Reaktionäre Jungle World

Reg mich heute schon den ganzen Morgen über diesen Artikel auf. Wenn ich könnte, würde ich den Autor die Redaktion dafür 5 Jahre nach Sibirien schicken!


24 Antworten auf „Reaktionäre Jungle World“


  1. Gravatar Icon 1 kulinaria katastrophalia 31. März 2008 um 11:53 Uhr

    Geradezu justiziabel…

  2. Gravatar Icon 2 Sly_von_voigt 31. März 2008 um 12:23 Uhr

    Ich möchte ihnen ja nur ungern in ihr Blog reinreden aber ich finde diese Sorte Beiträge sind nicht sehr gut zu genießen. Ich würde mich freuen von ihnen eine Argumentation zu lesen, nicht nur eine bösartige Beleidigung.
    Auch frage ich mich was der Zweck dieser Beiträge ist, ob er nicht vielleicht nur darin besteht den Konsens unter denen die jetzt genau wissen was sie mit ihnen zu denken haben zu bekräftigen.
    Ich gehe aber mal vom besten aus und nehme an, das sie zu beschäftigt waren um mehr als dies hier zu schreiben. In diesem Fall danke ich ihnen für den Link, ich hatte den Artikel in der Printausgabe glatt überlesen.

  3. Gravatar Icon 3 besserscheitern 31. März 2008 um 12:30 Uhr

    da würd ich auch mal zustimmen. der war extrem schlecht. hab gestern einen Baumann Aufsatz gelesen, der wäre dem Autor auf mal ans Herz zu legen, da könnte er lernen warum mit dem Unbehagen der Kultur heute (bei Baumann in der Konsumgesellschaft aka Flüchtige Moderne) nichts mehr wirklich erklärt werden kann.

  4. Gravatar Icon 4 Commie 31. März 2008 um 12:30 Uhr

    Lysis und die GULAG-Glorifizierung….

  5. Gravatar Icon 5 narodnik 31. März 2008 um 12:52 Uhr

    OMG!

  6. Gravatar Icon 6 crull 31. März 2008 um 13:31 Uhr

    Ob ich was verkehrt mache, weiß ich jetzt nicht, aber irgendwie kome ich mit den Trackbacks nicht klar, daher verlinke ich meinen Eintrag einfach mal so bei dir:

    http://crull.blogsport.de/2008/03/31/gegen-das-inzestverbot-gegen-die-zivilisation/

  7. Gravatar Icon 7 largo 31. März 2008 um 15:10 Uhr

    man hätte vielleicht darauf hinweisen sollen und können, daß dies nur einer von zwei Artikeln der Diskussionsseite war und ein weiterer veröffentlicht wurde, der gegen das Inzestverbot Stellung bezieht.

  8. Gravatar Icon 8 sebastian 31. März 2008 um 20:48 Uhr

    das ist kein artikel, das ist ein schulaufsatz und zwar ein ganz lausiger. :((

    Irgendwie komisch. wen will den jw noch hinjter ofen vorlocken? Unterstufen-antifas?

  9. Gravatar Icon 9 cannon fodder 31. März 2008 um 23:00 Uhr

    Also die einzelnen Facetten sind ja wohlbekannt: die Bejahung rechtsstaatlicher Gewalt, der Histomat-Dreh mit dem man jeden Mist als notwendiges Mittel adelt, platte Phrasendrescherei, holprige Logik. Aber in dieser konzentrierten Form ist das schon ein starkes Stück.

    Was mich mal interessieren würde – wie kommt man eigentlich zu so einer „Denke“? Existieren da irgendwelche antideutschen Bibelstunden?

  10. Gravatar Icon 10 lysis 01. April 2008 um 0:33 Uhr

    @Sly_von_voigt: Schauen Sie, Sie haben völlig recht, ich bin, wenn ich so eine kurze Notiz schreibe, tatsächlich zu beschäftigt, um einen ausführlichen Kommentar abzuliefern. In diesem Falle war ich allerdings auch zu wütend und erregt angesichts der Tatsache, dass der rechtsphilosophische Übergang von der staatlichen Sittenkontrolle zum Schutz der sexuellen Selbstbestimmung, der den Schwulen Ende der 60er Mitte der 90er Jahre die Freiheit von strafrechtlicher Verfolgung beschert hat, hier als „Hippie-Ideologie“ diffamiert wird.

