Trennungsstrich gezogen

junge Welt, 17. 11. 2008:

Mit dem Ausschluß eines antideutschen Verlags endete in Nürnberg die 13. Linke Literaturmesse

Mit einem klaren Beschluß der Mehrheit aller Aussteller endete am Sonntag die 13. Linke Literaturmesse in Nürnberg: Der Verlag »Ça ira« wird künftig ausgeschlossen. Die anderen Verlage wollen es sich und ihrem Publikum nicht länger zumuten, daß auf dem Messestand von »Ça ira« die »antideutsche« Zeitschrift Bahamas ausliegt. Sie empfinden es auch als unverfroren, wie leichtfertig anderen Linken in Veranstaltungen und Publikationen dieses Verlages Antisemitismus vorgeworfen wird. Die Aussage, die RAF sei »der verlängerte Arm der SS« gewesen, sei nach einhelliger Meinung der Höhepunkt der Geschichtsklitterung gewesen. Im Vorfeld der Messe war »Ça ira« darüber hinaus unverhohlene Sympathie für einen Krieg gegen den Iran vorgeworfen worden.


112 Antworten auf „Trennungsstrich gezogen“


  1. Gravatar Icon 1 narodnik 17. November 2008 um 14:51 Uhr

    Bravo!

  2. Gravatar Icon 2 Bonanza 17. November 2008 um 16:03 Uhr

    Esomarxismus demnächst auch in deiner Nähe :o

    http://tristeza.org/programm.php

  3. Gravatar Icon 3 negative potential 17. November 2008 um 16:13 Uhr

    Naja, sobald die zweite Auflage von „Dialektik der Wertform“ endlich erscheint, ist alles wieder gut gemacht.

    Hans-Georg Backhaus statt Thomas Maul!

    P.S. Warum zieht man eine Trennungsstrich gegen ca ira und Bahamas, nicht aber gegen das unsägliches nationalsozialistisches Blatt Junge Welt? Sind etwa Werner Pirker und Knut Mellenthin wirklich besser als Uli Krug oder Joachim Bruhn?

  4. Gravatar Icon 4 Entdinglichung 17. November 2008 um 16:30 Uhr

    auch wichtig wäre es m.E., „Ça ira“ Autoren wie Agnoli oder Brendel zu entreissen, letztere haben es wirklich nicht verdient, Geldquelle für „Ça ira“ zu sein … ansonsten bin ich bereit, Wetten abzuschliessen, dass von die von negative potential genannten Menschen in 10 oder 15 Jahren zusammenarbeiten werden

  5. Gravatar Icon 5 narodnik 17. November 2008 um 17:15 Uhr

    Wo ist denn die junge Welt „nationalsozialistisch“? Selbst wenn da alt-antiimperialistisches Zeug auftaucht – wieso muss man die sofort dem Nationalsozialismus gleichsetzen? Super Diskussionsniveau!

  6. Gravatar Icon 6 nachdenklich 17. November 2008 um 17:21 Uhr

    Also rein vom Unterhaltungsfaktor her, ist die Entscheidung zu bedauern, wenn auch politisch vollkommen richtig.

  7. Gravatar Icon 7 negative potential 17. November 2008 um 17:47 Uhr

    entdinglichung,

    du hast vollkommen recht, sowohl was Agnoli und Brendel betrifft als auch deine Voraussage, das es eine Neurechte zusammenschmelzen von Pirker, Bruhn, et al geben wird. Da haben Küntzel und Elsässer eine Vorreiterrolle gespielt.

    narodnik,

    Sorry, aber wenn du nichts nationalsozialistisches an die Äusserungen von Pirker erkennst, kann ich dir nicht weiterhelfen.

  8. Gravatar Icon 8 narodnik 17. November 2008 um 17:51 Uhr

    Beweise deine Behauptung doch einfach mal! Inwiefern soll der Inhalte vertreten die ähnlich denen der Nationalsozialisten (ich meine damit die faschistische Bewegung in Deutschland) sind? Sind jetzt alle – und seien sie noch so blöd – Antiimps Nationalsozialisten? So einfach kann man es sich doch nicht machen!

  9. Gravatar Icon 9 Lyzis Welt 17. November 2008 um 18:07 Uhr

    Dieser Artikel von Pirker könnte Wort für Wort auch in der „Jungen Freiheit“ erschienen sein:
    http://www.jungewelt.de/2008/10-13/005.php

  10. Gravatar Icon 10 negative potential 17. November 2008 um 18:14 Uhr

    [blockquote]“Frieden kann es nur dann geben, wenn ein für alle Mal [!] Schluss gemacht wird mit dieser staatlichen Unterdrückungsmaschinerie namens Israel.“[/blockquote]

  11. Gravatar Icon 11 lysis 17. November 2008 um 18:33 Uhr

    @negative potential: Der Nazivergleich ist bei Werner Pirker meines Erachtens genauso verfehlt wie bei Justus Wertmüller. Gegen eine Gleichsetzung von Pirker und Wertmüller hab ich aber nichts einzuwenden! ;)

    Und die junge Welt muss man, was ihre Autorenschaft angeht, mindestens geauso differenziert betrachten, wie du das immer von der Jungle World einforderst.

  12. Gravatar Icon 12 negative potential 17. November 2008 um 18:47 Uhr

    In der Jungle World kann mann gelegentlich Michael Heinrich, Daniel Bensaid, Enzo Traverso, Ernst Lohoff, Bernhard Schmid, Sergio Bologna, und Anton Pannekoek (!) lesen.

    Welche lesenswerte Autoren schreiben semi-regelmässig für die Junge Welt? Ausser Peter Decker, meine ich. /:)

  13. Gravatar Icon 13 lysis 17. November 2008 um 18:50 Uhr

    Ich hab keine Ahnung, ich les die junge Welt nicht. Hat da nicht zeitweise auch Robert Kurz regelmäßig geschrieben?

  14. Gravatar Icon 14 abdel kader 17. November 2008 um 18:52 Uhr

    @Entdinglichung:
    Ich wette dagegen.

    Personen aus den genannten Spektren haben zwar z.T. im KB und in der alten Jungen Welt zusammengearbeitet, aber ich glaube nicht, dass Uli Krug und Werner Pirker sich mal zusammenschliessen werden.

  15. Gravatar Icon 15 Entdinglichung 17. November 2008 um 19:12 Uhr

    @ abdel kader:

    nach einigen Bieren und wenn die beiden in einer aufgeladenen Situation einen gemeinsamen Feind (bspw. Kosovo-AlbanerInnen, Feminismus, Jürgen Elsässer nach einer weiteren Kehrtwendung) gefunden haben wird das vielleicht schon klappen

  16. Gravatar Icon 16 negative potential 17. November 2008 um 19:15 Uhr

    Lysis,

    soweit ich weiss sind nur Kurz’s Texte gegen den SPOG Kongress in junge Welt erschienen. Ich glaube nicht, dass die neue quasi-antideutsche Linie von Exit es ihm erlauben würde, für jW zu schreiben.

    abdel,

    Ich wette, in 1998 hätte niemand es für möglich gehalten, dass Elsässer Artikel schreibt mit Schlagzeilen wie „Merkel stützen“.

    javascript:popup(‚../de/artikel/template_artikel.php?nr=899′)

  17. Gravatar Icon 17 abdel kader 17. November 2008 um 20:06 Uhr

    Elsässer ist ein Chamäleon und mich würde fast gar nichts von ihm wundern, auch nicht wenn er in fünf Jahren in die FDP eintritt.

    Andere antiimperialistische und post-antideutsche „Größen“ halte ich für nicht ganz so flexibel, auch wenn es z.T. einige Gemeinsamkeiten wie Anti-Feminismus, Hass auf Albaner und ML-Geschichtsauffassung gibt.

  18. Gravatar Icon 18 Partizan 17. November 2008 um 21:38 Uhr

    @Lyzi’s Welt
    Ist hoffentlich nicht ernst gemeint, oder? Wenn doch bitte ich um eine Erklärung für deine doch etwas abwegige These.

    Ontopic:
    Ich finde das Ausliegen der Bahamas so oder so dem Publikum unzumutbar, auch bevor sie die SS verharmlost haben. Aber späte Einsicht ist besser als keine.

  19. Gravatar Icon 19 yahya 18. November 2008 um 11:54 Uhr

    Dieser Artikel von Pirker könnte Wort für Wort auch in der “Jungen Freiheit” erschienen sein:
    http://www.jungewelt.de/2008/10-13/005.php

    Unter dieser URL finde ich einen Artikel von Werner Pirker, der u.a. Jörg Haider als „Strammen Nazi“ betitelt und Haiders Politik gegen die slowenische Minderheit in Kärnten anklagt.

    Schreiben die wirklich sowas in der Jungen Freiheit?

  20. Gravatar Icon 20 andreas 18. November 2008 um 14:51 Uhr

    apropos haider: besagter verlag wird reagieren wie seinerzeit die fpö beim ausschluss aus der liberalen internationalen. man wird den ausschluss seinen anhängern und allen anderen als bestätigung seines kurses verkaufen, verkünden, dass man dort ohnehin nicht dazugehören möchte,etc.

  21. Gravatar Icon 21 lysis 18. November 2008 um 15:16 Uhr

    yahyah: Ich denke, das war Ironie!

  22. Gravatar Icon 22 Justus 18. November 2008 um 16:58 Uhr

    Da braucht’s gar keine Reaktion des Verlages. Das können und übernehmen die Fanclubs schon selber. Hier z.B. die elitär hämische Schiene ‚Die Bücher sind eh zu komplex für diese linksdeutschen Deppen …‘

  23. Gravatar Icon 23 yahya 18. November 2008 um 17:07 Uhr

    yahyah: Ich denke, das war Ironie!

    Ah, o.k.. habe nicht den Überblick, wer hier auf welcher Seite der Barrikaden steht…

  24. Gravatar Icon 24 Entdinglichung 18. November 2008 um 17:37 Uhr

    @ abdel kader:

    „Hass auf Albaner und ML-Geschichtsauffassung“ …meinst du damit dass beide eine ML-Geschichtsauffassung pflegen oder dass beide diese hassen?

  25. Gravatar Icon 25 Lyzis Welt 18. November 2008 um 18:53 Uhr

    War keine Ironie.
    Ironie is over.

