Ziemlich engagierter Redner. Teilweise etwas argumentarm, aber spannend. Ich hätte gerne erfahren, was sein Problem mit Selbstverwaltung und Räten ist, denn den Staat in eine Welt nach dem Kapitalismus hinüberretten zu wollen ist mir zutiefst suspekt.
Wobei natürlich immer die Frage ist, was unter Staat jetzt eigentlich zu verstehen ist.
Täusche ich mich, oder sind es nicht zum größten Teil ebenso in der antideutschen (Ex)Linken vertretene Positionen:
Der Staat ließe nicht sich als proletarischer gegen sich selbst nutzen; für den Universalismus müsse die Moderne expandiert werden; mit liberalen Antirassisten ist zusammenzuarbeiten; das wenige Substantielle an der Demokratie sei zu verteidigen; „class struggle“ überdecke „antiracist, antisexist struggle“, den bei Antiimperialisten so beliebten sozialistischen Vorzeigestaaten sei am Besten mit radikaler Kritik geholfen, nicht mit schnöder Solidarität – Lysis alter Ego, dem angeblich abgeschworen wurde, scheint doch noch recht präsent.
was so ärgerlich ist, ist doch, dass mit der berechtigten bejahung einer – meinetwegen für die moderne charakteristischen – „haltung der kritik“ (foucault) mal eben überdeckt wird, was moderne noch so alles beinhaltet: disziplinar- und überwachungsapparaturen, biopolitische dispositive der normalisierung und rassifizierung, die entstehung liberaler und – auf erweiterter stufenleiter – totalitärer regierungstechniken.
bei foucault, der von liberalen (aka „anti“deutschen) in letzter zeit immer häufiger angeklagt wird, ein schlimmer antimodernististischer finger gewesen zu sein, übersieht man übrigens auch mal gern eine entscheidende pointe: dass er den historischen prototypen der von ihm analysierten machtformen fast immer im spätantiken und mittelalterlichen christentum aufspürt: die geständnistechniken des bürgerlichen „sexualdispositivs“ in der christlichen beichte; die modernen disziplinarapparaturen im mittelalterlichen kloster; das prinzip der fürsorglichen regierung in der kirchlichen pastoralmacht.
das ist freilich ein gedankengang, der liberalen sichtlich zu komplex ist, weil er zwei sonst so gerne gegeneinander ausgespielte kritiken einfach miteinander kurzschließt: die an der bürgerlichen moderne mit der an der christlichen „vormoderne“.
so viel zu žižeks „wir müssen radikale modernisten sein“, das sich übrigens aufs beste mit seinem anderweitig vorgetragenen plädoyer verträgt, warum es sich lohne, „das christliche erbe zu verteidigen“. foucault weist beides zurück, und das m. A. n. völlig zu recht.
Er meint ja etwas konkretes mit dieser Modernisierung, und das ist, wenn ich das richtig verstehe, die Fähigkeit die eigene Ansicht, bzw. den eigenen kulturellen Hintergrund in Relation zu dem von Andersdenkenden zu stellen. Was mich daran etwas irritiert hat, ist dass er diese modernität in Europa verortet, denn selbst wenn entsprechende Grundlagen von europäischen Philosophen als erste gelegt worden sind (wo ich mir nichtmal sicher bin), dann ist doch nichts spezifisch europäisches an derartigen Gedanken, im Sinne dass sie irgendwie die geistige Haltung der europäischen Bevölkerung prägten oder ausmachten.
Sobald ein Mensch intellektuell anspruchsvoller redet und dann auch noch von Antisemitismus spricht, ist er/sie gleich ein/e Antideutsche/r? Oh Hilfe, schaut doch mal über euren beschränkten Tellerrand, denn die durchaus notwendigen Debatten, die hier in Deutschland in der schrecklichen Klammer Anti-Imp – Anti-Deutsch stattgefunden haben, laufen in Ländern wie Frankreich und England unter ganz anderen Vorzeichen ab, die weniger pöbelig, mobverhaltengefährdet und bauchnabelzentriert sind. Wenn Ihr nicht bereit seid, Euch ein wenig anzustrengen, um mit der schlechten Ausstattung, die Mensch allgemein dafür hat (Hirn), eine Annäherung an ein Verständnis komplexer gesellschaftlicher Verhältnisse zu erzielen, dann haltet Euch doch bitte lieber zurück. Damit wäre allen geholfen, sogar Euch, die Ihr auch in der Anonymität des Internet noch als lächerlich befunden werden könnt.
Jetzt müßtest du nur noch den „Alt“-Code der Windows Code Page für die beiden Buchstaben angeben, dann hätten alle was gelernt. Jedenfalls alle Benutzer einer deutschen Standardtastatur unter MS windows als Betriebssystem. Ich war jedenfalls zu faul, das zu machen
Dude has the coolest fucking accent ever.
Der kürzlich gestorbene Alex Callinicos gehört auch dazu: http://www.youtube.com/watch?v=qDJEwfTOGcI
Ziemlich engagierter Redner. Teilweise etwas argumentarm, aber spannend. Ich hätte gerne erfahren, was sein Problem mit Selbstverwaltung und Räten ist, denn den Staat in eine Welt nach dem Kapitalismus hinüberretten zu wollen ist mir zutiefst suspekt.
Wobei natürlich immer die Frage ist, was unter Staat jetzt eigentlich zu verstehen ist.
