Lüge und Brodaganda

Nicht nur Broder, auch seinem Zögling lizas welt hat die Verhinderung des rechtsextremen Anti-Islamisierungskongresses in Köln sichtlich auf den Magen geschlagen. Zwar ist er nicht ganz so dreist wie der Börne-Preisträger von Markworts Gnaden, Rechtsradikale und Nazis ab jetzt konsequent in Anführungszeichen zu schreiben und den wahren Faschismus lieber bei der autonomen Antifa zu suchen. Aber auch hier muss ein bisschen geflunkert und auf den Putz gehauen werden. So mutiert die nach eigenen Worten „eine zeitgemäße Auslegung des Islam“ propagierende DITIB mit ihrem postmodernen Kölner Moscheeprojekt in Lizas Welt zu einer Organisation „erzreaktionärer“ „Islamisten“, die „eine besonders rigide Form des Islam“ verträten. Den Beleg bleibt der Autor freilich schuldig, aber der Zweck heiligt eben noch die Lüge als dümmste Form der Brodaganda.


54 Antworten auf „Lüge und Brodaganda“


  1. Gravatar Icon 1 Lizas Welt 23. September 2008 um 10:01 Uhr

    Tja, Lysis, wenn man sich auf die Selbstdarstellung der Ditib verlässt, ist man natürlich verlassen…

    http://www.ksta.de/html/artikel/1212172855682.shtml
    http://www.ksta.de/html/artikel/1212172842934.shtml

  2. Gravatar Icon 2 lysis 23. September 2008 um 11:05 Uhr

    Mein Lieber, ich kenne diese Artikel bereits.

    Reicht es für dich aus, dass jemand öffentlich diffamiert wurde, um ihn künftig der Diffamierung entsprechend zu behandeln? Ist es das, was du meinst, wenn du mir anträgst, mich nicht auf Selbstdarstellungen zu verlassen, sondern lieber auf denunziatorische Fremddarstellungen zurückzugreifen?

    Du schreibst der DITIB allen Ernstes Äußerungen zu, die sie gar nicht getätigt hat, die sich ihrem verantwortllichen Einflussbereich entziehen und von denen sie sich zu allem Überfluss auch noch explizit distanziert hat! Was ist denn das für ein erbärmlicher Lumpenjournalismus?

    Hast du vielleicht etwas nicht verstanden, als der DITIB-Vorsitzende Sadi Arslan die in deinen Links getätigten Äußerungen der türkischen Religionsbehörde Diyanet geradeheraus als „mittelalterlich“ zurückwies? Muss man dir das noch mal wiederholen? Oder unterstellst du ihm vielleicht gar in strukturell antisemitischer Manier, wie das auf PI mittlerweile üblich ist, wenn sich Muslime liberal äußern, eine „Taqiyya„-Taktik zur Täuschung der bürgerlichen Öffentlichkeit?

  3. Gravatar Icon 3 Lizas Welt 23. September 2008 um 11:50 Uhr

    Ach, diese Äußerungen entziehen sich dem Einflussbereich der Ditib? Das ist ja interessant. Wem untersteht die Ditib denn? Doch wohl dem staatlichen Präsidium für religiöse Angelegenheiten der Türkei, kurz: Diyanet. Von einer „denunziatorischen Fremddarstellung“ kann also sicher keine Rede sein. Manchmal muss man halt nur zitieren.

    Die Vorstände von Ditib sind meines Wissens laut Ditib-Satzung nur mit der Zustimmung aus Ankara möglich, und der Leiter der türkischen Religionsbehörde ist auch ander Spitze des Ditib-Beirats. Da kann man wohl aus gutem Grund von einer Kontrolle dieses Moschee-Vereins duirch diese Behörde sprechen. Die Distanzierung von Arslan halte ich daher tatsächlich für wenig glaubwürdig.

  4. Gravatar Icon 4 lysis 23. September 2008 um 13:40 Uhr

    Also, jetzt komm ich nicht mehr ganz mit. Weil die DITIB mit der türkischen Religionsbehörde satzungsgemäß verbunden ist, hat sie Einfluss auf deren Äußerungen? Hallo? Logik?

    Darüber hinaus ist es ja wohl ein schlechter Witz, dass die Diyanet, die vom kemalistischen Staat gegen den Islamismus und zur staatlichen Kontrolle der Religion geschaffen wurde (und zwar bis zu dem Punkt, an dem sie die Freitagspredigten der Hodschas vorgibt, damit diese nicht anfangen, politisch zu agitieren), von dir zu einer gefährlichen islamistischen Krake aufgebauscht wird.

    Es stimmt zwar, dass diese Behörde dem Amt des türkischen Ministerpräsidenten untersteht und seit der Regierungsübernahme der AKP deshalb auch konservativeren Einflüssen unterliegt. Nur von dort bis zu der haltlosen Behauptung, dass sich der Softcore-Islamismus der AKP unmittelbar in der Führung und im Selbstverständnis der DITIB niederschlüge, ist ja wohl noch ein weiter und von dir gänzlich unbewiesener Weg. Dafür gibt es nicht einen Hinweis!

