Archiv für Mai 2009

Warum die Manns Horkheimer und Adorno hassten – und das mal völlig zurecht!

„Diese beiden Lumpen!“ Es brach aus ihm heraus. Er wisse, was er sage, ergänzte Golo Mann seine Beleidigung, die er 1989 in einem Fernsehinterview gegen die damals schon verstorbenen Begründer der Frankfurter Schule, Theodor W. Adorno und Max Horkheimer, vorbrachte. So kannte man ihn gar nicht: Der freundliche, scheue, seine Worte wägende Historiker und Schriftsteller, der mit seiner „Deutschen Geschichte“ (1958) und der Wallenstein-Biographie (1971) ein Millionenpublikum damit erstaunt hatte, dass man dem trockenen Stoff der Geschichte so unerhört fesselnde und stilistisch brillante Bücher abringen kann. Und dann diese Entgleisung. In der Tat ist sie nur nachvollziehbar, wenn man die ganze Geschichte kennt, die, nach Jahrzehnten, zum verbalen Ausbruch vor laufender Kamera führte; eine Intrigengeschichte – und die Geschichte einer großen Feindschaft.

Mehr zu Adornos intrigantem Schwulenhass und die Familienrache Erika Manns in der FAZ vom 29. 3. 2009!

Scheiß Antideutschland

Liebe eisprinzessin, ich will auch von dir zitiert werden, z.B. mit dem Satz: „… bleibt von antideutsch eigentlich nur noch der Hass, der schon lange nicht mehr Deutschland meint, sondern die bösen ‚Araber-Hackfressen‘ (O-Ton Justus W. wie Wirrkopf)“.

Todesursache Kapitalismus. Oder: Enteignet Metro!

Arbeiterin schuftet sich in Fabrik in Bangladesch zu Tode

Dhaka (AFP) — In einer für den deutschen Handelskonzern Metro produzierenden Textilfabrik in Bangladesch hat sich eine junge Frau laut einer Hilfsorganisation unter dem Druck ihrer Chefs zu Tode geschuftet. Die 18-jährige Fatema Akter sei im Dezember während ihrer Schicht tot zusammengebrochen, berichtete die US-Organisation National Labor Committee (NCL). Demnach musste das Mädchen an sieben Tage in der Woche 13 bis 15 Stunden in der Textilfabrik in der Hafenstadt Chittagong arbeiten und pro Stunde bis zu hundert Jeanshosen reinigen.

Der 18-jährigen wurde dem zu Wochenbeginn veröffentlichten NLC-Bericht zufolge trotz Erschöpfung und Schmerzen in Brust und Armen ein freier Tag zur Erholung verweigert. Stattdessen habe der Vorgesetzte das Mädchen hart ins Gesicht geschlagen und ihr befohlen, ihre Arbeit fortzusetzen. Demnach waren für die Arbeiter in der Fabrik 14-Stunden-Schichten ohne Pause, erzwungene Überstunden und Schläge an der Tagesordnung.

Rund 80 Prozent der in der Fabrik hergestellten Textilien wurden laut NCL für den deutschen Handelsriesen Metro produziert.

Aber macht bloß nicht das Großkapital (mit)verantwortlich, das wäre nämlich antisemitisch!

Der Widerspenstigen Zähmung

Die Jerusalem Post berichtet über die Pläne der Obama-Administration für eine neue Runde von Friedensgesprächen im Nahen Osten. Danach soll Israel

be left out of those discussions and simply presented with a fait accompli that it will be compelled to accept.

Aber nicht nur Israel wird endlich zu seinem Glück gezwungen, auch die Araber werden im Sinne einer volonté générale rigoros entmündigt:

On Wednesday, both Arab League General Secretary Amr Moussa and Fatah leader Mahmoud Abbas announced that they oppose the initiative. […] The administration couldn‘t care less. The Palestinians and Arabs are no more than bit players in its Middle East policy. As far as the Obama administration is concerned, Israel is the only obstacle to peace.

Das sind doch mal schöne Nachrichten aus der Levante!

Hat tip to: Verteidigt Israel, ein Blog, das sich anscheinend genauso über die Zwangsbefriedung der Irren freut wie ich. ;)

Lost and found

Ein Satz, den ich (ver)meinte, bei Walter Benjamin gelesen zu haben, und den ich dann dort jahrelang immerzu vergeblich suchte, hat sich jetzt, auf wundersame Weise, bei Gerschom Scholem wieder angefunden:

Das ganz Neue hat Elemente des ganz Alten, aber dieses ganz Alte ist […] ein vom Traum Verklärtes und Verwandeltes, auf das der Strahl der Utopie gefallen ist.

Wahrscheinlich hab ich’s ursprünglich hierher und es dann, falsch erinnernd, Benjamins „Über den Begriff der Geschichte“ zugeschrieben. Wie auch immer: ich schrecke nicht davor zurück, das als meine implizite Geschichtsphilosophie zu bezeichnen.
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Homophober Moslem, toleranter Westen? (Radiointerview)

Interview mit Radio Z zur Veranstaltung „Homophober Moslem, toleranter Westen?“ in Nürnberg vor anderthalb Wochen. Nächster Termin in der Tour-Reihe heute, am 5. Mai, um 19:30 in der Werkstatt 3 (Hamburg).

Warmongers: Don‘t believe a word!

International news …

General Ataollah Salehi, general commander of the Iranian army: „The truth is that Israel does not have the courage to attack us. If we are subjected to any attack by Israel, I do not think we will need more than 11 days to wipe Israel out of existence.“ (MEMRI)

… turns into German war propaganda:

Der Iran hat erstmals mit einer konkreten Zielnennung die Zerstörung Israels angekündigt. Das israelische Fernsehen zeigte ein Interview mit dem iranischen Generalstabschef Attalah Salihi. Er kündigte eine „Zerstörung Israels innerhalb von elf Tagen“ an. (n-tv)

Was folgt daraus? Meiner unbescheidenen Meinung nach doch wohl mindestens so viel, dass der n-tv-„Journalist“ Ulrich W. Sahm ein gemeiner Lügner und Kriegshetzer ist. Wie viel kriegt man eigentlich dafür, Herr Sahm? Oder machen Sie’s umsonst? (Bei einem ausgebildeten Theologen, der sich das Lügen quasi anstudiert hat, würd‘ mich das nicht mal wundern!)

Es kommt aber noch besser: (mehr…)