    Und der angeblich drohende Untergang der Zivilisation, wenn bestimmte Formen von Sex legalisiert würden, ist ja auch schon ein uraltes, auf die christliche Sodom-Mythe rückführbares Motiv, mit dem die Verfolgung von Homosexuellen bis ins 20. Jahrhundert hinein — in Deutschland zuletzt vom Bundesverfassungsgericht! — hochgehalten und gerechtfertigt wurde. Überhaupt könnte man mit derselben „Argumentation“ leichterdings auch die Wiedereinführung der deutschen Sodomie-Paragraphen einschließlich des berüchtigten 175ers fordern, der sexuelle Handlungen zwischen Männern mit Gefängnisstrafe und Entzug der bürgerlichen Ehrenrechte ahndete.

    Dazu kommt, als reaktionäre Sahnespitze, die aus der Ära des Imperialismus übernommene Einteilung in Kultur- und Naturvölker sowie die damit in einem geistigen Zusammenhang stehende Freudsche Affirmation der christlichen Sexualfeindschaft (= Triebunterdrückung) als Voraussetzung für die menschliche Kulturentwicklung. All das ist so dermaßen verabscheuungswürdig, sexuell konterrevolutionär und, wenn ich das sagen darf: strukturell homophob, dass ich mir, wie ich meine, diesen „beleidigenden“ Kurzkommentar durchaus erlauben durfte.

    Nichtsdestoweniger möchte ich hiermit einen Beitrag auf „f*cking queers“ in Aussicht stellen, in dem ich mich mit diesem synkretistischen Schwachsinn aus christlicher Sodom-Mythe, faschistischer Eugenik und imperialistischem Zivilisationsgeschwafel etwas näher befassen werde.

  11. Gravatar Icon 11 lampeAN 01. April 2008 um 15:26 Uhr

    „(…)sollte man sich Gedanken machen, warum das Festhalten am Inzestverbot die Grundlagen der Zivilisation und damit die notwendigen Bedingungen gesellschaftlichen Fortschritts sichert.“
    - achso, Frankreich, Niederlande, Portugal – sind also alles vorzivilisatorische Stammesgesellschaften.

    „Häufig wird mit der freien Partnerwahl argumentiert. Doch das Inzestverbot steht nicht etwa im Widerspruch zur freien Persönlichkeitsbildung und Entwicklung, sondern dient vielmehr dazu, sich aus dem Kreis einer der letzten übrig gebliebenen Stammesverbände, der Familie, zu lösen“
    - Das mag vielleicht für den damals häufigen Inzest in Adelskreisen oder in allgemein hohen Gesellschaftschichten zutreffen, nur wo
    bitte gibt es denn heute ein hohes „Aufkommen“ von Inzestfällen ?! Allein die Forderung straffer gesetztlicher Regelungen, bei solch einem mikrigen Beispiel, offenbart doch schon den Rechtsfetischismus des Autors.

    Der einzige Grund gegen Inzest besteht für mich lediglich darin, wenn er durch autoritäre Familienstrukturen strukturell erzwungen wird. So etwas gibt es aber fast nirgendwo und eine Kritik von Familie, als eine Form von Herrschaft, würde sowieso ganz wo anders ansetzen.

  12. Gravatar Icon 12 hingerotzt 02. April 2008 um 18:10 Uhr

    Wirklich einer der dümmsten Artikel in der jungle seit sehr, sehr Langem – vermutlich seit ever!

    Aber, ehrlich, Marcus Garbrecht, ist nicht zwangsläufig Sprecher der Antideutschen, nur weil er was von Zivilisation und Stammesverbänden fasselt.

    Außerdem, die jungle ist schon lange nicht mehr richtig antideutsch, wenn auf die Zeitschrift zu verwiesen werden darf, die dreimal jährlich erscheint und deren Namen nicht genannt werden darf.

    Ansonst: einfach zum Kotzen

  13. Gravatar Icon 13 tenpounds 03. April 2008 um 11:26 Uhr

    Die JW hat ihren Webauftritt erneuert, deshalb ist der Link jetzt ein anderer. Hab ich bei mir bereits geändert.