  26. Gravatar Icon 26 yahya 18. November 2008 um 20:59 Uhr

    War keine Ironie.
    Ironie is over.

    Dann war’s einfach nur Unsinn.

  27. Gravatar Icon 27 abdel kader 18. November 2008 um 22:41 Uhr

    @Entdinglichung:

    Ich meinte, dass beide eine eine ML-Geschichtsauffassung pflegen.
    Post-Antideutsche (gilt auch in ähnlicher Weise auch für Krisis) kritisieren zwar dem Munde nach den ML, vertreten aber selbst ähnliche geschichtsdeterministische Modelle, wie man an der Forderung nach dem Einmarsch im Irak sieht. Dort soll der Kapitalismus eingeführt werden, weil dieser ein notwendiges Stadium für seine eigene Abschaffung ist.

  28. Gravatar Icon 28 marcos 19. November 2008 um 21:31 Uhr

    ich kann mich nicht erinnern, dass die „krisis“ den einmarsch in den irak gefordert hat. auch nicht in „ähnlicher weise“.

  29. Gravatar Icon 29 abdel kader 20. November 2008 um 0:54 Uhr

    Na, Werner Pirker auch nicht, oder?

    Ich meinte die Verwandtschaft der Zusammenbruchstheorie von Krisis mit dem Marxismus-Leninismus.
    Michael Heinrich dazu:

    Nun sind Zusammenbruchstheorien keineswegs neu. Sie gehörten vor 1914 zum ideologischen Kernbestand sowohl des „marxistischen Zentrums“ in der SPD um Bebel und Kautsky als auch des linken Flügels um Rosa Luxemburg (wenngleich diese Theorien unterschiedliche politische Funktionen hatten: beim Zentrum dienten sie der Rechtfertigung eines „revolutionären Attentismus“, man wartete auf den „großen Kladderadatsch“ (Bebel) und verwarf jede frühere revolutionäre Aktion als „voluntaristisch“; bei Luxemburg hatte die Zusammenbruchstheorie dagegen eine mobilisierende Funktion, die Linke hatte nicht nur den Gang der Geschichte auf ihrer Seite, es sollte auch die mit dem Zusammenbruch einhergehende Barbarei durch eine vorher stattfindende Revolution verhindert werden). Auch die kommunistischen Parteien der 20er und 30er Jahre hielten an der Zusammenbruchstheorie fest: Lenin hatte den Imperialismus bereits als verfaulenden, im Niedergang befindlichen Kapitalismus charakterisiert und als sich dieser Kapitalismus in den 20er Jahren unübersehbar erholte und sogar zu einer beschleunigten Entwicklung der Produktivkräfte führte, wo doch Stagnation vorhergesagt war, mußten Autoren wie Eugen Varga mit der These von der „allgemeinen Krise des Kapitalismus“ einspringen, wo jeder Aufschwung als letztes Aufbäumen vor dem endgültigen (und durch den Aufschwung noch beschleunigten!) Niedergang interpretiert wurde. Als dann der Marxismus im Gefolge der Studentenbewegung in den späten 60er und den 70er Jahren in Westeuropa wieder Konjunktur hatte, gab es auch wieder zusammenbruchstheoretische Ansätze (etwa bei Ernest Mandel), wenngleich sie nicht dieselbe Bedeutung erlangten wie früher In den 80er Jahren waren sie weitgehend verschwunden, bis sie schließlich von Robert Kurz und der Zeitschrift Krisis wieder aus der Versenkung hervorgeholt wurden. Gerade angesichts der vielfach zutreffenden Kritik an den Bornierungen des klassischen Marxismus der Arbeiterbewegung ist es verwunderlich, daß sich die Krisis-Gruppe nun ausgerechnet mit dieser Perle des Arbeiterbewegungsmarxismus schmückt.

  30. Gravatar Icon 30 schorsch 20. November 2008 um 11:13 Uhr

    Hallo,

    ich habe auf meinem Blog auch mal etwas zu diesem blöden Rauswurf des „Ça ira“-Verlags geschrieben. Wo lässt sich eigentlich die Aussage, die RAF sei »der verlängerte Arm der SS« gewesen, finden? Bisher kenne ich das nur als bloße Behauptung der Jungen Welt.

  31. Gravatar Icon 31 lysis 20. November 2008 um 16:01 Uhr

    Das weiß ich doch nicht! Und Zeitungsartikel kommen nunmal selten mit wissenschaftlichen Quellenbelegen. Vielleicht ist sie auf einer Veranstaltung gefallen, vielleicht findet sie sich auch im Gerber/Bruhn-Buch über die RAF. Keine Ahnung!

  32. Gravatar Icon 32 schorsch 20. November 2008 um 19:45 Uhr

    Mir fiel eben nur auf, dass der Satz als Zitat ausgegeben wird, um(auch) mit diesem den Verlagsrausschmiss zu begründen, ohne den Satz eben als wirkliches Zitat nachzuweisen. Das finde ich schon problematisch.

  33. Gravatar Icon 33 lysis 20. November 2008 um 22:16 Uhr

    In Zeitungen werden Zitate nicht nachgewiesen. Nie.

  34. Gravatar Icon 34 abdel kader 20. November 2008 um 22:59 Uhr

    Antideutsche affirmieren ja gerne das, was man ihnen vorwirft. Wenn das Zitat nicht so gesagt wurde, dann wird vielleicht nachträglich noch die Position eingenommen.

  35. Gravatar Icon 35 lampeAN 25. November 2008 um 11:24 Uhr

    Hier ein Auszug aus einer Stellungnahme des Isf :

    (…)

    Der Satz, die RAF sei „der verlängerte Arm der SS“ gewesen, der Joachim Bruhn und Jan Gerber unterstellt wird, ist die freie Erfindung der „Jungen Welt“, die wir hiermit zur Berichtigung auffordern.
    Denn dieser Satz findet sich weder in dem Buch „Rote Armee Fiktion“, noch wurde er vor einem Jahr bei der 12. Literaturmesse geäußert. Der komplette Mitschnitt dieser Veranstaltung vom 15.12.2007 steht zum Download auf der ça ira-WebSite unter http://www.ca-ira.net/res/lili-07.mp3 zur Verfügung.
    Der tatsächliche Sachverhalt – worin zugleich der Grund für die Fälschung durch die „Junge Welt“ liegt – ist vielmehr dieser: Es wurde im Zusammenhang der Entwicklung Horst Mahlers vom Mitbegründer der RAF zum Neo-Faschisten nach dem Stellenwert von Antizionismus und Antisemitismus, von Judenhaß und sog. ‚legitimer Israelkritik’ gefragt und gezeigt, daß hierin die fatale deutsche Kontinuität liegt. Es wurde sodann aus einem Traktat Mahlers zur damals tosenden Debatte um Christian Klars Freilassung zitiert
    Darin heißt es:
    www.isf-freiburg.orghttp://kritischetheorie.wordpress.com/ 3
    „Nach dem Ende der Studentenbewegung [sind] zwei Nachfolgeorganisationen anstanden: ein Theorie-SDS und ein Waffen-SDS..“
    (20. 4. 2007 (!) www. deutsches-kolleg.org/erklaerungen/raf.html „Soll die RAF die BRD-Terroristen begnadigen?“)
    Hier haben die Kolporteure offenkundig „Waffen-SS“ statt „Waffen-SDS“ verstanden und sodann den Herausgebern der „Rote Arme Fiktion“ unterschoben. Es ist dies ihre Projektion, die allerdings so grundlos nicht ist, denn Mahler fährt fort:
    „Während in den Formationen des Theorie-SDS die Denkungsart der mitteldeutschen Revolutionäre und damit die gesamtdeutsche Perspektive bestimmend blieb, verengte sich die Sicht im Waffen-SDS, der dann als RAF bekannt geworden ist. Bestimmt wurde diese Sichtweise von der Nazi-Kinder-Fraktion aus den gehobenen Kreisen der BRD, die an wichtigen Einflußstellen in Wirtschaft und Politik mit der westlichen Besatzungsmacht kollaborierten. Die RAF war der bewaffnete Aufstand der Kinder der westdeutschen Kollaborateure.“
    So ist, durch nichts als Projektion und Kolportage, binnen eines Jahres aus dem „antideutschen RAF-Bashing“ von 2007, die Denunziation von 2008 geworden, mit der unser Ausschluß aus der Literaturmesse begründet werden soll.
    Aus Horst Mahler hörte die „Junge Welt“ sich selbst heraus, darum mußte sie dessen steile Behauptung abspalten, verleugnen und verdrängen und den „Antideutschen“ zuschreiben. Der Antisemitismus und – in Gestalt des Antizionismus – der Haß auf Israel ist es, was Mahler, den RAF-Begründer, mit Mahler, dem Nazi, und mit der Chef-Redaktion der „Jungen Welt“ eint und verbindet.
    Abgespalten werden muß die Aussage Ulrike Meinhofs im Prozeß gegen Mahler 1972:
    „Ohne daß wir das deutsche Volk vom Faschismus freisprechen – denn die Leute haben ja wirklich nicht gewußt, was in den KZ vor sich ging – können wir es nicht für unseren revolutionären Kampf mobilisieren.“
    Die RAF war bewaffnete Holocaust-Verharmlosung, und das Bild, das sie sich vom Antisemitismus machte, war danach, d.h. lag ganz auf der Generallinie von August Bebel bis zu Josef Stalin, ernährte sich von der nach Auschwitz endgültig irrsinnigen These, der Antisemitismus sei eine ihrer selbst unbewußte Revoltenenergie, speise sich aus der Behauptungen vom „Sozialismus der dummen Kerle“, der auf seine wundersame Erweckung und mildtätige Führung durch die Revolutionäre der „Jungen Welt“ wartet. So schon Ulrike Meinhof vor Gericht:
    „Der manipulierte Antisemitismus während des Hitler-Faschismus war seinem Wesen nach gegen die Banken, die Geldsäcke, die Raffer gerichtet, nur mit dem falschen Bewußtsein. (…) In diesem Antisemitismus, der in das Volk reinmanipuliert worden ist, war die Sehnsucht nach dem Kommunismus …“
    Die „Junge Welt“ und das Revolutionstribunal der Linken Literaturmesse wollen diesen Zusammenhang unsichtbar machen, um in ihrer Stimmungsmache gegen Israel fortfahren zu können, um immer wieder aufs Neue die Legende zu kolportieren, der Antisemitismus sei das eine, der Antizionismus das ganz, ganz andere und schon gleich die halbe Revolution. Darum sind sie immer so gereizt, wenn darauf die Rede kommt. So gerät selbst noch Jutta Ditfurth ins Visier, deren im rechtsbürgerlichen Ullstein-Verlag erschienener Kolportageschmöker „Ulrike Meinhof. Die Biographie“ ansonsten sehr goutiert und im jW-Shop zum Verkauf angeboten wird. Einmal auf den 480 Seiten ihrer Kolportage („Unter der Bettdecke flüsterte Andreas zärtlich mit Gudrun.“) kommt selbst sie nicht umhin, die Ausfälligkeiten der Meinhof gegen den „Moshe Dayan-Faschismus“ zu erwähnen – prompt handelte sie sich den Vorwurf des jW-Rezensenten ein, „leider“ fehle „in diesem Buch auch nicht das Ditfurthsche Steckenpferd – der Antisemitismus“ (Ron Augustin, Privatperson im Kollektiv, junge Welt vom 12. 12. 2007). Das muß man sich auf der Zunge zergehen lassen: der Antisemitismus, das „Ditfurthsche Steckenpferd.“
    Der ganz gewiß unbeabsichtigte Doppelsinn dieser erlesenen Gemeinheit ist es, der die Projektion offenbart, die auch in dem Satz zum Ausdruck kommt, der den Autoren und Herausgebern des Buchs über die „Rote Arme Fiktion“ unterschoben wird. (…)

