Killer Cola

via ascetonym:
Boycott Coca Cola


20 Antworten auf „Killer Cola“


  1. Gravatar Icon 1 subwave 25. Oktober 2008 um 0:54 Uhr

    schlimm wohin bum-bum-wertkritik und falsch verstandene antisemitismus-analyse führen kann. zwar bin ich auch kein unbedingter freund von boykott-aktionen (auch wenn diese mir sogar sinnvoll erscheint), aber diese tut einem noch nicht mal weh, da fritz- oder premium-c[k]ola eh viel besser schmecken.

  2. Gravatar Icon 2 lysis 25. Oktober 2008 um 1:32 Uhr

    Ich muss schon zugeben, dass mir Coca Cola schmeckt und dass ich mich bis jetzt nicht an den Boykott gehalten habe. Aber nach dem perfiden Antisemitismusvorwurf …

  3. Gravatar Icon 3 saltzundessick 25. Oktober 2008 um 9:02 Uhr

    die seltsame periodisch wiederkehrende linke kampagnenpolitik und boykottaufrufe gegen einzelne kapitalistische suendenboecke sind natuerlich zumindest fragwuerdig und andererseits der besagte text der linken, welchen man erstmal durch die ganzen querverlinkungen finden muss, ein ganz kleines bisschen an den haaren herbeigezogen. entspricht einem diskussionsstand, der jetzt mit einiger zeitverzoegerung irgendwo in der linkspartei-ortsgruppe angekommen ist.
    wobei coca-cola-boykott deutsche tradition hat, stichwort koscher cola. die staendige propagandistische gleichsetzung von coca cola und nazis ist schon aus diesem grund diskussionsunwuerdig. was die persoenliche konsumaenderung aus pseudopolitischen gruenden bringen soll ausser ein beruhigtes gewissen des mittelstaendlers ist noch zu klaeren.
    ich trinke uebrigens afri cola, sofern vorhanden, was politisch mindestens ebenso fragwuerdig waere. fritzcola ist auch ok, coca schmeckt mir nur als cuba libre.

  4. Gravatar Icon 4 lahmacun aka Laura 25. Oktober 2008 um 9:37 Uhr

    war der boykott südafrikanischer produkte in den 1980ern auch fragwürdig? sündenbock für den rassismus?

  5. Gravatar Icon 5 narodnik 25. Oktober 2008 um 11:01 Uhr

    Coca Cola ist das einzig Gute was die Amis je zustande gebracht haben. Daher kann ich die nicht boykottieren.

  6. Gravatar Icon 6 abdel kader 25. Oktober 2008 um 12:17 Uhr

    wobei coca-cola-boykott deutsche tradition hat, stichwort koscher cola(…)
    ich trinke uebrigens afri cola

    Das Getränk von deutschen Antisemiten also:

    1930 wurde die Coca-Cola GmbH gegründet, die sich unter der Leitung von Max Keith um den Vertrieb kümmerte, während die Deverna den Sirup herstellte. Bereits 1933 wurden in Deutschland mehr als 100.000 Kisten pro Jahr verkauft. 1934 gab es schon mehr als 120 Konzessionäre und eine Abfüllanlage in Frankfurt am Main wurde gebaut. Der endgültige Durchbruch für Coca-Cola kam mit den Olympischen Spielen 1936 in Berlin.

