Der Mann mit dem Schäferhund

Der Schäferhund des SS-Offiziers Karl Höckers gibt Pfötchen
Wo wir’s gerade mit dem SPIEGEL-Autor Leon de Winter und seinem brutalen Rassismus hatten, hier noch Auszüge aus einem Beitrag, den diese in den deutschen Medien seit langem hofierte Gestalt am 25. Mai 2007 für einen Meinungsblog des niederländischen Elsevier Wochenblatts verfasste. Es geht um den Umgang mit im Fußballstadion randalierenden marokkanischen Jugendlichen. Die Übersetzung besorgte der Watchblog Islamophobie:

Hunde
Was hilft, sind die altmodischen Latten, mit denen die Polizei früher zuschlug und vor allem Hunde, sicher gegen ausländische Hooligans. (Für sie) sind Hunde nämlich schwer “haram”, unrein. Deswegen empfehle ich der Polizei beim nächsten Länderspiel Niederlande-Marokko, zwei Dutzend hungrige Schäferhunde an der Leine zu halten, und die auf den Tribünen loszulassen, wenn die Marokkanerlein zur Sache gehen wollen.
[…]
Der KNVB will fünf Jahre lang kein Spiel gegen Marokko machen. Sind die nicht ganz dicht? Ich will nächste Woche wieder ein Länderspiel gegen Marokko sehen, und ich will, dass alle marokkanischen Hooligans eingeladen werden, das Spiel zu sehen.

Kusch, Bello…
Ich würde sie durch einen einzigen Eingang hereinkommen lassen — zwischen Reihen von bellenden Brutos und Bellos. So lehrt man die Jüngelchen gleich, wie die Machtverhältnisse liegen. Von Hause aus sind sie nämlich nichts anderes gewöhnt.
Und wenn sie dann zur Sache gehen wollen, machen unsere vierbeinigen Freunde damit schnell Schluss.


Das kommt Ihnen irgendwie bekannt vor? Menschen, die durch Korridore aus bellenden Hunden getrieben werden? Hungrige Schäferhunde, die man auf wehrlose Menschen hetzt, um sie lebendig zu zerfleischen?

Hach, es ist doch nur derselbe Wiederholungszwang, der auch schon den islamophoben Politiker Geert Wilders dazu trieb, den Niederländern einen — wenn auch nur vordergründig — befremdlichen Vorschlag zu machen. Wilders forderte in der gleichen Debatte, in der sich später auch der Hundefreund de Winter zu Wort meldete, marokkanische Jungs die Stadien mit Zahnbürsten reinigen zu lassen.

Denen, die jetzt immer noch auf dem Schlauch stehen, hilft vielleicht der Amsterdamer Sozialhistoriker Huib Riethof auf die Sprünge:

Irgendetwas in Geert Wilders’ Unterbewusstsein muss es eine Erinnerung an mindestens eine der Demütigungen geben, denen Juden vor 1945 ausgesetzt waren. Sie mussten den Boden, auf dem sie gelaufen waren, und der somit als durch sie „verunreinigt“ galt, mit einer Zahnbürste reinigen. Oder, wie in Wien nach dem „Anschluss“, mit der Zunge ablecken. Davon gibt es Bilder.

1941 mußten die 81 Jüdischen Jungs, die in der Gegend um den Waterlooplein in Amsterdam von NSB(=Nationalsozialistische Partei der Niederlande)-Brigaden und nicht etwa von den Deutschen selber aufgegriffen worden waren, hundert Kniebeugen machen und über den Boden kriechen. Mit öffentlicher Erniedrigung beruhigt man die Bürger, denen man erst vor den „Fremden“ Angst eingejagt hat.


13 Antworten auf „Der Mann mit dem Schäferhund“


  1. Gravatar Icon 1 sm 23. Dezember 2007 um 2:40 Uhr

    man möchte ihm entgegnbrüllen:

    „Leon, jetzt reiss dich mal zam!“

    dem gehört mal eine geklebt.

  2. Gravatar Icon 2 fortinbras 23. Dezember 2007 um 8:00 Uhr

    Dem gehört mehr als nur eine geklebt.
    Interessant das dieser Typ ne Kontroverse mit dem anderern Rassisten van Gogh hatte, wobei sie doch in ihrem islamophoben Vernichtungsfantasien Brüder im Geiste sind.
    Julius Streichers Weblog würde heute auch nicht anders aussehen…zum Kotzen.