  36. Gravatar Icon 36 andreas 25. November 2008 um 15:08 Uhr

    ziemlich krank, diese stellungnahme.da war ich ja naiv mit meiner prognose.

  37. Gravatar Icon 37 Negative Potential 26. November 2008 um 14:35 Uhr

    Wieso krank? Die Nationalbolschewisten der junge Welt haben das Zitat „“der verlängerte Arm der SS“ frei erfunden. Seit wann ist die „Stalinist School of Falsification“ wieder erlaubt in die „Szene“?

    Antideutschen sind mir auch unangenehm, aber die Fahndungskampagne gegen Antideutschen nimmt mittlerweile wahnhafte Züge an. Koschmieder, Pirker, Mellenthin, et al sind einfach ekelhaft. Mit solche Leute will ich kein Einheitsfront gegen Bruhn und co. bilden.

  38. Gravatar Icon 38 andreas 26. November 2008 um 15:28 Uhr

    nun, „wahnhaft“ wäre eine richtige bezeichnung für die „argumentation“ da oben. vermutlich muss man so einen bogen spannen (von NS über RAF bis israel) um sich selbst zu attestieren, (trotz/wegen dem ausschluss) der einzige echte antifaschist weit und breit zu sein.

    ganz nebenbei: ich weiss nicht, was meinhof unter „mosche-dayan-faschismus“ verstand, aber vielleicht meinte sie ein phänomen, das es spätestens seit dem krieg 1967 gibt. nämlich, dass rechte (also rechts von cdu/csu, in den usa republikaner) oft glühende israel-fans sind, aus unterschiedlichen motivationen.

  39. Gravatar Icon 39 bigmouth 26. November 2008 um 17:03 Uhr

    nein, die meinte schon, israel sei irgendwie faschistisch. in der kommandoerklärung der RAF zum münchener attentat heisst es zB

    „Israel vergießt Krokodilstränen. Es hat seine Sportler verheizt wie die Nazis die Juden – Brennmaterial für die imperialistische Ausrottungspolitik“

  40. Gravatar Icon 40 bigmouth 26. November 2008 um 17:05 Uhr

    zustimmung @ Negative Potential

  41. Gravatar Icon 41 ??? 27. November 2008 um 4:05 Uhr

    Könnt ihr mir nicht wenigstens die Meinhof als Fixpunkt lassen?

  42. Gravatar Icon 42 lysis 27. November 2008 um 5:24 Uhr

    Zumindest der Bahamas-Redakteur Uli Krug hat in der Jungle World die RAF sehr wohl in eine Nazi-Linie gestellt. Sein diesbezüglicher Artikel trägt die Überschrift „Wie die Werwölfe“. Insofern hätt’s mich jetzt nicht gewundert, wenn der Vorwurf gegen ça ira gestimmt hätte.

  43. Gravatar Icon 43 lysis 27. November 2008 um 5:33 Uhr

    Im Übrigen halte ich persönlich das nicht für den entscheidenden Aspekt. Die Tatsache, dass der ça-ira-Verlag an seinem Stand die Bahamas auslegt und darauf auch nicht verzichten will, ist meines Erachtens Grund genug, ihn von einer linken Literaturmesse auszuschließen. Das ist wirklich unzumutbar für die Veranstalter, dass sie ihr Publikum mit so einem hetzerischen und rassistischen Dreck konfrontieren sollen. Auf dem letzten Front-Cover ist ein Koran mit Hakenkreuzen abgebildet. Im Grunde ist das ein Bild, dass die Schwelle zur Volksverhetzung längst überschritten hat. So was muss man sich nicht gefallen lassen — genausowenig wie die Tatsache, dass eine Gruppe, die die Linke bekämpft, ganz selbstverständlich fordert, hierfür linke Strukturen benutzen zu dürfen.

    „Anti“deutsche haben sich von der Linken mehrfach losgesagt; nun sollten Linke ihnen behilflich sein, diesen Schritt auch tatsächlich zu vollziehen.

  44. Gravatar Icon 44 Flegel 27. November 2008 um 9:29 Uhr

    Ablehnung @ bigmouth

  45. Gravatar Icon 45 bigmouth 27. November 2008 um 13:02 Uhr

    es bestätigt mein bild der jungen welt vollauf, dass sie meint, auf fälschungen zurück greifen zu müssen. um ca ira & bahamas ist es trotzdem nicht schade

    lysis, das kann man in der auflösung leider nicht erkennen. du hats aber das original vorliegen, oder?

  46. Gravatar Icon 46 Anita 27. November 2008 um 13:37 Uhr

    Zustimmung @ Flegel

    Ablehnung @ bigmouth

  47. Gravatar Icon 47 lysis 27. November 2008 um 13:48 Uhr

    bigmouth: ja, ich weiß, dass man das in der auflösung nicht erkennen kann. deswegen musste ich auch erst darauf aufmerksam gemacht werden. und da ich das original in einer berliner bibliothek gesehen habe, kann ich sogar meine hand dafür ins feuer legen.

  48. Gravatar Icon 48 Negative Potential 28. November 2008 um 19:58 Uhr

    „Der ça ira-Verlag ist in der Hand der Freiburger Initiative Sozialistisches Forum (ISF). Wer ihre Geschichte kennt, den beschleicht dennoch ein ambivalentes Gefühl. Denn hier wird nicht nur einem Verlag, der sich zusehens irrationalen und gegen-emanzipativen Gedanken verschrieb, die rote Karte gezeigt. Blickt man ein wenig weiter zurück, handelt es sich bei der ISF und ihrem Buchverlag um eine der interessantesten und teilweise auch verdienstvollsten Erscheinungen innerhalb der deutschen Linken. Bücher aus der rätekommunistischen Tradition wurden hier veröffentlicht, wichtige Beiträge zum Diskussionsstand des westlichen Marxismus präsentiert, wie Helmut Reichelts »Zur logischen Struktur des Kapitalbegriffs« oder Eugen Paschukanis Werk zu Warenform und Rechtsform. Auch die gesammelten Schriften des Parlamentarismuskritikers Johannes Agnoli sind bei ça ira erschienen.

    Angetreten ist die ISF mit dem Vorsatz, die Kritische Theorie innerhalb der Linken der 80er Jahre fortzuschreiben. Diesem Fortschreiben lag ein radikalisierter Kritikbegriff zugrunde, der mit seinem »bösen Blick« noch bei linken Bewegungen das Fortleben des Nationalsozialismus ausmachte. Mit Marx, Adorno oder Hans Jürgen Krahl, an dem sich zu einem guten Teil das Verlagsprogramm orientiert, hatte die Politik und Agitation der Gruppe immer weniger zu tun. Aber: Antisemitismus in der Linken, dümmliche Aversionen gegen die USA, unterschwelliger Nationalismus und offener Konformismus wurden durch die ISF in den 80er Jahren in all ihren Varianten aufs Korn genommen. Nach wie vor und wieder gibt es einen Hang zum Autoritarismus oder zur Kleinzeichnung des islamisierten Antisemitismus von Hamas und Hisbollah innerhalb der dogmatischen Linken. Betrachtet man diese und andere unappetitliche Phänomene kann man sich nicht mit jenen gemein machen, die jetzt über den ça ira-Rausschmiss jubeln.“

    - Gerhard Hanloser in _Neues Deutschland_ http://www.neues-deutschland.de/artikel/139705.sie-haben-es-geschafft.html

  49. Gravatar Icon 49 lysis 29. November 2008 um 3:18 Uhr

    Angetreten ist die ISF mit dem Vorsatz, die Kritische Theorie innerhalb der Linken der 80er Jahre fortzuschreiben. Diesem Fortschreiben lag ein radikalisierter Kritikbegriff zugrunde, der mit seinem »bösen Blick« noch bei linken Bewegungen das Fortleben des Nationalsozialismus ausmachte.

    Vielleicht sollten sie diesen „bösen Blick“ mal auf sich selbst anwenden. Ich glaube, da würden sie sehr schnell fündig.

  50. Gravatar Icon 50 antifaunited 01. Dezember 2008 um 18:24 Uhr

    mal an die schreihälse hier, die die junge welt als rechtsradikal darstellen möchten:

    erstens ist der artikel über den österreichischen neonazi haider sehr gelungen….

    …und zweitens, wieso soll eine angeblich rechtsradikale zeitung, die im übrigen vom verfassungschmutz als „linksextremistisch“ eingestuft wird, interviews mit israelis bringen??
    http://antifaunited.wordpress.com/2008/10/24/»die-okkupation-provoziert-den-terror«/

    Oder viele ähnliche VBeiträge? Nur weil sie dinge ansprechen, die sich andere nicht trauen, warum auch immer? Oder setzt du etwa auch kritik an israel mit antisemitismus gleich?

