“Nor will there ever be an administration in Washington ready to do diplomatically what none has ever dared do since 1947, namely compel Israel to make an equitable peace with the Arabs. […] Sober and quite rational Israelis exist, of course, and I cite them often enough, but American policy will be determined by factors having nothing to do with them. Unfortunately, rational Israelis are an all too small minority.” (Gabriel Kolko, Israel: A Stalemated Action of History).

Wie gut sich der Kolko mit die Erbanlagen von Nationaltypen auskennt!
Wenn jemand so etwas über Palästinenser schreibt, kriegst du gleich ein Herzinfarkt!
Oder ist sowas doch unter Linken „erlaubt“?
„Italians who don‘t smell like garlic are an all too small minority.“
„Attractive British women are an all too small minority.“
„Non-alcoholic Russian are an all too small minority.“
„Warm-hearted Germans are an all too small minority.“
„Educated American are an all too small minority.“ (Oops, dieser Letzte kommt tatsächlich häufig vor bei deutsche „Linker“)
als ob über palästinenser nicht laufend noch ganz andere dinge geschrieben würden (ohne dass es dich stören würde).
der wöchentliche orakelspruch gegen israel, gähn…
als ob du mich kennst und in der lage wärst zu erklären, was mich stört…
oh, geht’s jetzt um nationale ehrfragen, oder was? wie würdest du das denn nennen, wenn ein staat und seine parteien kollektiven amoklauf begehen statt einfach frieden zu machen? wer noch halbwegs bei verstand ist, der wandert im moment aus statt sich für den kolonialen wahnsinn der regierung verheizen zu lassen. israel erlebt gerade einen brain drain, der eigentlich nur mit der situation in der ddr kurz vor dem mauerbau vergleichbar ist. der anteil der jugendlichen, die auswandern möchten, liegt bei fast der hälfte. übrig bleiben die fanatisierten deppen, die bereit sind, zwei bis drei jahre ihres lebens an die IDF wegzuwerfen, um ein moralisch unhaltbares siedlungsprojekt zu verteidigen und den palästinensern alle paar jahre den schädel einzuschlagen.
Ich würde sowas „Statesmanship“ nennen. Oder ist sowas nur „rational“ wenn es von Nichtjuden begangen wird?
Ach so, zurückgebliebene Ossis waren also auch irrational? Und das obwohl dein antifaschistischer Homeboy Ulbricht an der Macht war? Oder ist der nicht mehr so cool? Ich habe leider mein „Lysis Party-Line Change Scorecard“ heute zu hause vergessen.
ich hab mich mal positiv auf ulbricht bezogen? was man hier nicht so alles erfährt … LOL
John Mearsheimer, „The Changing Face of Israel“
Ja, auf Narodniks alte Blog; es ging um den 17.Juni 1953.
omg!
Rationalität ist für NP also eine „Erbanlage“?
Solch krude Gedankengänge lassen doch einiges erahnen. Da scheints es ja um die eigenen Gene schlecht bestellt zu sein, negatives Potential halt.
Nein, es sei denn „NP“ ist eine Abkürzung für „Gabriel Kolko“.
Wo steht denn das, dass Kolko die Dummheit der Israelis für genetisch hält. Die kann ja auch nationalistisch verursacht sein.
„…44 percent of Israelis say they would be ready to leave if they could find a better standard of living elsewhere…“
kann ja gut sein, dass 44prozent gehen würden, aber die frage ist doch warum. dafür kann es viele gründe geben und die sind nicht zwangsläufig ein statement gegen den staat israel, wie von dir da rein interpretiert.
außerdem sind europäische pässe eine rückversicherung für israelis, weil es kann einfach auch einmal ganz schnell ende sein mit diesem staat. und juden und jüdinnen hatten bekanntlich schon einmal das problem nicht die richtigen pässe zu besitzen.
vielleicht ist es ja auch nur ein statement gegen ihre benutzung für die rassistische okkupations- und siedlungspolitik, die du ja irgendwie mit israel gleichzusetzen scheinst. von einem statement „gegen den staat israel“ habe ich nämlich nie geredet. dass da auch angst vor den selbstmörderischen folgen dieser politik mit dabei ist – keine frage!
von „selbstmörderischen folgen dieser politik“ habe ich nicht gesprochen. ich denke israel ist permanent bedroht, egal ob mit oder ohne okkupationspolitik.
ein billiges „argument“ dafür, an der besatzungspolitik nichts zu ändern. und: mit dem staat kann/wird es nicht ganz schnell zu ende sein (schon aufgrund seiner militärischen überlegenheit).
