Israel: A Stalemated Action of History

“Nor will there ever be an administration in Washington ready to do diplomatically what none has ever dared do since 1947, namely compel Israel to make an equitable peace with the Arabs. […] Sober and quite rational Israelis exist, of course, and I cite them often enough, but American policy will be determined by factors having nothing to do with them. Unfortunately, rational Israelis are an all too small minority.” (Gabriel Kolko, Israel: A Stalemated Action of History).


55 Antworten auf „Israel: A Stalemated Action of History“


  1. Gravatar Icon 1 negative potential 08. September 2009 um 13:56 Uhr

    Wie gut sich der Kolko mit die Erbanlagen von Nationaltypen auskennt!

    Un­for­tu­nate­ly, ra­tio­nal Is­raelis are an all too small mi­nor­i­ty.

    Wenn jemand so etwas über Palästinenser schreibt, kriegst du gleich ein Herzinfarkt!

    Oder ist sowas doch unter Linken „erlaubt“?

    „Italians who don‘t smell like garlic are an all too small minority.“

    „Attractive British women are an all too small minority.“

    „Non-alcoholic Russian are an all too small minority.“

    „Warm-hearted Germans are an all too small minority.“

    „Educated American are an all too small minority.“ (Oops, dieser Letzte kommt tatsächlich häufig vor bei deutsche „Linker“)

  2. Gravatar Icon 2 andreas 08. September 2009 um 14:32 Uhr

    als ob über palästinenser nicht laufend noch ganz andere dinge geschrieben würden (ohne dass es dich stören würde).

  3. Gravatar Icon 3 ahmed 08. September 2009 um 14:37 Uhr

    der wöchentliche orakelspruch gegen israel, gähn…

  4. Gravatar Icon 4 negative potential 08. September 2009 um 14:46 Uhr

    als ob du mich kennst und in der lage wärst zu erklären, was mich stört…

  5. Gravatar Icon 5 lysis 08. September 2009 um 15:50 Uhr

    oh, geht’s jetzt um nationale ehrfragen, oder was? wie würdest du das denn nennen, wenn ein staat und seine parteien kollektiven amoklauf begehen statt einfach frieden zu machen? wer noch halbwegs bei verstand ist, der wandert im moment aus statt sich für den kolonialen wahnsinn der regierung verheizen zu lassen. israel erlebt gerade einen brain drain, der eigentlich nur mit der situation in der ddr kurz vor dem mauerbau vergleichbar ist. der anteil der jugendlichen, die auswandern möchten, liegt bei fast der hälfte. übrig bleiben die fanatisierten deppen, die bereit sind, zwei bis drei jahre ihres lebens an die IDF wegzuwerfen, um ein moralisch unhaltbares siedlungs­projekt zu verteidigen und den palästinensern alle paar jahre den schädel einzuschlagen.

  6. Gravatar Icon 6 negative potential 08. September 2009 um 16:09 Uhr

    wie würdest du das denn nennen, wenn ein staat und seine parteien kollektiven amoklauf begeht statt einfach frieden zu machen?

    Ich würde sowas „Statesmanship“ nennen. Oder ist sowas nur „rational“ wenn es von Nichtjuden begangen wird?

    israel erlebt gerade einen brain drain, der eigentlich nur mit der situation in der ddr kurz vor dem mauerbau vergleichbar ist.

    Ach so, zurückgebliebene Ossis waren also auch irrational? Und das obwohl dein antifaschistischer Homeboy Ulbricht an der Macht war? Oder ist der nicht mehr so cool? Ich habe leider mein „Lysis Party-Line Change Scorecard“ heute zu hause vergessen.

  7. Gravatar Icon 7 lysis 08. September 2009 um 16:13 Uhr

    ich hab mich mal positiv auf ulbricht bezogen? was man hier nicht so alles erfährt … LOL

  8. Gravatar Icon 8 lysis 08. September 2009 um 16:31 Uhr

    a recent survey indicates that only 69 percent of Jewish Israelis say they want to stay in the country, and a 2007 poll finds that one-quarter of Israelis are considering leaving, including almost half of all young people. They go on to report that, „in another survey, 44 percent of Israelis say they would be ready to leave if they could find a better standard of living elsewhere. Over 100,000 Israelis have acquired European passports.“

    John Mearsheimer, „The Changing Face of Israel

  9. Gravatar Icon 9 negative potential 08. September 2009 um 17:08 Uhr

    ich hab mich mal positiv auf ulbricht bezogen?

    Ja, auf Narodniks alte Blog; es ging um den 17.Juni 1953.

  10. Gravatar Icon 10 lysis 08. September 2009 um 17:12 Uhr

    omg!

  11. Gravatar Icon 11 forty 08. September 2009 um 17:13 Uhr

    Rationalität ist für NP also eine „Erbanlage“?
    Solch krude Gedankengänge lassen doch einiges erahnen. Da scheints es ja um die eigenen Gene schlecht bestellt zu sein, negatives Potential halt.

  12. Gravatar Icon 12 negative potential 08. September 2009 um 17:22 Uhr

    Rationalität ist für NP also eine „Erbanlage“?

    Nein, es sei denn „NP“ ist eine Abkürzung für „Gabriel Kolko“.

  13. Gravatar Icon 13 lysis 08. September 2009 um 17:31 Uhr

    Wo steht denn das, dass Kolko die Dummheit der Israelis für genetisch hält. Die kann ja auch nationalistisch verursacht sein.

  14. Gravatar Icon 14 ahmed 08. September 2009 um 19:33 Uhr

    „…44 percent of Israelis say they would be ready to leave if they could find a better standard of living elsewhere…“
    kann ja gut sein, dass 44prozent gehen würden, aber die frage ist doch warum. dafür kann es viele gründe geben und die sind nicht zwangsläufig ein statement gegen den staat israel, wie von dir da rein interpretiert.
    außerdem sind europäische pässe eine rückversicherung für israelis, weil es kann einfach auch einmal ganz schnell ende sein mit diesem staat. und juden und jüdinnen hatten bekanntlich schon einmal das problem nicht die richtigen pässe zu besitzen.

  15. Gravatar Icon 15 lysis 08. September 2009 um 19:47 Uhr

    kann ja gut sein, dass 44prozent gehen würden, aber die frage ist doch warum. dafür kann es viele gründe geben und die sind nicht zwangsläufig ein statement gegen den staat israel, wie von dir da rein interpretiert.

    vielleicht ist es ja auch nur ein statement gegen ihre benutzung für die rassistische okkupations- und siedlungspolitik, die du ja irgendwie mit israel gleichzusetzen scheinst. von einem statement „gegen den staat israel“ habe ich nämlich nie geredet. dass da auch angst vor den selbstmörderischen folgen dieser politik mit dabei ist – keine frage!

  16. Gravatar Icon 16 ahmed 08. September 2009 um 20:04 Uhr

    von „selbstmörderischen folgen dieser politik“ habe ich nicht gesprochen. ich denke israel ist permanent bedroht, egal ob mit oder ohne okkupationspolitik.

  17. Gravatar Icon 17 andreas 08. September 2009 um 21:14 Uhr

    ein billiges „argument“ dafür, an der besatzungspolitik nichts zu ändern. und: mit dem staat kann/wird es nicht ganz schnell zu ende sein (schon aufgrund seiner militärischen überlegenheit).

  18. Gravatar Icon 18 sasa 08. September 2009 um 22:42 Uhr

    Ich denke, Israel ist – wie jeder Gewaltapparat – eine permanente Bedrohung, egal ob mit oder ohne Okkupationspolitik. Deswegen ist es auch ständig bedroht – und wenn der Feind im eigenen Land hockt … man kennt das.

