Archiv für August 2009

Queer Labor Hannover: 11. bis 20. August

Queer Labor Hannover

Victims of Homophobia and Hate

Schon etwas länger her: die New York Times berichtete im Februar 2008 über einen homophoben Mord an einer Junior High School in Kalifornien. Das Opfer: ein Achtklässler, 15 Jahre alt. Gegen den Täter – einen 14-jährigen Jungen – wird zurzeit noch nach Erwachsenenstrafrecht verhandelt. Wird er regulär verurteilt, erwartet ihn eine Haftstrafe von über 50 Jahren ohne die Möglichkeit einer vorzeitigen Entlassung. So macht diese Gesellschaft durch ihre Homophobie und bigotte Rachsucht am Ende gleich zwei Teenager zu ihren Opfern – zwei auf einen Streich!

The gunman, identified by the police as Brandon McInerney, “is just as much a victim as Lawrence,” said Masen Davis, executive director of the Transgender Law Center. “He’s a victim of homophobia and hate.”

Aufschlag in der Wüste des Realen

Der homophobe Anschlag auf einen LGBTQ1-Jugendtreff in Tel Aviv, der zwei Menschen das Leben kostete, bringt auch die beiden regressiven Pole der deutschen Linken: Antiimps und „Anti-D“s, wieder zum Tanzen – jedenfalls wenn man die abgefahrenen Kommentarspalten bei Indymedia liest. Im Grunde verwundert das nicht, denn das Thema Homophobie wurde jahrelang dazu benutzt, Linke und Liberale auf die Seite Israels zu ziehen und (wenn auch manchmal nur implizit) eine ideologische Legitima­tion für die systematische Entrechtung der Palästinenser_innen zu liefern.

Entsprechend hat sich auch in Israel seit einiger Zeit eine Art politischer Arbeitsteilung etabliert: Während der ultraorthodoxe Innenminister Eli Yi­shai (Shas) „Homosexuelle und Lesben“ in der Knesset als „kranke Menschen“ bezeichnet, denen er eine „schnelle Genesung“ (und die baldige Erfindung einer chemischen Medikation) wünscht, benutzt der faschistische Außenminister Avigdor Liebermann (Jisra‘el Beitenu) das Thema, um „die internationale schwule Gemeinschaft“ für Israels politische Ziele „zu rekrutieren“ (Ha‘aretz). (mehr…)