Antisemitismusverharmloser II

Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn verharmlost den NS-Antisemitismus, sieht in den Bonzen „die neuen Juden“. Als ob nicht zu deren Schutz der Antisemitismus erst erfunden worden wäre!


3 Antworten auf „Antisemitismusverharmloser II“


  1. Gravatar Icon 1 abdel kader 26. Oktober 2008 um 20:29 Uhr

    Ähnliches hat Roland Koch schon 2002 behauptet.

    Den Satz

    Als ob nicht zu deren Schutz der Antisemitismus erst erfunden worden wäre!

    würde ich allerdings -so wie er da steht- nicht unterschreiben. Man kann sich der Ideologie des Antisemitismus sehr wohl bedienen, dazu muss man sich nur mal die Entstehungsgeschichte der „Protokolle der Weisen von Zion“ anschauen. Ideologie geht aber nicht ursächlich auf eine Manipulation zurück. Solche Behauptungen erinnern an die Rassismustheorie von manchen Marxisten-Leninisten, die denken, dass Rassismus deshalb existiert, weil so die Arbeiterklasse gespalten wird.

  2. Gravatar Icon 2 lysis 26. Oktober 2008 um 23:33 Uhr

    Klar ist das (absichtlich) plakativ und ML-ig formuliert. ;) Die von dir zurecht angeführten „Protokolle der Weisen von Zion“ waren allerdings nicht bloß der Versuch, den Antisemitismus der Bevölkerung zu „bedienen“, sondern haben ihn auch wesentlich neu begründet, und zwar in ganz eindeutig manipulativer Absicht: Es ging dem zaristischen Geheimdienst darum, die sozialrevolutionäre Bewegung in Russland zu schwächen und den Hass von den Herrschenden auf die Juden umzulenken. So weit ist der ML dann auch wieder nicht von der Wahrheit entfernt, wenngleich die Eigenleistung der Subjekte bei ihm systematisch unterschlagen wird.

    Was den Anti-Ausländer-Rassismus angeht, so ist die These von dessen Ursprung in den europäisch-amerikanischen Elitediskursen mittlerweile auch wissenschaftlich untersucht und, so weit das möglich ist, diskursanalytisch bestätigt worden. Siehe hierzu Teun van Dijk, Elite Discourse and Racism:

    Van Dijk’s main thesis is that racism in North America and Europe is primarily ‚top down‘ and preformulated by the elites, and is not only — as the elites would have it — a ‚popular‘ phenomenon.

    Die ML-Auffassung von Rassismus ist vielleicht verkürzt, aber auch nicht so grundverkehrt, wie das Wertkritiker gerne hätten, wenn sie über der Würdigung der spontanen Eigenleistung der Subjekte die Klassenverhältnisse verschwinden lassen, in denen diese Ideologien objektiv verortet sind.

  1. 1 unter dem strich · Schon wieder “neue Juden” Pingback am 26. Oktober 2008 um 20:11 Uhr
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