  14. Gravatar Icon 14 lysis 03. April 2008 um 20:30 Uhr

    @hingerotzt: Ich wüsste jetzt nicht, was „die Zeitschrift […], die dreimal jährlich erscheint und deren Namen nicht genannt werden darf“, mehr mit der Kritik an der Nation-Form zu tun hätte als etwa die Jungle World.

    In Wirklichkeit hab ich überhaupt noch nie in der Linken eine nationaler eingestellte Zeitschrift gelesen als die Bahamas. (Von ihrem Rassismus gegen schwarzhaarige und dunkelhäutige Menschen mal ganz zu schweigen.)

  15. Gravatar Icon 15 ♥Tekknoatze 03. April 2008 um 21:11 Uhr

    Und ich hoffe es wird nie wieder zu so einem Ausrutscher (wenn man das denn so nennen kann) kommen.
    Nie wieder Bahamas.

  16. Gravatar Icon 16 hingerotz 04. April 2008 um 15:00 Uhr

    Es ging ja auch nicht darum den Mist, den die Bahamas schon verbrochen hat zu rechtfertigen (da wäre ich schön blöd), es geht darum, dass die jungle world sicher nicht mehr das ist, was sie einmal war. Sie dient vor allem nicht mehr als identitätsstiftende Wochenzeitung für Softcore-Antideutsche. (Allein die disco-debatte über Alys „Unser Kampf“, in der mehrheitlich die These von den nationalrevolutionären 68igern für Entrüstung gesorgt hat). Darum der Verweis auf die bahamas, die ja mittlerweile kaum nen Artikel veröffentlichen kann, ohne die jungle oder die konkret des „linken Indetitätsankers“ zu bezichtigen.

    Außerdem: die jungle world ist in letzter Zeit sooooo gewerkschaftlich fixiert -> schon wieder ein Artikel, in dem fehlende gewerkschaftliche Verankerung kritisiert wird.
    Von ’ner „korrekten“ antideutschen Zeitung würde mensch was anderes erwarten.

    Die jungle ist (leider) ein recht profilloses Blättchen geworden, in dem mal das, mal jenes und dann mal wieder was richtig Dummes (siehe oben) gedroppt wird. Irgendwie eine Zeitung für die feel-good-Linke, fast schon wie die taz.

  17. Gravatar Icon 17 lysis 04. April 2008 um 16:59 Uhr

    Wenn die Jungle World sich wirklich von den nationalistischen, fahnenschwenkenden „Antideutschen“ emanzipiert hätte, wär das sicher ein großer Fortschritt. Allerdings wage ich das dann doch zu bezweifeln.

  18. Gravatar Icon 18 Atta Troll 04. April 2008 um 18:12 Uhr

    Irgendwie eine Zeitung für die feel-good-Linke, fast schon wie die taz.

    taz? Eher FAZ.

    Es wundert mich, dass die Familie in dem Artikel nicht „als Keimzelle des Staates“ gepriesen wird. Die Position von Garbrecht ist ja noch repressiver als das geltende Strafrecht, das nur den „Beischlaf“ verbietet, wogegen andere Formen des inzestuösen Lustgewinns erlaubt sind.

    Doch in einer Gesellschaft, in der Kindstötungen, Vergewaltigungen und familiäre Gewalt immer noch alltäglich sind, ist es von Vorteil, dass Mord und Inzest justiziabel bleiben.

    Bei allem Scharfsinn verfehlt Garbrecht hier die logisch zwingende Konsequenz, dass, was Kindstötungen betrifft, ein Verbot des Beischlafs überhaupt, besonders aber des Beischlafs zwischen Ehegatten überaus vorteilhaft sein könnte.

  19. Gravatar Icon 19 Adorno Schwarzenegger 12. April 2008 um 1:41 Uhr

    Ich gucke ja nur noch sporadisch in gewisse Blogs und bereue es dennoch immer wieder sofort.
    Wenn es die „Antideutschen“ nicht gäbe, müsstet ihr sie erfinden.

  20. Gravatar Icon 20 lysis 12. April 2008 um 2:54 Uhr

    Wenn es die “Antideutschen” nicht gäbe, müsstet ihr sie erfinden.

