Crash: bitte, es geht in dem Beitrag nicht nur um die DDR, sondern dass es überhaupt noch jemand wagt, die Vergesellschaftung der Produktionsmittel zu fordern!
Gerade das fand ich eigentlich so auffallend, dass die Reporter keine andere Kritik an den Kommunisten fanden als dass sie sich nicht von Stasi und Schießbefehl distanzieren.
Ich finde, an der DKP kann man schon viel kritisieren, u.a. auch ihren nach wie vor positiven Bezug auf die DDR, der ja eben auch im Parteiprogramm (Abschnitt „III. Der Sozialismus – die historische Alternative zum Kapitalismus“) drinsteht. Wie da der Stalinismus verharmlost wird, sucht echt seinesgleichen.
Klar, die Leute haben anscheinend ihr ganzes Leben lang Solidarität mit dem Ostblock gezeigt, wieso sollten sie es jetzt ändern? – Naja, sie waren halt schon immer entweder naiv oder „dialektisch“ (wie Brecht und heutige russische Rechtsintellektuelle). Dabei gabs immer genug kommunistische Gruppierungen, die gegen den Ostblock waren (Trotzkisten, MG).
Der Stalinismus ist ein historischer Begriff, der sich auf die Zeit vor 1956, dem XX. Parteitag der KPdSU, bezieht. Du verfällst selbst in bürgerliche Propaganda, wenn du den Realsozialismus pauschal als „Stalinismus“ disqualifizierst. Die Stalinisten (etwa in Gestalt der KPD/ML) haben die Sowjetunion nach 1956 immer abgelehnt. Das verband sie mit den Trotzkisten — und zwar so sehr, dass sie sich am Schluss sogar zu einer gemeinsamen Partei vereinigten.
bei aller kritik, die dkp hat sich in zwei historischen situationen und gegen die mehrheit der damaligen bundesdeutschen linken 100% korrekt verhalten: bei der niederschlagung der barbarei pol-pots durch die vietnamesischen truppen und beim einmarsch der roten armee in afghanistan.
Die DKP oder die DDR als „stalinistisch“ zu bezeichnen, ist auf jeden Fall eine Verharmlosung des wirklichen Stalinismus, wie er bis 1956 in der UdSSR existiert hat. Im Unterschied zu diversen maoistischen Sekten hat sich die DKP nie positiv auf Stalin bezogen. Das ist einfach eine Lüge, die die Stalinschen Säuberungen und sein „Archipel Gulag“ zu bloßen Denunziationszwecken relativiert. Also all das, womit Chrustschow als einer der Überlebenden aus der Kaste der Nomenklatura auf dem XX. Parteitag der KPdSU offiziell abgerechnet hat — in einer dramatischen Rede, bei der etliche Leute damals einen Herzinfarkt erlitten und nach deren Ende sich China und Albanien von der Sowjetunion lossagten. So zu tun, als ob das alles gar nicht passiert wäre, ist einfach unsäglichste Geschichtsklitterung, wie sie aber hierzulande üblich ist.
Naja, also ich finde, der betreffende Abschnitt im Parteiprogramm spricht schon eine andere Sprache. Der ist ja ausdrücklich nicht nur auf die DDR, sondern auf den gesamten Ostblock bezogen, also auch auf Stalin.
Und selbst falls (!) „nur“ die DDR gemeint sein sollte, wirft das schon ein ziemlich fahles Licht auf die DKP. In diesem Punkt finde ich die Linkspartei echt besser, weil die grenzt sich ihrem Parteiprogramm mit sehr deutlichen Worten vom „Realsozialismus“ ab.
Und die Trotzkisten waren doch soviel ich weiß, auch nach Stalin kritisch gegenüber der Sowjetunion, auch wenn sie sie vor bürgerlicher Denunziation in Schutz nahmen (was ja in der historischen Situation vernünftig war).
Damit, dass man den Stalinismus nicht auf die gesamte Zeitspanne der Existenz des „Realsozialismus“ anwenden kann, hast du natürlich vollkommen Recht. Das wollte ich auch nicht.
Naja, also ich finde, der betreffende Abschnitt im Parteiprogramm spricht schon eine andere Sprache. Der ist ja ausdrücklich nicht nur auf die DDR, sondern auf den gesamten Ostblock bezogen, also auch auf Stalin.