  5. Gravatar Icon 5 Lizas Welt 23. September 2008 um 13:54 Uhr

    Umgekehrt natürlich, du Blitzbirne. Diyanet kontrolliert die Ditib. Und deine Argumente sind richtig armselig. Lies nach, was ich in meiner ersten Antwort auf deinen Eintrag verlinkt habe. Von „Softcore-Islamismus“ kann bei den Auslassungen von Diyanet wohl keine Rede sein. Und wenn Diyanet die Vorstände der Ditib bestimmt, ist der Einfluss doch wohl ein unmittelbarer und keinesfalls ein „weiter Weg“, wie du glaubst. Stell dich mal den Realitäten, die sind halt nicht so, wie du sie gerne hättest.

  6. Gravatar Icon 6 bigmouth 23. September 2008 um 15:11 Uhr

    wenn Diyanet tatsächlich vorrangig von solchen hardcore-“islamisten“ (würde fundis da nicht reichen? wo ist denn da das politische element? wieso hardcore, wie sähe softcore aus?) bestimmt würde, warum haben sie das nach protest denn wieder offline genommen? gibt es da nicht vielleicht doch einige fraktionen mehr, als sie es hier darstellen? und ist die akp nu eine islamistische partei? mein lieber, sie sehen heir argumentativ ähnlich schelcht aus wie vor 2,5 wochen in köln

  7. Gravatar Icon 7 bigmouth 23. September 2008 um 15:12 Uhr

    ich meinte im vorletzten satz hardcore-islamistisch

  8. Gravatar Icon 8 Entdinglichung 23. September 2008 um 15:19 Uhr

    wobei sich die Frage stellt, ob bei Diyanet/DITIB und ihrer Ideologie nicht der türkische (säkularistische, kemalistische) Nationalismus ohnehin das grössere Problem darstellt … jedenfalls haben sich DITIB-Moscheen in den 1990ern eher unter nationalistischer als unter religiöser Flagge an antikurdischen Mobilisierungen in der BRD beteiligt

  9. Gravatar Icon 9 lysis 23. September 2008 um 15:43 Uhr

    Die Abhängigkeit der DITIB von der Diyanet als demokratisch gelenkter Behörde ist im Grundsatz eine gute Sache. Sie garantiert nämlich, dass die Religion den dynamischen Prozessen der Mehrheitsbildung unterworfen ist und damit langfristig auch ein hohes Reformpotential aufweist. Bei lizas welt wird daraus aber eine böse Verschwörung: die DITIB wird von einer „fremden Regierung“ gesteuert. Na und? Die katholische Kirche wird seit über tausend Jahren aus Rom gesteuert, nur mit dem großen Unterschied, dass der Vatikanstaat eine autokratische Diktatur mit strengem Führerprinzip und Unfehlbarkeitskult ist.

  10. Gravatar Icon 10 Lizas Welt 23. September 2008 um 15:53 Uhr

    Dann wünsche ich Lysis und Bigmouth weiter viel postmodernes Vergnügen mit den vermeintlichen „Softcore-Islamisten“ der Marke Diyanet und Ditib. Und nicht vergessen: Keinen Sex vor der Ehe, keine Homosexualität, und bei der Steinigung immer schön genau zielen! So geht sie nämlich, die „zeitgemäße Auslegung des Islam“. Bin immer wieder erstaunt über die linken Verteidiger dieser faschistischen Ideologie.

  11. Gravatar Icon 11 bigmouth 23. September 2008 um 16:04 Uhr

    steinigungen in der türkei? habe ich was verpasst? die anderen beiden forderungen, wer erhebt die auch noch? ach ja, staatlich geförderte chrsitliche kirchen!

  12. Gravatar Icon 12 bigmouth 23. September 2008 um 16:09 Uhr

    wo sie hier übrigens eine verteidgung erblicken, weiß ich nicht. es geht hier um die kritik von offenkundig falschen sachen, die sie erzählen

  13. Gravatar Icon 13 zeank 23. September 2008 um 16:28 Uhr

    Keinen Sex vor der Ehe, keine Homosexualität == Faschismus? Geil, darf ich dann jetzt den Papst einen Faschisten nennen?

    Generell find ich ja, sollte man mal einführen, dass man einfach alles, was man nicht mag „faschistisch“ nennt. Immer diese pseudo-intellektuelle Wortklauberei! :d

  14. Gravatar Icon 14 lampeAN 23. September 2008 um 16:43 Uhr

    ist doch eigentlich ziemlich latte ob es sich bei dieser organisation um eine hardliner fraktion handelt oder auch nicht – außer wenn man das bedürfnis hat noch zwischen scheiße und kotze unterscheiden zu müssen.
    aber naja .. seit köln hat jetzt wenigstens neben der bahamas endlich auch die antifa ihre verbündeten in der cdu gefunden … ganz schön postmodern …

  15. Gravatar Icon 15 andreas 23. September 2008 um 17:23 Uhr

    wenn andere gruppen als kotze/scheisse bezeichnet werden (nicht um „islamisten“ gehts dir), bist du einer der ersten, der hysterisch aufjault. und wenns um die ehrenrettung von broder (und seinen allianzen) geht, muss man heutzutage wohl auf solche verdrehungen zurückgreifen (der „bahamas“ ist die CDU sicher nicht rechts genug)

    übrigens stimmt es, dass bei organen des türkischen staats der kemalistische nationalismus ein grösseres problem darstellt als islamistische tendenzen.

