Archiv für Januar 2008

Watchblog Islamophobie stellt Betrieb ein

Das Watchblog Islamophobie ist an diesem Wochenende leider abgeschaltet worden. Hauptgrund ist die Erkrankung von Bigberta, deren langjähriges Engagement von Huib Riethof hier noch einmal gewürdigt wird.

Im Hintergrund dürften aber auch die Angriffe durch Udo Ulfkotte eine Rolle spielen, der mit seiner Organisation Pax Europa den „Counter-Jihad“ ausgerufen hat und seit einiger Zeit an einer Allianz rechter europäischer Parteien gegen den „Islam in unseren Städten“ schmiedet. Durch Klagen konnte er die Betreiber des Watchblogs, welche ihm u.a. diverse antisemitische Äußerungen nachgewiesen hatten, in gleichermaßen ruinöse wie nervenaufreibende Prozesse verwickeln, die, um es vorsichtig auszudrücken, der Gesundheit von Bigberta sicher nicht förderlich gewesen sind.

Von mir daher die allerbesten Wünsche für ihre baldestmögliche Genesung in der Hoffnung, dass sie ihre wichtige Arbeit bald unter einem günstigeren Stern fortsetzen kann! Bis dahin der Link auf ein Projekt, das, ohne es in seiner thematischen Breite ersetzen zu können, gleichwohl in mancher Hinsicht verspricht, die Nachfolge des Watchblogs anzutreten: das Blog POLITISCH KORREKT von Dietmar Näher. Bitte aktualisiert eure Links!

Antidot zum Operaismus

7 Thesen zum Kapitalismus (zusammengefasst von schatten kontrastieren), brauchbar auch als Gegengift gegen die 28 neo-operaistischen "Thesen zur Klassengesellschaft".

BILD lässt die Hunde los

Seitdem der Feuilleton-Chef der ZEIT, Jens Jessen, ein paar richtige Anmerkungen zu der von Rentnern kultivierten Atmosphäre der Intoleranz gemacht hat, wütet der landeseigene Lynchmob und will ihn am liebsten am nächsten Baum aufknüpfen. Die Süddeutsche Zeitung fasst die ungefilterten Reaktionen des deutschen Netzkübels schlaglichtartig zusammen:

Angefeuert durch Bild und FAZ, tobt nun eine Welle der Empörung in Internetforen, Blogs, und Userkommentaren. Was dort zu lesen ist, ist zuweilen justiziabel: Man solle dem “Deutschland-Hasser”, diesem “hinterhältigen und verdorbenen Gesellen”, dem “charakterlosen Wurm” auf die “Fresse hauen”, den “ekelhaften Rotfaschisten” auf den “Müllhaufen der Geschichte” werfen, das “widerliche linke Schwein” in der U-Bahn so verprügeln, “dass er sich für den Rest seines Lebens von Flüssignahrung ernähren muss”. Es wird gefragt, ob man ihm “bei Gelegenheit den Schädel eintreten” dürfe, oder gefordert, dass “Schläge das Denkvermögen” erhöhen mögen und sich der “Perversling” schämen soll und schließlich wird dort gehofft, dass Jessen seinen Job verliert, “oder besser noch: Verschwinden Sie aus Deutschland. Ich klage Sie an wegen Verbrechen gegen das deutsche Volk” — und so geht das in Hunderten Kommentaren in einem fort. Es kann einem schlecht werden dabei.

(via)

Von Winter bis Herre: Der Islam ist schuld!

Der WDR über Islamophobie in den beiden glücklicherweise getrennten Hälften des ehemaligen Großdeutschland:

(via)

Okkulter Marxismus

Es gibt eine vielzitierte Geschichte über Diderot und Euler, derzufolge es Euler in einer öffentlichen Debatte in St. Petersburg gelang, den Freidenker Diderot in Verlegenheit zu bringen, indem er behauptete, einen algebraischen Beweis für die Existenz Gottes zu besitzen: „Monsieur, es ist (a+b^n)/n = x, also existiert Gott; antworten Sie!“

Die Geschichte ist natürlich frei erfunden. Keine Fiktion ist allerdings das urkomische Zitat von Stephan Grigat über die Herleitung seiner außenpolitischen Präferenzen aus der Marxschen Gleichung „x Ware A = y Ware B“, das negative potential in seinem Weblog ausgegraben hat. Doch nicht nur das, Grigat hat über diese die ganze „antideutsche“ Weltanschauung scheinbar wie eine Nußschale umschließende Formel sogar eine eigene Dissertation geschrieben, die jetzt in einem Freiburger Fachverlag für Marxismus-Mystizismus erschienen ist. Ob die Lektüre allerdings auch so ein Spaß ist wie die von Gerhard Scheits intellektueller suicide attack?

Die Stunde der Revisionisten

„Es wird der Versuch gemacht, 1968 zu schlachten“. Interview mit Jutta Dittfurth:

An der unsichtbaren Front

Wer sich, wie ich, das unsägliche Geseiere der BAHAMAS nicht mehr selber antun will, schaut einfach mal bei Tscheka vorbei: Scheiße quergelesen (2).

geht doch nach österreich!

gar nicht schlau: die gruppe morgenthau (danke, subwave, für sowas hätte ich den nerv nicht mehr!)