Hurra, Henryk jetzt beim Kurier?

Berliner Kurier: "1. Islam-Grill in Berlin"

Titelseite „Berliner Kurier“ vom 2. 7. ’09


17 Antworten auf „Hurra, Henryk jetzt beim Kurier?“


  1. Gravatar Icon 1 Oompa Loompa 05. Juli 2009 um 18:23 Uhr

    Rein zufällig wird kurz vorher die Gründnung der berliner Sektion von ProDeutschland, ProBerlin, bekannt.
    http:// berlin-brummt.de

  2. Gravatar Icon 2 negative potential 06. Juli 2009 um 7:59 Uhr

    Hey! Das ist doch das Kurt Beck Schwein!

    http://www.konkret-verlage.de/kvv/hefte/2007/02/g.jpg

  3. Gravatar Icon 3 /// 06. Juli 2009 um 14:24 Uhr
  4. Gravatar Icon 4 quodlibet ens 06. Juli 2009 um 15:13 Uhr

    Interessante Assoziation. Für diese Schlagzeile tut es wohl kein hundsordinärer Otto Normalvergaser, es muss der Jude sein, der den Keil zwischen die Völker treibt. Vielleicht nochmal Žižek lesen?

  5. Gravatar Icon 5 Diffi 06. Juli 2009 um 19:02 Uhr

    @quod:
    l-)

  6. Gravatar Icon 6 lysis 06. Juli 2009 um 20:09 Uhr

    lol, mir fiele wahrlich kein anderer promi-vergaser ein, der sich dem postnazistischen deutschland derart penetrant als experte für die schleichende unterwanderung der nation durch das moslem-g’sindel angedient hätte. aber klar, dass du ihm diese patriotischen meriten nicht lassen kannst, sondern mit dem argument seiner vermeintlichen nicht-dazugehörigkeit zur deutschen „volksgemeinschaft“ wieder wegzunehmen versuchst. und das, obwohl er sich für die reinheit seines vaterlands derart ins zeug legt. aber dass das hierzulande nicht reicht, um als einer von „uns“ zu gelten, weiß man ja schon länger.

    was du mit broder betreibst, ist doch glatt ’ne symbolische ausbürgerung aufgrund seines judentums! und das findest du nicht antisemitisch?

  7. Gravatar Icon 7 quodlibet ens 06. Juli 2009 um 21:00 Uhr

    „lol, mir fiele wahrlich kein anderer promi-vergaser ein, der sich dem postnazistischen deutschland derart penetrant als experte für die schleichende unterwanderung der nation durch das moslem-g’sindel angedient hätte“

    Was ist mit Ralph Giordano? :-?

  8. Gravatar Icon 8 lysis 06. Juli 2009 um 21:26 Uhr

    klar, jetzt wenden wir schon die nürnberger gesetze an, um herauszufinden, wer „jude“ und infolgedessen aus der politischen arena auszubürgern ist.

    da zeigt sich einmal mehr, wie schnell philo- in antisemitismus umschlagen kann: juden und solche, die du aufgrund der definition von 1935 dafür hältst, braucht man einfach nicht mehr ernst zu nehmen, wa?

    das sind für dich wohl so eine art pausenclowns, denen man belustigt zuschaut, um sie dann beiseite zu schieben, wenn „wir“ uns wieder über ernste dinge unterhalten!?

  9. Gravatar Icon 9 quodlibet ens 06. Juli 2009 um 23:50 Uhr

    „das sind für dich wohl so eine art pausenclowns, denen man belustigt zuschaut, um sie dann beseite zu schieben, wenn „wir“ uns wieder über ernste dinge unterhalten!?“

    Keineswegs. Mich hat irritiert, dass du (wir duzen uns ja anscheinend) einen Zusammenhang zwischen der Schlagzeile und Henryk Broder herstellst. Er hat nämlich gewiss kein Monopol auf das Ressentiment, das sich darin äussert. Stilistisch, das wirst du wohl konzedieren, ist das auch eine andere Liga. Also warum die Verbindung? Ich finde das bestenfalls willkürlich.