  16. Gravatar Icon 16 Wendy 23. September 2008 um 17:25 Uhr

    Ergänzend zu bigmouth und zeank: Darf bei dir keine wissenschaftlich differenzierte Analyse von einem Gegenstand erfolgen, musst du alles als endböse/faschistisch(/deutsch?) darstellen, damit du es ablehnen kannst? Bist du nur albern und blöd oder willst du dir militante Mittel zur Bekämpfung der „islamischen Gefahr“* vorbehalten?

    *und seiner linken Verteidiger… :D

  17. Gravatar Icon 17 Lizas Welt 23. September 2008 um 17:30 Uhr

    Ihr macht euch was vor. Diyanet ist in den letzten Jahren stark islamisiert worden, und das gilt entsprechend auch für die Ditib. Vor allem der Einfluss von Mili Görüs in der Ditib und auf sie wird immer stärker. In früheren Zeiten hat Diyanet vielleicht mal so etwas wie einen „Softcore-Islam“ vertreten, aber das ist einfach nicht mehr der Fall. In der Türkei ist die AKP als Regierungspartei zu einer Reihe von Zugeständnissen gezwungen worden, dafür verbreitet sie aber via Diyanet und Ditib ihr rigides Verständnis vom Islam ziemlich ungehemmt und ungebremst. Es ist dies auch der massive Versuch, in Deutschland lebende Türken zu (re-) islamisieren, ob diese das nun wollen oder nicht. Und die tollen Hodschas, die von Diyanet geschickt werden, haben oft überhaupt keine Ahnung, wie türkische Migranten in Deutschland leben und wie sie dort leben wollen.

  18. Gravatar Icon 18 lampeAN 23. September 2008 um 18:37 Uhr

    „wenn andere gruppen als kotze/scheisse bezeichnet werden (nicht um “islamisten” gehts dir), bist du einer der ersten, der hysterisch aufjault.“

    was willst du ?! is mir egal ob der gegenstand der kritik jetzt der islam oder der „islamismus“ ist, beides ist „scheiße“. außerdem ist diese absolute trennung zwischen dem „islam“ und dem „islamisms“ als das ganze andere sowieso verkehrt. strukturell ist jeder muslim ein fundamentalist seiner religion (ergo ein islamist) auf der lauer – das liegt in der sache von religion selbst begründet.

  19. Gravatar Icon 19 lysis 23. September 2008 um 19:00 Uhr

    @lizas welt: so läuft eben demokratie. ich finde daran nichts schlimmes. heute ist diyanet den einflüssen der AKP unterworfen, morgen wieder den kemalisten. wo ist das problem? das ist mir jedenfalls lieber als die römisch-katholische kirche, die komplett reformunfähig ist, weil sich der papst bis zu seinem lebensende auf jeden freien bischofsstuhl klont.

  20. Gravatar Icon 20 abdel kader 23. September 2008 um 19:24 Uhr

    strukturell ist jeder muslim ein fundamentalist seiner religion (ergo ein islamist) auf der lauer – das liegt in der sache von religion selbst begründet.

    Du hast sie ja nicht mehr alle…

  21. Gravatar Icon 21 knes 23. September 2008 um 19:34 Uhr

    Da hat wohl IampeAN bei dir Abdul ein Nerv getroffen :d

  22. Gravatar Icon 22 andreas 23. September 2008 um 19:45 Uhr

    QED

  23. Gravatar Icon 23 lysis 23. September 2008 um 19:45 Uhr

    @lampeAN: Du weißt ja nicht mal, was ein Islamist ist.

    Der Islamismus ist die Bewegung zur Wiedereinführung der Schari‘a und zur Installation eines Gottes- oder Kalifatstaats. Davon ist nicht nur Diyanet, sondern auch die AKP meilenweit entfernt. Letztere kriegt ja nicht mal eine Aufhebung des kemalistischen Kopftuchverbots an Universitäten und öffentlichen Einrichtungen gebacken!

    Und was die Horrorszenarien von „lizas welt“ angeht: Im Ganzen hat sich die AKP-Regierung der letzten Jahre eher liberalisierend auf die Türkei ausgewirkt, und zwar auch und gerade für Homosexuelle. Das liegt ganz einfach daran, dass die AKP aus Angst vor den Kemalisten nach der in der EU garantierten Religionsfreiheit strebt. Auf dem Weg dorthin treibt sie aber auch eine Reihe von demokratischen und rechtsstaatlichen Reformen voran, von denen letztlich alle diskriminierten Minderheiten in der Türkei profitieren konnten.

    Was die „Softcore-Islamisten“ für moralische Ansichten über Homosexualität oder außerehelichen Geschlechtsverkehr haben, ist demgegenübr ziemlich irrelevant. Wichtiger ist, dass die kemalistische Polizei, die für ihre zahlreichen Übergriffe auf Homo- und Transsexuelle bekannt ist, endlich gestoppt wird. Und hier hat es tatsächlich einige Fortschritte unter den so genannten Islamisten gegeben. Auf ihrem Weg in die EU hätte die AKP sogar beinahe ein Antidiskriminierungsgesetz erlassen, das auch das Kriterium der sexuellen Orientierung umfasste. So viel zur politischen Praxis!

    Und ein Verbot von „Homosexualität“ steht in der Türkei nun wirklich nicht an. Sex zwischen Männern ist dort, anders als in Deutschland, schon seit 1926 legal, und kein Mensch denkt daran, das zu ändern.