  19. Gravatar Icon 19 forty 09. September 2009 um 0:05 Uhr

    Nein, es sei denn „NP“ ist eine Abkürzung für „Gabriel Kolko“.

    In dem Fall wohl eher für wahnhaft Negative Projektion deinerseits.
    Ich kann das in Kolkos Text nicht finden.

  20. Gravatar Icon 20 lysis 09. September 2009 um 2:30 Uhr

    Oh bitte, die Bedrohung Israels ist doch ein Effekt seiner Weigerung, mit den Arabern einen gerechten Frieden auf Grundlage international anerkannten Rechts zu schließen.

    Was die ganzen Leute, die aus purem Philosemitismus jetzt so wunder israelsolidarisch tun, nicht sehen (und offenbar nicht sehen wollen), ist die Tatsache, dass Israel sich mit seiner Siedlungspolitik gerade selbst zerstört.

    Denn was ist denn der Effekt dieser Siedlungspolitik? Dass es keinen eigenen palästinensischen Staat mehr geben wird, ergo, dass die palästinensische Bevölkerung, eingeschlossen in israelisches Territorium, unter dauerhafter israelischer Besatzung leben wird, ohne jemals selbst Bürger dieses Staates werden zu können.

    Und da es absehbar ist, dass die Palästinenser bald die zahlenmäßige Mehrheit stellen, läuft das darauf hinaus, dass eine militarisierte Minderheit eine entrechtete Mehrheit auf Dauer niederhalten muss. Und der Preis dafür ist hoch. Es ist die Verwandlung Israels in ein neues Sparta. „But Zionism has produced a Sparta“, schreibt Prof. Kolko schon jetzt.

    Und wie lange wird das wohl gut gehen? Wie lange werden die Amerikaner Israel mit Waffen beliefern, damit die israelische Jugend den Palästinsern alle paar Jahre den Schädel einschlägt? Wie lange wird die internationale Öffentlichkeit das ruhig und tatenlos mit ansehen? Wie lange wird es wohl dauern, bis sich fast alle Staaten mit Ausnahme der USA, Palaus, der Marshallinseln und Mikronesiens auf einen globalen Handelsboykott gegen Israel einigen?

    Gut, es gäbe da auch noch die Option der Vertreibung. Das Rezept dazu ist ja schon aus dem Unabhängigkeitskrieg bekannt: man richtet in einigen Dörfern ein paar Massaker und Gruppenvergewaltigungen an, bis die Mehrheit in Panik flieht.

    Aber was ist, wenn eine Gruppe wie die Hisbollah dann wirklich mal anfängt, ihre Raketen auf israelische Atomkraftwerke zu richten und das Staatsterritorium radioaktiv zu verseuchen?

    Also ehrlich gesagt, ich würde jedem irgendwie noch halbwegs bei Verstand befindlichen Menschen empfehlen, da schnellstmöglich wegzuziehen und sich einen sicheren Schutzhafen zu suchen. Der zeitgenössische Zionismus ist nämlich verrückt geworden und begeht gerade sehenden Auges Suizid.

    Dabei wäre es so einfach, Frieden zu haben. Jeder weiß, was die Lösung ist: Rückzug auf international anerkannte Grenzen, Räumung der Siedlungen, Teilung von Jerusalem, Gründung zweier souveräner Staaten.

    Wer dagegen Israel in seinem Amoklauf bestärkt, der ist kein Freund von Israel, denn es ist nicht besonders freundlich, jemandem, der sich erhängen will, auch noch den Strick zu reichen.

  21. Gravatar Icon 21 Pent C. Klarke 09. September 2009 um 3:33 Uhr

    Das stimmt doch nicht. Die Bedrohung Israels geht doch wohl ganz allein davon aus, daß seine Nachbarstaaten, die übrigens auch sehr viel mächtiger sind als Israel, es vernichten wollen. Die ganze Siedelei (Amoklauf?) hat damit doch gar nichts zu tun.

  22. Gravatar Icon 22 lysis 09. September 2009 um 3:44 Uhr

    Welche Staaten meinst du? Jordanien und vor allem Ägypten haben schon seit Ewigkeiten Frieden mit Israel geschlossen und den auch niemals gebrochen. Syrien will die Golan-Höhen zurück, bevor es, wie Ägypten nach der Rückgabe des Sinai, Frieden mit Israel schließt. Und die Aggressionen von Staaten wie Iran und Terrorgruppen wie der Hisbollah hängen doch wohl aufs engste mit dem Konflikt zusammen, den Israel mit den Palästinensern unterhält. Durch die Siedlungspolitik wird dieser Konflikt aber auf Dauer unlösbar gemacht, weil es überhaupt gar keinen Raum für einen eigenständigen palästinensischen Staat mehr gibt. Wo soll denn der jetzt noch entstehen? Je mehr Siedlungen Israel baut, desto mehr wird es für die Zukunft nur noch eine einzige mögliche Lösung geben, die nicht auf Vertreibung oder Apartheid hinausläuft: eine Ein-Staaten-Lösung mit den palästinensischen Arabern als gleichberechtigten Staatsbürgern Israels. Auch das wäre für den Zionismus eine Form des historischen Suizids, weil Israel dann nicht mehr der erträumte „Staat der Juden“, sondern der Staat aller seiner Bewohner wäre. Allerdings auch nicht unbedingt das schlechteste Ende der Geschichte!

  23. Gravatar Icon 23 Pent C. Klarke 09. September 2009 um 4:22 Uhr

    Ja, das ist die eine Seite, vergessen hast Du dabei noch die politischen Organisationen der Palästinenser; die andere zeigt sich dadurch, daß viele dieser und weitere arabische Staaten gleichzeitig ihre palästinensischen Bevölkerungsteile als Staatenlose naturalisieren und deren „Rückkehr“ fordern.

    „Und die Aggressionen von Staaten wie Iran und Terrorgruppen wie der Hisbollah hängen doch wohl aufs engste mit dem Konflikt zusammen, den Israel mit den Palästinensern unterhält.“

    Aber wie?

  24. Gravatar Icon 24 lysis 09. September 2009 um 4:31 Uhr

    Schau mal, Klarke, es gibt einfach eine international anerkannte Lösung des Konflikts: von der UNO über die PLO bis zur arabischen Liga ist diese Lösung völlig unumstritten. Und diese Lösung ist die Zwei-Staaten-Lösung. Allerdings ist die mit der Siedlungspolitik nicht vereinbar.

    Es gibt in dieser Lösung natürlich einige wenige Streitfragen wie das Rückkehrrecht. Aber daran würde sicher keine Verhandlung scheitern, wenn sie denn von Israel überhaupt gewollt wäre. Das ist aber angesichts des Verhaltens in der Siedlungsfrage mit ziemlicher Sicherheit auszuschließen.

    Vielleicht sollte Israel, wenn es von den Palästinsern die Anerkennung seines Existenzrechts fordert, selbst auch mal eine solche Anerkennung aussprechen – nämlich die Anerkennung der grünen Linie als Grenze eines zukünftigen Palästinenserstaats. Wenn nicht, dann ist ein Friede nicht zu erwarten.

    Das ist so einfach, so primitiv, dass man sich wundert, dass es Leute gibt, die das nicht kapieren.

