Ich hab mal geschaut: die meisten Antifa-Gruppen haben ihre E-Mail-Adresse bei web.de oder gmx.de. Hallo? Ist die Debatte über Vorratsdatenspeicherung so an euch vorbeigegangen? Bei diesen Hostern schaut die Polizei einfach nach, unter welcher IP das Postfach abgerufen wird, geht dann zum jeweiligen Internet-Service-Provider und schon hat sie euren Namen. Leichter kann man’s ihr wirklich nicht machen. Wie wär’s denn mit india.com als Mail-Hoster oder irgendeinem anderen Anbieter außerhalb der EU?
Es scheint wirklich keinerlei Grundwissen über die einfachsten Sicherheitsvorkehrungen im Internet mehr zu existieren. Da könnt ihr euch sowas Kompliziertes wie TOR und PGP echt sparen! Wie wär’s denn mal, auf ’nem Antifa-Camp eine praktische Einführung in den Daten-Selbstschutz zu organisieren, statt sich die zehntausendste Propaganda-Veranstaltung über den Nahostkonflikt reinzuziehen? So schwer ist das doch wirklich nicht mit dem Safer Internet. Informationen schützen!

Offtopic: Es gab da in Berlin eine Veranstaltung der Radio- und Fernsehwelt (Republica oder so). Da hat ein Amerikaner vorgetragen, was so der Unterschied zwischen Blogs in den Staaten als Presse und in Deutschland ist. Von wegen: in den Staaten gibt es richtig gute Blogs, die in der Politik mitmischen bzw. zu jedem Thema, was man sich so wünscht. In Deutschland wäre die Bloggerszene marginal.
Und dann hat er die Blogs in Deutschland aufgelistet. Die größte Gruppe der Blogs, als quantitativ, sind die der „Antideutschen, ..wenn sie, meine Damen und Herren, wissen, was das ist.“ Au Backe…
Welche Hoster gibt es denn noch außer india.com — ich meine, wo auch pop3 funktioniert und die Limits bzgl. Speicher und versendtbarer Mails nicht zu beschränkt sind? Gibt es da eine Liste irgendwo im Netz? Ich hatte da in der Vergangenheit schon mal geguckt, bin dann aus Komfortgründen doch bei web.de geblieben (ich weiß schlechtes argument).
Wenn man ein eigenes Büro hat, relativiert sich das mit dem deutschen Anbieter. Aber grundsätzlich hast Du schon Recht. Wenn man diffuse ausländische Dienste benutzt (z.B. gawab.com) sollte man die Mails immer selber speichern, da die manchmal „verschwinden“. Ist mir bei gawab schon öfter passiert.
jens: probier mal riseup.net oder safe-mail.net!
abgesehen davon, dass so „kuddelmuddelanbieter“ gern mal im spam landen, kann man die mails auch einfach mit tor abrufen und gut ist.
woher willste denn wissen, ob die leute das machen oder nicht?
gmx/web.de könnten theoretisch eher mit den behörden zusammenarbeiten, aber normalerweise brauchen diese auch einen richterlichen bescheid. problem ist die loggen vorrats-daten d.h. man ist möglicherweise leichter zu dataminen.
details gibt es hier (PDF vom CCC)
Es gibt noch hushmail.com die arbeiten aber auch mit usa behörden zusammen, gmail.com soll angeblich störrisch sein, was datenwiedergabe angeht.
ein eigener server (mit verschlüsselter festplatte) ist datensicherheitstechnisch auch eine feine sache, keine vorratsdaten und so lange wie keiner den provider-besucht und das ding mitnimmt kommt niemand an die daten, wenn sie es mitnehmen müssten sie es erstmal entschlüsseln. das ist nach stand der gerüchte so weit nicht ohne weiteres möglich.
hier noch ein sehr guter text:
Digital Security for Activists (PDF)
Naja ich glaube das wisst ihr alle selbst.
sorry, das stimmt nicht, es ist viel krasser. die telekommunikationsdienstanbieter werden nicht mal gefragt, sondern müssen die verbindungsdaten vorsorglich zum automatisierten abruf durch die bundesnetzagentur in eine jederzeit zugreifbare kundendatei schreiben. und sie müssen auch noch sicherstellen, dass sie selber gar nicht mitbekommen, wenn daten von der agentur abgerufen werden! richterliche beschlüsse sind zur abfrage der daten nicht erforderlich. hierzu § 112 TKG:
Auch falsch!
Da die Antifa vermutlich nie eine Katalogstraftat nach § 100 a StPO erfüllt haben wird, können bei einem FreeMailer auch keine IPs abgefragt werden. Es ist ja hier schließlich ein Beschluss nach § 100 g StPO erforderlich.
Bitte erstmal informieren über Vorratsdatenspeicherung und dergleichen.
MfG
Hi, ich bin durch Zufall hier gelandet (googlete nach „gawab.com“). Vielleicht ist das Thema ja schon out. Trotzdem eine kleine Anmerkung meinerseits: Bei aller -Diskussion über Vorratsdatenspeicherung usw., warum verschlüsseln so wenige ihre E-Mails? Thunderbird und Enigmail sind hier die Stichworte. Es erfordert ein bisschen Eingewöhnung und – zugegebenermaßen – etwas Überredungsarbeit im Bekanntenkreis, dann funktioniert das alles. Das muss einfach nach dem Motto laufen: Ich verschicke auch keine Postkasten, sondern Briefe (Umschlag!). Ist „Big Brother“ einmal im Haus, dann helfen natürlich weder verschlüsselte Festplatten noch sonstige Ausreden etwas, sondern nur noch Kooperation. Kurz gesagt: DANN ist alles zu spät!