  51. Gravatar Icon 51 che2001 02. Dezember 2008 um 15:17 Uhr

    @“Sind jetzt alle – und seien sie noch so blöd – Antiimps Nationalsozialisten? “ --- Die Antiimps lösten sich auf, als die RAF die Waffen niederlegte. Heute allgemein antimperialistisch ausgerichtete Menschen mit der Kurzform Antiimps zu titulieren ist so, als nenne man alle Globalisierungsgegner KPD-Mitglieder.

  52. Gravatar Icon 52 che2001 02. Dezember 2008 um 15:41 Uhr

    @“Vielleicht sollten sie diesen “bösen Blick” mal auf sich selbst anwenden. Ich glaube, da würden sie sehr schnell fündig.“ --- In der Tat. Aber das war schon so, als ihre seinerzeitige Jugendorganisation Autonome Studis – Bolschewiki 1990 ihre Broschüre „Mit den überlieferten Vorstellungen radikal brechen“ veröffentlichte, in der sie offenbarte, dass sie von autonomen Positionen praktisch nichts begriffen hatte. So wurde die Bezugnahme der Autonomie Neue Folge (später Materialien für einen Neuen Antiimperialismus), der Wildcat und der feministischen Antigentech-Zeitschrift E.Colibri auf die Unterschichtskämpfe im Trikont um das Recht auf Subsistenz (bei denen es weitgehend um die Voraussetzungen des unmittelbaren materiellen Überlebens ging)als Romantisierung tribal-patriarchaler Lebensverhältnisse denunziert. Die Matrix war damit bereits angelegt: Solidarität mit Armutskämpfen in den Drei Kontinenten gilt als antiaufklärerisch und antimarxistisch, weil ihre TrägerInnen selber nicht im westlichen Sinn „entwickelt“ sind. Eine ganz besonders perfide Art, seinen Rassismus auszuleben. Und das auch noch mit Adorno im Mund

    :o:o

  53. Gravatar Icon 53 che2001 02. Dezember 2008 um 15:49 Uhr

    @“islamisierten Antisemitismus von Hamas und Hisbollah“ --- Wie können Leute, die im Wortsinn Semiten sind Antisemitismus vertreten? Was haben Hamas und Hizbollah für eine Rassentheorie im Kopf? Ich habe ja kein Problem damit, diese als Islamofaschisten zu bezeichnen, aber Antisemiten sind sie sicher nicht. Ihr Hass auf Israel speist sich aus dem Nahost-Konflikt, der nichts Anderes ist als ein immer noch fortbestehender Kolonialkonflikt, aber nicht aus Antisemitismus. In dieser Logik müsste man die algerische FLN als rassistisch-antifranzösisch, den Vietkong als antiamerikanisch (und sicherheitshalber auch antisemitisch, damit es langt)und den Mau-Mau-Aufstand als antibritisches Pogrom, den chinesischen Boxeraufstand als rassistisch-xenophoben Exzess auffassen. Ich halte es für völlig absurd, sich als Linker mit Hamas und Hizbollah zu solidarisieren. Aber um das zu vertreten, muss ich denen nicht projektiv deutsche Befimdlichkeiten, die mit dem NS verbunden sind in die Schuhe schieben.

  54. Gravatar Icon 54 Negative Potential 02. Dezember 2008 um 15:50 Uhr

    @antifaunited:

    „und zweitens, wieso soll eine angeblich rechtsradikale zeitung, die im übrigen vom verfassungschmutz als “linksextremistisch” eingestuft wird, interviews mit israelis bringen??“

    Heh?! Deutsche Stimme, Nationalzeitung, Junge Freiheit etc. machen immer interviews mit beliebte Alibijuden wie Chomsky oder Avnery. Soll das wirklich als Argument gegen deren Antisemitismus taugen?

    „verfassungschmutz als “linksextremistisch” eingestuft wird“

    Na und? Bahamas und co. werden auch so eingestuft. Who gives a shit?

    „Oder setzt du etwa auch kritik an israel mit antisemitismus gleich?“

    Oh man, niemand will dir das „Recht“ auf „Israelkritik“ absprechen. Grow the fuck up.

  55. Gravatar Icon 55 Negative Potential 02. Dezember 2008 um 15:54 Uhr

    Hahaha, Autonomie Neue Folge.

    „Das US-imperialistische System von Bretton Woods als Vollstrecker der nationalsozialistischen Neuen Ordnung“

    http://www.smiley-channel.de/grafiken/smiley/obzoen/smiley-channel.de_obzoen047.gif

  56. Gravatar Icon 56 che2001 02. Dezember 2008 um 16:18 Uhr

    Ja, und? Detlef Hartmann hat in diesem Kapitel nachgezeichnet, dass und in welchem Ausmaß sich Strategen u.a. der Rockefeller-Stiftung, der Heritage-Foundation, des IWF und der Weltbank in der Planung von Entwicklungsstrategien an Raumordnungsplänen der Nazis orientiert haben. Und dabei ein sozialhistorisches Paradigma mitentwickelt, an das noch Susanne Heim und Götz Aly und später Rössler und Schleiermacher zu ihren Untersuchungen zu Shoa, Vernichtungskrieg und Generalplan Ost anknüpften. Die Autonomie Neue Folge Nr.14 vergleicht zum Einen Brotpreisaufstände in Trikont- und Schwellenländern mit Hungerrevolten im Vormärz und zum Anderen westliche Entwicklungspolitik in Südamerika, Afrika und Asien mit der NS-Erschließungspolitik auf dem Balkan unter den Fluchtpunkten gouvernementalen Zugriffs auf die unmittelbaren Lebenschancen der Menschen einerseits und der Perspektive des Widerstands andererseits. Man kann die klotzig-pathetische Sprache Hartmanns kritisieren oder auch die sozialhistorische Herangehensweise schwierig finden – die AutorInnen setzen die Kenntnis bestimmter alltagshistorischer Blickwinkel und Forschungsweisen stillschweigend voraus – aber wer hier, wie die ISF-Jugend es getan hat, daraus „strukturellen Antisemitismus“ abzuleiten meint (übrigens bei Leuten, die die deutsche Fassung von Reuben Aynsteins „Revolte gegen die Vernichtung. Der Aufstand im Warschauer Ghetto“ herausgegében haben) beweist vor allem, das Buch rein semantisch gar nicht begriffen zu haben. Es geht, und geht beim Neuen Antiimperialismus immer, um eine antipositivistische Kritik an westlicher Entwicklungs- Industrialisierungs- Arbeitsmarkt- und Finanzpolitik auf der Basis einer Verbindung auf marx´schem Wertbegriff bzw. perspektivischem Ansetzen am tendenziellen Fall der Profitrate und operaistischer Perspektive des denzentralen, nichtparteiförmig organisierten Klassenkampfs.

  57. Gravatar Icon 57 Negative Potential 02. Dezember 2008 um 17:02 Uhr

    „Und dabei ein sozialhistorisches Paradigma mitentwickelt, an das noch Susanne Heim und Götz Aly und später Rössler und Schleiermacher zu ihren Untersuchungen zu Shoa, Vernichtungskrieg und Generalplan Ost anknüpften.“

    Du meinst derselbe Götz Aly, der NSDAP und 68er Bewegung gleichsetzt?

    Once a Holocaust relativizer, always a Holocaust relativizer…

  58. Gravatar Icon 58 lysis 02. Dezember 2008 um 17:04 Uhr

    Wie können Leute, die im Wortsinn Semiten sind Antisemitismus vertreten?

    Sorry, aber das ist Quatsch bzw. reine Begriffs-Sophisterei. Mit Antisemitismus bezeichnet man historisch das Ressentiment gegen die Juden und nicht Vorurteile gegen die Sprecher semitischer Sprachen.

    Ich nehme kaum an, dass Hamas und Hisbollah sich selbst als Antisemiten bezeichnen werden, aber dass sie antijüdische Verschwörungstheorien verbreiten, steht, wenn man aktuelle Quellen betrachtet, außer Zweifel.

    Hier nur mal ein Beispiel für zeitgenössischen arabischen Antisemitismus, der mit dem Nahost-Konflikt rein gar nichts (mehr) zu tun hat.

    Was haben Hamas und Hizbollah für eine Rassentheorie im Kopf?

    Man braucht für Antisemitismus keine Rassentheorie, genausowenig wie für Rassismus. Das Argument spielt auf dem Niveau gewisser „Anti“deutscher, die auch behaupten, es könne keinen antimuslimischen Rassismus (AMR) geben, weil Muslime ja schließlich keine „Rasse“ seien.

    Da hast du dich jetzt echt mal total verrannt.

    Dessen ungeachtet kann ich dir aber empfehlen, bei Ulrich Enderwitz vorbeizuschauen, der sich anlässlich seiner Kritik der „Anti“deutschen — leider in der für ihn üblichen, verschwurbelten Sprache — die Frage zu beantworten sucht: „Was unterscheidet den nationalistisch-arabischen Hass auf die Juden vom nationalsozialistisch-deutschen Antisemitismus?

  59. Gravatar Icon 59 che2001 02. Dezember 2008 um 17:12 Uhr

    Was Aly in der Zeit seit „Hitlers Volksstaat“ so umtreibt weiß ich nicht. Seine 68er/Nazis-Gleichgsetzung ist mir jedenfalls nicht mehr nachvollziehbar. Holocaust-Relativierer kann man bezogen auf „Ökonomie der Endlösung“ wohl kaum sagen. Wenn Du allerdings meinst, eine Erklärung der Shoah aus der Entwicklung des deutschen Kapitalismus heraus wäre Relativierung, dann wären Horkheimer und Adorno die größten Relativierer – sie haben das Umschlagen der Aufklärung in regressive Mythologie und den Gebrauch der instrumentellen Vernunft losgelöst von moralischen Werturteilen als letztendliche Ursache haftbar gemacht.