  24. Gravatar Icon 24 knes 23. September 2008 um 19:54 Uhr

    Da muss ich ja nur kopfschütteln, welch ein Wunschdenken manche Illusionisten hier in Richtung ditib und diyanet verzapfen.
    Ich versuch mir grad vor allem lysis und den diyanet-Führer Bardakoğlu Hand in Hand vorzustellen, wie sie so um die ach so Liberalität des achso softcore-diyanets buhlen.

    Fest steht: die diyanet wurde ursprünglich gegründet, um zum einen religiöse angelegenheiten auf staatswegen kontrollieren und steuern zu können und zum anderen ebenjene Fatwas, die auch von der diyanet ausgesprochen werden können, als keine bindenden Urteile anzusehen sondern als wegweisende Urteile.
    Mal mehr und mal weniger wird die Behörde von der aktuellen Regierung dafür benutzt, auf diesem Wege ihr Verständnis von Religion und Glauben unter das Volk zu bringen. Andere Wege sind ja laut Verfassung nicht erlaubt. stichwort anti-laizistische aktivitäten.
    Soweit klar.
    Nun ist die AKP an der Regierung, fühlt sich gestärkt und hat jüngst den Etat der diyanet schön nach oben „korrigiert“.
    schleichende islamisierung auf türkisch nennt so was mehmet ali birand.

    jetzt ist folgendes sehr interessant:

    vor einigen Jahren gab es in der Türkei einen Skandal über eine Frau, die in der Moschee dicht an Mann und Frau ohne Kopftuch gebeten hat. Es handelte sich um sehr liberale Muslime, die sonst nix zu sagen haben, eine kleine Gemeinde. Eine wilde Hetzjagd, an der sich auch die diyanet neben milli görüs und anderen fundis beteiligt hat und zur folgenden Fatwa führte:
    http://www.diyanet.gov.tr/german/karar.asp?id=32&sorgu=1

    die diyanet spricht in jüngster Zeit sehr viele Empfehlungen aus, sodass erst vor kurzem die alkoholsteuer angehoben wurde und in zukunft alkohol nicht mehr online bestellt werden kann. sprich: von angesicht zu angesicht soll der öffentlich verpönte trinker sein alkohol besorgen. ein skandal!
    http://www.welt.de/politik/article1993570/Wer_in_der_Tuerkei_Alkohol_kauft_soll_sich_schaemen.html

    Im Prinzip könnte man von der einen Empfehlung zur anderen Empfehlung springen, könnte die Seifenblasen vom Soft-Islam zum Platzen bringen; wird aber wohl euch Islamverteidiger und Arschkriecher nicht kümmern. Wer tatsächlich an die verschiedenen Abstufungen dieser „absurden Gotteslehre eines unmoralischen Beduinen”( Atatürk) glaubt, ist von seiner Konversion zum Islam nicht weit und wird wohl in Zukunft als lebendes Schutzschild vor Moscheen Bekanntheit gewinnen.

  25. Gravatar Icon 25 lampeAN 23. September 2008 um 20:00 Uhr

    @lampeAN: Du weißt ja nicht mal, was ein Islamist ist.

    Der Islamismus ist die Bewegung zur Wiedereinführung der Schari’a und zur Installation eines Gottes- oder Kalifatstaats. Davon ist nicht nur Diyanet, sondern auch die AKP meilenweit entfernt. Letztere kriegt ja nicht mal eine Aufhebung des Kopftuchverbots an Ämtern und Universitäten gebacken!

    das wollte ich ja auch gar nicht bestreiten sondern nur darauf hingewiesen, dass eine religion ihr prinzipiell unverrückbares weltbild halt immer so gut es geht versucht als allgemein gültiges zu etablieren und dafür ist und war gewalt schon immer ein brauchbares mittel – das gilt im übrigen genauso für den „friedfertigen“ tibetische Buddhismus.

  26. Gravatar Icon 26 Lizas Welt 23. September 2008 um 20:01 Uhr

    @ Lysis: „so läuft eben demokratie. ich finde daran nicht schlimmes.“

    Du nicht. Aber es gibt vielleicht ein paar türkische Migranten, die die schon seit einigen Jahren andauernde, verschärfte Islamisierung von Diyanet und Ditib samt der immer enger werdenden Ditib-Kooperation mit Mili Görüs zum Kotzen finden (und noch einmal: Da gibt es keine Liberalisierungstendenzen, sondern das genaue Gegenteil!). Die scheinen dir allerdings egal zu sein. Schöner Antirassist.

  27. Gravatar Icon 27 knes 23. September 2008 um 20:03 Uhr

    hier gibt es den artikel von birand übersetzt ins deutsche

    http://fact-fiction.net/?p=336

  28. Gravatar Icon 28 lysis 23. September 2008 um 20:10 Uhr

    Hör mal, da du mit dem „Faschismus“-Begriff nur so um dich wirfst: Von Übergriffen deutscher Islamisten auf Menschen anderer Überzeugung, Hautfarbe oder sexueller Orientierung ist mir bislang nichts bekannt. Insofern halte ich das Thema tatsächlich für pillepalle, so sehr man sich über die Ansichten dieser Leute ärgern mag (was ich übrigens im Moment auch tatsächlich tue, weil mich der rührige Islam-Konvertit Salim Spohr mit seinen reaktionären Ansichten gerade zur Weißglut treibt!). Dein Vergleich zwischen Islamisten und der militanten Neonaziszene sowie dein Aufruf an die Antifa, erstere nicht zu ignorieren, ist aber angesichts der praktischen Irrelevanz dieser Leute auf der Straße einfach nur peinlich und dumm.