  3. Gravatar Icon 3 w 23. Dezember 2007 um 19:08 Uhr

    „Leon de Winter ist ein Sohn niederländisch-orthodoxer Juden, die den Holocaust in einem Versteck überlebten, das ihnen von katholischen Priestern und Nonnen zur Verfügung gestellt worden war.“

  4. Gravatar Icon 4 lysis 23. Dezember 2007 um 19:29 Uhr

    Ich find es direkt antisemitisch, dass du das ins Spiel bringst. Auschwitz war keine Besserungsanstalt für die Söhne der Überlebenden, sondern ein Vernichtungslager!

  5. Gravatar Icon 5 w 23. Dezember 2007 um 21:24 Uhr

    Haha.

  6. Gravatar Icon 6 lysis 24. Dezember 2007 um 0:15 Uhr

    Na endlich lachst auch du mal über einen Antisemitismusvorwurf. Mir geht’s schon die ganze Zeit so. Ich muss dazu nur mal deinen Blog lesen.

    (Sorry, Scherz konnte ich mir nicht verkneifen!)

  7. Gravatar Icon 7 bigberta 25. Dezember 2007 um 13:01 Uhr

    Nur mal so: Es gab 1995 schon mal eine Auseinandersetzung mit Theo van Gogh in der niederländischen Intellektuellen-Szene: Der Mann war Zeit seines Lebens ein in der Wolle gefärbter Antisemit. Leon de Winter scheint da vollkommen schmerzfrei zu sein. Ich habe aber noch was Schönes, dieses Mal von Geert Wilders, wobei ich besonders den Abschnitt mit den Zahnbürsten sehr zur Lektüre empfehle:
    http://watchblogislamophobie.wordpress.com/2007/06/04/die-zahnbursten-des-geert-wilders-hier-stadionverbot-fur-marokkanische-fusballfans/

  8. Gravatar Icon 8 kleines licht 28. Dezember 2007 um 19:15 Uhr

    Leon de Winter hat vor einigen Jahren dem inwischen verstorbenen Interviewer Ischa Meijer gesagt:

    „Durch den [Zweiten Welt-] Krieg sind bestimmte Aspekte der jüdischen Tradition zu einem Tabu geworden. Darum wusste ich bis vor ein paar Jahren nicht, dass im neunzehnten Jahrhundert jüdische Räuberbanden durch Brabant zogen. Und von diesen Leuten bin ich ein direkter Nachfahre. Raubend, brandschatzend und betrügend haben wir das brabantische Land verunsichert“.

    Gab’s da dort noch Wölfe ? Wer weiß was ?

    Sind das Rassehunde ?
    http://de.youtube.com/watch?v=HW4B8QhWIv0

    Die blutige Brygida bevorzugte in Auschwitz Schäferhunde.

  9. Gravatar Icon 9 lysis 29. Dezember 2007 um 1:57 Uhr

    Ich finde die Thematisierung von Leon de Winters Judentum in diesem Kontext nach wie vor antisemitisch.

    Und: die meisten hier könnten froh sein, wenn sie nur Räuber unter ihren Vorfahren hätten.

  10. Gravatar Icon 10 sm 29. Dezember 2007 um 13:17 Uhr

    „Und: die meisten hier könnten froh sein, wenn sie nur Räuber unter ihren Vorfahren hätten.“

    wieso?
    ich meine, wieso kann man froh oder unfroh über irgendwelche vorfahren sein. dafür kann man doch nix.

  11. Gravatar Icon 11 kleines licht 31. Dezember 2007 um 17:27 Uhr

    lysis, kann es sein, dass du dich beraubst ?

    sm, meine vorfahren haben meine sozialisation
    so mitgestaltet, dass ich, im gegensatz zu ihren
    vorfahren, die teilnahme an organisierter kriminalität
    grundsätzlich ablehne.
    ihre vorfahren beteiligten sich zwischen 1914 und 1918
    an bewaffneten raubüberfällen.
    ich bin froh, dass meine vorfahren meine
    sozialisation mitgestaltet haben.

    http://www.kas.de/wf/de/33.12361/

  12. Gravatar Icon 12 andreas 04. Januar 2008 um 16:16 Uhr

    mir scheint, es gibt da eine gewisse korrelation zwischen islamisten und ihren vermeintlich schärfsten gegnern. gewisse parallelen. etwa, wie sicher „man“ sich ist, wer der feind ist und wie mit ihm verfahren werden muß. oder wie gut sie diesen feind zu kennen glauben.
    ein ahmadinejad und ein bush würden nicht nur beim thema todesstrafe einen gemeinsamen nenner finden.

  1. 1 Schwulenklatschen made in Netherlands « f*cking queers Pingback am 02. April 2008 um 3:03 Uhr
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