  60. Gravatar Icon 60 andreas 02. Dezember 2008 um 18:16 Uhr

    wenn chomsky und avynery alibijuden sind und jene, die ihnen öffentlichen platz zur verfügung stellen, wie hier suggeriert wird, rechtsaussen, „nationalbolschewisten“ u. ä., dann müsste entsprechendes für rushdie, hirsi-ali, tibi auch gelten.

    einen arabischen antijudaismus gibt es wohl, aber auch einen genuinen jüdischen antiarabismus, den viel nicht wahrhaben wollen. dieser antiarabismus hat viele verschiedene ausprägungen. teilweise werden auch jüdische israelis afro-asiatischer herkunft mit eingeschlossen, hier gibt es überschneidungen mit anti-religiösem sentiment. wenn der als liberal geltende „tommy“ lapid vom „levantinischen misthaufen“ sprach, meinte er weniger die arabischen nachbarn als teile der eigenen gesellschaft. in einer anderen ausprägung geht dieser rassismus aber auch von religiösen oder sephardischen juden aus.

  61. Gravatar Icon 61 che2001 02. Dezember 2008 um 20:08 Uhr

    @“Mit Antisemitismus bezeichnet man historisch das Ressentiment gegen die Juden und nicht Vorurteile gegen die Sprecher semitischer Sprachen.“ --- Auf die Moderne bezogen, bezeichnet man als Antisemitismus vor allem das Ressentiment gegen Juden, wenn diese als biologische Abstammungsgemeinschaft begriffen werden, denen man kollektiv bestimmte Charaktereigenschaften zuweist, die sie auch behalten, wenn sie zu einer anderen Religion übertreteten (Antisemitismus als Form des Rassismusm, Vererblichkeit von stereotyp unterstellten Verhaltensweisen). Jedenfalls wird so Antisemitismus gegen Antijudaismus und Antizionismus abgegrenzt. Ich gebe aber zu, dass das Wortspiel mit Antisemitismus und Semitenn Provo war.Aber ich werde den Enderwitz bei Gelegenheit mal lesen.

  62. Gravatar Icon 62 bigmouth 02. Dezember 2008 um 23:33 Uhr

    die zitate der hamas aus den „protokollen der weisen von zion“ in ihrer charta müssten doch eigentlich reichen, um den antisemitismus zu belegen.

    In dieser Logik müsste man den chinesischen Boxeraufstand als rassistisch-xenophoben Exzess auffassen

    und wieso auch nicht? so eine fein säuberliche trennung in opfer hier und täter da, opfer von rassismus vs rassisten geht halt nicht auf. selbst einige chinesische historiker betonen die xenophobie der boxer

  63. Gravatar Icon 63 lysis 03. Dezember 2008 um 0:36 Uhr

    Ich gebe aber zu, dass das Wortspiel mit Antisemitismus und Semiten Provo war.

    Tut mir leid, aber das ist nicht nur Provo, das ist die eingeschliffene Abwehrfigur arabischer Antisemiten, wenn man sie auf ihren Judenhass anspricht:

    „But we are Semites ourselves!“ That is what an urbane Egyptian journalist will likely reply to the charge that the Egyptian media is rife with anti-Semitism. But there are few places where Jews are blamed for so many of the world’s ills, from carcinogenic pesticides to the war in Iraq.

    Aus dem von mir oben bereits verlinkten Artikel.

  64. Gravatar Icon 64 che2001 03. Dezember 2008 um 9:28 Uhr

    I just didn´t knew that….

  65. Gravatar Icon 65 che2001 03. Dezember 2008 um 17:05 Uhr

    @“Once a Holocaust relativizer, always a Holocaust relativizer…“ bezogen auf den Autor bzw. Co-Autor von „Reform und Gewissen. „Euthanasie“ im Dienst des Fortschritts“, „Aussonderung und Tod. Die klinische Hinrichtung der Unbrauchbaren“, „Vordenker der Vernichtung. Auschwitz und die Pläne für eine neue europäische Ordnung“, „Endlösung“ und „Hitlers willige Vollstrecker“ ist übrigens das Durchgeknallteste, das ich seit sehr langer Zeit gelesen habe. Als Nächstes kommt wohl noch, Simon Wiesenthal sei ein Auschwitz-Leugner.

    Komm, Negative Potential,entspann Dich und lass es raus! Dem Wahnsinn eine Gasse, wenn, dann ganz
    :)

  66. Gravatar Icon 66 che2001 03. Dezember 2008 um 20:13 Uhr

    Da fehlte ein Halbsatz, richtig muss es heißen „Hitlers Volksstaat. Raub, Rassenkrieg und nationaler Sozialismus“, das ich, trotz heftigem inhaltlichen Widerspruch, schon in einem atemzug nennen würde mit Goldhagens „Hitlers willige Vollstrecker“ usw…

  67. Gravatar Icon 67 Neoprene 03. Dezember 2008 um 21:33 Uhr

    Wieso sollte man Goldhagen und Aly in einem Atemzug nennen?

  68. Gravatar Icon 68 bigmouth 03. Dezember 2008 um 21:56 Uhr

    wohl eher genau zwei ihrer werke! wichtiger unterschied

  69. Gravatar Icon 69 che2001 04. Dezember 2008 um 0:30 Uhr

    Beides sind in der aktuellen Geschichtswissenschaft vieldiskutierte Werke, die sich mit dem „Warum?“ zum Mitmachen im NS beschäftigen.Und werden in der Diskussion in der Tat oft verglichen oder systematisch der gleichen Argumentationsrichtung zugeordnet.

  70. Gravatar Icon 70 L.A. Emem 04. Dezember 2008 um 2:48 Uhr

    Dabei ist das „Warum?“ doch mit der Phrase „Wille und Bewusstsein“ so schön abzufrühstücken.

  71. Gravatar Icon 71 che2001 04. Dezember 2008 um 13:58 Uhr

    Die Argumentation Alys, das Mitmachen sei weniger eine Frage der Ideologisierung der Massen gewesen als vielmehr durch Korrumpierung begründet, die sich auf das staatlich organisierte Kleine-Leute-Glück im NS-Staat stützte hat m.E. Einiges für sich, nur bleibt der Erklärungswert doch begrenzt. Ich würde ein multifaktorielles Modell ja vorziehen (möglicherweise mache ich da selbst demnächst ein entsprechendes Forschungsprojekt)und finde Aly viel zu monokausal. Auf jeden Fall müssen beide Bücher aber miteinander kontextualisiert werden: Goldhagen weist nach, dass die Täterschaft im NS ein Massenphänomen und nicht etwa auf eng begrenzte Gruppen wie SS und GESTAPO begrenzt war, was lange Zeit ja als implizite Schutzbehauptung in der Diskussion in Deutschland mitschwang, und Aly liefert nun eine mögliche Erklärung, warum es diese Massenzustimmung gab.

  72. Gravatar Icon 72 Neoprene 04. Dezember 2008 um 16:16 Uhr

    Zu Aly hat z.B. Felix Klopotek in der jungle world Nr. 14, April 2005 http://jungle-world.com/artikel/2005/14/14991.html
    unter anderem folgendes geschrieben:

    „Aly hat eine fixe Idee – der deutsche Faschismus sei eine Gefälligkeitsdiktatur gewesen.“ „Soziale Leistungen des Staates sind aber keine Wohltaten, kein Selbstzweck, sondern richten den Klassenstaat ein. Allgemein gesprochen: Weil der Lohnabhängige vom Lohn allein nicht leben kann, jedenfalls nicht so, dass die dauerhafte Reproduktion seiner Arbeitskraft und die geregelte Aufzucht des Nachwuchses garantiert sind, greift ihm der Sozialstaat unter die Arme. Der Sozialstaat beweist indirekt, dass der Lohn gar nicht den Zweck hat, das Überleben des Arbeiters oder Angestellten zu sichern, und bezweckt direkt, nur die negativen Folgen der Lohnarbeit für die auf sie Angewiesenen zu mildern. Mit den Gefälligkeiten der NS-Diktatur kann es also nicht weit her gewesen sein. Tatsächlich kann man die Wohltaten, die Aly genüsslich ausbreitet, gegen den Strich lesen – als Indiz dafür, wie intensiv nicht zuletzt die einheimische Bevölkerung durch die imperialistische Mordmaschine vernutzt wurde.“

    „Nationalsozialismus lässt sich nicht auf ein mieses Kalkül hinunterrechnen. Und der Massenmord war kein funktionaler Effekt. Die Einsicht in die Beschränkung, eine Mischung aus individuellem Egoismus (Durchsetzungswille) und Kommunitarismus (Einsatzbereitschaft), auch eine gewisse Vernunft, eine, wie Max Horkheimer schreibt, »instrumentelle Vernunft« – das gab es auch im NS. Neben allem auch nach innen gerichteten Terror existierte sehr viel Idealismus. Dass die meisten Deutschen mitgemacht haben, setzt voraus, dass sie ihren Einsatz für die Nation nicht nach Heller und Pfennig berechnet haben. Wer nicht von Nationalismus sprechen will, soll schweigen – von Nazi-Deutschland wie von der BRD“

    Ich bin da geneigt dem GSP-Marburg zuzustimmen, der damals zu Aly gemeint hat:

    „… Diese kühne Interpretation lebt ganz von Alys freiheitlich-demokratischen Überzeugung darüber, was in Zeiten des nationalen Notstands, insbesondere aber in Vorkrieg- und Kriegszeiten eigentlich fällig ist: Ein anständiger, d.h. die nationalen Rechte verteidigender Krieg wie auch die dafür notwendige Aufrüstung in seinem Vorfeld sind sachgerecht nur durch eine nationale Kraftanstrengung und das heißt durch eine bedarfsgerecht gesteigerte Ausbeutung der Massen zu finanzieren.“

    „Der Nutzeffekt solcher historischer Idiotien sind die Lehren, welche sich für die Gegenwart aus ihnen ergeben: Aly will drastisch vorführen, wie Populismus Staat und Volk ins Verderben stürzt. Wer seinem Volk Gutes tut, verdirbt es, muss verrückt sein und führt Verbrecherisches im Schilde; die Begriffe „populär und verbrecherisch“ sind für Aly synonym. Ein historisches Exempel mit deutlichem Gegenwartsbezug: Eine anständige patriotische Gesinnung ist belastbar und bedarf keiner materiellen Zuwendungen; ein nur mittels Bestechung bei Laune zu haltendes Volk ist ein verdorbener Haufen. Das deutsche Volk hat nicht, wie oft gemutmaßt wird, wegen eines verführten Patriotismus ‚mitgemacht‘, sondern weil es viel zu wenig von diesem hohen Wert zeigte.“

    „Der einzig wirklich zu befolgende Sachzwang ist daher eine kompromisslos klassenbewusste Führung der Regierungsgeschäfte. Eine verantwortungsbewusste nationale Führung versteht sich bei Bedarf auf Blut- und Tränenansagen ans gemeine Volk und widmet ihre Fürsorge ganz den Geschäftsbedingungen ihrer Unternehmerschaft.