  29. Gravatar Icon 29 Lizas Welt 23. September 2008 um 20:30 Uhr

    Nee, haste Recht, Islamisten sind die friedfertigsten und tolreantesten Menschen, die man sich denken kann. Nie würden sie anderen ein Haar krümmen, nie würden sie Abtrünnige unter Druck setzen, doch bitte zum „wahren Glauben“ zurückzukehren, nie würden sie Homosexuelle drangsalieren, nie würden sie Terror rechtfertigen, „Ehrenmorde“ gibt es nicht (das mit Hatun Sürücü war nämlich bloß eine dreiste Lüge der Imreilaistenpresse) und Zwangsverheiratungen oder -beschneidungen auch nicht. Islamisten sind also völlig irrelevant, stimmt.

    Sonst geht’s dir gut, ja? Oder bereitest du gerade deinen Übertritt vor?

  30. Gravatar Icon 30 Lizas Welt 23. September 2008 um 20:31 Uhr

    Statt „Imreilaistenpresse“ muss es natürlich „Imperialistenpresse“ heißen. Verzeihung.

  31. Gravatar Icon 31 lysis 23. September 2008 um 20:39 Uhr

    Islamisten haben weder etwas mit Ehrenmorden noch mit Zwangsverheiratungen oder -beschneidungen zu tun. Dass du diese Themen nicht auseinanderhalten kannst und sie alle unter die Rubrik „Islam“ fasst, ist dein, nicht mein Problem.

    Was den von dir imaginierten Übertritt angeht: wenn ich nicht dummerweise bereits seit meinem 12. Lebensjahr überzeugter Atheist wäre, hätte ich das schon längst getan, und zwar nur um Leute wie dich zu ärgern! Es sind nicht Ditib und Milli Görüs, die die Reislamisierung von Migrant_innen in Deutschland vorantreiben, es sind Menschen wie Ralph Giordano, die mit ihrer rassistischen, als „Islamkritik“ getarnten Hetze gegen Migrant_innen genau diese Reaktion provozieren.

  32. Gravatar Icon 32 Lizas Welt 23. September 2008 um 20:49 Uhr

    „Islamisten haben weder etwas mit Ehrenmorden noch mit Zwangsverheiratungen oder -beschneidungen zu tun. Dass du diese Themen nicht auseinanderhalten kannst und sie alle unter die Rubrik ‚Islam‘ fasst, ist dein, nicht mein Problem.“

    Dass du kein Problem mit dem Islam hast, ist tatsächlich nicht zu übersehen.

    „Was den von dir imaginierten Übertritt angeht: wenn ich nicht dummerweise bereits seit meinem 12. Lebensjahr überzeugter Atheist wäre, hätte ich das schon längst getan, und zwar nur um Leute wie dich zu ärgern!“

    Über die Pubertät scheinst du jedenfalls nicht groß hinausgekommen zu sein.

    „Es sind nicht Ditib und Milli Görüs, die die Reislamisierung von Migrant_innen in Deutschland vorantreiben, es sind Menschen wie Ralph Giordano, die mit ihrer rassistischen, als ‚Islamkritik‘ getarnten Hetze gegen Migrant_innen genau diese Reaktion provozieren.“

    Ah ja, klar, das verstehe ich. Wer den Islam kritisiert, sorgt für eine (Re-) Islamisierung. So, wie auch die Juden den Antisemitismus provozieren, nicht wahr?

    OK, das war’s von mir. Es ist sinnlos, weiter mit dir zu diskutieren. Immerhin hast du aber schön blank gezogen, und dafür hat es sich gelohnt.

  33. Gravatar Icon 33 lysis 23. September 2008 um 20:55 Uhr

    Schau mal, das katholische Fundamentalistenportal kreuz.net ist doch genau dasselbe: die betreiben seit Jahr und Tag eine ekelerregende Hetze gegen Homosexuelle, die alles, was man von Islamisten wie Salim Spohr kennt, bei weitem in den Schatten stellt. Keinen interessiert’s, dich sicher auch nicht, sonst hättest du schon mal über die gebloggt. Und warum? Weil man weiß, dass das arme, einflusslose Spinner sind, deren lesbische und schwule Kinder man zwar bedauern muss, die aber aufgrund ihrer Subalternität keinen gesellschaftlichen Schaden anzurichten vermögen. Außerdem weiß man, dass gegen Dummheit kein Kraut gewachsen ist und eine Beschäftigung mit diesen Leuten nicht nur Zeitverschwendung, sondern auch verheerend für die eigene Psyche wäre. Das ist der Grund, warum sich niemand für kreuz.net interessiert, obwohl die, was Homohetze und ähnliche Widerwärtigkeiten angeht, wesentlich relevanter sind als alle Islamisten dieser Republik.

