Letzter Vortrag in Berlin

SetarAm Donnerstag wird es in Berlin zum vierten und vorläufig letzten Mal einen Vortrag zum Thema „Homo­phober Moslem, toleranter Westen? Europa und die Hetero­normalisierung der islamischen Welt“ geben.

Ort: Buchladen Müßiggang, Reichenberger Str. 63a (Keller).
Zeit: Do, 30. Juli ’09, 19 Uhr.

Da die Räumlichkeiten leider etwas begrenzt sind, gilt es entweder frühzeitig da zu sein oder sich sicherheitshalber eine alternative Abend­gestaltung zu überlegen.

Übrigens: danke für die Werbung des „letzten linken Studenten“ Jörg Sundermeier, der sich in der taz auf bewährtem intellektuellen Niveau mit meinem Klappentext auseinander­gesetzt hat. Ich freue mich schon auf seine kompetenten Diskussions­beiträge am Donnerstagabend – und natürlich den feierlichen Vortrag eines nach persischem Muster verfassten Ghasels von Graf August von Platen-Hallermünde! (An Kerzen und Setar-Unter­malung ist bereits ge­dacht.) ;)


7 Antworten auf „Letzter Vortrag in Berlin“


  1. Gravatar Icon 1 Entdinglichung 28. Juli 2009 um 10:34 Uhr

    zum Thema passend, gestern lief auf Channel 4 der erste Teil einer Dokumetation zu Lord Byron, welche deutlich machte, dass das Osmanische Reich vor 200 Jahren deutlich toleranter und weitaus weniger homophob als Britannien war

  2. Gravatar Icon 2 lysis 28. Juli 2009 um 13:01 Uhr

    Ich glaube, Toleranz ist da die falsche Kategorie. Wenn gut die Hälfte aller osmanischen Liebesgedichte sich an junge Männer richten (und die Autoren sind natürlich zu 99,9% ebenfalls Männer), dann ist das nicht die Toleranz einer „Minderheit“ durch die Mehrheitsgesellschaft, sondern dann ist das die Praxis der Mehrheitsgesellschaft selbst (oder wenigstens ihrer alphabetisierten Eliten).

    Lustig find ich’s allerdings, dass das einzige Beispiel eines gleich­geschlechtliche Liebeslyrik verfassenden Dichters in Deutschland, das Sundermeier eingefallen ist, ausgerechnet ein die persische Poesie nachahmender Spätaufklärer ist, der just aus diesem Grund erniedrigt, verletzt und unter Verlust seines Gesichts ins italienische Exil getrieben wurde.

    Doch wer aus voller Seele haßt das Schlechte,
    Auch aus der Heimat wird es ihn verjagen,
    Wenn dort verehrt es wird vom Volk der Knechte.

    Weit klüger ist’s, dem Vaterland entsagen,
    Als unter einem kindischen Geschlechte
    Das Joch des blinden Pöbelhasses tragen.

    August von Platen

    Vgl. Muhammad Zouheir Sharaf: August von Platen und die arabische Welt. Grundzüge und Kontext seiner Rezeption arabischer Literatur. Berlin, 2003.

  3. Gravatar Icon 3 ♥Tekknoatze 28. Juli 2009 um 17:29 Uhr

    Einen sehr hübschen neuen Header hast du btw. :x

  4. Gravatar Icon 4 schildkröte 29. Juli 2009 um 13:35 Uhr

    aber in erfurt hälste den doch noch mal @polyfantasiawoche. nich vergessen.
    tekknokatze: dito.

  5. Gravatar Icon 5 lysis 30. Juli 2009 um 12:47 Uhr

    Ja, in Erfurt und noch ein paar anderen Städten. Das „vorläufig letzte Mal“ bezieht sich auf Berlin.

  6. Gravatar Icon 6 saltzunde 01. August 2009 um 8:16 Uhr

    ich habs leider verpasst.

  1. 1 kurz zitiert « meta.blogsport Pingback am 27. Juli 2009 um 21:43 Uhr
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