    Max Keith war selbst kein Mitglied der NSDAP, aber den damaligen deutschen Machthabern wohlgesinnt. 1936 reiste ein Konkurrent von ihm, Karl Flach von afri-cola, in die USA, um Abfüllanlagen zu besichtigen und stahl ein paar Kronkorken mit der Aufschrift „koscher“. Daraufhin wurde Coca-Cola in Deutschland als „jüdisch-amerikanisches Unternehmen unter der Leitung von Harold Hirsch“, der damals im Aufsichtsrat saß, denunziert. Keith bat Woodruff, Hirsch aus dem Aufsichtsrat zu entfernen. Dieser weigerte sich jedoch und soll gesagt haben: „Meine Politik heißt Coca-Cola“. Keith brach daraufhin mit dem deutschen Regime; dem Erfolg von Coca-Cola konnte dies jedoch keinen Abbruch tun. Selbst als der 2. Weltkrieg schon ausgebrochen war, lief das Geschäft in Deutschland mit Coca-Cola weiter. Allerdings wurde es für die deutsche Tochtergesellschaft der Coca-Cola Company immer schwieriger, die für die Cola-Herstellung benötigten Rohstoffe zu beschaffen. Deshalb erfand sie 1940 ein neues Erfrischungsgetränk: Fanta (abgeleitet von Fantastisch). Zunächst auf Molkebasis hergestellt, sicherte Fanta den Bestand der Coca-Cola GmbH, während 1942 die Coca-Cola-Produktion schließlich doch eingestellt werden musste.
    Wikipedia

    Die Coca-Cola-NSDAP-Connectionn über die du dich empörst

    die staendige propagandistische gleichsetzung von coca cola und nazis ist schon aus diesem grund diskussionsunwuerdig.

    hat zumindest einen historischen Hintergrund:

    Die Dokumentation „Und morgen gibt es Hitlerwetter!“ des Autorenduos Hans-Jörg und Gisela Wohlfromm liefert hierzu eine reichhaltige Materialsammlung. Auf rund dreihundert Seiten haben die beiden eine bunte Collage aus Zeitungsausrissen, Statistiken und Aktenstücken zusammengefügt, die das Leben der Volksgenossen von einer anderen Seite zeigt. So erfährt man gleich zu Beginn, dass die Coca-Cola Company ihren Absatz in Deutschland zwischen 1933 und 1939 von 100.000 auf 4,5 Millionen Kästen im Jahr steigern konnte, unter anderem deswegen, weil man bei Treffen der Hitler-Jugend eifrig Gratisproben verteilte. Als während des Zweiten Weltkriegs Rohstoffe fehlten, um Cola herzustellen, entwickelte der deutsche Produzent in Absprache mit dem Regime „Fanta“ als Ersatz.

    Was die Wohlfromms dem Leser nicht mitteilen, ist, dass sogar auf den Mauern des Berliner Sportpalasts, in dem die großen Massenkundgebungen abgehalten wurden, die Aufforderung prangte, „Coca-Cola eiskalt“ zu trinken. Offenbar fühlte sich Goebbels dadurch bei der Erschaffung der Volksgemeinschaft nicht gestört. Dies ist durchaus folgerichtig, denn der offizielle Antiamerikanismus des Dritten Reiches war immer ein zwiespältiger, da man auf der einen Seite die „Negerkultur“ bekämpfte, Genres und Formen amerikanischer Populärkultur aber für die eigenen Freizeitangebote wie „Kraft durch Freude“ kopierte. Eindeutig zu weit ging dabei, dass die Jagdgruppe 88 der berüchtigten Legion Condor die 1930 in Deutschland eingeführte Micky Mouse zum Wappentier wählte, bevor sie im Spanischen Bürgerkrieg Guernica bombardierte.
    Coca-Cola am Schlusslichtsteg

  7. Gravatar Icon 7 abdel kader 25. Oktober 2008 um 12:39 Uhr

    die seltsame periodisch wiederkehrende linke kampagnenpolitik und boykottaufrufe gegen einzelne kapitalistische suendenboecke sind natuerlich zumindest fragwuerdig (…)
    was die persoenliche konsumaenderung aus pseudopolitischen gruenden bringen soll ausser ein beruhigtes gewissen des mittelstaendlers ist noch zu klaeren.

    So etwas gibt es auch von antideutscher Seite, Iranboykott oder der Versuch OMV von seinem Milliardendeal abzubringen. Könnte man auch als naiv bezeichnen zu glauben, dass ein kapitalistisches Unternehmen aus moralischen Gründen davon absehen würde.