  25. Gravatar Icon 25 Pent C. Klarke 09. September 2009 um 5:07 Uhr

    Das fällt mir tatsächlich schwer, sind mir doch die Bilder mit Sprenggürteln Bewaffneter, die über die Grenze strömen, um sich in der nächstbesten israelischen Stadt in die Luft zu jagen, noch deutlich. Und dabei ging es dann schon darum, so viel ich weiß, eine grundsätzliche Haltung gegenüber Israel zu exekutieren. Aber seitdem hat sich wohl einiges verändert, nicht zuletzt auch dank der Initiative Israels.

  26. Gravatar Icon 26 Krautjungfer 09. September 2009 um 8:48 Uhr

    Merkst du was?
    Von einem auf den anderen Tag sind die Selbstmordattentäter verschwunden bzw. weniger geworden. Der „Zaun“ war da aber doch noch gar nicht fertig. Die bauen ja JETZT sogar noch daran. Aber seit Jahren ist es ruhig. Wie kommts? Seltsamer Widerspruch, oder? Darauf haben übrigens auch die Palästinenser und „Zaun“gegner immer hingewiesen: dass es da nicht drum geht Selbstmordattentäter auszusperren, sondern einseitig eine Landgewinnung durchzuführen. Das fand ich schon immer sehr seltsam, wie denn bei einem unfertigen Gebilde gleichzeitig behauptet werden kann, dass das die Sprenggürtelleute weghält. Oder war es dann doch eine Entscheidung der PLO usw. diese Attentate zu verhindern und selbst einzustellen?

    Zu den Kriegen gibts übrigens eine ganz andere Geschichtsschreibung, als Du sie jetzt darstellst:
    Die Vertreibungen von tausenden Palästinensern begann schon im November 1947, also LANGE vor dem Eingreifen der anderen Staaten (Jordanien übrigens, als stärkster Gegner, hatte ein Geheimabkommen mit Israel, um das Westjordanland zu bekommen). Suezkanalkrieg? Israel war unter den Angreifern. 1967 -> Präventivkrieg, es wird immer behauptet, um den anderen vorzukommen. Aber dennoch begann Israel den Krieg. 1973? Ägypten hat mehrere Friedensangenote gemacht, die abgelehnt wurden. Libanonkrieg No1? Libanonkrieg No2?

  27. Gravatar Icon 27 ahmed 09. September 2009 um 10:34 Uhr

    „Und die Aggressionen von Staaten wie Iran und Terrorgruppen wie der Hisbollah hängen doch wohl aufs engste mit dem Konflikt zusammen, den Israel mit den Palästinensern unterhält.“ (lysis)
    Wegen des Konflikts veranstaltet der iranische Präsident Holocaustleugnerkonferenzen und fordert die Vernichtung Israels? Da erschließt sich mir persönlich kein logischer Zusammenhang. Antisemitismus? Gibt es nicht? Oder es gibt ihn, aber eigentlich nur weil die Juden und Jüdinnen so ungerecht sind. Und ob dieser Ungerechtigkeiten ist dann alles gegen Israel gerechtfertigt?
    Es ist schon übel knallharte Islamist_innen nicht als das zu benennen was sie sind und deren Vernichtungsgelüste auch noch ideologisch zu legitmieren.

  28. Gravatar Icon 28 bigmouth 09. September 2009 um 10:34 Uhr

    „Und die Aggressionen von Staaten wie Iran und Terrorgruppen wie der Hisbollah hängen doch wohl aufs engste mit dem Konflikt zusammen, den Israel mit den Palästinensern unterhält.“

    das hätte ich gerne aber ausgeführt. ich halte es nämlich für sehr gut möglich, dass sich deren antisemitismus längst verselbstständigt hat

  29. Gravatar Icon 29 lysis 09. September 2009 um 15:33 Uhr

    Wegen des Konflikts veranstaltet der iranische Präsident Holocaustleugnerkonferenzen und fordert die Vernichtung Israels?

    ahmed, das ist, wenn man auf seine eigene propaganda reinfällt. der iranische präsident veranstaltet holocaustleugnerkonferenzen, weil er den holocaust als den moralischen legitimationstitel für die kolonisierung der palästinenser sieht. und diesen titel will er ihnen wegnehmen, wobei er damit auch auf massive kritik innerhalb des regimes selbst stößt.

    darüber hinaus hat er schlicht und einfach nicht die „vernichtung israels“ gefordert, wie das von kriegsinteressierter seite kolportiert wird, sondern dass „das regime, das jerusalem besetzt hält, von den seiten der geschichte verschwinden muss“.

    schließlich kannst du dir auch mal seine rede auf der durban-2-konferenz durchlesen, um zu erfahren, dass es in seiner antizionistischen ideologie sehr wohl primär um das schicksal der palästinenser geht. und dass er bei einer einvernehmlichen zweistaaten-lösung wohl kaum noch einen moralischen titel hätte, um weiter gegen den jüdischen staat zu hetzen.

    Da erschließt sich mir persönlich kein logischer Zusammenhang.

    vielleicht jetzt schon.

    Antisemitismus? Gibt es nicht? Oder es gibt ihn, aber eigentlich nur weil die Juden und Jüdinnen so ungerecht sind. Und ob dieser Ungerechtigkeiten ist dann alles gegen Israel gerechtfertigt?

    erst mal sind die ungerechtigkeiten gegen die palästinenser nicht gerechtfertigt. das ist doch das erste. aber die zählen bei euch ja nicht. offenbar sind das keine leute, die in eurer rechnung eine rolle spielen. so als wären das nicht auch menschen, die als solche das gleiche recht auf körperliche unversehrtheit und ein gutes leben haben wie die israelis auch.

    zum anderen:

    Argumentative Zirkelschlüsse und Tautologien
    Eine der zentralen Aussagen der «Antideutschen» bezüglich der Konflikte im Nahen und Mittleren Osten – gleichgültig ob es um den Libanon, um den Einmarsch im Irak 2003 oder um einen möglichen Krieg gegen den Iran gehe – lautet so: Israel wird von allen Seiten von Antisemiten bedroht. Diese stellen die Wiedergänger des Nationalsozialismus dar und werden genau deshalb (im Namen «falscher Friedenssehnsucht») durch die deutsche, aber auch europäische Öffentlichkeit unterstützt. Sofern diese dem Krieg nichts Positives abzugewinnen vermag, so hat dies dieselbe Qualität, wie wenn Deutsche einstmals über ihre zerbombten Städte jammerten, anstatt den Holocaust zu bedauern/verhindern. Den unter dem Label ‘Friedensbewegung’ auftretenden «Mob» (letzteren Begriff benutzte etwa der Publizist Thomas von der Osten-Sacken in ‘Konkret’ 2003 explizit) gilt es deshalb schonungslos zu bekämpfen.