  34. Gravatar Icon 34 lysis 23. September 2008 um 21:12 Uhr

    Ah ja, klar, das verstehe ich. Wer den Islam kritisiert, sorgt für eine (Re-) Islamisierung. So, wie auch die Juden den Antisemitismus provozieren, nicht wahr?

    Jetzt werd mal nicht debil. „Sekundäre Devianz“ und „self-fulfilling prophecies“ sind Phänomene, die im Zentrum der Untersuchungen amerikanischer Soziologen seit den 60er Jahren stehen. Gesellschaftliche Stigmatisierungen haben immer Folgen für die Betroffenen. Niemand kann einem negativen Klischee über sich zeitlebens ausweichen. Man muss sich irgendwie dazu stellen, und die einfachste Form das zu tun, ist, es zu übernehmen und in eine Eigen-Identität zu verwandeln. Wenn Migrant_innen kontinuierlich als Moslems denunziert werden, ob sie das nun sind oder nicht, liegt es für sie nahe, aus diesem Ausgrenzungsregime ein Selbstbild zu entwickeln, in dem dieses Stigma positiv gewendet ist. Dieser Prozess wurde in der Soziologie bereits tausendfach beschrieben: an Kriminellen, Außenseitern, Homosexuellen und vielen mehr.

    Was an dieser soziologischen Theoriebildung antisemitisch sein soll, bleibt dein Geheimnis, aber das Thema Juden ist ja bekanntermaßen deine große Manie, die du überall ins Gespräch bringen musst, ob’s nun gerade passt oder nicht.

  35. Gravatar Icon 35 andreas 24. September 2008 um 0:51 Uhr

    der sich hier schon 2x verabschiedet hat (nun hoffentlich wirklich) zeigt mit seinen postings eindrucksvoll, wie wenig ahnung er von den dingen hat, über die er schreibt. wer in seinen blog hineingerochen hat, weiss auch, was faschismus ist. niedlich, dass er jetzt türken als kronzeugen für die umtriebe der AKP heranziehen möchte. (nur kurz dazu: klar hat die kemalistische oberschicht viel zu verlieren) aber man sollte ihn und seinesgleichen daran erinnern, wenn wieder einmal über jene hergezogen wird, die sich etwa bei kritik an israelischer politik auf israelis berufen

  36. Gravatar Icon 36 bigmouth 24. September 2008 um 10:59 Uhr

    liza, und sie glauben, mit der „islamkritik“, die sie, broder und der bund der ex-muslime machen, kriegen sie die leute aus den schlimmen fängen der hodschas? sie scheinen da an der selben selbstüberschätzung zu leiden wie andere prominente religionskritiker wie richard dawkins. dass das christentum in europa in weiten teilen viel unwichtiger geworden ist – das soll an aufrechten aufklärern von voltaire bis feuerbach liegen. ich halte das schlicht für eine mär.

    das stört mich überhaupt an den linken rufen nach religionskritik. wie stellen sich die leute eigentlich vor, wie man das zu den muslimen trägt? demo vor der moschee? veranstaltungsflyer „zur islamkritik“ verteilen?

  37. Gravatar Icon 37 lysis 24. September 2008 um 12:53 Uhr

    Knes‘ Kommentar hab ich leider zu spät im Moderationsfilter entdeckt.

  38. Gravatar Icon 38 Entdinglichung 24. September 2008 um 12:56 Uhr

    Zeit für mein Lieblings-Lenin-Zitat: „Die Einheit dieses wirklich revolutionären Kampfes der unterdrückten Klasse für ein Paradies auf Erden ist uns wichtiger als die Einheit der Meinungen der Proletarier über das Paradies im Himmel.“;-)

  39. Gravatar Icon 39 Einwurf 24. September 2008 um 13:37 Uhr

    „so läuft eben demokratie. ich finde daran nicht schlimmes. heute ist diyanet den einflüssen der AKP unterworfen, morgen wieder den kemalisten. wo ist das problem?“

    Das Problem ist, dass die Diyanet eingerichtet wurde um den Islam im Sinne der staatlichen Vorgaben zu „bändigen“. Wenn nun die staatlichen Vorgaben von einer Partei kommen, die ja nicht ganz unbegründet in Verdacht steht, den Lehren des Islams näher zu stehen als dem Kemalismus -auf dessen Grundlage ihnen ja die Religionsausübung bisher erschwert bzw. dirigistisch vorgegeben wurde-, kann die Religionsbehörde hinsichtlich ihrer Intention sehr leicht in ihr Gegenteil verkehrt werden.

    In der Türkei hatten viele die Hoffnung, dass die AKP staatliche Organisationen wie die Diyanet und andere dem kemalistischen Kontroll- und Lenkungsdrang entstammende Institutionen abschaffen würde. Dazu hatte die AKP die Möglichkeit, indem sie eine neue Verfassung erlässt (dies war vor allem die Hoffnung vieler Linker, und der Grund, weshalb viele von ihnen die AKP anfänglich unterstützten).

    Nun, da sich die Hoffnung zerschlagen hat, geht in der Türkei zurecht die Angst um, dass die AKP genau die Instrumente, mit denen sie bisher malträtiert wurden, einsetzt um die Gesellschaft in ihrem Sinne umzugestalten – die Strukturen dafür sind vorhanden, da der Kemalismus sie geschaffen hatten.

