Global Apartheid – It’s A Walled World

Walled World
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(via meta.blogsport)


18 Antworten auf „Global Apartheid – It’s A Walled World“


  1. Gravatar Icon 1 ascetonym 20. August 2009 um 3:06 Uhr

    Ok, da es sicher kommen wird *räusper*:

    Findest du die Miteinbeziehung – unter G – des antiterroristischen Schutzwalls, der außerdem ja nur ein Zaun ist, nicht ein bisschen abgeschmackt, vor allem auch noch unter der Bezeichnung „Apartheid“? Ähnliches gilt natürlich graduell auch für C und B usw.

    Ehrlich besorgt,
    ascetonym

  2. Gravatar Icon 2 Wendy 20. August 2009 um 3:09 Uhr

    Damit hat dieser Begriff bei dir nun endgültig seinen analytischen Wert verloren.

  3. Gravatar Icon 3 bigmouth 20. August 2009 um 8:40 Uhr

    „Ähnliches gilt natürlich graduell auch für C und B“

    ja, immer diese gefährlichen mexikanischen terroristen!

  4. Gravatar Icon 4 bigmouth 20. August 2009 um 8:42 Uhr

    sorry, ascetonym, ich habe 5 h geschlafen, und las „salty“ als absender

  5. Gravatar Icon 5 doesn't mind 20. August 2009 um 14:11 Uhr

    @ascetonym: Du hast natürlich recht, aber zeigt die Karte nicht recht eindrucksvoll bereits auf den ersten Blick, dass die Phatasien vom Außenposten des Imperialismus bzw. hier der Abschottungspolitik in Bezug auf Israel Bullshit sind? Der dünne Korridor, der hier nach Israel geführt wird, sorgt nämlich dafür, dass vor allem Teile der Türkei völlig unwalled ins gesicherte Gebiet hineinreichen. Warum muss Israel zur Abwehr von Armutsflüchtlingen „heavily guarded“ sein, wenn über die Türkei nach Griechenland genausogut eingereits werden könnte?

    Und Gaza liegt nach der Karte sogar im Inneren oder der Grenzverlauf wäre noch abstruser weil der Wall in die falsche Richtung zeigt, so genau ist die Karte ja nicht.

    Und wenn nicht der „wall“ sondern der Lebensstandard der Grund für die Hereinnahme sein soll: Wohlstandsinseln der Größe Israels gibt es auch anderswo. Die Grenze etwa zwischen Quatar bzw. den Vereinigten Arabischen Emiraten (beide haben ein höheres BIP pro Kopf als Deutschland) und dem Oman und Saudi Arabien (deutlich darunter, weniger als Israel, aber knapp mehr als Portugal) sind auch nicht mit drin.

  6. Gravatar Icon 6 nope 20. August 2009 um 22:15 Uhr

    @ ascetonym

    Was meinst du mit „abgeschmackt“? Dass der Begriff „Apartheid“ bei der Grenze Israel/Palästina nicht zutreffend sei? Das Ironische ist ja v.a. die Blickrichtung? Wer fühlt sich dort eigentlich vor wem nicht sicher? Aufgrund der militärischen Überlegenheit und des unausgesetzten Siedlungsbaus Israels halte ich den Begriff aber stimmiger als vielleicht „Segregation“ oder „Exklusion“.

    Aber der Witz an der Sache liegt auch weniger in der „korrekten“ Anwendung des Begriffs „Apartheid“ (den man ja selbst vielleicht zu sehr auf innerstaatliche Repression/Diskriminierung reduziert). De facto steht die klare Aussage der lediglich 14 Prozent Erdbevölkerung die formell (erstmal ohne Ansehung der jeweiligen Klassengesellschaften) zu den Bessergestellten gezählt werden, den „restlichen“ 87 Prozent, die trotz ihrer Vielzahl eben nur als „Rest“ verstanden werden.