    Die Tatsache, dass es Konflikte beispielsweise zwischen Israel und den Palästinensern oder aktuell zwischen Israel und dem Libanon gibt, ist ausschließlich darauf zurückzuführen, dass die Bewohner der letztgenannten Ländern mordlustige Antisemiten sind, so wie die Deutschen des Dritten Reiches mordgierige Antisemiten waren. (Von kleineren Minderheiten kann jeweils abgesehen werden.) Und man soll nicht mit dem Argument kommen, dass es im Falle des Nahen Ostens aber reale Interessenkonflikte gebe, zum Beispiel weil einige Hunderttausend Palästinenser 1948 sowie 1967 vertrieben worden sind und weil das Westjordanland seit 1967 unter militärischer Besetzung (mit einigen lokalen Autonomierechten für manche Örtlichkeiten seit dem Oslo-Abkommen) lebt. Per Definition darf das nämlich keine Rolle spielen. Dazu einen führenden antideutschen Autor, der in den Jahren 2004 und 2005 auch mehrfach durch die Konrad-Adenauer-Stiftung der CDU als Referent zum Thema Nahostkonflikt eingeladen worden ist und der jüngst in ‘SPIEGEL Online’ anfeuernde Äußerungen (>> www.matthiaskuentzel.de) zur Kriegsführung Israels im Libanon publizieren konnte, im Originalton (>> www.matthiaskuentzel.de):

    « Die Antwort findet sich selten in den Massenmedien unserer Tage, um so häufiger jedoch in den Stellungnahmen aus Gaza-Stadt, Beirut und Teheran: Israel ist heute mit der vielleicht massivsten Bedrohung seiner Existenz seit 1948 konfrontiert, weil ein eliminatorischer islamischer Antisemitismus im Zentrum jenes Religionskriegs steht, den der Islamismus gegen den Westen insgesamt führt (…). Bekanntlich hatten auch die Nazis mit Juden weder ein Grenz-, noch ein Flüchtlingsproblem. Die Geschichte zeigt, dass Antisemitismus von konkretem jüdischen Verhalten völlig abgekoppelt ist – im Nahen Osten ebenso, wie anderswo in der Welt. Zwar mag eine kritikwürdige Politik der israelischen Regierung den Zorn auf diese Regierung steigern – in keinem Fall verschafft sie dem Angriff auf Israels Existenz Plausibilität. (…) So wie Hitler seiner antisemitischen Propaganda aufs Worte glaubte und deshalb mit dem millionenfachen Mord an Juden die Menschheit tatsächlich zu ‘befreien’ suchte, so glauben auch die Islamisten ihrer Hasspropaganda aufs Wort (…) »

    Der Kern des Denkfehlers liegt vielleicht in dem scheinbar unbedeutenden Wörtchen «auch». Denn während es absolut zutrifft, dass «die Nazis mit Juden weder ein Grenz- noch ein Flüchtlingsproblem» hatten, noch im Übrigen jemals durch Juden unterdrückt worden waren, so ist genau dies für Menschen in «Gaza-Stadt, Beirut» tatsächlich der Fall. Insofern liegt vielleicht schon hier ein wesensmäßiger Unterschied begründet, zumal die Parallele auch darin schief ist, dass die Nationalsozialisten keinen «Religionskrieg» führten, wie Matthias Küntzel über die Islamisten schreibt (selbst wenn man der Auffassung sein kann, dass auch deren Kampf in Wirklichkeit weitaus eher politisch denn religiös ist).

    Aber an dieser Stelle geraten wir, so wir den antideutschen Ideologen folgen, in einen Zirkelschluss. Einen gnadenlosen Zirkelschluss, aus dem es keinerlei argumentatives Entrinnen gibt. Dessen erstes Postulat lautet: Die Juden waren nicht an ihrer Verfolgung durch Antisemiten, etwa im Nationalsozialismus, selbst schuld. Dem lässt sich kaum widersprechen, sondern nur zustimmen. Zweites Postulat: Im Nahen und Mittleren Osten haben wir es heute mit demselben Typus von Antisemitismus zu tun. Daraus folgt dann das dritte Postulat: Wenn dem aber so ist, dann trifft es auch zu, dass jegliches konkrete Verhalten und jede Politik seitens des Staates Israels in keinerlei Zusammenhang mit dem Hass seiner Gegner stehen kann; also in dem Zusammenhang mit dem Konflikt auch nicht zu kritisieren ist. Denn, viertes Postulat, so etwas zu behaupten, würde wiederum bedeuten, den Juden selbst die Schuld am Antisemitismus zu geben. Von diesem Schema ausgehend, lässt sich eine neue Faustregel aufstellen: § 1: Israel ist in dem Konflikt grundsätzlich immer im Recht. § 2: Sollte es einmal Unrecht haben (oder begehen), so tritt automatisch § 1 in Kraft.

    […]

    Der Denkfehler liegt vielleicht schon darin begründet, wie der Begriff Antisemitismus durch diese Autoren benutzt wird. Indem sie ihn auf die (ihnen im Konkreten weitestgehend unbekannten) Verhältnisse im Nahen und Mittleren Osten und die dort vielerorts anzutreffende Ablehnung des Staates Israels ebenso wie auf das nationalsozialistisch beherrschte Europa anwenden, unterstellen sie eine Wesensidentität zwischen beiden Erscheinungen. Ab da kann für den Nahen Osten nur zutreffen, was auch auf das Europa unter dem Hakenkreuz zutrifft, und umgekehrt. So benutzt, ist der Begriff aber schlichtweg fehl am Platze: Kein Deutscher konnte, vor oder nach 1933, von sich behaupten, er werde real von Juden unterdrückt. In Wirklichkeit handelte es sich dabei ausschließlich um eine ideologische Projektion: Unterdrückt worden war er vielleicht vom prügelnden Vater, vom deutschnationalen Lehrer mit dem Rohrstock, vom brüllenden Offizier im Schützengraben oder vom Fabrikherrn. Erleichtert wurde die auf «den Juden» vorgenommene Projektion der Ursprünge allen Übels dadurch, dass die jüdische Minderheit in vielen Köpfen mit der Entstehung des modernen Kapitalismus identifiziert wurde: Sie war in gewissem Maße in Handels- und Finanzberufen konzentriert (aus historischen Gründen, da ihr im Mittelalter die meisten anderen Berufsstände untersagt blieben, der Job als Geldverleiher aber den Schutz des Fürsten versprach), über Ländergrenzen hinweg verstreut und damit «wurzellos» wie das Grenzen sprengende oder überschreitende Kapital, überdurchschnittlich gebildet. Schon diese Grundlagen der Projektion kann man in arabischen Ländern so nicht antreffen: Würde man einen durchschnittlichen Araber befragen, welches Volk typischerweise im Handel tätig ist und über die ganze Welt verstreut lebt, bekäme man zur Antwort: «Libanesen natürlich.» Dagegen erscheinen «Juden», sofern sie mit Zionisten und Einwohnern Israels gleichgesetzt werden, in der arabischen Vorstellung eher – sei es nun zu Recht oder zu Unrecht – als «europäische Kolonisatoren», die Land an sich reißen. Und dass sie einer Unterdrückung durch Menschen, die sich selbst als Juden begreifen, ausgesetzt waren oder sind — nun ja, dies wird man vielen Palästinsern (konfrontiert mit als Herrenmenschen auftretenden Siedlern in den besetzten Territorien) oder auch Libanesen, in deren Land Israel zusammen mit Syrien seit 1976 einen mörderischen Bürgerkrieg angeheizt hatte und wohin israelische Truppen 1982 einmarschiert sind, wohl kaum absprechen können.