    Kapitalismus pur ist angesagt“

  73. Gravatar Icon 73 che2001 04. Dezember 2008 um 23:46 Uhr

    Und genau damit verlässt Aly den linksradikalen Bezugsrahmen, in dem er in Autonomie-Zeiten und der Zusammenarbeit mit Heim und Roth mal gestartet war und wird zum Apologeten des Bestehenden. Wahrlich ein weiter Weg.

  74. Gravatar Icon 74 Pent C. Klarke 05. Dezember 2008 um 2:20 Uhr

    Das ist ja ’ne ganze Menge Stoff, wozu es was zu sagen gibt, wenn ich zum Ausgangspunkt der Diskussion auch nur den Verdacht in den Raum werfen kann, daß mal wieder die Befestigung des Symbolischen (die Linke) durch den Ausschluß „praktiziert“ wird, was ich als typisch werten würde und hiermit verdammen möchte.

    @Aly: finde ich eigentlich die Kritik der theoretischen Einebnung des Holocaust angemessen. Das ist auch der Punkt, an dem ich die Bemerkungen von Lysis zu Che2001 bezüglich islamischen Antisemitismus, die mir ansonsten richtig erscheinen, doch etwas einschränken möchte: stimmt, daß diese Typen die Vernichtung Israels anstreben, – aber den Wahnsinn, jeden einzelnen Menschen jüdischen Glaubens umbringen zu müssen, teilen sie meines Wissens nicht mit den Nazis. Da ist der nazistische Antisemitismus manichäisch im Vergleich zum islamischen. Es handelt sich um unterschiedliche Qualitäten, würde ich sagen.

    @neoprene und seiner Darstellung Klopotek’s und des GSP‘ Kritik an Aly: es scheint mir, als seien hier die Maßstäbe etwas verrutscht bei dem Bemühen, die „Schädlichkeit“ des Kapitalismus nachzuweisen. Trotz aller – ich nenne es mal so – Asymmetrien, die der Kapitalismus produziert, befinden wir uns doch immer noch in einer Phase globalen Wachstums (nehmen wir einfach mal die Bevölkerungszahl), das er möglich gemacht hat. Daß der Lohn nicht für die Reproduktion reichen soll, und deswegen der Sozialstaat nötig wird, ist einfach deutsche Ideologie. Umgekehrt läßt sich gerade durch diese staatliche Verwaltung einiges mehr für die Kapitalisten einsparen als wenn im Arbeitslohn bereits solche Kosten enthalten sein müßten.

    @“Wille und Bewußtsein“: ich würde sagen, gehandelt wird, weil es Sinn macht (und zwar zumeist einen offensichtlichen Un- oder Widersinn).

  75. Gravatar Icon 75 Pent C. Klarke 05. Dezember 2008 um 6:54 Uhr

    :d uups, Verzeihung: vielleicht meinte ich auch eher „gnostisch im Vergleich“ – hab’s nicht so mit den religiösen Terminologien.

  76. Gravatar Icon 76 che2001 05. Dezember 2008 um 9:29 Uhr

    Da zitiere ich mich dann mal selber, auch wenn dere Beitrag schon alt und aus einem deutlich anderen Zusammenhang heraus entstanden ist:

    http://che2001.blogger.de/stories/772071/

  77. Gravatar Icon 77 star wars 05. Dezember 2008 um 12:44 Uhr

    @ Pent C. Klarke

    Trotz aller – ich nenne es mal so – Asymmetrien, die der Kapitalismus produziert, befinden wir uns doch immer noch in einer Phase globalen Wachstums (nehmen wir einfach mal die Bevölkerungszahl), das er möglich gemacht hat.

    Ich möchte mal kurz darauf verweisen dass praktisch alle großen Volkswirtschaften entweder kurz oder sich schon längst Mitten in einer Rezession befinden (USA, Japan, Deutschland, Frankreich). Und auch die Weltwirtschaft insgesamt wird anno 2009, nach allen sachkundigen Prognosen (IWF), in die Weltwirtschaftskrise abdriften (bedeutet ein prognostiziertes weltweites Wachstum von höchstens 2%, was nach gängigen Maßstäben eine globale Rezession definiert).

    Daß der Lohn nicht für die Reproduktion reichen soll, und deswegen der Sozialstaat nötig wird, ist einfach deutsche Ideologie.

    Nein, das Wachstum der letzten Jahre, in Deutschland z.B., hat eben genau deswegen stattgefunden weil Löhne und Sozialstaat massiv angegriffen worden sind. Praktisch sinken die Reallöhne, langsam aber kontinuierlich, seit Anfang der 90er Jahre. Der Massive Lohn- und Sozialabbau ist sowohl der Grund für die Wachstummstärke in Deutschland der letzten Jahre, als auch der Grund für die einsetzende Wirtschaftskrise 2008. Es wurden im Indutsiesektor weltweit Überkapazitäten aufgebaut (z.B. in der Automobilndustrie), die nicht mehr rentabel reinvestiert werden können (mangels kaufkräftiger Nachfrage nach Industrieprodukten).

    Aber auch die sogenannten Tiger-Staaten (Brasilien, Argentinien, auch China) haben einen Wachstumsaufschwung über Methoden der ursprünglichen Akkumulation (Vertreibungen, Zerstörung von Substistenzwirtschaften, Lohnabbau, Billiglohnproduktion) initiiert. Rentabel wird dieser weltweite Verelendungsprozess, bisher jedenfalls (China, Südostasien), über das kreditfinanzierte Leistungsbilanzdefizit der USA finanziert.

  78. Gravatar Icon 78 che2001 07. Dezember 2008 um 12:10 Uhr

    star wars, ich stimme Dir ansonsten vollkommen zu, nur: Der Begriff Tiger-Staaten bezeichnet Malaysia, Thailand, Singapur und Taiwan.

  79. Gravatar Icon 79 star wars 07. Dezember 2008 um 12:17 Uhr

    Ja schon klar. Mir ging es bloß um die Herausstellung empirischer Gemeinsamkeiten zwischen „aufkommenden“ Volkswirtschaften im Kapitalismus. Um den bloßen Begriff geht es mir an dieser Stelle also nicht.

  80. Gravatar Icon 80 Neoprene 07. Dezember 2008 um 14:07 Uhr

    Clarke und star wars verkennen mit dem Streit über Wachstum, daß es eh keine besonders dolle Kapitalismuskritik ist, dem sein Versagen bei dessen Ziel. der Kapitalakkumulation, vorzuhalten. Als wenn alles easy gewesen wäre und wieder sein könnte, wenn die Profitmacherei wieder brummen würde, was sie ja jetzt absehbar nicht mehr tut. Denn das „übersieht“, daß die Profite immer, egal ob Boom oder Krise, nur den Arbeitern abgepreßt werden können. Daß die also auch in Wachstumsphasen gute Gründe hätten, ihren Schraubenschlüssel da reinzuschmeißen.

  81. Gravatar Icon 81 star wars 08. Dezember 2008 um 0:53 Uhr

    Neoprene, es ist kein Fehler eine Erklärung kapitalistischen Wirtschaftswachstums zu versuchen. Darin kann und will ich nichts Verwerfliches entdecken. Es ist es ein sachfremder Anspruch, an dem du du diese kleine Diskussion über Wirtschaftswachstum, messen lassen willst. Die Belange der Arbeiter war nicht das Thema dieser Diskussion. Eine traurige Mode immerzu eine Wirtschaftsanalyse schon im Keim ersticken zu wollen mit dem mittlerweile modischen Hinweis, wie denn die Arbeiter wohl wegkommen müssen. Das wird an anderer Stelle noch diskutiert werden. Keine Sorge.

  82. Gravatar Icon 82 Neoprene 08. Dezember 2008 um 9:33 Uhr

    zu star wars
    „Es ist es ein sachfremder Anspruch, an dem du du diese kleine Diskussion über Wirtschaftswachstum, messen lassen willst“

    Mein Ausgangspunkt war Clarkes Satz, „es scheint mir, als seien hier die Maßstäbe etwas verrutscht bei dem Bemühen, die “Schädlichkeit” des Kapitalismus nachzuweisen“. Mag sein, daß ich ihn da überinterpretiert habe, als er als Gegenargument, also als etwas, was dem Kapitalismus doch positiv angerechnet werden müsse, hinzugefügt hat, daß wir uns doch „immer noch in einer Phase globalen Wachstums (nehmen wir einfach mal die Bevölkerungszahl), das er möglich gemacht hat“ befinden. (Ich will jetzt gar nicht auseinanderfieseln, daß da die zwei Aspekte der kapitalistischen Produktionsweise, Gebrauchswert und Tauschwert, nicht auseinander gehalten werden,) aber wenn die Aussage gewesen sein sollte, solange der Kapitalismus dynamisch nach vorne geht und die Profitmacherei brummt, solange kann man doch eigentlich nichts grundlegendes dagegen einwenden, dann wollte ich dagegenhalten.
    Und hast du ja auch, indem du darauf hingewiesen hast, wie z.B. in Deutschland in den letzen Jahren dieses BSP-Wachstum, um den offiziellen Begriff zu nehmen, zustande gekommen ist, bzw. auf wessen Kosten das zustande gekommen ist.
    Die rein empirisch statistische Frage, ob das BSP, so wie es definiert ist, in einer bestimmten Periode nun wirklich gewachsen ist und um wieviel, die interessiert doch nur das Statistische Bundesamt und Frau Merkel. Oder ging es euch wirklich nur um die 1,2 % oder was es auch immer gewesen sein soll?