    Die „Legitimation“ der Grenzziehungen ist ja in der Mehrheit (Ausnahme Israel/Palästina, Australien und Korea) ökonomisch bedingt. Im Nahost-Konflikt werden Religion und Staatlichkeit als das jeweils diametral „Andere“ gegeneinander ausgespielt, im Falle Koreas ist die Teilung ein klares Produkt des Interventionismus der US-Amerikaner und Franzosen gegen den idolatrischen Staatssozialismus , während im Indischen Ozean der „Kampf der Kulturen“ mit Waffengewalt beschworen wird (s. Banda Aceh). Die Konfliktlinien in Nahost verlaufen in ihrem Ausgangspunkt zunächst unabhängig von nationalstaatlichen Interessen, sind vielmehr überhistorisch (hier müsste man eher Antisemitismus und Islamophobie thematisieren). Rassismus ist wiederum nicht determiniert durch Kapitalismus, insofern könnte man die Begriffswahl „Apartheid“ evtl. missdeuten, dennoch sehe ich die eigentlich Härte in den vier kleinen Zahlen und weniger in der (evtl. falschen etymologischen Anwendung) Konnotation des Begriffs. Es sind ja genau diese Zahlen, die in den Flüchtlingstoten aufgehen, in Abschiebungen und in ohnmächtigem, teils terroristischen Widerstand münden. Zahlen, die den „Westen“ brennend interessieren (man denke nur an die „Mittelmeer-Union“ zwischen nicht ganz „failed-states“ in Norden Afrikas und der EU unter Vorrangstellung der alten Kolonialmacht Frankreich).

  7. Gravatar Icon 7 dada 22. August 2009 um 12:20 Uhr

    „Die Konfliktlinien in Nahost verlaufen in ihrem Ausgangspunkt zunächst unabhängig von nationalstaatlichen Interessen, sind vielmehr überhistorisch (hier müsste man eher Antisemitismus und Islamophobie thematisieren).“

    So ein Unsinn! Die Gründung von oder die Forderung nach Nation global geltend zu machen, geht gar nicht ohne Nationalismus. Auch nicht dann, wenn man sich das Wort „Konflikt“ dafür auswählt. Das ist weder „überhistorisch“, noch sind die Ideologien für den Konflikt der Grund. Sich ausschließende Interessen an Territorium und Bevölkerung haben weder mit Religion, noch mit „Vorurteilen“ zu tun.

  8. Gravatar Icon 8 nope 22. August 2009 um 23:57 Uhr

    Die Frage der Nationenbildung habe ich dabei noch gar nicht angesprochen. Dass es für die Staatsgründung eine gehörige Portion „Nationalbewußtsein“/Nationalismus braucht, steht außer Frage. Wie weiland rassistisch dieser Nationalismus in der Folge auftritt oder bereits während vor und während der Staatsgründung rassistisch ist, kann auch nicht pauschl gesagt werden.
    Insofern sehe ich in deiner Äußerung auch keinen Gegenargument, wo du lediglich einen Gegenstandswechsel vornimmst: mit dem in Anführungszeichen gesetzten Adjektiv „überhistorisch“ wollte ich auf die religiösen Konfliktlinien aufmerksam machen, die tatsächlich losgelöst von Nationalismus und damit Staat auftreten. Aus der Praxis der Religion muss m.E. nicht einmal die Begründung einer in einer Zentralgewalt manifestierten Herrschaft (außer natürlich der jenseitigen…) folgen. Was wir aber seit der Verschmelzung von Christentum und weltlicher Herrschaft in Rom feststellen, ist die Instrumentalisierung der Religion für politische Zwecke. Insoweit ist Religion als Praxis der Unterwerfung aber nichts anderes als eine Form der Subjektivierung/Unterordnung.

  9. Gravatar Icon 9 dada 23. August 2009 um 2:02 Uhr

    „auf die religiösen Konfliktlinien aufmerksam machen, die tatsächlich losgelöst von Nationalismus und damit Staat auftreten“

    Wie du selbst ein paar Zeilen später anmerkst, ist Religion der Kitt für ganz andere Ansprüche. Also „losgelöst“ ist da gar nichts. Die Unterordnung und Zuordnung religiöser Fanatiker ist immer und überall Berufungsinstanz, die war nicht mal in den Kreuzzügen der Grund für territoriale Ansprüche – wie auch?!

  10. Gravatar Icon 10 nope 23. August 2009 um 13:35 Uhr

    Ich erkenne darin immer noch keinen Widerspruch. Du insistiert die ganze Zeit auf der Übereinstimmung von Religion als Ideologie und staatlicher Herrschaft als jener Instanz, die auf eine Ideologie angewiesen ist (eine Art ideologischer Staatsapparat sozusagen), um Herrschaft in Affirmation zu transformieren, wenn ich dich mal so deuten darf.
    Das kann man tun und man kann dies für richtig oder falsch halten, wahr ist natürlich, dass das Konsequenzen für diejenigen, die als Spielball und abhängige Variable zwischen die Fronten gelangen. Zu einer Erklärung der Religion gelangt man aber nicht in dieser rekursiven Form, wonach sie nur Dublette einer falschen Gegenwart sei. Das Wesen der Religion ist vielmehr von seiner Funktion getrennt. Dass man im Anschluss daran beides – und getrennt von staatlicher Herrschaft/Nationalismus –, kritisieren muss, steht auch nicht außer Frage.
    Den kapitalistischen Hammer, der in den Zahlen/Relationen ausgedrückt wird, vernebelt man sich aber durch eine solche formale Debatte, die im übrigen auch von wenig Belang zu sein scheint, da sich niemand weiteres daran beteiligt. Es ist müßig.