    Daraus kann man nun Unterschiedliches schlussfolgern. Man könnte dazu übergehen, den Begriff des Antisemitismus als solchen – deshalb, weil er nach der Shoah auf eine bestimmte Geschichte und ihre mörderischen Konsequenzen verweist, und weil er nicht losgelöst von dieser historischen Prägung gedacht werden kann – im Zusammenhang mit dem Nahen Osten für ungeeignet zu halten. Das bedeutet nun nicht, verschweigen zu wollen, dass es in den arabischen Ländern Ablehnung von und Hass auf Israel gibt. Aber diese können nicht unabhängig davon betrachtet werden, dass ihnen in ihrem Ausgangspunkt ein real stattfindender Konflikt (um Trinkwasserversorgung, um Landenteignung, um Checkpoints, um politische Souveränität, um stattgefundene Vertreibungen…) zugrunde liegt. Dies unterscheidet den Konflikt und den daraus erwachsenen Hass fundamental vom Antisemitismus der Nazis, denn diesem lag kein Konflikt zugrunde: Es wäre eine Lüge, wollte man vom «deutsch-jüdischen Konflikt in den Jahren 1933 bis 1945» sprechen, wo es nur einseitige Verfolgung gegeben hat. Deshalb wird eine solche Begrifflichkeit auch nur von Nazis und Geschichtsrevisionisten benutzt. Aber selbst die hartgesottensten Antideutschen benutzen, bisher jedenfalls, in Bezug auf den Nahen Osten den Begriff vom «Konflikt». Selbstverständlich gibt es heute auf arabischer Seite einen über den realen Einsatz des Konflikts hinaus reichenden Hass auf jüdische Israelis, denen (oder deren Religion) von Manchen grundsätzlich negative Eigenschaften zugeschrieben werden. Aber vielleicht sollte man dabei eher von einem «national-religiösen Chauvinismus als Konfliktideologie» o.ä. sprechen.

    Zu berücksichtigen ist aber auch, dass in manchen Bewegungen oder Publikationsorganen diesem Chauvinismus eine Reihe von Versatzstücken klassischer antisemitischer Verschwörungstheorien aus Europa, im Hinblick auf die vermeintliche weltweite Rolle des Judentums, untergerührt worden sind. Vielleicht sollte man insofern doch von Antisemitismus sprechen, zumal es ja auch unterschiedliche Formen von Antisemitismus gibt: Der christliche Antijudaismus oder der Antisemitismus der Pogrome in Russland sind nicht annähernd mit dem staatlichen Vernichtungsprogramm NS-Deutschlands in eins zu setzen. Insofern kann der Begriff des Antisemitismus möglicher Weise Verwendung finden. Aber auf alle Fälle wäre klar darauf hinzuweisen, dass dieser andere Grundlagen hat als der Antisemitismus im Europa der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts: Es gab keinen «deutsch-jüdischen Konflikt», aber es gibt jüdisch-arabische Konflikte.

    Parforceritt durch die Geschichte
    Die hermetisch von allen störenden Wirklichkeitseinflüssen abgeschottete Weltsicht führender Autoren der Antideutschen bringt unterdessen der oben zitierte Matthias Küntzel vorzüglich zum Ausdruck, wenn er etwa (>> www.matthiaskuentzel.de) erläutert: « Erst als auch Nassers Feldzug gegen Israel im Sechs-Tage-Krieg von 1967 kläglich gescheitert war, wurde der zuvor geschürte Hass auf Juden islamistisch radikalisiert. (…) Eine weitere Steigerung wurde 1982 erreicht, als die Hizbollah damit begann, Menschen systematisch als Bomben einzusetzen. Der Hass auf Juden war nun größer als die Furcht vor dem Tod; die Ideologie der Vernichtung schlug in die Praxis der Zerfetzung beliebiger Juden um. Wann immer die Möglichkeit einer friedlichen Lösung am Horizont erschien, wurde sie im Blut suizidaler Massenmorde ertränkt. Die erste große Selbstmordbomber-Serie begann in Palästina 1993/94, als der Osloer Friedensprozess gerade in Gang gekommen war. Sie wurde im Oktober 2000 wieder aufgenommen (…) »

    Dieser historische Parforceritt über Stock und Stein belegt anschaulich, wie man es auch machen kann, wenn man von Geschichte nur das wahrnehmen möchte, was durch den engen Filter des eigenen Interpretationsrasters hindurch passt. Bei Küntzel ist es scheinbar ein sich ausschließlich aus sich selbst heraus nährender Judenhass, der den historischen Ereignisse im gesamten Nahen Osten zugrunde liegt. Eine kleine Rückblende auf die tatsächlichen historischen Ereignisse lässt zu Tage treten, was bei dieser Propagandaversion von Geschichte ausgeblendet wird.

    Zwischen 1967 und 1982 liegen fünfzehn Jahre, die bei Küntzel ein Vakuum bilden, bis dann die Hizbollah urplötzlich auf die Idee kommt, Selbstmordattentäter einzusetzen – anscheinend aus purem Judenhass. Leider vergisst der Autor, hinzuzufügen, dass Israel 1982 zuerst im Libanon einmarschiert war. Dort gab es zu diesem Zeitpunkt noch überhaupt keine Hizbollah, sondern lediglich eine säkulare PLO (bestehend aus einem bürgerlich-nationalistischen Mehrheitsflügel und mehreren marxistisch angehauchten, linksnationalistischen Fraktionen sowie einigen militaristischen Desperadogruppen in ihrem Umfeld). Um ihre Bekämpfung ging es Israel dabei, und um diesem Ziel näher zu rücken, wollte Israel die libanesisch-christliche «Falange» an die Macht bringen. Die Falange (so ihr französischer Name, die arabische Bezeichnung lautet «Kataeb» für Kampfeinheit, Phalanx) war eine Organisation, die starke Anklänge zum historischen Faschismus aufweist: Ihr Gründervater Pierre Gemayel hatte sie 1936 aus der Taufe gehoben, als er begeistert von den Olmpyischen Spielen in Hitlers Berlin nach Hause kam. Wer unbedingt die Kriege des Staates Israel als Remake des Zweiten Weltkriegs und antifaschistischen Kampf betrachten möchte, den stören solche Feinheiten natürlich eher. Der jüngste Sohn von Pierre Gemayel, Baschir Gemayel, wurde 1982 mit israelischer Hilfe zum Präsidenten des Libanon. Doch im September jenes Jahres wurde er bei einem Attentat getötet, bevor sein Bruder Amin Gemayel (Präsident von 1982 bis 89) seine Nachfolge im Amt antrat. Die libanesische Falange unterhielt eine bewaffnete paramilitärische Organisation unter dem Namen Forces Libanaises , die gegen Marxisten und Palästinenser kämpfte und in deren Reihen sich in den 80er Jahren auch viele französische rechtsextreme Söldner befanden. Im Südlibanon, wo besonders viele Angehörige der schiitischen Konfession leben, baute Israel schon seit Ende der 70er Jahre eine vor allem aus christlichen Milizionären bestehende Kollaborateursarmee unter dem Titel South Lebanon Army (SLA) auf. In der dortigen Zone wüteten die israelische Armee und die SLA noch bis Ende der neunziger Jahre in einer Weise, die die Menschenrechtsorganisation Amnesty international in ihrem Jahresbericht 1998 (>> amnesty.de) schreiben ließ: «Zahlreiche im Südlibanon von der SLA und den IDF festgenommene Personen wurden entweder ohne Anklageerhebung oder Gerichtsverfahren im Khiam-Haftzentrum festgehalten oder auf israelisches Hoheitsgebiet gebracht.» Und im Jahresbericht 2000 (>> amnesty.de) heißt es darüber: «Die Foltermethoden der israelischen Streitkräfte gegen gefangengenommene Libanesen sind offenbar noch grausamer als die vom ‘Allgemeinen Sicherheitsdienst’ (GSS) gegen inhaftierte Palästinenser angewandte Art der Folter. » DESHALB ist die Hizbollah, bei aller berechtigten Kritik an ihrer Ideologie, im Libanon so populär: Weil sie es geschafft hat, diese Soldateska bis im Jahr 2000 aus dem Land zu werfen. Und dabei wesentlich WENIGER Blut von ZivilistInnen anderer Konfessionen im Libanon zu vergießen, als die Warlords von Christen, Druzen usw.