    Allgemein gibt es natürlich auch viele Leute, die Coca Cola oder McDonald’s aus seltsamen Gründen, nämlich einer falschen Konsum- oder Konzernkritik, boykottieren und glauben so könnte man den Kapitalismus bekämpfen. Das ist natürlich falsch.
    Gerade das trifft aber auf die Kampagne für die Gewerkschafter in Kolumbien nicht zu.
    Ich verstehe beim besten Willen nicht, was daran „strukturell antisemitisch“ sein soll, sogar wenn man mit dieser Theorie des S.A. übereinstimmt. Es wird einfach kritisiert, dass Gewerkschafter dort umgebracht werden, die Veranstwortlichen werden auch benannt, wo soll da noch die Projektion oder das irrationale Argument dabei sein?

    Was ein Boykott überhaupt bringt, ist natürlich fraglich. Allerdings kann ein solcher ein Unternehmen in manchen Fällen sehr wohl schädigen und unter Druck setzen, man erinnere sich an die Brent-Spar-Affäre, wo sogar der Bundestag beim Boykott mitgemacht hat.

  8. Gravatar Icon 8 abdel kader 25. Oktober 2008 um 12:48 Uhr

    Schade, dass Antideutsche (bzw. deren Nachplapperer) mit ihrer „Politik“, die nicht nur falsch ist, sondern auch total unsinnige Prioriäten setzt, zum Teil erfolgreich sein können.
    Was mich dabei stört ist, dass sie den Antisemitismus, der keiner ist (z.B. Hass gegen FC Bayern oder Drogendealer) fast schon zu ihrem Hauptarbeitsgebiet ernannt haben, während der reale Antisemitismus in Deutschland (Friedhofsschändungen usw.) eher unter ferner liefen behandelt wird, es sei denn er tritt als Antizionismus auf oder die Täter waren Moslems.
    Die Leute von der Kampagne für die kolumbianischen Gewerkschafter müssen sich dann gegen solche Vorwürfe verteidigen…

  9. Gravatar Icon 9 Kosher 25. Oktober 2008 um 12:49 Uhr

    Wenn Daimler in Argentinien wieder mit Paramilitärs zusammenarbeiten würde und dort (wie ja in den 70ern passiert) Basisgewerkschafter und Betriebsräte aus Hubschraubern über dem offenem Meer gefesselt abgeworfen werden würden, dann wäre ich auch für einen Boykott gegen Daimler.

    Hier werden zwei Themen verwechselt: Die Identifizierung Coca Colas mit sog. „Ostküstenkapital“ und praktische Hilfe für Menschen, die auf Grund ihrer gewerkschaftlichen und politischen Tätigkeit ermordet werden.

    Ich denke es ist ein Unterschied, ob ich Staaten oder Firmen auf Grund ihrer Haltung boykottiere und damit ganze Zwangskollektive treffe und anderen Menschen die Lebensgrundlage nehme (Bsp. Sweatshops), oder aber, ob gerade die Bedrohten dazu aufrufen, ihren eigenen Konzern zu boykottieren. Nämlich nicht, damit der pleite geht, sondern damit der Druck so groß ist, dass diese Menschen am Leben bleiben.

  10. Gravatar Icon 10 Kosher 25. Oktober 2008 um 12:58 Uhr

    Presseerklärung zu Kolumbien und der Drohung der Paramilitärs gegen Gewerkschafter und Menschenrechtsorganisationen.

    http://www.labournet.de/internationales/co/presse161008.pdf

  11. Gravatar Icon 11 nachdenklich 25. Oktober 2008 um 14:59 Uhr

    Yeah, solche „linke“ Studierendenvertreter braucht das Land. zusammen mit dem RCDS und den Jusos gegen aufmuckende ausländische Gewerkschafter.