Ich denke, Israel ist – wie jeder Gewaltapparat – eine permanente Bedrohung, egal ob mit oder ohne Okkupationspolitik. Deswegen ist es auch ständig bedroht – und wenn der Feind im eigenen Land hockt … man kennt das.
Nein, es sei denn „NP“ ist eine Abkürzung für „Gabriel Kolko“.
In dem Fall wohl eher für wahnhaft Negative Projektion deinerseits.
Ich kann das in Kolkos Text nicht finden.
Oh bitte, die Bedrohung Israels ist doch ein Effekt seiner Weigerung, mit den Arabern einen gerechten Frieden auf Grundlage international anerkannten Rechts zu schließen.
Was die ganzen Leute, die aus purem Philosemitismus jetzt so wunder israelsolidarisch tun, nicht sehen (und offenbar nicht sehen wollen), ist die Tatsache, dass Israel sich mit seiner Siedlungspolitik gerade selbst zerstört.
Denn was ist denn der Effekt dieser Siedlungspolitik? Dass es keinen eigenen palästinensischen Staat mehr geben wird, ergo, dass die palästinensische Bevölkerung, eingeschlossen in israelisches Territorium, unter dauerhafter israelischer Besatzung leben wird, ohne jemals selbst Bürger dieses Staates werden zu können.
Und da es absehbar ist, dass die Palästinenser bald die zahlenmäßige Mehrheit stellen, läuft das darauf hinaus, dass eine militarisierte Minderheit eine entrechtete Mehrheit auf Dauer niederhalten muss. Und der Preis dafür ist hoch. Es ist die Verwandlung Israels in ein neues Sparta. „But Zionism has produced a Sparta“, schreibt Prof. Kolko schon jetzt.
Und wie lange wird das wohl gut gehen? Wie lange werden die Amerikaner Israel mit Waffen beliefern, damit die israelische Jugend den Palästinsern alle paar Jahre den Schädel einschlägt? Wie lange wird die internationale Öffentlichkeit das ruhig und tatenlos mit ansehen? Wie lange wird es wohl dauern, bis sich fast alle Staaten mit Ausnahme der USA, Palaus, der Marshallinseln und Mikronesiens auf einen globalen Handelsboykott gegen Israel einigen?
Gut, es gäbe da auch noch die Option der Vertreibung. Das Rezept dazu ist ja schon aus dem Unabhängigkeitskrieg bekannt: man richtet in einigen Dörfern ein paar Massaker und Gruppenvergewaltigungen an, bis die Mehrheit in Panik flieht.
Aber was ist, wenn eine Gruppe wie die Hisbollah dann wirklich mal anfängt, ihre Raketen auf israelische Atomkraftwerke zu richten und das Staatsterritorium radioaktiv zu verseuchen?
Also ehrlich gesagt, ich würde jedem irgendwie noch halbwegs bei Verstand befindlichen Menschen empfehlen, da schnellstmöglich wegzuziehen und sich einen sicheren Schutzhafen zu suchen. Der zeitgenössische Zionismus ist nämlich verrückt geworden und begeht gerade sehenden Auges Suizid.
Dabei wäre es so einfach, Frieden zu haben. Jeder weiß, was die Lösung ist: Rückzug auf international anerkannte Grenzen, Räumung der Siedlungen, Teilung von Jerusalem, Gründung zweier souveräner Staaten.
Wer dagegen Israel in seinem Amoklauf bestärkt, der ist kein Freund von Israel, denn es ist nicht besonders freundlich, jemandem, der sich erhängen will, auch noch den Strick zu reichen.
Das stimmt doch nicht. Die Bedrohung Israels geht doch wohl ganz allein davon aus, daß seine Nachbarstaaten, die übrigens auch sehr viel mächtiger sind als Israel, es vernichten wollen. Die ganze Siedelei (Amoklauf?) hat damit doch gar nichts zu tun.
