dem Leben zahlen. Warum rufen diese Berichte nicht genausoviel Erregung hervor wie die Berichte über ‚Ehrenmorde‘? Warum wird der Mord an Frauen, die ihren eigenen Weg zu gehen versuchen, wie ein Phänomen behandelt, über das man mit Achselzucken oder einem Kopfschütteln hinweggeht? Gelegentlich wird sogar Mitleid für den Täter, der ‚den Kopf verloren hat‘, geäußert. Nicht anders als bei einem ‚Ehrenmord‘ in der Türkei entscheiden deutsche Gerichte in solchen Fällen gelegentlich auf Totschlag im Affekt — auch dann, wenn der Täter zum Treffen mit seinem Opfer eine geladene Schußwaffe mitbringt und seine Ex-Frau wie ihr Beschützer in „einem Kugelhagel ‚aus Liebe‘“ sterben. In einigen amerikanischen Staaten war es noch bis in die 1970er Jahre gesetzlich erlaubt, eine Frau, die Ehebruch begangen hatte, zu töten. Solche Gesetze wurden abgeschafft, aber wirken als ungeschriebenes Gesetz weiter: […] Laut einem Bericht der „New York Times“ vom Februar 2000 zeigt eine Statistik des FBI, daß 32 Prozent der 3419 Frauen, die 1998 in den USA ermordet wurden, Opfer ihrer Ehemänner, Ex-Männer, Geliebten oder Ex-Geliebten waren. Gestützt auf die Ergebnisse von Regionalstudien, gehen Experten davon aus, daß die tatsächliche Zahl höher liegt: bei 50 bis 70 Prozent aller Morde an Frauen. Zum Vergleich: Nur vier Prozent der 10606 im Jahre 1998 ermordeten Männer wurden von aktuellen oder ehemaligen Intimpartnern getötet.

    Konflikte in Liebe und Partnerbeziehungen scheinen im Westen die häufigste Todesursache bei Frauen zu sein, die eines gewaltsamen Todes sterben. „Während in den letzten 20 Jahren die Tötungsdelikte insgesamt erheblich zurückgingen“, so kommentiert die Autorin der „New York Times“, sei „ein ähnlicher Rückgang für die Ermordung von Frauen, vor allem weißen Frauen, nicht zu beobachten“. […] Die Parallele zu den ‚Ehrenmorden‘ ist evident: […] In beiden Fällen wird mit der Tötung der ‚Verrat‘ an der Institution bestraft — nur daß sich die ‚Institutionen‘ unterscheiden […]

    Aus: C. v. Braun ; B. Mathes, Verschleierte Wirklichkeit : Die Frau, der Islam und der Westen (Berlin, 2007), 329--332.

  6. Gravatar Icon 6 bigmouth 25. Dezember 2007 um 22:44 Uhr

    vielleicht, weil frauen generell weitaus weniger leute umbringen?

    Within the Western world, nearly 90% of all murders are committed by males, with males also being the victims of 74.6% of murders (according the US Department of Justice). (engl wikipedia z Murder)

    und es ist bleibt analytisch ein anderer sachverhalt, wenn jemand seine schwester oder tochter umbringt wegen verstoßes gegen die familienehre. das zu grunde liegende konzept unterscheidet sich offensichtlich

  7. Gravatar Icon 7 lysis 26. Dezember 2007 um 3:02 Uhr

    Dass es sich da analytisch um einen etwas anderen Sachverhalt handelt, schreiben doch sogar Mathes und von Braun! Trotzdem scheinen Frauen in der bürgerlichen Kleinfamilie nicht weniger gefährdet zu sein als in einer „archaischen“ Großfamilie, wenn sie diese Institution „verraten“ und einen eigenen Weg zu gehen versuchen.

    Im Übrigen: warum sind denn Männer die Haupttätergruppe in der Mordstatistik? Hat das nichts mit Gender zu tun? Damit dass Männer Gewalt über Frauen und andere Männer ausüben? Also mit dem, was man früher „Strukturen patriarchaler Herrschaft“ genannt hätte?