  83. Gravatar Icon 83 che2001 08. Dezember 2008 um 11:44 Uhr

    Zur Kritik an Aly und was mir daran wieder nicht gefällt (auch wenn ich meine eigene Kritik an ihm habe) hier mal etwas Grundsätzliches:

    http://che2001.blogger.de/stories/1285230

  84. Gravatar Icon 84 star wars 08. Dezember 2008 um 13:19 Uhr

    …aber wenn die Aussage gewesen sein sollte, solange der Kapitalismus dynamisch nach vorne geht und die Profitmacherei brummt, solange kann man doch eigentlich nichts grundlegendes dagegen einwenden, dann wollte ich dagegenhalten.

    Das habe ich doch schon gemacht. Hast du mir grundsätzlich ja wohl beigepflichtet. Und beileibe fehlt mir das Gegenargument warum es schlimm sein soll die Entwicklung von Wirtschaft, Profite und Beschäftigung nachzuzeichnen, und dementsprechend möglichst vorurteilsfrei zu untersuchen. Bei dir passiert folgendes: Du verwechselst eine unvoreingenommene Untersuchung, mit einer grundsätzlich kritischen Geisteshaltung, an die du besagte Kommentare messen lassen willst. Die Kritik folgst jedoch aus der Untersuchung, und nicht aus einer grundsätzlich kritischen Geisteshaltung, die du an die Untersuchung heranträgen willst. Wobei nicht nur die voreingenommene Stellung ein Fehler ist. Die voreingenommene Stellung beeinflußt ebenfalls die Untersuchung der Erklärung, also hier das Wirtschaftswachstum in Deutschland der letzten Jahre. Aus dem Gund fallen ja auch die Untersuchungen des GSP zur Finanz- und Wirtschaftskrise meistens so erbärmlich aus. Die befassen sich vornehmlich mit der Widergabe einer korrekten Geisteshaltung zur Finanzkrise, statt diese Finazkrise vorurteilsfei zu untersuchen.

  85. Gravatar Icon 85 Neoprene 08. Dezember 2008 um 14:05 Uhr

    Ich bin jetzt etwas ratlos: Wenn wir hier z.B. in der Brenner-Debatte wären, und ich da an irgendeiner Zusammentragung und Auswertung von Daten zur Wirtschaftsentwicklung rumgekrittelt hätte, vielleicht noch mit dem Argument, wie da jemand auf die Profitentwicklung gekommen ist, wenn er doch nur die Umsatz- und Gewinnentwicklung vorgefunden hat, dann würde ich deine grundsätzlichen Einwände ja vielleicht für angebracht halten. Hier ging es doch niemand um deine „unvoreingenommene Untersuchung“ des Gegenstands sondern um Rechtfertigung bzw. Kritik von „Wachstum“. Das ist schon was anderes.
    Dein Post Scriptum dem GSP „erbärmliche“ Untersuchungen zur Finanz- und wirtschaftskrise vorzuwerfen hat den Mangel, das das – soweit ich das übersehe- von dir noch gar nicht belegt wurde. Kommt da noch was?
    Mein eigenes P.S in dieser Sache: Smith’s Vortrag zum tendentiellen Fall der Profitrate und zur Krise
    http://www.bolshevik.org/economics/2008-11-25_EconomicCrisis.pdf

  86. Gravatar Icon 86 che2001 08. Dezember 2008 um 15:12 Uhr

    Danke für den Smith-Text, werde den dann bei Gelegenheit mal lesen:)

  87. Gravatar Icon 87 star wars 08. Dezember 2008 um 16:04 Uhr

    Hier ging es doch niemand um deine “unvoreingenommene Untersuchung” des Gegenstands sondern um Rechtfertigung bzw. Kritik von “Wachstum”.

    Es ging um den Zusammenhang von „Wachstum“ und „Armut“ der letzten Jahre in Deutschland. Außerdem frag ich mich was dich denn wirklich stört. Wenn du einen Einwand bezüglich der Darstellung der wirtschaftlichen Entwicklung vorbringen willst, dann hättest du schon diesen Einsteiger wählen müssen. Um dein Anliegen, dementsprechend auch deine „Zweifel“ an meiner eigenen bescheidenen Darstellung, zu begründen. Stattdessen hast du als Einsteiger darauf hingewiesen dass es wohl bloß um die Belange der Arbeiter gehen sollte, selbst wenn über „Wachstum“ und Kapitalismus diskutiert wird. Es soll sich Alles um die Arbeiter drehen. Um eine Rechtfertigung von „Wachstum“ ging es mir nicht, dass hast DU doch bloß in diese Debatte eingebracht.

  88. Gravatar Icon 88 Neoprene 08. Dezember 2008 um 17:05 Uhr

    Also gut, es geht (dir) um Wachstum und Arbeit in Deutschland, mir ja auch. Und was an dem, was da die Leute um den GegenStandpunkt so in der letzten Zeit geschrieben und gesagt haben, ist „erbärmlich“? Erbarmst wenigstens du dich da noch einer Antwort?

  89. Gravatar Icon 89 Pent C. Klarke 09. Dezember 2008 um 6:13 Uhr

    @neoprene & star wars
    Ist zwar vielleicht auch nicht uninteressant, Eure Diskussion, hat aber mit dem, was ich sagte, nicht viel zu tun. Ich wollte hier nur mal auf eine banale Tatsache hinweisen, die in den Geschäftsbilanzen gar nicht zu Buche schlägt: daß sich nämlich aufgrund kapitalistischer Wirtschaftsweise heute ein Vielfaches an Bevölkerung seines Lebens erfreuen kann als zu irgendeinem anderen Zeitpunkt in der Geschichte der Menschheit. Dieses Wachstum meinte ich, nicht das einer Wirtschaft.

  90. Gravatar Icon 90 Neoprene 09. Dezember 2008 um 8:24 Uhr

    zu Clarkes
    „ch wollte hier nur mal auf eine banale Tatsache hinweisen … daß sich nämlich aufgrund kapitalistischer Wirtschaftsweise heute ein Vielfaches an Bevölkerung seines Lebens erfreuen kann als zu irgendeinem anderen Zeitpunkt in der Geschichte der Menschheit.“

    Das hatte ich ich zwar mit dem Verweis auf die Marxsche Gegenüberstellung auch schon konzediert, zentraler aber ist, daß du dieser ja korrekten Feststellung immer noch eine total positive Wertung mitgibst: Heute könnten sich doch soviele Menschen ihres Lebens „erfreuen“. Dem ist aber entgegenzuhalten, daß jeden Tag von denen ohne Not 100.000 sterben, nur weil die von dem reichlich Zeugs, was es auf der ganzen Erde gibt, nichts abkriegen, weil sie es einfach nicht bezahlen können. Wie erfreulich für die Masse der Überlebenden ihr Leben ist, wäre auch noch mal ein Thema. Das es so irre viel Zeugs gibt von allem und jedem, daß deshalb heute auch erheblich mehr Menschen auf dieser Erde leben und noch mehr auf ihr leben könnten ist doch überhaupt nicht Zweck der „Geschäfstbilanzen“ sondern fällt bei was ganz anderem nebenbei ab oder für eine enorme Anzahl von Menschen eben nicht.

  91. Gravatar Icon 91 Gast 09. Dezember 2008 um 22:03 Uhr

    Hallo Lysis, was ich nicht ganz verstehe: wenn Du Antideutsche nicht magst, warum verlinkst Du dann zu Torsun?

  92. Gravatar Icon 92 Pent C. Klarke 10. Dezember 2008 um 1:05 Uhr

    @neoprene
    Na ja, was soll ich dazu sagen? Stimmt. Trotzdem muß es wohl irgendwas damit zu tun haben, daß der Kapitalismus nicht schon längst abgeschafft wurde, oder?

  93. Gravatar Icon 93 Neoprene 10. Dezember 2008 um 9:11 Uhr

    Ach so, Clarke, dein Argument sollte sein: weil es gilt, „daß sich nämlich aufgrund kapitalistischer Wirtschaftsweise heute ein Vielfaches an Bevölkerung seines Lebens erfreuen kann als zu irgendeinem anderen Zeitpunkt in der Geschichte der Menschheit“ haben zumindest die heutigen Leute gar keinen vernünftigen Grund, den Kapitalismus abzuschaffen. Denn wenn sie einen gehabt hätten, hätten sie ihn ja wohl abgeschafft.

    Wenn du das gleich gesagt hättest, hätte ich wahrscheinlich schon vorab für mich entschieden, daß gegen sowas kaum anzuargumentieren ist, nun aber dennoch:

    Erstens galt dein Satz ja buchstäblich schon immer: über Schwankungen und Katastrophen hinweg ist die Menschheit seit es sie sich aus Afrika aufgemacht hat in die restliche Welt, schon immer gewachsen, das war im Pharaoh-Reich genauso wie unter den Ottonen oder jetzt.

    Zweitens gibt das der „Realität“ aus dem blöden Argument recht, daß sie eben real ist und sich behaupten konnte. Nicht mal das Zusatzargument, daß fürchterlich viele Leute in der Tat die Verhältnisse auch so wollen, wie sie sind, lasse ich als Argument stehen. Leute können sich bekanntlich lausige Sachen recht lange einleuchten lassen, obwohl ich gute Gründe wüßte, daß die das besser sein lassen sollten. Kapitalismus ist jedenfalls nicht erst dann für die Leute, die ihm unterworfen sind „schädlich“, wenn der wie jetzt einer heftigen Krise entgegengeht, wo es für noch mehr Millionen um ihre pure Existenz gehen wird.

  94. Gravatar Icon 94 lysis 10. Dezember 2008 um 9:13 Uhr

    Hallo Lysis, was ich nicht ganz verstehe: wenn Du Antideutsche nicht magst, warum verlinkst Du dann zu Torsun?

    Weil ich Torsun mag und Torsun meines Wissens kein „Anti“deutscher, also ein Faker ist, der unter diesem Label seine ausländerfeindliche Hetze verbreitet, sondern ein tatsächlicher Oldschool-Antideutscher, so wie ich auch.

    Den Auftritt im Rahmen der „Reeducation Gala“ in Magdeburg, im Anschluss an die Rede des „A“D-Führers Justus W., kann ich allerdings nicht nachvollziehen, geschweige denn goutieren. Aber ich halte mich immer noch an das, was jemand sagt, und spiele nicht das alte „guilt by association“.