Welche Staaten meinst du? Jordanien und vor allem Ägypten haben schon seit Ewigkeiten Frieden mit Israel geschlossen und den auch niemals gebrochen. Syrien will die Golan-Höhen zurück, bevor es, wie Ägypten nach der Rückgabe des Sinai, Frieden mit Israel schließt. Und die Aggressionen von Staaten wie Iran und Terrorgruppen wie der Hisbollah hängen doch wohl aufs engste mit dem Konflikt zusammen, den Israel mit den Palästinensern unterhält. Durch die Siedlungspolitik wird dieser Konflikt aber auf Dauer unlösbar gemacht, weil es überhaupt gar keinen Raum für einen eigenständigen palästinensischen Staat mehr gibt. Wo soll denn der jetzt noch entstehen? Je mehr Siedlungen Israel baut, desto mehr wird es für die Zukunft nur noch eine einzige mögliche Lösung geben, die nicht auf Vertreibung oder Apartheid hinausläuft: eine Ein-Staaten-Lösung mit den palästinensischen Arabern als gleichberechtigten Staatsbürgern Israels. Auch das wäre für den Zionismus eine Form des historischen Suizids, weil Israel dann nicht mehr der erträumte „Staat der Juden“, sondern der Staat aller seiner Bewohner wäre. Allerdings auch nicht unbedingt das schlechteste Ende der Geschichte!
Ja, das ist die eine Seite, vergessen hast Du dabei noch die politischen Organisationen der Palästinenser; die andere zeigt sich dadurch, daß viele dieser und weitere arabische Staaten gleichzeitig ihre palästinensischen Bevölkerungsteile als Staatenlose naturalisieren und deren „Rückkehr“ fordern.
„Und die Aggressionen von Staaten wie Iran und Terrorgruppen wie der Hisbollah hängen doch wohl aufs engste mit dem Konflikt zusammen, den Israel mit den Palästinensern unterhält.“
Aber wie?
Schau mal, Klarke, es gibt einfach eine international anerkannte Lösung des Konflikts: von der UNO über die PLO bis zur arabischen Liga ist diese Lösung völlig unumstritten. Und diese Lösung ist die Zwei-Staaten-Lösung. Allerdings ist die mit der Siedlungspolitik nicht vereinbar.
Es gibt in dieser Lösung natürlich einige wenige Streitfragen wie das Rückkehrrecht. Aber daran würde sicher keine Verhandlung scheitern, wenn sie denn von Israel überhaupt gewollt wäre. Das ist aber angesichts des Verhaltens in der Siedlungsfrage mit ziemlicher Sicherheit auszuschließen.
Vielleicht sollte Israel, wenn es von den Palästinsern die Anerkennung seines Existenzrechts fordert, selbst auch mal eine solche Anerkennung aussprechen – nämlich die Anerkennung der grünen Linie als Grenze eines zukünftigen Palästinenserstaats. Wenn nicht, dann ist ein Friede nicht zu erwarten.
Das ist so einfach, so primitiv, dass man sich wundert, dass es Leute gibt, die das nicht kapieren.
Das fällt mir tatsächlich schwer, sind mir doch die Bilder mit Sprenggürteln Bewaffneter, die über die Grenze strömen, um sich in der nächstbesten israelischen Stadt in die Luft zu jagen, noch deutlich. Und dabei ging es dann schon darum, so viel ich weiß, eine grundsätzliche Haltung gegenüber Israel zu exekutieren. Aber seitdem hat sich wohl einiges verändert, nicht zuletzt auch dank der Initiative Israels.
Merkst du was?
Von einem auf den anderen Tag sind die Selbstmordattentäter verschwunden bzw. weniger geworden. Der „Zaun“ war da aber doch noch gar nicht fertig. Die bauen ja JETZT sogar noch daran. Aber seit Jahren ist es ruhig. Wie kommts? Seltsamer Widerspruch, oder? Darauf haben übrigens auch die Palästinenser und „Zaun“gegner immer hingewiesen: dass es da nicht drum geht Selbstmordattentäter auszusperren, sondern einseitig eine Landgewinnung durchzuführen. Das fand ich schon immer sehr seltsam, wie denn bei einem unfertigen Gebilde gleichzeitig behauptet werden kann, dass das die Sprenggürtelleute weghält. Oder war es dann doch eine Entscheidung der PLO usw. diese Attentate zu verhindern und selbst einzustellen?
Zu den Kriegen gibts übrigens eine ganz andere Geschichtsschreibung, als Du sie jetzt darstellst:
Die Vertreibungen von tausenden Palästinensern begann schon im November 1947, also LANGE vor dem Eingreifen der anderen Staaten (Jordanien übrigens, als stärkster Gegner, hatte ein Geheimabkommen mit Israel, um das Westjordanland zu bekommen). Suezkanalkrieg? Israel war unter den Angreifern. 1967 -> Präventivkrieg, es wird immer behauptet, um den anderen vorzukommen. Aber dennoch begann Israel den Krieg. 1973? Ägypten hat mehrere Friedensangenote gemacht, die abgelehnt wurden. Libanonkrieg No1? Libanonkrieg No2?