  40. Gravatar Icon 40 woody allen 24. September 2008 um 14:04 Uhr

    Wer die Antifa als „Alternativ SA“ beschreibt hat sowieso jeden Anspruch ernstgenommen zu werden verloren! Das Broder und Lizas sich eher blindlings gegen den Islam eingeschossen haben zeigt die Unfähigkeit auf die Ereignisse in Köln mit einer politischen Analyse zu reagieren, die nicht nur auf einfache schwarz/weiß Botschaften setzt.

  41. Gravatar Icon 41 Neoprene 24. September 2008 um 14:14 Uhr

    zu bigmouth
    „dass das christentum in europa in weiten teilen viel unwichtiger geworden ist – das soll an aufrechten aufklärern von voltaire bis feuerbach liegen. ich halte das schlicht für eine mär.“

    hatte Lysis schon letztes Jahr auf eine interessante Studie hingewiesen (auch wenn der Typ ein in der Wolle gefärbter Christ sein mag):

    http://lysis.blogsport.de/2007/08/28/nordwesteuropa-gescheiterte-christianisierung-oder-gelungene-aufklaerung/

    Lysis‘ Schlußwort: „Die Säkularisierung Europas hat es nie gegeben.“

  42. Gravatar Icon 42 Piet 24. September 2008 um 15:06 Uhr

    Kreuz.net betreibt in der Tat ekelerregende Hetze, hat aber im Gegenastz zu Diyanet/DITIB 1. keinen nennenswerten Einfluss (weder politisch, noch auf den Katholizismus als solchen) und spiegelt 2. nur eine kleine Minderheit der Katholiken.

  43. Gravatar Icon 43 bigmouth 24. September 2008 um 15:17 Uhr

    Wer tatsächlich an die verschiedenen Abstufungen dieser “absurden Gotteslehre eines unmoralischen Beduinen”( Atatürk) glaubt, ist von seiner Konversion zum Islam nicht weit und wird wohl in Zukunft als lebendes Schutzschild vor Moscheen Bekanntheit gewinnen.

    ATOMROFL

    =))=))=))=))=))=))=))=))=))

  44. Gravatar Icon 44 andreas 24. September 2008 um 15:24 Uhr

    zu dem eingefügten kommentar: noch so einer, der es notwendig hat, sich auf türken/moslems zu berufen um ebendiese zu attackieren. und der den kemalismus nicht verstanden hat. da die abstufungen zwischen islam/islamismus/“islamismen“ ja nur in der phantasie der arschkriecher existieren, verwundert es, dass dort von einer gruppe „sehr liberaler moslems“ die rede ist.

  45. Gravatar Icon 45 knes 24. September 2008 um 15:57 Uhr

    lieber andreas,
    anstatt vorzuwerfen, den kemalismus nicht verstanden zu haben, kannst du ja sicherlich uns ein wenig in dein wissen einweihen.
    ich wäre dir sehr dankbar.
    also schieß mal los.

  46. Gravatar Icon 46 lysis 24. September 2008 um 16:04 Uhr

    Kreuz.net betreibt in der Tat ekelerregende Hetze, hat aber im Gegenastz zu Diyanet/DITIB 1. keinen nennenswerten Einfluss (weder politisch, noch auf den Katholizismus als solchen) und spiegelt 2. nur eine kleine Minderheit der Katholiken.

    Der Vergleich zwischen DITIB und kreuz.net ist ja nun extrem schwachköpfig. Wo betreibt denn die DITIB „ekelerregende Hetze gegen Homosexuelle“? Ich hab kreuz.net mit Leuten wie dem deutschen Fundi-Konvertiten Salim Spohr verglichen. Spohr schrieb mir kürzlich ins Tagebuch:

    Und da haben Sie die Chuzpe, sich hinzustellen und all die, die dem bei Moses ja so beschriebenem «Greuel» ablehnend gegenüberstehen, unter Nutzung Ihres neuen schwuchteligen Stereotyps als «homophob» anzuwichsen!

    Und am 3. Oktober wollen Sie mit dem Hodscha einer DITIB-Moschee in Berlin – vgl. den Islam Press Artikel Wie «Homophobie» etwas Gutes sein kann – darüber »diskutieren, wie man gemeinsam gegen «Homophobie» vorgehen» könne?! Ich glaube, Sie ticken einfach nicht ganz richtig.

    Meine Empfehlung an Sie und Ihre Gesinnungsgenossen lautet, sich einfach zurückzuhalten, aber nicht auch noch so weit aus dem Fenster zu lehnen. Und glauben Sie nicht, Sie müßten von der Mehrheit oder Teilen des Anti-Mainstreams nur deshalb unterstützt werden, weil Sie eine Minderheit sind. Andererseits könnte die Frechheit, mit der Sie für den Mist werben, vielleicht ja ein Zeichen dessen sein, daß wir bald in Europa Zustände haben werden vergleichbar denen, die zur Zeit des Volkes von Lot herrschten. Warten wir es ab. Vielleicht wird ja eines Tages erneut himmlischer Zorn das ganze in Staub und Asche zerlegen.

    Solche Leute werden aber überhaupt nicht thematisiert, weil sie offenbar viel zu unbedeutend sind. Stattdessen verschiebt man die Kritik auf Mainstream-Organisationen wie die DITIB, die sich so eine Hetze noch nie erlaubt haben. Wahrscheinlich ist es zu anstrengend, sich mit realer Homophobie auseinanderzusetzen. Da ist es wohl einfacher, Homophobie ausgerechnet dort zu kritisieren, wo sie noch nie ihren Kopf vorgewagt hat.

