Liebe Kollegen von der Bild!

„Ein Rentner hat drei Nachbarn erschlagen. Hätte er einen Migrationshintergrund, hätte man eine Debatte.“ Von Mely Kiyak (via antiterra)


7 Antworten auf „Liebe Kollegen von der Bild!“


  1. Gravatar Icon 1 negative potential 28. April 2009 um 0:38 Uhr

    :-"

    In einer Rede auf der internationalen Tagung des Goethe-Instituts fordert die türkische Journalistin Mely Kiyak die Deutschen auf, zu ihrer Nationalkultur zu stehen. Für Kiyak ist Integration nur dann möglich, wenn sich die Deutschen selbst stärker mit ihrem Land identifizieren.

    Quelle: http://www.welt.de/politik/article1937794/Deutsche_sollten_zu_ihrer_Nationalkultur_stehen.html

  2. Gravatar Icon 2 lysis 28. April 2009 um 1:30 Uhr

    Ach, man muss nun wirklich nicht bei jedem Text dem Autor-Subjekt und seinen ideologischen Verstrickungen hinterher recherchieren! Leute können kluge und dumme Dinge in einem sagen – und tun dies regelmäßig, Personen wie Marx und Adorno (ganz besonders der!) nicht ausgeschlossen. Wenn man nur noch mit einer Hermeneutik des Verdachts arbeitet, darf man bald gar nichts mehr gut finden und rezipieren.

    Vor kurzem musste ich mich dafür rechtfertigen, dass ich Kants Erkenntniskritik für großartig und unrevidierbar halte, obwohl der doch ein übler Rassist und hinterletzter Spießer war. Meine Güte, ja, aber was hat das mit seiner Philosophie zu tun?

    PS: Ich schick dir den Text (du weißt schon welchen!) in den nächsten zwei Tagen. Musste nur ein bisschen Radikal-Urlaub machen, um meinen Kopf wieder freizukriegen.

  3. Gravatar Icon 3 negative potential 28. April 2009 um 10:59 Uhr

    Ich finde es nur lustig, dass Mely Kiyak einerseits mehr Nationalstolz von der Deutschen verlangt, andererseits von der Konsequenzen dieser Forderung zurückschreckt.

    Re: Artikel. Naja, wenn es fertig ist, brauchst du es nicht an mir schicken! Tu es doch irgendwo veröffentlichen!

  4. Gravatar Icon 4 www. 29. April 2009 um 13:04 Uhr

    Kants Erkenntniskritik unrevidierbar? Wieso das denn?

  5. Gravatar Icon 5 lysis 29. April 2009 um 16:59 Uhr

    Naja, unrevidierbar ist vielleicht das falsche Wort. Ich wollte sagen, dass man hinter Kant nicht zurückfallen sollte, wie es diverse „materialistische“ Erkenntnistheorien tun, die das Bewusstsein für eine passive Widerspiegelung einer außer ihm liegenden Realität halten, ohne zu verstehen, wie sehr die erfahrene Realität selbst schon vom Bewusstsein konstituiert ist. Und das ist ja genau die Erkenntnis, mit der moderne Philosophie anhebt. Leider gibt’s dafür kein passendes und bündiges Adjektiv. ;)

  6. Gravatar Icon 6 andreas 01. Mai 2009 um 13:51 Uhr

    passt hier dazu: ob esther schapira wohl den opfern der amokfahrt von apeldoorn einen film widmen wird (wie sie es im fall theo van gogh getan hat)? oder hat der täter hier nicht den richtigen hintetgrund?

  7. Gravatar Icon 7 www. 15. Mai 2009 um 9:25 Uhr

    „…ohne zu verstehen, wie sehr die erfahrene Realität selbst schon vom Bewusstsein konstituiert ist.“

    Das ist eben der Fehler in Kants Erkenntnistheorie, der schon kurz nach dem Erscheinen der Kritik der reinen Vernunnft erkannt wurde, und zwar von Gottlob Ernst Schulze.

    „Schulze gilt als bedeutender Skeptiker seiner Zeit und als einer der scharfsinnigsten Kritiker Immanuel Kants[1]: Dieser spricht von dem uns unbekannten Ding an sich und bezieht sich dabei auf die Kategorie der Kausalität; da aber die Kausalität als bloße subjektive Denkform nach Kant selbst nur auf die Phänomene (bzw. Vorstellungen), nicht aber auf die Dinge an sich angewandt werden kann, können Dinge keine Vorstellungen bewirken.“

    http://de.wikipedia.org/wiki/Gottlob_Ernst_Schulze

    Das „Ding an sich“ ist eine völlig überflüssige Annahme und eine Erfindung von Kant (mit der er brogens hinter David Hume zurückfällt“

    Die Konsequenz wurde gezogen von Fichte, der behauptete, dass das transzendentale Subjekt die Welt überhaupt erst hervorbringt. Darauf beruht die gesamte idealistische Philosophie von Fichte bis Foucault, und sie ist allesamt falsch und im Ansatz widersprüchlich (wo soll denn das Ich, das die Welt setzt, herkommen? Es exisitert wohl durch sich selbst wie Gott.).

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