„Und die Aggressionen von Staaten wie Iran und Terrorgruppen wie der Hisbollah hängen doch wohl aufs engste mit dem Konflikt zusammen, den Israel mit den Palästinensern unterhält.“ (lysis)
Wegen des Konflikts veranstaltet der iranische Präsident Holocaustleugnerkonferenzen und fordert die Vernichtung Israels? Da erschließt sich mir persönlich kein logischer Zusammenhang. Antisemitismus? Gibt es nicht? Oder es gibt ihn, aber eigentlich nur weil die Juden und Jüdinnen so ungerecht sind. Und ob dieser Ungerechtigkeiten ist dann alles gegen Israel gerechtfertigt?
Es ist schon übel knallharte Islamist_innen nicht als das zu benennen was sie sind und deren Vernichtungsgelüste auch noch ideologisch zu legitmieren.
„Und die Aggressionen von Staaten wie Iran und Terrorgruppen wie der Hisbollah hängen doch wohl aufs engste mit dem Konflikt zusammen, den Israel mit den Palästinensern unterhält.“
das hätte ich gerne aber ausgeführt. ich halte es nämlich für sehr gut möglich, dass sich deren antisemitismus längst verselbstständigt hat
ahmed, das ist, wenn man auf seine eigene propaganda reinfällt. der iranische präsident veranstaltet holocaustleugnerkonferenzen, weil er den holocaust als den moralischen legitimationstitel für die kolonisierung der palästinenser sieht. und diesen titel will er ihnen wegnehmen, wobei er damit auch auf massive kritik innerhalb des regimes selbst stößt.
darüber hinaus hat er schlicht und einfach nicht die „vernichtung israels“ gefordert, wie das von kriegsinteressierter seite kolportiert wird, sondern dass „das regime, das jerusalem besetzt hält, von den seiten der geschichte verschwinden muss“.
schließlich kannst du dir auch mal seine rede auf der durban-2-konferenz durchlesen, um zu erfahren, dass es in seiner antizionistischen ideologie sehr wohl primär um das schicksal der palästinenser geht. und dass er bei einer einvernehmlichen zweistaaten-lösung wohl kaum noch einen moralischen titel hätte, um weiter gegen den jüdischen staat zu hetzen.
vielleicht jetzt schon.
erst mal sind die ungerechtigkeiten gegen die palästinenser nicht gerechtfertigt. das ist doch das erste. aber die zählen bei euch ja nicht. offenbar sind das keine leute, die in eurer rechnung eine rolle spielen. so als wären das nicht auch menschen, die als solche das gleiche recht auf körperliche unversehrtheit und ein gutes leben haben wie die israelis auch.
zum anderen:
Und das ist dann zugleich auch meine Antwort auf bigmouth.
„…und er (der iranische Präsident) hat auch nicht die „vernichtung israels“ gefordert, sondern dass „das regime, das jerusalem besetzt hält, von den seiten der geschichte verschwindet“.“
mir wird da der unterschied nicht wirklich klar, bzw. was ist daran nun so viel korrekter?
wenn du die rede mal gelesen hättest, hättest du sehen können, dass er einen satz vorher israel in eine reihe mit südafrika und udssr stellt. da sind die regierungen bzw staaten untergegangen, nicht die bevölkerung ausgelöscht worden
„darüber hinaus hat er schlicht und einfach nicht die „vernichtung israels“ gefordert, wie das von kriegsinteressierter seite kolportiert wird, sondern, dass „das regime, das jerusalem besetzt hält, von den seiten der geschichte verschwinden muss“.“
Was für ein Unterschied? Und wieso wurde kürzlich ein antisemitischer Terrorist zum iranischen Verteidigungsminister gewählt – unter begeisterten „Tod Israel“-Rufen aus dem Plenum (stand so in der FR)?
Ein iranischstämmiger Referent hat auf einem Vortrag erzählt, ihm wurde von seiner Großmutter als Kind erzählt, er solle sich vor den Juden hüten, da die aus kleinen Kindern Brot backen würden. Er hat trotzdem behautet, es gäbe im Iran keinen Antisemitismus, aber dass er im gleichen Atemzug diese Geschichte erzählt, hat ihn ziemlich unglaubwürdig erscheinen lassen.