Das ist doch keine geographische, sondern eine historische Frage! Die DKP bezieht sich auf den „Ostblock“ in der Zeit nach der Entstalinisierung.
Und die Trotzkisten waren doch soviel ich weiß, auch nach Stalin kritisch gegenüber der Sowjetunion
Ja, das waren die Stalinisten ja auch. Deswegen war diese Vereinigung von Trotzkisten und Stalinisten doch überhaupt erst möglich! Beide haben die Sowjetunion radikal abgelehnt. Die stalinistische KPD/ML hat sogar illegale Sabotagegruppen in der DDR gegründet und wurde von der Stasi verfolgt.
Was du einfach nicht kapieren willst, ist, dass der sog. Ostblock nach 1956 nichts mehr mit Stalinismus am Hut hatte; dass er im Unterschied zu China und Albanien damit gebrochen hat. Solange du dieses historische Faktum nicht akzeptierst, verstehst du natürlich auch die Geschichte nicht; verstehst du nicht, warum die stalinistischen Gruppen in der Bundesrepublik gegen die Sowjetunion gehetzt haben, warum China und die Sowjetunion am Rande eines Atomkriegs standen, warum die stalinistische KPD/ML sich 1986 mit der trotzkistischen GIM zu einer gemeinsamen Partei vereinigt hat, warum das Russland-orientierte Vietnam in das China-orientierte Kambodscha einmarschiert ist: weil die Stalinisten (respektive Maoisten) den „Ostblock“ genauso abgelehnt und verabscheut haben wie du. Für sie waren die sowjetischen Eliten seit Chrustschow Hochverräter.
Nochmal: in dem Parteiprogramm (http://www.dkp-online.de/programm/; Abschnitt „Die Leistungen des Sozialismus“) wird zwischen diesen Stadien überhaupt nicht differenziert. Noch nichtmal ansatzweise wird da explizite Kritik geäußert, im Gegenteil:
„Unter ungünstigsten Ausgangsbedingungen wurden in der Sowjetunion und später in weiteren sozialistischen Staaten großartige Leistungen vollbracht.“
„Die sozialistischen Gesellschaften haben über Jahrzehnte hinweg bewiesen, dass eine Produktion ohne Kapitalisten, jenseits des Profitprinzips und nach einem gesellschaftlichen Plan möglich ist. Sie haben der Aggressivität des Imperialismus Fesseln angelegt. Vom „Dekret über den Frieden“, dem ersten Dekret der Sowjetmacht 1917, über den entscheidenden Beitrag der Sowjetunion zum Sieg über den Hitlerfaschismus, bis zu den Abrüstungsinitiativen der Warschauer Vertragsstaaten reicht die lange Kette der Friedenspolitik des Sozialismus(sic!!!!). Zu seinen historischen Leistungen gehört die solidarische Unterstützung der Völker im Kampf um nationale Unabhängigkeit, gegen Kolonialismus und Neokolonialismus.“
Das ist doch alles vollkommen lächerlich. Also ich bin ja auch dafür, dass man den Ostblock differenziert betrachtet. Die Mauer z.B. war ja ökonomisch tatsächlich überlebenswichtig für die DDR. Aber das macht die DKP einfach nicht.
Die Linkspartei hat in ihrem Parteiprogramm (das ich mir durchgelesen habe) schon drinstehen, dass sie, als Endziel, den Kapitalismus überwinden will. Also das ist schon ein Unterschied zur CDU.
Zu Stalinisten/Trotzkisten nach ’56: aber die haben doch die Sowjetunion aus völlig unterschiedlichen Gründen abgelehnt. Okay, vielleicht haben sie aus taktischen gründen oder was weiß ich zusammengearbeitet, aber stalin war für die trotzkisten doch der absolute todfeind. Das geht echt über mein vorstellungsvermögen, dass es dauerhafte bündnisse zwischen bekennden stalinisten und trotzkisten gab.
- Bockmist! Auch wenn’s dir nicht paßt und du das alles ablehnst, ist das trotzdem haargenau so wie die DKP eben sagt. Ansonsten hat lysis dir alles bereits erklärt, was du nicht einsehen magst.