  8. Gravatar Icon 8 bigmouth 26. Dezember 2007 um 14:14 Uhr

    natürlich hat das was mit gender zu tun. es ging mir da um deinen einwand, es könne dann ja nicht tatsächlich um eifersucht gehen…

    dass frauen im westen „nicht weniger gefährdet“ sind, halte ich quantitativ für unfug. die türkische regierung selbst geht von 300 ehrenmorden im jahr aus; in Deutschland gab es 2006 unter 400 nachgewiesene Morde überhaupt. do the math.

    die […] auslassungen lassen leider die ausführungen, warum die autorin hier verstoß gegen insitutionen benennt, nicht klar werden

  9. Gravatar Icon 9 lysis 27. Dezember 2007 um 0:22 Uhr

    tschuldige, aber das kann ich echt zurückgeben: do the math! vielleicht liegt ja in d-land die mordrate so unglaublich niedrig, aber in den usa sind allein 1998 14.025 personen ermordet worden, davon immerhin 3.419 frauen. rechnet man nur mit den offiziellen zahlen der FBI, die (siehe mathes und v. braun) vermutlich eine gewaltige dunkelziffer offenlassen, sind 1998 1.094 frauen von ihren ehemännern, ex-ehemännern oder intimpartnern ermordet worden. legt man das auf die bevölkerungszahl der türkei um, wären das immerhin noch 269 fälle, in denen eine frau von ihrem ex, ehemann oder geliebten vorsätzlich um die ecke gebracht worden wäre. da ist der unterschied nicht sehr groß.

    es ging mir da um deinen einwand, es könne dann ja nicht tatsächlich um eifersucht gehen…

    wenn du von eifersucht redest, tust du so, als ob da urtümliche gefühle am werk wären, die gar nichts mit den spezifischen geschlechterverhältnissen in dieser gesellschaft zu tun hätten. dass da konkret eine frau als besitz ihres mannes gehandelt wird, wenn dieser sich ermächtigt fühlt, sie zu töten, sobald sie fremd geht oder die beziehung abbricht, davon schweigst du in dem moment! „eifersucht“ erklärt allein überhaupt nichts.

  10. Gravatar Icon 10 lysis 27. Dezember 2007 um 0:32 Uhr

    ps: inwieweit die niedrige mordziffer in der BRD konkret auch etwas mit den international abweichenden definitionen von „mord“ zu tun hat, darüber will ich gar nicht spekulieren. es könnte gut sein, dass „eifersuchtsmord“ aufgrund der affektmäßigen erklärung, die ja gerade auch du so in den vordergrund rückst, pauschal unter totschlag verbucht wird. dann würde das aus der mordstatistik sowieso komplett rausfallen, womit sich dein vergleich ad absurdum führt.

  11. Gravatar Icon 11 bigmouth 27. Dezember 2007 um 0:42 Uhr

    du nimmst jetzt aber an, dass alle beziehungstaten in der türkei unter „ehrenmord“ verbucht werden, also die morde aus eifersucht in den 300 bereits mitgezählt sind – darauf hin habe ich aber keinen hinweis gefunden

  12. Gravatar Icon 12 lysis 27. Dezember 2007 um 1:03 Uhr

    Lies doch mal: Die Keimzelle der Gewalt!

  13. Gravatar Icon 13 lysis 27. Dezember 2007 um 12:32 Uhr

    die türkische regierung selbst geht von 300 ehrenmorden im jahr aus; in Deutschland gab es 2006 unter 400 nachgewiesene Morde überhaupt. do the math.

    Gern, ich zitiere die ZEIT mit Blick auf Deutschland:

    So waren 1993 von den 579 Mordopfern 325 mit dem Täter verwandt oder bekannt. Bei den 575 Totschlagsdelikten standen ebenfalls mehr als die Hälfte der Opfer zum Täter in einer engen Beziehung.

    Und:

    Bei schweren Delikten wie Mord und Totschlag […] ist zu neunzig Prozent der Täter ein Mann.

    Daraus folgt: 0.9 * 325 + 0.9 * 288 = ca. 552 Fälle von Mord und Totschlag im familiären Umfeld mit dem Mann als Täter. Und das allein 1993.

    Die niedrige Mordfrequenz in der BRD wirkt sich offenbar nicht im Mindesten auf die Zahl der Ehren… oh pardon: Eifersuchtsmorde und Familientragödien aus. Deren Häufigkeit liegt wenigstens (!) genauso hoch wie in den USA.

  1. 1 Familie — “Keimzelle der Gewalt” // Lysis Pingback am 29. Dezember 2007 um 23:47 Uhr
  2. 2 “Ehrenmord” « debauchery Pingback am 05. Januar 2009 um 18:09 Uhr
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