@ahmed: es ist doch wohl ein unterschied, ob man die vernichtung eines staates (und seiner menschen) oder das historische ende eines regimes fordert. wenn die antifa [f] skandiert: „tod der islamischen republik iran!“, dann nehme ich mal an, dass sie damit nicht die auslöschung der staates iran (und seiner menschen) fordert, sondern die beseitigung des systems der islamischen republik. und dabei redet sie nicht mal vom „regime“, wie der iranische diktator, sondern gleich direkt vom staat als ganzem.
dass schließlich „von den seiten der geschichte verschwinden“ (intransitiv) und „vernichten“ (transitiv) nicht genau dieselbe bedeutungs- und stilebene sind – OK, scheiß drauf! darüber will ich mich gar nicht streiten.
furchtbar, wirklich! und ich will das gar nicht damit vergleichen, dass in israel jemand zum außenminister gewählt wurde, der in seinen studentenjahren mit stacheldraht und fahrradketten jagd auf araber gemacht hat.
weißt du, israel, voll auf drogen, hält sich für superman und stellt sich, zum abflug bereit, mit beiden beinen auf die fensterbank – und die ganzen philosemiten hier: „spring doch, sprich doch! du kannst es!“
aber das kommt, weil hier nur ehrfragen verhandelt werden. hauptsache, der jüdische staat schneidet in der öffentlichkeit möglichst gut ab. ob er sich gerade auf dem suizid-trip befindet – ganz egal, nur der ruf darf keinen schaden leiden!
wie immer wird auch hier vom israel-fanblock ausgeblendet, welche vorurteile/rassismus/propaganda es von israelischer/jüdischer seite gegen palästinenser/araber/moslems/orientale gibt.
„furchtbar, wirklich! und ich will das gar nicht damit vergleichen, dass in israel jemand zum außenminister gewählt wurde, der in seinen studentenjahren mit stacheldraht und fahrradketten jagd auf araber gemacht hat.“
Der Typ hat ja nicht mal einen Anschlag auf ne israelische Militäreinrichtung oder was weiß ich gemacht, sondern auf eine Synagoge in Argentinien. Hier fällt, wie schon bei Teilen der deutschen Linken, „ehrbarer“ Antizionismus und eliminatorischer Antisemitismus mehr deutlich zusammen!
Das ist schon was anderes.
„wie immer wird auch hier vom israel-fanblock ausgeblendet, welche vorurteile/rassismus/propaganda es von israelischer/jüdischer seite gegen palästinenser/araber/moslems/orientale gibt.“
War ja auch nicht Thema der Diskussion.
„aber das kommt, weil hier nur ehrfragen verhandelt werden. hauptsache, der jüdische staat schneidet in der öffentlichkeit möglichst gut ab. ob er sich gerade auf dem suizid-trip befindet – ganz egal, nur der ruf darf keinen schaden leiden!“
Die Hamas befindet sich mE auf einem Suizidtrip (wörtlich wie metaphorisch).
Man sollte Antideutschen nicht ihre Parteilichkeit vorhalten, die ist schließlich Programm. Der Vorwurf führt notwendig immer nur zur Retourkutsche, das Recht auf Kritik abgesprochen zu bekommen, weil Israelkritiker natürlich Antizionisten -semiten etc. seien.
Die Parteilichkeit von ADs folgt einem Nationalismus, der der Heuchelei deutscher Scham über die Vergangenheit Rechnung trägt. Dieser Israel-Nationalismus hat also einen deutsch-nationalen Kern: Verantwortung für (das eigentlich bessere) Deutschland, indem man Palästinenser zu Volksschädlingen für Israel erklärt.
Verrückt, aber antideutsch.
Das ist sie, ja, ohne Zweifel. Muss am Klima liegen.
Aber rational und auf Interessenausgleich bedacht zu sein, hilft den Palästinensern offenbar auch nicht weiter. Abbas, der einen gerechten Frieden anbietet, wird von den Israelis einfach ignoriert und im Regen stehen gelassen – oder besser: mit neuen Siedlungen immer und immer wieder vor den Kopf gestoßen! Er hat keinen Gesprächspartner auf israelischer Seite, keine relevante Partei (außer möglicherweise Kadima), die wirklich bereit wäre, die Kolonisierung des Westjordanlands im Austausch für Frieden zu stoppen. Und am schlimmsten ist natürlich die Arbeitspartei, von der Kadima mittlerweile sagt: „that the Labor party has no right to exist as an independent party, and that the most prudent step for the party is to join the Likud“ (Haaretz).