Ich denke mal, man kann die realsozialistischen Staaten seit Chrustschow vielleicht treffend als „poststalinistisch“ bezeichnen. Man kann das an vielen Kleinigkeiten wie dem Weiterleben des „Sozialistischen Realismus“ festmachen, den Stalin gegen die künstlerische Avantgarde der frühen 20er Jahre in Stellung gebracht hatte. Es gibt viele solcher Ebenen, auf denen der Stalinismus kulturell fortweste. Der Grund dafür ist (man verzeihe mir den Vergleich) ein ähnliches Moment von historischer Trägheit, wie man es in der BRD erleben konnte, die ja auch nach 1945 im Grunde immer eine postfaschistische Gesellschaft geblieben ist – auf der Ebene der Denkformen, der Elitenzusammensetzung und der korporatistisch-sozialpartnerschaftlichen Integration von Klassenkonflikten.
Lysis hat, da er die Diskussion nicht weitergeführt hat, anscheinend auch erkannt, dass die DKP in ihrem Parteiprogramm eine Differenzierung zwischen Stalinismus und Post-Stalinismus bzw. anderen Entwicklungsphasen im „Realsozialismus“ garnicht vornimmt. Stattdessen scheint mir die DKP, polemisch gesagt, ihr historisches „Wissen“ über diese Ära (bzw. Ären) geradewegs aus DDR-Geschichtsbüchern übernommen zu haben, wo ja wohl auch von „sozialistischer Friedenspolitik“ die Rede war.
Da du ja der Meinung bist, dass es „haargenau so ist, die wie DKP sagt“, frage ich mich, an was du empirisch die Existenz jener „Friedenspolitik“ fest machst und wo du konkret die „großartigen Leistungen“ „in der Sowjetunion und später in weiteren sozialistischen Staaten“ siehst.
Da wir und privat nicht kennen, distanzier ich mich mal davon, dass du mir ratschläge erteilst. Politisch kann ich deine polemik gegen meine person nicht ganz nachvollziehen. Warum? Sie ist mir zu undifferenziert.
(Auf Blödsinn kann man nur mit Blödsinn antworten.)
Neuerdings bekomme ich bei Rentnern die von ihrer „reichen Kampferfahrung“ schnacken, aber ein wenig Angst.
Bist du besoffen?
pfff, ich kann auch ohne alkohol spaß haben. ehrlich.
Also bezüglich dieser DDR-Fans bin ich auch Antikommunist.
ich bin ja kein antikommunist, ey. ich bin nur gerontophob.
das is doch ein lysianischer brauch, dachte ich
Crash: bitte, es geht in dem Beitrag nicht nur um die DDR, sondern dass es überhaupt noch jemand wagt, die Vergesellschaftung der Produktionsmittel zu fordern!
Gerade das fand ich eigentlich so auffallend, dass die Reporter keine andere Kritik an den Kommunisten fanden als dass sie sich nicht von Stasi und Schießbefehl distanzieren.
Was soll es auch anderes an Kommunisten zu kritisieren geben?
Ich finde, an der DKP kann man schon viel kritisieren, u.a. auch ihren nach wie vor positiven Bezug auf die DDR, der ja eben auch im Parteiprogramm (Abschnitt „III. Der Sozialismus – die historische Alternative zum Kapitalismus“) drinsteht. Wie da der Stalinismus verharmlost wird, sucht echt seinesgleichen.
Klar, die Leute haben anscheinend ihr ganzes Leben lang Solidarität mit dem Ostblock gezeigt, wieso sollten sie es jetzt ändern? – Naja, sie waren halt schon immer entweder naiv oder „dialektisch“ (wie Brecht und heutige russische Rechtsintellektuelle). Dabei gabs immer genug kommunistische Gruppierungen, die gegen den Ostblock waren (Trotzkisten, MG).
Der Stalinismus ist ein historischer Begriff, der sich auf die Zeit vor 1956, dem XX. Parteitag der KPdSU, bezieht. Du verfällst selbst in bürgerliche Propaganda, wenn du den Realsozialismus pauschal als „Stalinismus“ disqualifizierst. Die Stalinisten (etwa in Gestalt der KPD/ML) haben die Sowjetunion nach 1956 immer abgelehnt. Das verband sie mit den Trotzkisten — und zwar so sehr, dass sie sich am Schluss sogar zu einer gemeinsamen Partei vereinigten.
bei aller kritik, die dkp hat sich in zwei historischen situationen und gegen die mehrheit der damaligen bundesdeutschen linken 100% korrekt verhalten: bei der niederschlagung der barbarei pol-pots durch die vietnamesischen truppen und beim einmarsch der roten armee in afghanistan.