    Bei Beginn des Einmarschs der israelischen Truppen in Beirut wurden ihre Soldaten in den schiitischen Stadtteilen anfänglich noch mit Blumen empfangen, wie eine Reihe von Berichten belegen. Doch die Idylle war bald verflogen, was zu nicht unwesentlichen Teilen mit dem Kriegsverlauf zu tun haben dürfte. Ende 1982 entstand daraufhin die Hizbollah, unter tatkräftiger Mithilfe des iranischen Regimes, die aber nicht gefruchtet hätte, wenn keine soziale Basis dafür vorhanden gewesen wäre. Ab 1983 ging die Hizbollah tatsächlich, als eine der ersten Organisationen in der Region, zum Einsatz von Selbstmordattentätern über. An diesem Punkt hätte Küntzel Recht — falls er nicht verschweigen würde, dass die Selbstmordattentate der Hizbollah sich nicht gegen jüdische Zivilisten in Israel richteten (anders als zehn Jahre später die der Hamas), sondern gegen die Okkupationstruppen im Libanon. Vor allem führte die Hizbollah 1983 spektakuläre Attentate gegen die US-amerikanischen und französischen Soldaten der westlichen Multilateral Force (MLF) in Beirut durch, die – nach dem Rückzug der israelischen Armee aus der Hauptstadt des Libanon – dort die Stabilität und namentlich auch die israelischen Interessen im Libanon garantieren sollte. Von purem, sich selbst genügendem Judenhass als Antrieb für die ersten Aktivitäten der Hizbollah (die dadurch gewiss keine progressive Organisation wird, sondern politisch eng der Diktatur in Teheran verbunden blieb) auszugehen, wie Küntzel dies suggeriert, dürfte als Erklärung also ein bisschen zu kurz greifen.

    In einem nächsten Zeitsprung landet Küntzel 1994/95 in der Phase nach Unterzeichnung des Oslo-Abkommens, dessen Scheitern er implizit anspricht, aber nicht erwähnt. Neben den Attentaten der Hamas, die in jener Phase einsetzen, «vergisst» Küntzel freilich zu erwähnen, dass mit Yitzak Rabin einer der beiden Hauptunterzeichner des Abkommens ermordet wurde und danach in Israel ein rechter Gegner des Abkommens an die Regierung kam. Solche Dinge zu erwähnen, hätte Küntzel freilich in seinem Weltbild gestört, hätte er es doch schwer gehabt zu erwähnen, dass Rabin nicht von einem Palästinser umgebracht wurde.

    Aus: Bernhard Schmid, Der Nahe Osten als Projektionsfläche

    Und das ist dann zugleich auch meine Antwort auf bigmouth.

  30. Gravatar Icon 30 ahmed 09. September 2009 um 15:45 Uhr

    „…und er (der iranische Präsident) hat auch nicht die „vernichtung israels“ gefordert, sondern dass „das regime, das jerusalem besetzt hält, von den seiten der geschichte verschwindet“.“
    mir wird da der unterschied nicht wirklich klar, bzw. was ist daran nun so viel korrekter?

  31. Gravatar Icon 31 bigmouth 09. September 2009 um 16:39 Uhr

    wenn du die rede mal gelesen hättest, hättest du sehen können, dass er einen satz vorher israel in eine reihe mit südafrika und udssr stellt. da sind die regierungen bzw staaten untergegangen, nicht die bevölkerung ausgelöscht worden

  32. Gravatar Icon 32 Thiel Schweiger 09. September 2009 um 16:39 Uhr

    „darüber hinaus hat er schlicht und einfach nicht die „vernichtung israels“ gefordert, wie das von kriegsinteressierter seite kolportiert wird, sondern, dass „das regime, das jerusalem besetzt hält, von den seiten der geschichte verschwinden muss“.“

    Was für ein Unterschied? Und wieso wurde kürzlich ein antisemitischer Terrorist zum iranischen Verteidigungsminister gewählt – unter begeisterten „Tod Israel“-Rufen aus dem Plenum (stand so in der FR)?

    Ein iranischstämmiger Referent hat auf einem Vortrag erzählt, ihm wurde von seiner Großmutter als Kind erzählt, er solle sich vor den Juden hüten, da die aus kleinen Kindern Brot backen würden. Er hat trotzdem behautet, es gäbe im Iran keinen Antisemitismus, aber dass er im gleichen Atemzug diese Geschichte erzählt, hat ihn ziemlich unglaubwürdig erscheinen lassen.

  33. Gravatar Icon 33 lysis 09. September 2009 um 16:47 Uhr

    @ahmed: es ist doch wohl ein unterschied, ob man die vernichtung eines staates (und seiner menschen) oder das historische ende eines regimes fordert. wenn die antifa [f] skandiert: „tod der islamischen republik iran!“, dann nehme ich mal an, dass sie damit nicht die auslöschung der staates iran (und seiner menschen) fordert, sondern die beseitigung des systems der islamischen republik. und dabei redet sie nicht mal vom „regime“, wie der iranische diktator, sondern gleich direkt vom staat als ganzem.

    dass schließlich „von den seiten der geschichte verschwinden“ (intransitiv) und „vernichten“ (transitiv) nicht genau dieselbe bedeutungs- und stilebene sind – OK, scheiß drauf! darüber will ich mich gar nicht streiten.

  34. Gravatar Icon 34 lysis 09. September 2009 um 17:15 Uhr

    Was für ein Unterschied? Und wieso wurde kürzlich ein antisemitischer Terrorist zum iranischen Verteidigungsminister gewählt – unter begeisterten „Tod Israel“-Rufen aus dem Plenum (stand so in der FR)?

    furchtbar, wirklich! und ich will das gar nicht damit vergleichen, dass in israel jemand zum außenminister gewählt wurde, der in seinen studentenjahren mit stacheldraht und fahrradketten jagd auf araber gemacht hat.

  35. Gravatar Icon 35 lysis 09. September 2009 um 17:33 Uhr

    weißt du, israel, voll auf drogen, hält sich für superman und stellt sich, zum abflug bereit, mit beiden beinen auf die fensterbank – und die ganzen philosemiten hier: „spring doch, sprich doch! du kannst es!“

    aber das kommt, weil hier nur ehrfragen verhandelt werden. hauptsache, der jüdische staat schneidet in der öffentlichkeit möglichst gut ab. ob er sich gerade auf dem suizid-trip befindet – ganz egal, nur der ruf darf keinen schaden leiden!

  36. Gravatar Icon 36 andreas 09. September 2009 um 18:52 Uhr

    wie immer wird auch hier vom israel-fanblock ausgeblendet, welche vorurteile/rassismus/propaganda es von israelischer/jüdischer seite gegen palästinenser/araber/moslems/orientale gibt.

  37. Gravatar Icon 37 Thiel Schweiger 09. September 2009 um 19:03 Uhr

    „furchtbar, wirklich! und ich will das gar nicht damit vergleichen, dass in israel jemand zum außenminister gewählt wurde, der in seinen studentenjahren mit stacheldraht und fahrradketten jagd auf araber gemacht hat.“

    Der Typ hat ja nicht mal einen Anschlag auf ne israelische Militäreinrichtung oder was weiß ich gemacht, sondern auf eine Synagoge in Argentinien. Hier fällt, wie schon bei Teilen der deutschen Linken, „ehrbarer“ Antizionismus und eliminatorischer Antisemitismus mehr deutlich zusammen!

    Das ist schon was anderes.