  11. Gravatar Icon 11 dada 25. August 2009 um 7:43 Uhr

    „ … um Herrschaft in Affirmation zu transformieren, wenn ich dich mal so deuten darf.“

    Falsche Deutung. Du bist eingestiegen „Instrumentalisierung“ von Religion, so als sei der Glaube an höhere Mächte etwas jenseits von Affirmation und müsse erst „transformiert“ werden.

    „Das Wesen der Religion ist vielmehr von seiner Funktion getrennt.“

    Es ist eine verkehrte Trennung, wenn du das „Wesen“ eines metaphysischen Opportunismus von seinem Zweck scheidest. Religionsfans spinnen sich nicht nur ein Fantasiegebilde zusammen, sondern verstehen ihren Glauben nicht ganz zu Unrecht als Unterwerfung.

    „formale Debatte“ „wenig Belang“ „niemand weiteres daran beteiligt“ „müßig“

    Na dann.

  12. Gravatar Icon 12 nope 25. August 2009 um 20:26 Uhr

    Ja natürlich ist das etwas Grundverschiedenes, ob ich mir einerseits einen Jenseitigen als Kopfgeburt vorhalte und damit bspw. meine Umwelt zu verstehen suche, oder ob eine weltliche Herrschaft (eine Zentralgewalt wie sie im Feudalismus aufkommt) mit Willen und Bewusstsein auf metaphysische Weltbilder setzt, um sie als Legtimitationsgrundlage der eigenen Herrschaft anzuwenden. Dazwischen liegt die Transformation von reiner Metaphysik (Glaube an den Heilland, Deutung der Welt) hin zum politischen Gebrauch dieser. Letzteres wäre die Instrumentalisierung.
    Aber ich bitte dich mal um Stellungnahme, wo hier die sachliche Differenz vorliegen soll. Das meine ich, wenn ich von „formaler Debatte“ spreche und natürlich ist die Beteiligung an der Debatte Gradmesser für die Wichtigkeit hier, weswegen eine Fortführung nur noch Off-topic wäre (Lysis‘ Grundgedanke war, davon bin ich noch immer überzeugt, der kapitalistische Hammer zwischen „Welt 1″ und „Welt 2″) und metaphorischer Nutzung des Begriffs „Apartheid“. Wenn du das weiterbesprechen willst, dann wende dich direkt an mich.

  13. Gravatar Icon 13 schons 29. August 2009 um 13:38 Uhr

    wer über definitionen diskutiert ist KEIN kommunist! ich wiederhole: wer über definitionen streitet, ist KEIN kommunist!

  14. Gravatar Icon 14 Sacher-Masoch-Torte 30. August 2009 um 13:43 Uhr

    „wer über definitionen diskutiert ist KEIN kommunist! ich wiederhole: wer über definitionen streitet, ist KEIN kommunist!“

    Das ist aber eine ziemlich unsaubere Definition.

  15. Gravatar Icon 15 rudofl 07. September 2009 um 21:43 Uhr

    Interessanter Artikel zum Thema:

    http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/57603?PHPSESSID=2brbbfllq21f10ir34d1b14lc2

    Die Offenheit, mit der da die „globale Apartheid“ verteidigt wird verschlägt einem schon die Sprache…

  16. Gravatar Icon 16 different 08. September 2009 um 1:17 Uhr

    @rudofl: Der Artikel lügt leider ziemlich dreist. Siehe mein Blogeintrag dazu:

    http://different.blogsport.de/2009/09/04/german-foreign-policy-uebertreibt/

  17. Gravatar Icon 17 rudofl 08. September 2009 um 12:21 Uhr

    @different: Ok, ich muss wohl das Originaldokument ansehen. Das kommt davon, wenn man immer nur Rezensionen liest.

  1. 1 Homonationalismus, Jungle World und Judith Butler « rhizom Pingback am 03. August 2010 um 23:58 Uhr
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