    (Adorno Schwarzenegger frei nach Sartres „Betrachtungen zur Judenfrage“)

    Is klar, wir haben kapiert: „Antideutsche“ sind die Juden der Linken. Opposition gegen ihre staatlichen Repressionsvorstellungen ist hippiesk und strukturell antisemitisch. Es gibt kein Recht auf Jungle-World-Kritik! 8-}

  21. Gravatar Icon 21 Adorno Schwarzenegger 12. April 2008 um 14:13 Uhr

    Nein, diese Kritik ist völlig legitim. Ich unterstelle gleichwohl dass das nicht der Grund für den anti-antideutschen Backlash ist, sondern vielmehr die Kränkung, welche die ADs der deutschen Linken zugefügt haben. Für jeden kriminellen Schwachsinn, der in der in einschlägigen Publikationen über – nur zum Beispiel – den Kolonialismus zu lesen war, gab es (phänomenologische, historische, psychoanalytische) Beschreibungen der deutschen Linken, die man hätte in Stein meißeln können.
    Ich denke dass diese Form antideutscher Kritik schon lange ihren Zenith überschritten hat, eine Ansicht die ja in diesem Blog – soweit ich das überblicke – geteilt wird. Offenbar muss die Gefahr die von diesem versprengten Haufen ausgeht trotzdem in den grellsten Farben ausgemalt werden. :-?

    Danke übigens für den Hinweis auf Sartre, jetzt ist mir wieder eingefallen wo die Formulierung herkam ;)

  22. Gravatar Icon 22 lysis 13. April 2008 um 2:00 Uhr

    Es ist pure Einbildung, wenn man glaubt, den sehr berechtigten Hass auf „Anti“deutsche damit abtun zu können, dass sie die „deutsche Linke“ — was immer das sein mag — „narzisstisch gekränkt“ hätten. Nein, die einen, wie Robert Kurz, hassen „Anti“deutsche schlicht, weil sie Kriegstreiber sind (was mir nie große Sorgen bereitet hat, da ihr Einfluss in dieser Frage nicht nur gegen Null tendiert, sondern null ist). Die anderen, und dazu zähle ich mich selbst, finden es unerträglich, dass die radikale Linke, immerhin ein Ort, wo der hegemoniale, oder besser noch: für ihr ethnonationales Selbstverständnis konstitutive Rassismus der Deutschen kritisch beäugt zu werden pflegte, ausgerechnet unter dem Einfluss sog. „Anti“deutscher zu einer rassistischen Dreckschleuder par excellence geworden ist.

    Man kann es wohl selbst nur als Zeichen von ausgeprägtem Narzissmus nehmen, dass „Anti“deutsche im Ernst glauben, ihre jämmerliche „Kritik“ an der Linken, die sich mangels Inhalts zuletzt auf Mode-Assecoires wie das Palituch oder das Tragen von „Wursthaaren“ konzentrierte, sei in irgendeiner Weise dazu geeignet oder fähig, jemandem eine narzisstische Kränkung beizufügen.

    Offenbar reicht die Phantasie nicht einmal so weit sich vorzustellen, dass es tatsächlich noch Leute geben könnte, die Rassismus an sich selbst als Ärgernis empfinden — Menschen, die sich von Jugendbeinen an mit rassistischen Freunden und Familienangehörigen auseinandersetzen mussten und nun erschreckt feststellen, dass der urbane Fluchtort „Linke“, der davor geistigen Schutz bieten sollte, langsam aber sicher zu einem der übelsten Rassistennester mutiert, die dieses Land zu offerieren hat.

    Hass ist die angemessene Reaktion darauf. Und daran ist nichts besonders schwierig zu begreifen.

  23. Gravatar Icon 23 andreas 14. April 2008 um 19:18 Uhr

    der „anti“deutsche haufen mag klein sein, sein einfluss braucht aber nicht unterschätzt zu werden. grigat darf beispielsweise in österreich in der mainstream- (rechtsliberalen) tageszeitung „presse“ schreiben (und an der uni politik lehren). es gelingt ihnen ganz gut, allianzen einzugehen und netzwerke zu knüpfen.

  1. 1 classless Kulla Trackback am 01. April 2008 um 10:56 Uhr
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