Schadenfreudige ISF?

Ich zitiere ja ungern Antideutsche, aber in diesem Fall kann ich’s mir nicht verkneifen:

Denn mit inniger Genugtuung liest man Schlagzeilen wie: »Finanzmanager in Kalifornien tötet sich und seine Familie« (FAZ, 8. Oktober 2008). Dass der kommende Untergang des Kapitals im Nervenzusammenbruch, als suizidaler Amoklauf einiger (viel zu weniger) seiner Funktionäre sich antizipiert, das ist gar nicht so übel – schade nur, dass die Charaktermasken des Kapitals in ihrer Mehrheit so empfindsam nicht sind, als dass man auf die Schirrmachers, Ackermanns, Merkels hoffen dürfte.

Ob jetzt wieder einer „struktureller Antisemitismus“ schreit?

Sein Beileid jedenfalls sollte man sich, wenn man Kommunist ist, eher für diese Leute reservieren:

»Bei der Verteilung von Almosen an Arme sind in Indonesien (…) 22 Menschen zu Tode gekommen. Dutzende wurden im Gedränge um die Nahrungsmittelpakete verletzt. (…) Mehrere tausend Menschen drängten sich vor dem Haus eines reichen Geschäftsmannes in Pasuran in Ostjava, als dieser Päckchen an Bedürftige verteilen ließ … Die Menschen in der ersten Reihe wurden gegen die Gitter gedrängt, wo sie erdrückt wurden. Die Päckchen hatten einen Wert von umgerechnet je 2,25 Euro.«


7 Antworten auf „Schadenfreudige ISF?“


  1. Gravatar Icon 1 classless 29. Oktober 2008 um 21:33 Uhr

    Hm, warum ich mich darüber freuen sollte, verstehe ich aber wirklich nicht.

  2. Gravatar Icon 2 schorsch 29. Oktober 2008 um 22:46 Uhr

    ich auch nicht.
    @lysis: ich habe auf deinen einwurf mit einem – nicht pissig gemeinten – blogeintrag geantwortet.

  3. Gravatar Icon 3 lahmacun aka Laura 29. Oktober 2008 um 23:30 Uhr

    sagt ja niemand, dass das anlass zur „freude“ sei – außer der isf (implizit).

    und nein, natürlich schreit da niemand „struktureller antisemitismus“. ist wie mit der israelkritik, die immer antisemitisch ist, und grigat, der israel kritisiert.

  4. Gravatar Icon 4 lysis 30. Oktober 2008 um 0:26 Uhr

    Ich hab hier ’ne Antwort geschrieben.

  5. Gravatar Icon 5 W.I. 30. Oktober 2008 um 10:46 Uhr

    Man kann der ISF nicht vorwerfen die zur Mode gewordene Inschutzname der Charaktermasken jemals betrieben zu haben. So hieß es beispielsweise 2001:

    Macht sie nieder, allesamt: Keiner, der in der bürgerlichen Gesellschaft ein Mindestmaß psychischer Gesundheit und moralischer Integrität sich bewahren konnte, der noch nicht davon geträumt hat, mit dem Maschinengewehr blindlings in ein Kaufhaus, ins Dreisamstadion oder gleich in den Reichstag zu feuern. Gründe dafür gibt es übergenug, und es erübrigt sich daher, mehr als nur diesen einzigen anzuführen: “Man muß diesen Typen nur ins Gesicht sehen”, diesen Westerwelles, Biskys und Merkels, diesen Fischers, Stoibers und Schröders, denen der Stolz, deutsch zu sein, ins Gesicht geschrieben steht, diesen so dreisten wie meist auch feisten Charaktermasken von Herrschaft und Ausbeutung, um ihnen Pest und Cholera an den Hals zu wünschen.

  6. Gravatar Icon 6 alkohol 01. November 2008 um 21:14 Uhr

    @ W.I.

    „“Macht sie nieder, allesamt: Keiner, der in der bürgerlichen Gesellschaft ein Mindestmaß psychischer Gesundheit und moralischer Integrität sich bewahren konnte, der noch nicht davon geträumt hat, mit dem Maschinengewehr blindlings in ein Kaufhaus, ins Dreisamstadion oder gleich in den Reichstag zu feuern.“"

    Aber die Charaktermasken, die hier im Geiste niedergeballert werden, sind eben nicht zuletzt auch die widerlichen Proleten, die ja mindestens im Kaufhaus und im Dreisamstadion, ach, auch im Bundestag als Touris die eindeutige Mehrheit bilden.

    Das ist also gar nicht so weit weg von der heutigen antideutschen Agitation für den neokonservativen Liberalismus, die mit Identifikation mit den Gewinnern in der Gesellschaft und deren verachtendem Feindbild von den Verlierern einhergeht.

  1. 1 Debatte. Recycling. Wertkritik. Bonzen. // teilnehmende beobachtungen Pingback am 30. Oktober 2008 um 2:58 Uhr
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