  10. Gravatar Icon 10 lysis 07. Juli 2009 um 2:07 Uhr

    die verbindung ist die, dass broder ein ganzes buch – titel: hurra, wir kapitulieren – über solche „fälle“ geschrieben hat, in denen die angebliche anbiederung westeuropäischer staaten an muslimische sitten und gebräuche angeprangert und als „feigheit vor dem feind“ denunziert wird (für eine auswahl siehe niggemeiers gehirnfasten mit henryk m. broder). natürlich gibt’s auch noch andere nasen – wie z.b. stefan herre –, die im grunde dasselbe betreiben, aber keiner spielt in derselben liga wie broder; kein anderer dringt mit dieser hetze aus der bundesdeutschen „neuen rechten“ bis in die etablierten kreise der sog. bürgerlichen mitte vor.

    und natürlich wirkt da seine von dir ordinärerweise relevant gemachte identität auch als möglichkeitsbedingung, weil sie ein schutzwall gegen allzu heftige kritik ist, so ähnlich wie die hautfarbe von ayaan hirsi ali und die türkische herkunft von necla kelek und seyran ates. aber wenn man in den letzten jahren etwas gelernt haben sollte, dann dass es ein schwerwiegender fehler ist, sich davon in seiner kritik beeindrucken oder sogar abschrecken zu lassen, denn diese leute werden genau zu diesem zweck gehalten und von presse und staat hofiert.

    broders funktion ist es, noch wesentlich krasseren leuten wie den antiislam-nazis von proköln oder dem „rechtspopulisten“ geert wilders, die ja beide von ihm protegiert und systematisch verharmlost werden, den weg in das etablierte parteienspektrum zu bahnen. er ist, um es mal mit bubis bewusst krass zu formulieren, der „alibi-jude der deutschen rechtsradikalen“. und diese selbstgewählte funktion macht er ja selbst am allerdeutlichsten, wenn er antifas, die sich dem neuem, jetzt über das thema islam laufenden vormarsch europäischer nazis entgegenstellen, immer wieder als „alternative SA“ denunziert.

    und was die sache mit dem antisemitismus angeht: das ist dem broder sowas von scheißegal, wenn’s um die wahl seiner bündnispartner geht, dass man bezweifeln muss, er hätte je ein ernsthaftes interesse daran gehegt.

  11. Gravatar Icon 11 www. 07. Juli 2009 um 15:48 Uhr

    Könnte es sein, dass Lysis der Alibilinke der Islamisten ist?

  12. Gravatar Icon 12 lysis 07. Juli 2009 um 17:03 Uhr

    könnte es sein, dass du ein trollender dummkopf bist?

  13. Gravatar Icon 13 quodlibet ens 07. Juli 2009 um 17:13 Uhr

    Lysis, ich muss dir wohl kaum erzählen, dass kein noch so extremer patriotischer Chauvinismus keinem deutschen Juden „im Sinne der Nürnberger Gesetze“ das Leben gerettet hätte. Um nur ein Beispiel zu nennen: Hans Rothfels hat sich in den 20er Jahren massiv an der historiographischen Legitimation revanchistischer Grenzrevisionsansprüche beteiligt. Emigrieren musste er, needless to say, dennoch, während seine Schüler Vorarbeit zum Generalplan Ost leisteten und ihn immer noch zustimmend (Mit Vermerk „J“ für Jude) zitieren konnten.

    Ich bezweifele dass man – wie du zu denken scheinst – einfach die Juden von damals gegen die Moslems von heute austauschen kann. In diesem Fall wäre es weniger relevant, ob Broder Jude i.S.d.N.G. ist. Mein Eindruck ist aber, dass Broder durchaus als Jude wahrgenommen wird , und zwar nicht wohlwollend (du hast daraus gemacht: Ich gemeinde Broder aus. Schon OK, ich habe ja auch ziemlich gepoltert). Seinen Thesen stimmt man trotzdem zu.
    Ich sehe in Broder einfach auch ein potentielles Opfer der Großgruppe, der er sich andient.

    See my point? Habe leider nicht besonders viel Zeit an Formulierung und Argumentation zu feilen. ;)

  14. Gravatar Icon 14 lysis 07. Juli 2009 um 19:38 Uhr

    Ja, tatsächlich glaube ich, dass an den Juden selbst nichts Besonderes dran ist, das sie zu ewigen Hassobjekten prädestiniert. Der Antisemitismus lässt sich nunmal nicht aus den Eigenschaften seiner Opfer, sondern nur aus den Bedürfnissen der Täter erklären. Der Volksfeind kann deshalb jeder sein, der sozial ähnlich positioniert ist wie die Juden im 19. und frühen 20. Jahrhundert.

    Gemeinhin wird als Erklärung für die Entstehung des modernen Antisemitismus die Judenemanzipation angeführt. Eine durch Kleidung gewaltsam als anders markierte, aus den Zünften ausgeschlossene und in Ghettos eingepferchte Bevölkerungsgruppe tritt im Rahmen zunehmender Rechtsgleichheit aus ihrer subalternen Position heraus und assimiliert sich in die Mehrheitsgesellschaft. Der Antisemitismus ist zunächst einmal der Versuch, sie dort zu halten, wo sie sind, und dann, ihre zunehmende Unsichtbarkeit über den „Rassebegriff“ zu revidieren, sie als „Andere“ wieder sichtbar zu machen; eine Differenz zu behaupten, die in Wirklichkeit schon längst nicht mehr plausibel ist.