Subwave,
was hat sie denn gemacht? So wie Du Furzkopp eine Soli-Erklärung mit der jeweils favorisierten Seite gebloggt?
Die DKP oder die DDR als „stalinistisch“ zu bezeichnen, ist auf jeden Fall eine Verharmlosung des wirklichen Stalinismus, wie er bis 1956 in der UdSSR existiert hat. Im Unterschied zu diversen maoistischen Sekten hat sich die DKP nie positiv auf Stalin bezogen. Das ist einfach eine Lüge, die die Stalinschen Säuberungen und sein „Archipel Gulag“ zu bloßen Denunziationszwecken relativiert. Also all das, womit Chrustschow als einer der Überlebenden aus der Kaste der Nomenklatura auf dem XX. Parteitag der KPdSU offiziell abgerechnet hat — in einer dramatischen Rede, bei der etliche Leute damals einen Herzinfarkt erlitten und nach deren Ende sich China und Albanien von der Sowjetunion lossagten. So zu tun, als ob das alles gar nicht passiert wäre, ist einfach unsäglichste Geschichtsklitterung, wie sie aber hierzulande üblich ist.
Naja, also ich finde, der betreffende Abschnitt im Parteiprogramm spricht schon eine andere Sprache. Der ist ja ausdrücklich nicht nur auf die DDR, sondern auf den gesamten Ostblock bezogen, also auch auf Stalin.
Und selbst falls (!) „nur“ die DDR gemeint sein sollte, wirft das schon ein ziemlich fahles Licht auf die DKP. In diesem Punkt finde ich die Linkspartei echt besser, weil die grenzt sich ihrem Parteiprogramm mit sehr deutlichen Worten vom „Realsozialismus“ ab.
Und die Trotzkisten waren doch soviel ich weiß, auch nach Stalin kritisch gegenüber der Sowjetunion, auch wenn sie sie vor bürgerlicher Denunziation in Schutz nahmen (was ja in der historischen Situation vernünftig war).
Damit, dass man den Stalinismus nicht auf die gesamte Zeitspanne der Existenz des „Realsozialismus“ anwenden kann, hast du natürlich vollkommen Recht. Das wollte ich auch nicht.
Das ist doch keine geographische, sondern eine historische Frage! Die DKP bezieht sich auf den „Ostblock“ in der Zeit nach der Entstalinisierung.
Ja, das waren die Stalinisten ja auch. Deswegen war diese Vereinigung von Trotzkisten und Stalinisten doch überhaupt erst möglich! Beide haben die Sowjetunion radikal abgelehnt. Die stalinistische KPD/ML hat sogar illegale Sabotagegruppen in der DDR gegründet und wurde von der Stasi verfolgt.
Was du einfach nicht kapieren willst, ist, dass der sog. Ostblock nach 1956 nichts mehr mit Stalinismus am Hut hatte; dass er im Unterschied zu China und Albanien damit gebrochen hat. Solange du dieses historische Faktum nicht akzeptierst, verstehst du natürlich auch die Geschichte nicht; verstehst du nicht, warum die stalinistischen Gruppen in der Bundesrepublik gegen die Sowjetunion gehetzt haben, warum China und die Sowjetunion am Rande eines Atomkriegs standen, warum die stalinistische KPD/ML sich 1986 mit der trotzkistischen GIM zu einer gemeinsamen Partei vereinigt hat, warum das Russland-orientierte Vietnam in das China-orientierte Kambodscha einmarschiert ist: weil die Stalinisten (respektive Maoisten) den „Ostblock“ genauso abgelehnt und verabscheut haben wie du. Für sie waren die sowjetischen Eliten seit Chrustschow Hochverräter.
Das ist doch kein Wunder, sie will den Kapitalismus ja auch nicht abschaffen, sondern ihn verteidigen.
Findst du die CDU auch besser, weil sie den „Realsozialismus“ ablehnt?