  95. Gravatar Icon 95 Freundchen 10. Dezember 2008 um 13:45 Uhr

    @ Lysis,

    das halte ich für pure Heuchelei und Taktik seitens Torsun. Der hat halt geschnallt, dass es für seine Popkariere in linken Zentren wesentlich besser ist, sich nicht zu weit aus dem Fenster zu lehnen. Und „antideutsch“ i.S. seines letzten Interviews bei Altona TV „Ich hab mich mit deutscher Geschichte beschäftigt; ich sag nur Auschwitz, nä?“ – das ist in linken Kreise schon Argument zur Zustimmung genug und eckt nirgends mehr an. Für „ich lese bahamas“ gibts halt schon mal eine auf’s Maul…

    Ansonsten: Wenn Du ernsthaft mit dem teilweise übereinstimmst, dann wüsste ich kaum, wo. Hängst Du bei deinen Vorträgen etwa auch immer Israel-Fahnen hinten an die Tafel?! :-P

  96. Gravatar Icon 96 lysis 10. Dezember 2008 um 16:02 Uhr

    Ach bitte, das ist doch wie der strukturell paranoide Taqiyya-Vorwurf an Muslime: sie würden sich nur verstellen, um andere hinters Licht zu führen und über ihre wahren Absichten zu täuschen.

    Aber selbst wenn’s so wäre, wie du sagst, warum sollte ich mich für ungesagte Ansichten interessieren?

    Ich hab mich allerdings mit Torsun auch schon privat unterhalten, und abgesehen davon, dass er einer der nettesten Menschen ist, die ich kennengelernt habe, kann er mit diesem neu-“anti“deutschen Rassismus genauso wenig anfangen wie ich.

    Dass er jetzt, aus welchen Gründen auch immer, an dieser Reeducation Gala teilnimmt, zeigt doch in Wirklichkeit, dass er sich um sein öffentliches Image als „moderater“ AD wenig Sorgen macht. Ich denke mal, es ist aus seiner Sicht einfach eine Geste der Solidarität mit den Leuten, die da vor ein, zwei Jahren physisch angegriffen wurden.

    Und was Israel bzw. seine Politik in den besetzten Gebieten angeht, hatten wir schon immer etwas abweichende Ansichten, über die wir hier sogar mal — im besten Sinne des Wortes — gestritten haben. Aber Torsun verlinkt mich trotzdem, und ich ihn auch.

    Wär ja auch schlimm, wenn man nur noch mit Leuten könnte, deren Ansichten man zu 100% teilt!

  97. Gravatar Icon 97 che2001 10. Dezember 2008 um 16:13 Uhr

    Oldschool-Antideutscher – Da habe ich echt ein neues Wort gelernt:)

    Für mich ist allerdings bereits die seit 6 Jahren nicht mehr existente Autonome Antifa (M) ein Haufen neumodischer (und dogmatischer) Jungspunde, insofern alles eine Frage der Perspektive:(

  98. Gravatar Icon 98 andreas 10. Dezember 2008 um 16:52 Uhr

    das was hier jetzt diskuttiert wird, hat mit dem eigentlichen thema des threads nichts zu tun, aber auch ich muss zu „torsun“ meinen senf dazugeben: wo man auftritt und wer mit einem wirbt, kann mitunter schon eine deutliche sprache sprechen. und, praktisch ist es, von seiner hp einen link zu (der vergleichsweise „unverfänglichen“) „lizas welt“ zu machen, von dort sind dann „bahamas“ und alle anderen nur einen link entfernt und man muss sich trotzdem nicht zu ihnen bekennen.

  99. Gravatar Icon 99 lysis 10. Dezember 2008 um 17:27 Uhr

    Was soll das? Über zwei Ecken kommt man von mir auch zur Bahamas! Ihr könnt eure Inquisitionsverfahren gerne abhalten, aber bitte ohne mich.

  100. Gravatar Icon 100 che2001 10. Dezember 2008 um 18:01 Uhr

    Das schafft man von mir sogar über eine Ecke, insofern ist die Konnektivität wirklich Schmarrn.

  101. Gravatar Icon 101 andreas 10. Dezember 2008 um 18:08 Uhr

    hm

  102. Gravatar Icon 102 Different 10. Dezember 2008 um 22:07 Uhr

    Ich bin manchmal mit erzkonservativen Christen auf der selben Party und unterhalte mich sogar mit denen! Und wohne mit bekennenden Demokraten in einer WG! Skandalös!

  103. Gravatar Icon 103 andreas 10. Dezember 2008 um 22:12 Uhr

    so ein kommentar musste ja jetzt kommen.

  104. Gravatar Icon 104 scheckkartenpunk 10. Dezember 2008 um 22:27 Uhr

    @andreas: wenn du lysis nicht nur lesen würdest, sondern auch bemüht wärst zu verstehen, dann müßten deine kommentare so wenig kommen wie manch andere hier. dein senf spricht schon eine deutliche sprache und mit dem quark von freundchen wird es dann die ungenießbare mischung, die ihr hier darstellt.

    das teilweise bemühen von lysis seinen lesern etwas vernunft einzuleuchten scheint auch kein leichtes unterfangen.

  105. Gravatar Icon 105 andreas 10. Dezember 2008 um 22:46 Uhr

    achso, wenn ich lysis (richtig) verstehe, „müssten meine kommentare nicht kommen“, soll heissen, würde ich anders über dieses und jenes denken? da hast du recht, denn schliesslich bin ich dem lysis sein leser und das bedeutet dass ich hier nicht nur diskuttiere und kommentiere, sondern informationen nur hier beziehe und meine meinung hier bilde (soll heissen, ich versuche, den teilweise bemühten lysis richtig zu interpretieren).

  106. Gravatar Icon 106 kapsler hauser 13. Dezember 2008 um 0:40 Uhr

    hi,
    ich bin mit lysis, den ich übrigens ebenfalls sehr sympathisch finde, warscheinlich in mehr punkten einer meinung als sich so einige spezialisten hier vorstellen können, und lese seinen blog regelmässig und gerne. die bezeichnung oldschool-antideutscher triffts ganz gut wie ich finde.
    ohne auf den sonstigen ganzen üblichen projektionsscheiss einzugehen nur folgendes zur magdeburg-show:
    wir wurden ganz normal gebucht und ich fand die idee ziemlich gut, dort mal aufzutreten.
    das vor unserer show noch ein vortrag kommt, hab ich neulich aus dem netz erfahren. bandintern haben wir darüber gesprochen. ich werd mir den vortrag anhören.

    das wars von meiner seite.

    grüsse,
    torsun

    p.s.: @lysis: gibts eigentlich noch den blogsport-montag? wenn ja wür ich anfang nächsten jahres gern mal wieder auf ein bier vorbeikommen und evt. treffen wir uns dann ja mal wieder. :)

    ach ja, ich lese die bahamas übrigens immer noch.
    :d

  107. Gravatar Icon 107 lysis 14. Dezember 2008 um 20:26 Uhr

    torsun: blogsport-montag gibt’s im moment zwar nicht, wir werden das aber anfang nächsten jahres mal wieder anleiern! ;)

  108. Gravatar Icon 108 antifaunited 28. Dezember 2008 um 17:29 Uhr

    „….Alibijuden….“ Sorry, aber ich glaube kaum das jemand, der an der Universitüt von Tel Aviv unterrichtet, ein „Alibijude“ ist oder? Denn um in Israel überhaupt unterrichten zu dürfen musst du schon sehr beliebt sein, also vom Mossad zum Beispiel.

    Aber vielleicht ist das ja ein Grund, warum Giordano lieber hier mit Neonazis gemeinsame sache macht.

  109. Gravatar Icon 109 Forty 28. Dezember 2008 um 18:50 Uhr

    Deutschen, die Juden meinen in gute und böse Alibijuden klassifizieren und selektieren zu müssen gehört sowieso einfach nur auf die Fresse gehauen.
    Das ist für *mich* eine Basisbanalität, die der ein oder andere Täterenkel oder -urenkel, der sich isrealsolidarisch schimpft aber meist nicht beherzigt.

  110. Gravatar Icon 110 negative potential 31. Dezember 2008 um 17:51 Uhr

    „Alibijude“ bezieht sich auf die Rolle, die dieser Leute zukommt, wenn sie im deutschen Innerlinken Diskurs als Zeugen verwendet werden oder sonstwie in Anspruch genommen werden um die eigene Position zu rechtfertigen, es geht hier nicht um ein essentialistisches „Wesen“ als Alibijuden im anderen Kontext.

    Und warum die Annahme, daß ich ein „Täterenkel“ bin, oder sogar ein Deutscher? Es sagt nämlich was aus über die Selbstbezogenheit von deutsche Linker, wenn sie glauben, alle Teilnehmer bei solche diskussion seien deutsch.

  111. Gravatar Icon 111 lysis 31. Dezember 2008 um 18:29 Uhr

    Das Wort stammt ursprünglich von Ignatz Bubis, der 1992 über den ihn als „Immobilienspekulanten“ diffamierenden Bundeswehr-Professor Michael Wolffsohn sagte: „Wolffsohn ist der Alibijude der Rechtsradikalen. Wahrscheinlich will er Bundeswehrgeneral werden.“

    Der Begriff wird aber seit einigen Jahren von bedingungslosen Fanatikern der israelischen Besatzungspolitik dazu missbraucht, auch reflektierte Kritiker ihres Staates wie Moshe Zuckermann von oben abzukanzeln, weil sie es „als Juden“ wagten, die Politik „ihrer Regierung“ in ausländischen Medien zu hinterfragen. Dieses Recht sollte man sich allerdings von niemandem nehmen lassen.

  112. Gravatar Icon 112 che2001 06. Januar 2009 um 23:50 Uhr

    @“Sorry, aber ich glaube kaum das jemand, der an der Universitüt von Tel Aviv unterrichtet, ein “Alibijude” ist oder? Denn um in Israel überhaupt unterrichten zu dürfen musst du schon sehr beliebt sein, also vom Mossad zum Beispiel.“ --- Was ist das denn für ein Gerücht? Mein alter Genosse Gadi Algazi unterrichtet da, und er ist ein sehr radikaler und sehr origineller Friedensaktivist zwischen sämtlichen Stühlen.

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