Antidot zum Operaismus

7 Thesen zum Kapitalismus (zusammengefasst von schatten kontrastieren), brauchbar auch als Gegengift gegen die 28 neo-operaistischen "Thesen zur Klassengesellschaft".


13 Antworten auf „Antidot zum Operaismus“


  1. Gravatar Icon 1 subwave 26. Januar 2008 um 20:02 Uhr

    wo du da die gegensätze aufmachen willst, erschliesst sich mir nicht. die 28 und die sieben thesen ergänzen sich recht gut. etwas anders formuliert steht vieles aus den sieben thesen auch in den 28. bei den sieben thesen fällt nur der sehr akademisierte duktus auf.
    by the way: auch in den 28 thesen wird der operaismus kritisiert, nur wird er nicht ganz verworfen.
    und mal klartext: der ganz auf zirkulations- und vor allem reproduktionssphäre BESCHRÄNKTEN linken der letzten jahre kann ein bisschen überdosis „kritik der produktionssphäre“ nicht schaden, das hat sie bitter nötig, da braucht es kein antidot.

  2. Gravatar Icon 2 lysis 26. Januar 2008 um 20:42 Uhr

    Naja, du kennst ja die Diskussion, die wir hier geführt haben. Ich brauch mich da wohl kaum zu wiederholen.

  3. Gravatar Icon 3 bigmouth 27. Januar 2008 um 1:08 Uhr

    bist du denn mittlerweiel über das editorial hinaus gekommen?

  4. Gravatar Icon 4 lysis 27. Januar 2008 um 1:39 Uhr

    die zeitschrift gab’s ja nicht mehr zu kaufen! aber die 28 thesen konnte ich online überfliegen. dazu habe ich das gespräch in der phase 2 und die empfehlung von karl rauschenbach gelesen. ich finde, das reicht echt, um mir ein bild zu machen.

  5. Gravatar Icon 5 Comunista 28. Januar 2008 um 17:45 Uhr

    Hier übrigens eine andere recht interessante Kritik an den „Thesen“: http://theoriepraxislokal.org/deb/zu28_thesen.php

  6. Gravatar Icon 6 lysis 29. Januar 2008 um 12:14 Uhr

    Ich würde die Anführungszeichen vermutlich etwas anders setzen:

    Hier übrigens eine recht „interessante“ Kritik an den Thesen.

  7. Gravatar Icon 7 Tioum 31. Januar 2008 um 0:32 Uhr

    Ich würd die Anführungszeichen so setzen:

    „Hier übrigens eine „Kritik“ an den Thesen.“

  8. Gravatar Icon 8 metallkrakenkrankenkannengiesserkrüppelphilosophenmonster 31. Januar 2008 um 6:03 Uhr

    Ich würd die Anführungszeichen so setzen:

    „Hier“ „übrigens“ „eine“ „recht“ “interessante” „Kritik“ „an“ „den“ „Thesen“.

    (Wobei ich mir bei „Kritik“ nicht so sicher bin. Da könnte man die auch „weg“lassen…)

  9. Gravatar Icon 9 antikapl 12. Februar 2008 um 0:25 Uhr

    Auch wenns ein bisschen her ist: sind die leute, die die 7 Thesen geschrieben haben, nicht selbst dem postoperaistischem Spektrum zuzuordnen? Beim Ums Ganze – Kongress traten sie zumindest als solche auf und auch Schlagworte wie „militante Untersuchung“ lassen sowas vermuten.

    Also inhaltlich fand ich die 7 Thesen wirklich gut (die 28 hab ich mir garnicht komplett angetan), auch wenn ich auch da, wie bei den 28 Thesen, den verwendeten Jargon teilweise ein bisschen eigenartig fand. Wie soll z.B. eine „militante Untersuchung“ der EU aussehen? Muss man, um die EU empirisch erfassen zu können, mit einem Haufen Autonomer die Zentrale in Brüssel stürmen? Das würde ich zumindest mit dem Begriff assoziieren, obwohl ich weiß, dass damit wohl nichts weiter als stinknormale empirische Forschung gemeint sein wird. Nur – wozu dann dieser Begriff?

    Ich würde die 7 Thesen übrigens eher weniger als Kritik am Operaismus, sondern als Kritik an der Wertkritik verstehen. Und als Kritik an der Wertkritik finde ich sie wirklich angemessen. Gerade in Sachen Empirie und Differenzierung liegt da einiges im Argen (vgl. u.a. die Debatte zur Krisentheorie zwischen dem Krisis-Vertreter und Michael Heinrich).
    Offen blieb in den 7 Thesen halt – wiedermal – warum nun eigentlich genau die Marxsche Werttheorie für überholt erachtet wird. Das wurde da mal garnicht erklärt und das hab ich auch beim „Ums Ganze“-Kongress nie verstanden. Also wenn, dann würde ich eine grundsätzliche Kritik an der Marxschen Theorie für sinnvoller halten – aber warum der Kapitalismus in Bezug auf seine Formen so grundlegend anders sein soll als heute, verstehe ich nicht (irgendwie widersprechen sich die 7 Thesen da auch, denn an der Fetischkritik und an der Annahme bestimmter spezifisch kapitalistischer „Formen“ hält man ja unverändert fest).