What the fuck?!
Soweit ich weiß lebt der Callinicos noch.
Schatten.kontrastieren, ich glaube du verwechselst Trotzkisten.
Mit „kürzlich gestorben“ meinst du bestimmt Peter Gowan:
http://www.internationalviewpoint.org/spip.php?article1679
@Negative Potential: Right, da lag eine Verwechselung vor, allerdings nicht mit Govan, sondern mit Arrighi.
Täusche ich mich, oder sind es nicht zum größten Teil ebenso in der antideutschen (Ex)Linken vertretene Positionen:
Der Staat ließe nicht sich als proletarischer gegen sich selbst nutzen; für den Universalismus müsse die Moderne expandiert werden; mit liberalen Antirassisten ist zusammenzuarbeiten; das wenige Substantielle an der Demokratie sei zu verteidigen; „class struggle“ überdecke „antiracist, antisexist struggle“, den bei Antiimperialisten so beliebten sozialistischen Vorzeigestaaten sei am Besten mit radikaler Kritik geholfen, nicht mit schnöder Solidarität – Lysis alter Ego, dem angeblich abgeschworen wurde, scheint doch noch recht präsent.
was so ärgerlich ist, ist doch, dass mit der berechtigten bejahung einer – meinetwegen für die moderne charakteristischen – „haltung der kritik“ (foucault) mal eben überdeckt wird, was moderne noch so alles beinhaltet: disziplinar- und überwachungsapparaturen, biopolitische dispositive der normalisierung und rassifizierung, die entstehung liberaler und – auf erweiterter stufenleiter – totalitärer regierungstechniken.
bei foucault, der von liberalen (aka „anti“deutschen) in letzter zeit immer häufiger angeklagt wird, ein schlimmer antimodernististischer finger gewesen zu sein, übersieht man übrigens auch mal gern eine entscheidende pointe: dass er den historischen prototypen der von ihm analysierten machtformen fast immer im spätantiken und mittelalterlichen christentum aufspürt: die geständnistechniken des bürgerlichen „sexualdispositivs“ in der christlichen beichte; die modernen disziplinarapparaturen im mittelalterlichen kloster; das prinzip der fürsorglichen regierung in der kirchlichen pastoralmacht.
das ist freilich ein gedankengang, der liberalen sichtlich zu komplex ist, weil er zwei sonst so gerne gegeneinander ausgespielte kritiken einfach miteinander kurzschließt: die an der bürgerlichen moderne mit der an der christlichen „vormoderne“.
so viel zu žižeks „wir müssen radikale modernisten sein“, das sich übrigens aufs beste mit seinem anderweitig vorgetragenen plädoyer verträgt, warum es sich lohne, „das christliche erbe zu verteidigen“. foucault weist beides zurück, und das m. A. n. völlig zu recht.
Er meint ja etwas konkretes mit dieser Modernisierung, und das ist, wenn ich das richtig verstehe, die Fähigkeit die eigene Ansicht, bzw. den eigenen kulturellen Hintergrund in Relation zu dem von Andersdenkenden zu stellen. Was mich daran etwas irritiert hat, ist dass er diese modernität in Europa verortet, denn selbst wenn entsprechende Grundlagen von europäischen Philosophen als erste gelegt worden sind (wo ich mir nichtmal sicher bin), dann ist doch nichts spezifisch europäisches an derartigen Gedanken, im Sinne dass sie irgendwie die geistige Haltung der europäischen Bevölkerung prägten oder ausmachten.
Zizek antideutsch? Uh, no.
http://www.zmag.org/znet/viewArticle/20270
Sobald ein Mensch intellektuell anspruchsvoller redet und dann auch noch von Antisemitismus spricht, ist er/sie gleich ein/e Antideutsche/r? Oh Hilfe, schaut doch mal über euren beschränkten Tellerrand, denn die durchaus notwendigen Debatten, die hier in Deutschland in der schrecklichen Klammer Anti-Imp – Anti-Deutsch stattgefunden haben, laufen in Ländern wie Frankreich und England unter ganz anderen Vorzeichen ab, die weniger pöbelig, mobverhaltengefährdet und bauchnabelzentriert sind. Wenn Ihr nicht bereit seid, Euch ein wenig anzustrengen, um mit der schlechten Ausstattung, die Mensch allgemein dafür hat (Hirn), eine Annäherung an ein Verständnis komplexer gesellschaftlicher Verhältnisse zu erzielen, dann haltet Euch doch bitte lieber zurück. Damit wäre allen geholfen, sogar Euch, die Ihr auch in der Anonymität des Internet noch als lächerlich befunden werden könnt.
http://www.socialistworker.co.uk/art.php?id=17333
Žižek findet Mono für Alle offenbar scheisse!
http://lysis.blogsport.de/2009/06/11/mono-fuer-alle-vor-buhenden-exantideutschen/#comment-72330
Gut dass wir Zizek auch scheisse finden
Der Name wird Ž-i-ž-e-k buchstabiert, Du Idiot!
Jetzt müßtest du nur noch den „Alt“-Code der Windows Code Page für die beiden Buchstaben angeben, dann hätten alle was gelernt. Jedenfalls alle Benutzer einer deutschen Standardtastatur unter MS windows als Betriebssystem. Ich war jedenfalls zu faul, das zu machen
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@ne-po:
Du gibst Dir Mühe. Brav