  47. Gravatar Icon 47 andreas 24. September 2008 um 16:21 Uhr

    aber, aber gnädigster, sie haben doch ihre lehrmeister scheit, agnoli, wertmullah, grigat,küntzel. dort erfahren sie ALLES rund um das thema, das sie interessiert. übrigens, es heisst nicht „kannst du ja sicherlich uns…“, sondern „kannst du uns…“. diese (strukturell antisemitische) falsche wortstellung ist ein appeasement an den schleichenden unterwanderung westlicher werte. so etwas geziemt sich nicht für einen „anti“deutschen manne wie dich.

  48. Gravatar Icon 48 lampeAN 24. September 2008 um 16:45 Uhr

    boah bist du lustig …. :">

  49. Gravatar Icon 49 knes 24. September 2008 um 18:03 Uhr

    „diese falsche wortstellung ist ein appeasement an den (der) schleichenden unterwanderung westlicher werte“

    so mit dem Kasus haben Sie es auch nicht.

    Was ist nun mit dem Kemalismus? kommt noch was von Ihnen?

  50. Gravatar Icon 50 andreas 24. September 2008 um 18:53 Uhr

    was mit dem kemalismus ist? anscheinend haben ihn die „anti“deutschen und ihre freunde als bündnispartner gegen den islamismus (bzw, was sie darunter verstehen) entdeckt. kurzsichtig und widersprüchlich, wie könnte es anders sein. weiter ausführen werde ich das ihnen gegenüber nicht, da das hieße, perlen vor säue zu werfen.

  51. Gravatar Icon 51 andreas 24. September 2008 um 19:03 Uhr

    oder: vor eine sau :d

  52. Gravatar Icon 52 Altintop 25. September 2008 um 19:58 Uhr

    Was die “Softcore-Islamisten” für moralische Ansichten über Homosexualität oder außerehelichen Geschlechtsverkehr haben, ist demgegenübr ziemlich irrelevant. Wichtiger ist, dass die kemalistische Polizei, die für ihre zahlreichen Übergriffe auf Homo- und Transsexuelle bekannt ist, endlich gestoppt wird. Und hier hat es tatsächlich einige Fortschritte unter den so genannten Islamisten gegeben. Auf ihrem Weg in die EU hätte die AKP sogar beinahe ein Antidiskriminierungsgesetz erlassen, das auch das Kriterium der sexuellen Orientierung umfasste. So viel zur politischen Praxis!“

    Das ist grotesk. Die politische Praxis der von der AKP beherrschten Stadtverwaltung von Istanbul sieht so aus, dass sie das Verbot von Lambda beantragt hat, einer Organisation, die sich die für die Rechts von Lesben, Schwulen, Bi- und Transsexuellen einsetzt. Es gibt auch wieder zunehmend Schikanen, seitdem die AKP die hohen Ränge in der Polizei mit ihren Leuten besetzt.

    Die nominalkemalistischen türkischen Nationalisten sind die Pest. Und die AKP, deren vermeintliche Fortschrittlichkeit hier angepriesen wird, ist die Cholera.

    Auch das von der AKP-dominierten Polizei äußerst brutal durchgesetzte Verbot der letzten 1. Mai Kundgebung auf dem Taksim-Platz in Istanbul, die an das Massaker von 1977 erinnern sollte, hat dazu beigetragen die Illusionen vieler türkischer Linker über die AKP zu zerstören.

  53. Gravatar Icon 53 lysis 25. September 2008 um 22:53 Uhr

    Hinter den Mauern eines modernen Verwaltungsgebäudes am Stadtrand von Ankara tut sich Unerhörtes. Experten des staatlichen Religionsamtes der Türkei arbeiten gemeinsam mit Islamwissenschaftlern daran, einen Islam für das 21. Jahrhundert zu formen.

    Das Religionsamt lässt die in Jahrhunderten überlieferten Taten und Anweisungen des Propheten Mohammed durchforsten. Ziel ist ein zeitgemäßes Verständnis der Religion – und das Aussieben von frauenfeindlichen, gewaltverherrlichenden oder rassistischen Passagen.

    Türkei – Ein Islam für das 21. Jahrhundert

  54. Gravatar Icon 54 Altintop 27. September 2008 um 18:18 Uhr

    Die Repression ist derzeit nicht so stark wie unter dem ersten AKP-Ministerpräsidenten Abdullah Güll Anfang 2003 oder in den neunziger Jahren, als der Istanbuler Polizeipräsident es sich zum Ziel gesetzt hatte, die Stadt von Transvestiten und Transsexuellen zu „säubern“ und seine Opfer eigenhändig mit Schläuchen auspeitschte. Eine AKP-Regierung ist vor allem wegen des gesellschaftlichen Klimas bedrohlich, das sie verbreitet, und in dem dann die Gewalt gegen Menschen gedeiht, die der „Unmoral“ bezichtigt werden.

    Aus einem Interview mit der Regisseurin Döndü Kilic, deren Dokumentarfilm „Das andere Istanbul“ der vom Leben von Schwulen, Lesben und Transsexuellen in der Stadt berichtet (Konkret 10/2008)

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