    „wie immer wird auch hier vom israel-fanblock ausgeblendet, welche vorurteile/rassismus/propaganda es von israelischer/jüdischer seite gegen palästinenser/araber/moslems/orientale gibt.“

    War ja auch nicht Thema der Diskussion.

    „aber das kommt, weil hier nur ehrfragen verhandelt werden. hauptsache, der jüdische staat schneidet in der öffentlichkeit möglichst gut ab. ob er sich gerade auf dem suizid-trip befindet – ganz egal, nur der ruf darf keinen schaden leiden!“

    Die Hamas befindet sich mE auf einem Suizidtrip (wörtlich wie metaphorisch).

  38. Gravatar Icon 38 dada 09. September 2009 um 20:11 Uhr

    Man sollte Antideutschen nicht ihre Parteilichkeit vorhalten, die ist schließlich Programm. Der Vorwurf führt notwendig immer nur zur Retourkutsche, das Recht auf Kritik abgesprochen zu bekommen, weil Israelkritiker natürlich Antizionisten -semiten etc. seien.

    Die Parteilichkeit von ADs folgt einem Nationalismus, der der Heuchelei deutscher Scham über die Vergangenheit Rechnung trägt. Dieser Israel-Nationalismus hat also einen deutsch-nationalen Kern: Verantwortung für (das eigentlich bessere) Deutschland, indem man Palästinenser zu Volksschädlingen für Israel erklärt.

    Verrückt, aber antideutsch.

  39. Gravatar Icon 39 lysis 09. September 2009 um 20:23 Uhr

    Die Hamas befindet sich mE auf einem Suizidtrip (wörtlich wie metaphorisch).

    Das ist sie, ja, ohne Zweifel. Muss am Klima liegen.

    Aber rational und auf Interessenausgleich bedacht zu sein, hilft den Palästinensern offenbar auch nicht weiter. Abbas, der einen gerechten Frieden anbietet, wird von den Israelis einfach ignoriert und im Regen stehen gelassen – oder besser: mit neuen Siedlungen immer und immer wieder vor den Kopf gestoßen! Er hat keinen Gesprächspartner auf israelischer Seite, keine relevante Partei (außer möglicherweise Kadima), die wirklich bereit wäre, die Kolonisierung des Westjordan­lands im Austausch für Frieden zu stoppen. Und am schlimmsten ist natürlich die Arbeitspartei, von der Kadima mittlerweile sagt: „that the Labor party has no right to exist as an independent party, and that the most prudent step for the party is to join the Likud“ (Haaretz).

  40. Gravatar Icon 40 ahmed 09. September 2009 um 21:59 Uhr

    @lysis und bigmouth:
    ihr seid also der überzeugung, dass ahmadinedschad nur die israelische regierung absetzen möchte und eine zwei-staaten-lösung fordert? ich habe nichts dazu in seiner rede (durban2) gefunden… wenn dem so sein sollte macht das natürlich einen unterschied.

    trotzdem: es fällt mir schwer den mann ernst zu nehmen, dem sein denken grenzt doch an wahn und sowas hat noch nie gut in der weltpolitik geendet.
    es ist aber auch sehr müßig jede äußerung eines notorischen israelhassers positv wenden zu wollen, würdet ihr bei europäischen antisemit_innen doch auch nicht tun. ganz böse gesagt: das ist ja schon fast paternalistisch. (aber natürlich nicht so böse gemeint)

  41. Gravatar Icon 41 lysis 09. September 2009 um 22:42 Uhr

    nein, niemand hat behauptet, dass ahmadinedschad eine zwei-staaten-lösung will. er will, wie die hamas, eine ein-staaten-lösung unter der flagge des islam.

    es geht doch auch nicht darum, ahmadinedschad von irgendwelchen vorwürfen freizusprechen, sondern darum, dass der konflikt zwischen israel und den palästinensern tatsächlich den kern des problems darstellt – und dass eine gerechte lösung dieses konflikts auch solchen stumpfnasen wie ahmadinedschad oder der hamas (deren antisemitismus überhaupt nicht in frage steht) den politischen wind aus den segeln nehmen würde.

    die hamas hat sich übrigens bereits dazu erklärt, dass sie zwar, gemäß ihrer charta, für eine ein-staaten-lösung unter islamistischer vorherrschaft eintritt, dass sie aber eine zwei-staaten-lösung im rahmen eines langzeit-waffenstillstands auf jahrzehnte hinaus respektieren würde. und ich glaube nicht, dass am ende dieser zeit noch irgendjemand nach diesen drecksäcken kräht.

  42. Gravatar Icon 42 kuhler tühp 09. September 2009 um 22:49 Uhr

    @ahmed:
    Ich vermute er wird auf dem Gebiet des jetzigen Judenstaates einen islamischen Staat aufbauen, die Atombomben sichern, den Zuzug von Juden beschränken und ganz viele Moslems dort ansiedeln (evtl. Rückkehrrecht für Palästinenser). Krass, wie ein *irgendeinen israelischen MP hier einsetzen* für Moslems. Sowas destabilisert natürlich die Region, wenn der Westen dort seinen Bleifuß nicht mehr in der Tür hat. Am Ende bekommen noch diese christlichen Faschomilizen im Libanon Streß! Wahnhaft, wie der seine Einflusssphäre ausdehnen will, fast schon wie *irgendeinen US-Präsidenten der letzten 60 Jahre einfügen*.

  43. Gravatar Icon 43 bigmouth 09. September 2009 um 23:21 Uhr

    die frage ist: sind leute wie ahmadinedschad in dieser frage überhaupt auf „politischen wind in den segeln“ angewiesen? und würde diese „lösung“ das tatsächlich erreichen können?

    ich bin skeptisch, was die abkehr von einer ideologie wie dem antisemitismus angeht. der europäische hat es geschafft, über jahrhunderte zu bestehen, ohne irgendwelche real existierenden gründe auf seiten der juden zu haben. nach >6 jahrzehnten kann das im nahen osten auch der fall sein

    es ist trotzdem die einzige bestehende möglichkeit, die überhaupt realistisch existiert, es mit einem palästinenserstaat zu versuchen

  44. Gravatar Icon 44 lysis 10. September 2009 um 0:12 Uhr

    leute wie ahmadinedschad sind als antisemiten ziemlich unzutreffend beschrieben. der mann hat doch überhaupts nichts gegen juden, sondern benutzt sie sogar als kronzeugen gegen israel: „IRANIAN PRESIDENT & RABBIS AGREE THAT ZIONISTS ARE NOT JEWS“.

    davon abgesehen setzt du antisemitismus einfach mit dem vernichtungsantisemitismus der nazis gleich. die briten waren in ihrer mehrheit immer antisemiten; das hat sie aber während der mandatszeit nicht von einer projüdischen politik abgehalten. der antisemitismus der briten funktionierte eher so: „man muss sich mit den juden gut stellen, weil sie so mächtig und verschlagen sind.“

    darüber hinaus möchte ich noch mal darauf hinweisen, dass es auch noch andere gründe gibt, die siedlungspolitik abzulehen, als die tatsache, dass sich israel damit in die scheiße reitet. und das ist das erbarmungswürdige schicksal der palästinenser selbst.

    ich bin ja schließlich nicht stefan vogt, der in der jungle world die siedlungspolitik allein deshalb kritisiert, weil sie israel so viel geld kostet und eine fanatisierte minderheit heranzieht, die aus gewöhnung an ihr gesetzloses herrenmenschen-dasein in den besetzten gebieten später noch zum problem für den israelischen rechtsstaat werden könnte (z.b. indem sie in lesben- und schwulenbars eindringt und dort wahllos leute abknallt).