    Zum Thema Fanta fällt mir noch ein, dass der antideutsche Spruch „Fanta statt Fatwa“ sehr viel über seine Erfinder aussagt. Über das was Robert Kurz schon 2001 schrieb hinaus, scheint mir die kriegsbedingte Mangelwirtschaft des 3. Reiches doch eine seltsame Alternative zu einem zweifelhaften religiösen Rechtsgutachten zu sein.

  12. Gravatar Icon 12 saltzundessick 25. Oktober 2008 um 18:33 Uhr

    @abdel
    deine infos ueber africola sind ein alter hut, das ging vor drei jahren oder so schonmal durch saemtliche blogs, auch durch meins. darum die erwaehnte fragwuerdigkeit.
    vll. mag ja noch jemand was schlaues zu fanta um 1941 von irgendeiner webseite als kommentar kopieren. dann haetten wir ja fast alle durch. ich hab uebrigens den eindruck, dass du dich ‚empoerst‘. ich bin ausgesprochen gelassen beim thema.
    schoenes we noch!

  13. Gravatar Icon 13 tee 26. Oktober 2008 um 5:02 Uhr

    ach saltzi:

    die seltsame periodisch wiederkehrende linke kampagnenpolitik […] der jetzt mit einiger zeitverzoegerung irgendwo in der linkspartei-ortsgruppe angekommen ist.

    wirklich alles sehr sehr seltsam …

    boykottaufrufe gegen einzelne kapitalistische suendenboecke

    dieses „argument“ kommt ja auch immer wieder. leider wird es selten belegt, dass es sich um einen „kapitalistischen sündenbock“ handelt.
    zur erinnerung – ein sündenbock hält normalerweise für die „vergehen“ seiner gesamten sparte her, welche sich auch alle auf gleichem niveau abspielen dürften. natürlich kann coca-cola der sündenbock aller gewerkschafter ermordenden konzerne und firmen sein, aber sicher nicht für alle kapitalistischen unternehmen oder gar den kapitalismus. viele boykottierende haben noch nicht einmal gross was gegen den kapitalismus, das ist es ja. die kritisieren eben nur diese besonders schlimmen ausprägungen. diese sündenbocktheorie ist doch strukturell antisemitischer als jeder solcher boykott.

  14. Gravatar Icon 14 bigmouth 26. Oktober 2008 um 12:01 Uhr

    Coca Cola ist das einzig Gute was die Amis je zustande gebracht haben

    boa, narodnik. dass andere leute so höflich waren, diesen hirndurchfall unkommentiert zu lassen, ist ja schon ne leistung, angesichts der tatsache, dass in den letzten 4 wochen nicht mal im adf so was dummes geschrieben wurde. oder war das eine übung in humor?

  15. Gravatar Icon 15 Difficult is Easy 26. Oktober 2008 um 12:11 Uhr

    @bigmouth:
    gut dass es dich gibt.

  16. Gravatar Icon 16 abdel kader 26. Oktober 2008 um 13:47 Uhr

    @ saltzundessick

    Nein, ich bin nicht empört, eher amüsiert und sehe eigentlich alle Diskussionen hier ganz gelassen.

  17. Gravatar Icon 17 narodnik 26. Oktober 2008 um 17:57 Uhr

    bigmouth = Ernstmeier

  18. Gravatar Icon 18 miss taken identity 26. Oktober 2008 um 19:21 Uhr

    oder war das eine übung in humor?

    Und du bist durchgefallen.

  19. Gravatar Icon 19 W.I. 31. Oktober 2008 um 14:56 Uhr

    Wie man die Kampagne dieser Fans des zivilen Kampfes zwischen Kapital und Gewerkschaft richtig kritisiert, hat das Referat Ideologiekritik Freiburg schon vor zwei Jahren vorgemacht:
    Warum lässt Coca-Cola morden?

  1. 1 nachdenklich :: Coca Cola, Duisburger Studenten-Linke und Die Linke :: Oktober :: 2008 Pingback am 29. Oktober 2008 um 1:29 Uhr
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