Nochmal: in dem Parteiprogramm (http://www.dkp-online.de/programm/; Abschnitt „Die Leistungen des Sozialismus“) wird zwischen diesen Stadien überhaupt nicht differenziert. Noch nichtmal ansatzweise wird da explizite Kritik geäußert, im Gegenteil:
„Unter ungünstigsten Ausgangsbedingungen wurden in der Sowjetunion und später in weiteren sozialistischen Staaten großartige Leistungen vollbracht.“
„Die sozialistischen Gesellschaften haben über Jahrzehnte hinweg bewiesen, dass eine Produktion ohne Kapitalisten, jenseits des Profitprinzips und nach einem gesellschaftlichen Plan möglich ist. Sie haben der Aggressivität des Imperialismus Fesseln angelegt. Vom „Dekret über den Frieden“, dem ersten Dekret der Sowjetmacht 1917, über den entscheidenden Beitrag der Sowjetunion zum Sieg über den Hitlerfaschismus, bis zu den Abrüstungsinitiativen der Warschauer Vertragsstaaten reicht die lange Kette der Friedenspolitik des Sozialismus(sic!!!!). Zu seinen historischen Leistungen gehört die solidarische Unterstützung der Völker im Kampf um nationale Unabhängigkeit, gegen Kolonialismus und Neokolonialismus.“
Das ist doch alles vollkommen lächerlich. Also ich bin ja auch dafür, dass man den Ostblock differenziert betrachtet. Die Mauer z.B. war ja ökonomisch tatsächlich überlebenswichtig für die DDR. Aber das macht die DKP einfach nicht.
Die Linkspartei hat in ihrem Parteiprogramm (das ich mir durchgelesen habe) schon drinstehen, dass sie, als Endziel, den Kapitalismus überwinden will. Also das ist schon ein Unterschied zur CDU.
Zu Stalinisten/Trotzkisten nach ’56: aber die haben doch die Sowjetunion aus völlig unterschiedlichen Gründen abgelehnt. Okay, vielleicht haben sie aus taktischen gründen oder was weiß ich zusammengearbeitet, aber stalin war für die trotzkisten doch der absolute todfeind. Das geht echt über mein vorstellungsvermögen, dass es dauerhafte bündnisse zwischen bekennden stalinisten und trotzkisten gab.
„Das ist doch alles vollkommen lächerlich.“
- Bockmist! Auch wenn’s dir nicht paßt und du das alles ablehnst, ist das trotzdem haargenau so wie die DKP eben sagt. Ansonsten hat lysis dir alles bereits erklärt, was du nicht einsehen magst.
Ich denke mal, man kann die realsozialistischen Staaten seit Chrustschow vielleicht treffend als „poststalinistisch“ bezeichnen. Man kann das an vielen Kleinigkeiten wie dem Weiterleben des „Sozialistischen Realismus“ festmachen, den Stalin gegen die künstlerische Avantgarde der frühen 20er Jahre in Stellung gebracht hatte. Es gibt viele solcher Ebenen, auf denen der Stalinismus kulturell fortweste. Der Grund dafür ist (man verzeihe mir den Vergleich) ein ähnliches Moment von historischer Trägheit, wie man es in der BRD erleben konnte, die ja auch nach 1945 im Grunde immer eine postfaschistische Gesellschaft geblieben ist – auf der Ebene der Denkformen, der Elitenzusammensetzung und der korporatistisch-sozialpartnerschaftlichen Integration von Klassenkonflikten.
@ crull:
Lysis hat, da er die Diskussion nicht weitergeführt hat, anscheinend auch erkannt, dass die DKP in ihrem Parteiprogramm eine Differenzierung zwischen Stalinismus und Post-Stalinismus bzw. anderen Entwicklungsphasen im „Realsozialismus“ garnicht vornimmt. Stattdessen scheint mir die DKP, polemisch gesagt, ihr historisches „Wissen“ über diese Ära (bzw. Ären) geradewegs aus DDR-Geschichtsbüchern übernommen zu haben, wo ja wohl auch von „sozialistischer Friedenspolitik“ die Rede war.
Da du ja der Meinung bist, dass es „haargenau so ist, die wie DKP sagt“, frage ich mich, an was du empirisch die Existenz jener „Friedenspolitik“ fest machst und wo du konkret die „großartigen Leistungen“ „in der Sowjetunion und später in weiteren sozialistischen Staaten“ siehst.
antikapl, differenzier und distanzier dich doch bis ins grab. dann haste wenigstens nix falsches gemacht.
Da wir und privat nicht kennen, distanzier ich mich mal davon, dass du mir ratschläge erteilst. Politisch kann ich deine polemik gegen meine person nicht ganz nachvollziehen. Warum? Sie ist mir zu undifferenziert.
(Auf Blödsinn kann man nur mit Blödsinn antworten.)