    Es ist ganz offenkundig, dass der neuere, islamfeindliche Rassismus ebenso eine Reaktion auf die Emanzipation der „Gastarbeiter“ ist, wie der Antisemitismus eine auf die der Juden war. Da wollen diese „Alis“ doch tatsächlich Moscheen bauen, also dieselben Rechte für sich in Anspruch nehmen wie die angestammte christliche Mehrheit, die in ihren fetten, repräsentativen Domen betet! Unverschämt. Und dann wollen die Töchter der türkischen Putze jetzt auch noch studieren, also unseren Söhnen die immer knapperen Studienplätze wegnehmen! Nee, da muss ein Kopftuchverbot an Schulen und Universitäten her, damit die gefälligst bleiben, wo sie sind.

    Ja, selbst der für den Antisemitismus so charakteristische paranoide Verschwörungswahn wird allmählich auf Muslime übertragen: sind die ehemaligen „Gastarbeiter“, die wir zu uns geholt haben, nicht eine fünfte Kolonne des internationalen Islam, die „Eurabien“ durch Einwanderung, Familiennachzug und „unkontrollierte Vermehrung“ auf dem Schleichweg unterwerfen will? Und machen sich diese Leute, je mehr sie sich assimilieren, nicht bloß umso verdächtiger? Wenn etwa muslimische Organisationen im krassen Gegensatz zur katholischen Kirche versuchen, ihren Glauben EU-norm- und DIN-gerecht zu reformieren, wird ihnen dann nicht ständig unterstellt, dass sie es damit überhaupt nicht ernst meinten? Oder, wie es bei PI heißt: dass das alles nur eine besonders hinterhältige Strategie zur Unterwanderung unserer Gesellschaft mittels der koranischen „Taktik“ der taqiyya (Verheimlichung) sei?

    Natürlich existiert der alte Antisemitismus in Deutschland auch weiter als ein ernst zu nehmendes Problem, aber er ist unmöglich noch hegemoniefähig, weil er mit der industriellen Ermordung von sechs Millionen Juden verbunden ist. Gerade deshalb braucht die Neue Rechte unbedingt ein Ersatzobjekt, wenn sie es noch einmal schaffen will. Und indem sie sich, wie PI, die Solidarität mit Israel und den Kampf gegen den Antisemitismus (der Muslime) auf die Fahnen schreibt, kann sie sich sogar noch als Träger der historischen Lehren aus dem Nationalsozialismus präsentieren, während sie in Wirklichkeit dieselben Mechanismen der Dämonisierung – deren primäre Opfer früher die Juden waren – einfach nur an einer neuen, unverdächtig scheinenden Gruppe durchspielt, die nun ebenfalls mit allen Mitteln ausgegrenzt und diffamiert werden soll.

    Dass der Versuch des Zentrums für Antisemitismusforschung, einen wissenschaftlichen Vergleich zwischen Antisemitismus und rassistischer Islamfeindschaft durchzuführen, bei antimuslimischen Agitatoren derart hysterische Reaktionen auslöst, ist übrigens ein schöner psychologischer Beleg, wie sehr manche Leute Angst haben, dass man ihnen auf die Schliche kommt.

    Ein Vergleich zwischen Antisemitismus und Homophobie – wie ihn etwa Kunstreich in seiner Diplomarbeit und in verschiedenen KONKRET-Artikeln anstrengte – hätte (und hat) niemanden von diesen Herren und Damen gestört. Aber da, wo es um Muslime geht, fahren sie auf einmal wie von der Wespe gestochen aus ihren Sesseln und betreiben eine unglaubliche Schmähkampagne gegen Leute, die im Unterschied zu ihnen wenigstens noch das Zeug zum wissenschaftlichen Arbeiten haben! (Denn davon kann bei Küntzel und Heni ja keine Rede sein.)

  15. Gravatar Icon 15 sm 08. Juli 2009 um 14:09 Uhr

    offensichtlich zahlen muslime in deutschland ja auch keine steuern, wenn man der semantik des kuriers folgt… vielleicht sind sie ja ganz gerissene geldhaie, die moslems?

  16. Gravatar Icon 16 Lolman 13. Juli 2009 um 19:23 Uhr

    weil stormfreibetriebene grille so „teuer“ sind.(lol 30€ ca.) zeigt auch wie dumm die zeitung ihre leser einschätz.

  1. 1 ascetonym Trackback am 07. Juli 2009 um 20:15 Uhr
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