    dass vogt das schicksal der palästinenser nicht mit einem einzigen wort erwähnt, obwohl es bei der siedlungspolitik doch genau darum geht, zeigt, dass er im rahmen seines konsequent zu ende gedachten ersatz-nationalismus etwas anderes als die interessen des israelischen staates gar nicht mehr kennt – und die palästinenser für ihn folglich ein absoluter nullfaktor sind: sie kommen als menschen in seiner rechnung überhaupt nicht vor.

    oder, freundlicher gedeutet, er meint, dass er seine empathie gegenüber dem schicksal der palästinenser seinem philosemitischen publikum nur dadurch verkaufen kann, dass er sie in den interessen israels selbst – und in ihnen allein – reformuliert. denn für etwas anderes interessieren sich seine antideutschen leser_innen ja auch gar nicht! alles andere wäre schließlich glatter antisemitismus…

  45. Gravatar Icon 45 ahmed 10. September 2009 um 1:00 Uhr

    „…davon abgesehen setzt du antisemitismus einfach mit dem vernichtungsantisemitismus der nazis gleich.“
    nein, das tue ich nicht. aber holocaustleugnung und -relativierung ist füt mich leider denn doch antisemitisch, und da ist es mir auch egal ob das von europäischen nazis oder islamistischen staatsoberhäuptern kommt.
    [und „„IRANIAN PRESIDENT & RABBIS AGREE THAT ZIONISTS ARE NOT JEWS“ hier als argument anzuführen ist doch billig, weil es gibt bekanntlich einige rabbiner welche israel aus religiöen motiven eine berechtigung absprechen. du wirst immer einen juden finden der deine meinung bestätigt. bestes beispiel: veganer_innen die das buch „everyday treblinka“(für tiere) bewerben, weil das gibt es ja nun auch auf hebräisch…]
    und eine siedlungspolitik wurde hier glaube ich nicht einmal vom fc israel hier verteidigt, geschweige denn aktionen von rechtsextrem-(jüdische)orthodoxen leuten.
    bleibt zu hoffen, dass ein staat „palästina“ den konflikt entschärft. die möglichkeit sollte der staat israel auf jeden fall in betracht ziehen, da dürften wir glaube ich einig sein.

  46. Gravatar Icon 46 skp 10. September 2009 um 8:24 Uhr

    aber holocaustleugnung und -relativierung ist füt mich leider denn doch antisemitisch

    das muß dir nicht leid tun, das ist schlichtweg richtig. deshalb ist die bezeichnung ahmadinedschats als antisemiten auch treffend.

  47. Gravatar Icon 47 andreas 10. September 2009 um 9:17 Uhr

    jaja, es mit einem palästinenserstaat versuchen, einen palästinenserstaat „in betracht ziehen“. wenns nicht klappt, ist er schuld und wird wieder abgeschafft. und der „wall gegen die asiatische barbarei“ bleibt natürlich bestehen.

  48. Gravatar Icon 48 cannon fodder 10. September 2009 um 18:28 Uhr

    @ ahmed

    „du wirst immer einen juden finden der deine meinung bestätigt.“

    Du hast das Argument nicht verstanden. Der Punkt ist nicht, dass ein Jude die gleiche Meinung hat wie Ahmadinedschad. Die Pointe ist, dass der iranische Präsident den Israelis vorwirft, NICHTJUDEN zu sein. Offenbar ist er der Meinung, dass die Bezeichnung „Jude“ den politischen Gegner nicht ab-, sonder aufwerten würde. Anders würde diese verbale Attacke doch keinen Sinn machen.

  49. Gravatar Icon 49 Bladi 10. September 2009 um 23:19 Uhr

    Hamas auf dem Suizidtrip. Alles klar. Wahrscheinlich so selbstmörderisch wie die Hizbollah, die in den knapp 30 Jahren seit ihrer Gründung von einer kleinen Splittergruppe zum faktisch bedeutensten und einflussreichsten politischen und militärischen Akteur im Libanon geworden ist.

    Und was Ahamdinejad angeht, der ja angeblich nur das israelische Besatzerregime bekämpfen will, weil er so ein glühender Antisemit ist: Komisch nur, dass er selbst immer darauf verwiesen hat, jede, also wirklich jede Verhandlungslösung zu akzeptieren, solange sie in einem fairen Referendum auch von der palästinensischen Bevölkerung angenommen wird.

    Im übrigen hat er nicht den Holocaust geleugnet, sondern schlicht den Mythos kritisiert, dass die Juden sich damit praktisch einen eigenen – rein jüdischen – Staat verdient hätten.

    Aber vor allem hat er die durchaus berechtigte Frage gestellt, warum dieser Staat ausgerechnet in Palästina liegen muss, und damit die Palästinenser für einen Massenmord bezahlen müssen, der von Europäern an Europäern begangen wurde.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Mahmud_Ahmadinedschad#Holocaust-Reden

  50. Gravatar Icon 50 Thiel Schweiger 11. September 2009 um 0:19 Uhr
  51. Gravatar Icon 51 andreas 11. September 2009 um 9:54 Uhr

    „Die Parteilichkeit von ADs folgt einem Nationalismus, der der Heuchelei deutscher Scham über die Vergangenheit Rechnung trägt. Dieser Israel-Nationalismus hat also einen deutsch-nationalen Kern: Verantwortung für (das eigentlich bessere) Deutschland, indem man Palästinenser zu Volksschädlingen für Israel erklärt.“

    Richtig, aber es gibt eine (bzw. mehrere verschiedene) light-version(en) dieser Israel-Solidarität. Palästinenser und allgemein „Orientale“ werden darin weiterhin nur über die Beziehung zu Israel und den Juden definiert und beurteilt.

  52. Gravatar Icon 52 dada 11. September 2009 um 14:34 Uhr

    „Palästinenser und allgemein „Orientale“ werden darin weiterhin nur über die Beziehung zu Israel und den Juden definiert und beurteilt“

    Es mag verschiedene Eskalationsstufen geben den Nationalismus betreffend, aber gerade in dem nationalen Definieren von Menschen als In- und Ausländer entdecke ich keine Besonderheit – das macht jeder Staat so, und seine Vasallen sind stolz drauf.

  53. Gravatar Icon 53 andreas 11. September 2009 um 14:44 Uhr

    Ich glaube fast, daß wir da gerade ein wenig aneinander vorbeireden.

  54. Gravatar Icon 54 dada 11. September 2009 um 14:53 Uhr

    @andreas
    Dann formulier dein „aber“ doch nochmal anders. Ändert sich etwas an irgendeinem Argument, wenn es „Light-Versionen“ vom Israelnationalismus gibt?
    … warum nicht mal eine Verständnisfrage klären?!

  55. Gravatar Icon 55 andreas 11. September 2009 um 15:11 Uhr

    Mein Kommentar war eigentlich kein „Aber“ zu deinem. Eher eine Weiterführung oder „Ausführung“. Ich dachte an Spielarten dieses „Israel-Nationalismus“. Wenn etwa die israelische Besatzung bzw. Blockade Gaza’s keinerlei Rolle spielt (auch nicht ihr Impakt auf eine Lösung des Konflikts), wenn jedoch der Scheich der Moschee von Gaza City etwas über Israel oder die Juden sagt (oder laut MEMRI sagt – das ist nicht immer dasselbe), dem eine entscheidende Rolle zukommt. Und diese Sichtweise (bzw. Darstellung) ist nicht nur auf Palästinenser beschränkt.

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