White men saving brown girls

Kinderprostitution auf den Philippinen„Liebe ist ein Wort aus dem dekadenten Westen“, denn in Afghanistan kennt man so was nicht. Das zumindest postuliert der „kriegsgeile Hardliner Leon de Winter“ (EE) auf SPON. „Liebe ist ein Wort aus fernen Gedichten und Liedern, ein Wort aus dem dekadenten Westen, wo sie keine Ahnung haben von der Härte einer Existenz in der Wüste und vom unaufhörlichen Krieg, der die Essenz des Lebens ist, in diesem Teil der Welt“, dichtet der Schriftsteller aus den Niederlanden im schlechten Ernst-Jünger-Style und gewahrt im Foto von Leuten am Hindukusch den „Blick auf die kollektive Vergangenheit der Menschheit, auf den Horror unserer brutalen Natur“. Denn dieser Natur stehen die Islamis eben noch viel näher als „wir Westler“, die ihrer tierischen Herkunft (welche uns unverstellt aus einem afghanischen Männergesicht anstarrt) solche Phänomene wie „Liebe, Zärtlichkeit, Schönheit, Individualität und Respekt“ erst mühevoll „aufgezwungen haben“.

‚Zivilisationsprozess‘ heißt diese von Leon de Winter bemühte Erzählung von den „vorwärts“ und „rückwärts“ gerichteten „Kulturen“ seit der Kolonialliteratur des 19. Jahrhunderts, und die Arbeit, das als einen wissenschaftlichen Mythos zu entlarven, ähnlich der zur selben Zeit enstandenen Rassentheorie, die ja gerade ebenfalls wieder fröhliche Urständ feiert, hat sich Hans Peter Duerr leider ganz umsonst gemacht. Denn ein Leon de Winter hat in seiner Rohheit und völligen Bildungslosigkeit ja noch nicht einmal etwas von den Diwanen gehört — den klassischen Sammlungen persisch-arabischer Liebesgedichte, die selbst aus Goethe einen wetteifernden Plagiator werden ließen.

Hat Leon de Winter wirklich keine Ahnung von den zahllosen Abhandlungen islamischer Autoren über die Liebe? Aber selbst wenn, was ist das schon gegen die moderne Prosa vorwärtsgerichteter Kindersextouristen, denen es nicht mehr darum geht, elfjährige Mädchen „lieblos zu befruchten“ (wie angeblich dem afghanischen Mann, über den der zum Boulevard übergewechselte Drei-Groschen-Romancier sich seine Wichsgriffel wund schreibt), sondern die sich ganz dem Genussethos der kapitalistischen Warengesellschaft verpflichtet haben:

Nimm die, die sich schämen, sagt Karl. Er zeigt nach vorne, wo Kinder in roten Lackstiefeln tanzen. Nimm die, die sich gar nichts trauen. Die Zerbrechlichen. Die ganz still liegen neben dir in der Nacht. Karl ist 38 und schon ein Veteran. Er mag es blutjung im Club Neros in Angeles City, Philippinen, Stadt der Engel, die immerzu lächeln, Tanz um Tanz, Kuss um Kuss, bis hinein ins Morgengrauen. „Das Fleisch ist straffer bei den Jungen“, sagt Karl. „Ich mag es schön fest, und wenn die um die 20 sind, ist es schlaff.“


10 Antworten auf „White men saving brown girls“


  1. Gravatar Icon 1 afafaf 23. Dezember 2007 um 0:07 Uhr

    Du kannst davon ausgehen, dass ein Großteil der Kunden der Kinderprostituierten aus arabischen Ölstaaten kommen. Und nicht nur kleine Mädchen missbrauchen, sondern auch kleine Jungs.

  2. Gravatar Icon 2 lysis 23. Dezember 2007 um 0:11 Uhr

    Oh schlimm, schwul sind die also auch noch!

  3. Gravatar Icon 3 cannon fodder 23. Dezember 2007 um 0:53 Uhr

    „Und nicht nur kleine Mädchen missbrauchen, sondern auch kleine Jungs.“

    Ein ganz wichtiger Unterschied, der unbedingt festgehalten werden musste. Mal abgesehen davon, dass das Bemühen, sogar den globalen (Kinder)sexmarkt zu kulturalisieren, von einer gewissen Borniertheit zeugt.

  4. Gravatar Icon 4 afafaf 23. Dezember 2007 um 20:00 Uhr

    Die Europäer missbrauchen natürlich auch kleine Jungs, sorry.

    Kinderprostitution ist kein ausschließliches Problem von
    Heterosexuellen, und auch keines von Menschen aus kapitalistischen Warengesellschaften, wie der Text suggeriert.

  5. Gravatar Icon 5 lysis 23. Dezember 2007 um 20:54 Uhr

    Kinderprostitution ist kein ausschließliches Problem von
    Heterosexuellen, […] wie der Text suggeriert.

    Das musst du mir mal zeigen, wo der Text das suggeriert.

  6. Gravatar Icon 6 bikepunk 089 24. Dezember 2007 um 15:41 Uhr

    @afafafafaf: Welche Gesellschaft ist denn keine kapitalistische Warengesellschaft, und aus welcher nicht-kapitalistischen nicht-Warengesellschaft geben Männer viel Geld für Kinderprostitution aus? Ich will hier nicht rumklugscheissern, mir ist nur nicht klar worauf du hinauswillst.

    Wichtig zu erwähnen ist auch der Zusammenhang zwischen Krieg und (Zwangs)prostitution. Praktisch immer wenn Soldaten weg von zuhause stationiert sind geben sie Geld für Sex aus. Bezogen auf die Phillipinen und die US Präsenz dort kann mensch das hier nachlesen, zu glauben das z.B. Bundeeswehrler bei der KFOR besser sind wäre eine Illusion. Bezogen auf die Phillipinen hat die US Truppenpräsenz massiv zur Verbreitung der Zwangsprostitution beigetragen, die Sextouristen kamen nach den Soldaten.

  7. Gravatar Icon 7 bikepunk 089 24. Dezember 2007 um 15:51 Uhr

    Beim ersten link ist die URL verlorengegangen, war wohl zu lang. Es handelt sich um eine Seite aus einen ILO-Bericht über Prostitution auf den Phillipinen, verlinkt auf Wikipedia. Und hier ist der link direct, villeicht klappts ja mit tinyurl: http://tinyurl.com/3bb6jb (lysis, wenn das so klappt und du den link in meinen letzten comment reinbasteln willst, wär das cool. ist aber nicht furchtbar wichtig).

  8. Gravatar Icon 8 afafaf 29. Dezember 2007 um 0:12 Uhr

    Also im Text ist zumindest nur von Mädchen die Rede, und von Weißen Männern und „Westlern“, und der Hinweis, dass die Kunden der Kinderprostituierten eben nicht nur solche sind, sondern dass es auch zahlreiche Muslime darunter gibt, ist angebracht.

  9. Gravatar Icon 9 lysis 29. Dezember 2007 um 1:16 Uhr

    Also im Text ist zumindest nur von Mädchen die Rede

    Könnte es vielleicht daran liegen, dass es sich in der Ausgangsstory — dem von Leon de Winter besprochenen Unicef-Foto — um ein elfjähriges Mädchen handelt?

    Aber ich seh schon, dir sitzt die Furcht im Pelz, dass man die Schwuchteln gerade da, wo es um die „zum Himmel schreienden Sünden“ (KKK) geht, am Ende ganz vergessen könnte!

  1. 1 Der Mann mit dem Schäferhund // Lysis Pingback am 23. Dezember 2007 um 2:02 Uhr
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