Archiv für Dezember 2007

An allem schuld

Im Kontext der offenbar von Farid Müller (GAL) angestoßenen Debatte über angeblich von Muslimen ausgehende schwulenfeindliche Gewalt in Hamburg/St. Georg, an der, wie ich mich durch diverse Gespräche vor Ort überzeugen konnte, nicht ein überprüfbares Körnchen Wahrheit ist, hab ich folgenden Audio-Kommentar zugeschickt bekommen. Fand ich absolut passend:

Übrigens ist in Hamburg kein Tag vergangen, an dem ich nicht das Wörtchen „Schwuler“ oder „Schwuchtel“ als Beleidigung gehört habe. Aus dem Munde deutscher Prolls, versteht sich, die damit alles und jeden bezeichneten, den oder das sie scheiße fanden.

Bin verdammt froh, wieder in Neukölln zu sein.

Das Problem heißt Rassismus

Der Blog Entartetes Engagement fasst die Ergebnisse der neuen „Muslimstudie“ kurz und knackig zusammen:

Im Auftrag des Schäuble-Ministeriums erstellten die Hamburger Forscher Katrin Brettfeld und Peter Wetzels die Studie “Muslime in Deutschland”, bei welcher in vier großstädtischen Regionen rund 1000 Muslime befragt wurden. Insgesamt sehen die Ergebnisse wie zu erwarten aus. Nur eine Minderheit der Muslime (5,5%) hält Gewalt zur Ausbreitung des Islams für gerechtfertigt. 90% der befragten Muslime halten Selbstmordanschläge für feige und eine ebenso große Anzahl an befragten Personen lehnt das Töten von Menschen im Namen der Religion ab. Jedoch fühlen sich 50% der Muslime von der Gesellschaft ausgegrenzt und 20% erlebten selbst in den vergangenen zwölf Monaten Ausländerfeindlichkeit.

Die Anzahl der Muslime, die antisemitische Vorurteile mit sich tragen und demokratiefeindlich eingestellt sind, sind, so die Forscher, etwa mit den Zahlen aus der deutschen Bevölkerung zu vergleichen.

[…]

So stellte Belkir Alboga selbst fest, dass der Islam Demokratiefeindlichkeit nicht fördere und sich die Einstellung zu Demokratie und Rechtsstaat zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen kaum unterscheidet.

Mutterkreuz

bigmouth ist wieder da, diesmal mit einem Beitrag über deutsches Zuchtvieh.

Welchen Ismen gehört St. Georg?

Am Mittwoch, den 12. Dezember 2007, findet eine Podiumsdiskussion der AG Queer Studies an der Uni Hamburg statt, angeregt durch eine Reihe mehr oder weniger rassistischer Artikel und Leser_Innenbriefe im Hamburger Homo-Magazin „Hinnerk“:

Ausgangspunkt ist eine Debatte zum viel besungenen „Kulturkampf“, für dessen Schauplatz dieses Mal der Hamburger Stadtteil St. Georg auserkoren wurde und in dem DER Islam und DIE Schwulen gegeneinander antreten sollen.

Anstelle einer Diskussionsrunde über potenzielle Lösungswege für ein „Stadtteilproblem“ wird eine kritische Perspektive eingenommen, in der die Hamburger Diskussion in den Kontext der Islam- und Integrationsdebatte der letzten Jahre eingeordnet wird. Von unterschiedlichen Standpunkten aus wird diskutiert, wie Islamophobie und Homophobie verstrickt sein können und welche Interventionsmöglichkeiten es in solche Debatten gibt, die stark von Stereotypen über „die Anderen“ geprägt sind.

Mittwoch, 12. Dezember 2007, 19 Uhr
Hörsaal F im Phil-Turm, Von-Melle-Park 6, Uni Hamburg

Nicht anfassen!

Sexueller Faschismus jetzt auch in der BRD.

Erwartbare Karrieren

Michael Holmes: Vom antideutschen Kommunisten zum antikommunistischen Deutschen.

Der Irre von Washington

„President Bush said to all of us: ‚I‘m driven with a mission from God. God would tell me, „George, go and fight those terrorists in Afghanistan.“ And I did, and then God would tell me, „George, go and end the tyranny in Iraq …“ And I did. And now, again, I feel God’s words coming to me“ (Palestinian Foreign Minister Nabil Shaath via BBC).

Ein kleiner Verweis …

… damit die Kurzanmerkungen „zum linken und imperialen Universalismus“ von Miss Taken Identity nicht ganz an euch vorbei gehen.