    Auch die Argumente in Bezug auf die 3 Formen Staat, Recht und Wirtschaft fand ich nicht so überzeugend. Dass die staatliche Währungspolitik bereits beweisen würde, dass Staat und Wirtschaft im Kapitalismus eins sind, würde doch niemand ernsthaft behaupten, sondern es geht doch darum, aufzuzeigen, wie bürgerlicher Staat, bürgerliches Recht und kapitalistische Ökonomie eine viel grundlegendere Einheit bilden. Der Staat kann vielleicht auch Sachen tun, die der kapitalistischen Logik zuwiderlaufen – doch dann würde er halt vor die Hunde gehen (das war ja auch im Ostblock so).

    Noch absurder finde ich die ständige Rede von der Trennung von Staat und Recht. Sonja Buckel hat beim Kongress das jüdische Diaspora-Recht als staatenloses Recht bezeichnet. Sicher hatte die Diaspora-Gemeinschaft keinen „Staat“ im engeren Sinne, aber ein Recht, dem keine Instanz, die es durchsetzt und beschließt zugeordnet ist, ist die Negation von Recht – es ist ein Nicht-Recht, dass es nicht geben kann. Umgekehrt kann auch der Staat ohne einen gewissen Rechtskodex nicht funktionieren – sei dieser nun implizit oder explizit. Ein Staat ohne Rechtskodex wäre halt bloße ephemere Herrschaft, bei der man keinesfalls von Staat sprechen könnte. Ich würde also sagen, dass im Begriff des Staats die Einheit von Staat und Recht im Staat bereits angelegt ist.
    Dass sich der Staat im Kapitalismus selbst aufspaltet in Legislative, Judikative und Exekutive kann nun wirklich kein Argument dafür sein, dass Recht als „relationell autonome“ (Sonja Buckel) Sphäre zu betrachten. Dies wäre eher „konservative Rechtslehre“, denn dort werden doch die Menschenrechte dem konkreten Recht als transzendentale Grundlage kontrafaktisch übergestülpt.

    Naja, das sind so meine wichtigsten Kritikpunkte an den 7 Thesen der Postoperaisten.

  10. Gravatar Icon 10 schatten kontrastieren 12. Februar 2008 um 10:46 Uhr

    Zumindest Kannankulam und Wissel kommen eher aus der Regulationstheorie (mit starkem staatstheoretischen Einschlag) und von den Thesen her würde ich das für die anderen auch mal vermuten.

    „aber warum der Kapitalismus in Bezug auf seine Formen so grundlegend anders sein soll als heute“

    da hast du sie falsch verstanden, als Grundlage gehen die AutorInnen (sofern ich sie richtig verstanden hab) von einer Trennung von Analyseebenen aus die sie aus dem Critical Realism (v.a. Roy Bhaskar, http://f.students.umkc.edu/fkfc8/BhaskarCR.htm) übernehmen, nämlich die von ‚real‘, ‚actual‘ und ‚empirical‘ und gesellschaftliche Formen und konkrete Gesellschaftlichkeit sind auf unterschiedlichen Ebenen angesiedelt, andere nennen das halt ‚Kapitalismus im ideellen Durchschnitt‘ und ‚historisch konkrete Analyse‘.

  11. Gravatar Icon 11 antikapl 12. Februar 2008 um 15:20 Uhr

    Okay, stimmt, ich habe, das, was im Vorwort stand irgendwie mit den 7 Thesen verwurschtelt, im Text selbst beziehen sie sich ja sogar sehr positiv auf die Wertkritik (schließen den Postoperaismus halt nicht aus, was ja an sich vernünftig ist). Beim „ums ganze“-kongress haben halt sonja buckel und, soweit ich mich erinnere, auch Jens Wissel irgendwie als „Postoperaisten“ gewirkt, aber ich glaube, dass ich die so verstanden habe, liegt wahrscheinlich hauptsächlich an meiner unkenntnis in bezug auf den Po und zum anderen an der Präsentation auf dem Kongress.
    Wer Peter Decker und die Wertkritik vorher nicht oder nur kaum gekannt hat, wird wahrscheinlich auch gedacht haben, der wäre dem wertkritischen Spektrum zuzuordnen.

    Naja, aber diese Trennung bzw. Differenzierung ist dann, wie du es ja schon angedeutet hast, nicht besonders originell. Was natürlich nicht heißt, dass es unsinnig wäre, auf sie zu verweisen.

  12. Gravatar Icon 12 lysis 12. Februar 2008 um 23:20 Uhr

    antikapl: Die „Freunde der klassenlosen Gesellschaft“ sind keine Postoperaisten, sondern Neo-Operaisten. Das ist schon ein Unterschied ums Ganze.

  13. Gravatar Icon 13 antikapl 13. Februar 2008 um 0:58 Uhr

    Hm? Über die schreib ich doch garnichts. :-?

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