@lysis und bigmouth:
ihr seid also der überzeugung, dass ahmadinedschad nur die israelische regierung absetzen möchte und eine zwei-staaten-lösung fordert? ich habe nichts dazu in seiner rede (durban2) gefunden… wenn dem so sein sollte macht das natürlich einen unterschied.
trotzdem: es fällt mir schwer den mann ernst zu nehmen, dem sein denken grenzt doch an wahn und sowas hat noch nie gut in der weltpolitik geendet.
es ist aber auch sehr müßig jede äußerung eines notorischen israelhassers positv wenden zu wollen, würdet ihr bei europäischen antisemit_innen doch auch nicht tun. ganz böse gesagt: das ist ja schon fast paternalistisch. (aber natürlich nicht so böse gemeint)
nein, niemand hat behauptet, dass ahmadinedschad eine zwei-staaten-lösung will. er will, wie die hamas, eine ein-staaten-lösung unter der flagge des islam.
es geht doch auch nicht darum, ahmadinedschad von irgendwelchen vorwürfen freizusprechen, sondern darum, dass der konflikt zwischen israel und den palästinensern tatsächlich den kern des problems darstellt – und dass eine gerechte lösung dieses konflikts auch solchen stumpfnasen wie ahmadinedschad oder der hamas (deren antisemitismus überhaupt nicht in frage steht) den politischen wind aus den segeln nehmen würde.
die hamas hat sich übrigens bereits dazu erklärt, dass sie zwar, gemäß ihrer charta, für eine ein-staaten-lösung unter islamistischer vorherrschaft eintritt, dass sie aber eine zwei-staaten-lösung im rahmen eines langzeit-waffenstillstands auf jahrzehnte hinaus respektieren würde. und ich glaube nicht, dass am ende dieser zeit noch irgendjemand nach diesen drecksäcken kräht.
@ahmed:
Ich vermute er wird auf dem Gebiet des jetzigen Judenstaates einen islamischen Staat aufbauen, die Atombomben sichern, den Zuzug von Juden beschränken und ganz viele Moslems dort ansiedeln (evtl. Rückkehrrecht für Palästinenser). Krass, wie ein *irgendeinen israelischen MP hier einsetzen* für Moslems. Sowas destabilisert natürlich die Region, wenn der Westen dort seinen Bleifuß nicht mehr in der Tür hat. Am Ende bekommen noch diese christlichen Faschomilizen im Libanon Streß! Wahnhaft, wie der seine Einflusssphäre ausdehnen will, fast schon wie *irgendeinen US-Präsidenten der letzten 60 Jahre einfügen*.
die frage ist: sind leute wie ahmadinedschad in dieser frage überhaupt auf „politischen wind in den segeln“ angewiesen? und würde diese „lösung“ das tatsächlich erreichen können?
ich bin skeptisch, was die abkehr von einer ideologie wie dem antisemitismus angeht. der europäische hat es geschafft, über jahrhunderte zu bestehen, ohne irgendwelche real existierenden gründe auf seiten der juden zu haben. nach >6 jahrzehnten kann das im nahen osten auch der fall sein
es ist trotzdem die einzige bestehende möglichkeit, die überhaupt realistisch existiert, es mit einem palästinenserstaat zu versuchen
leute wie ahmadinedschad sind als antisemiten ziemlich unzutreffend beschrieben. der mann hat doch überhaupts nichts gegen juden, sondern benutzt sie sogar als kronzeugen gegen israel: „IRANIAN PRESIDENT & RABBIS AGREE THAT ZIONISTS ARE NOT JEWS“.
davon abgesehen setzt du antisemitismus einfach mit dem vernichtungsantisemitismus der nazis gleich. die briten waren in ihrer mehrheit immer antisemiten; das hat sie aber während der mandatszeit nicht von einer projüdischen politik abgehalten. der antisemitismus der briten funktionierte eher so: „man muss sich mit den juden gut stellen, weil sie so mächtig und verschlagen sind.“
darüber hinaus möchte ich noch mal darauf hinweisen, dass es auch noch andere gründe gibt, die siedlungspolitik abzulehen, als die tatsache, dass sich israel damit in die scheiße reitet. und das ist das erbarmungswürdige schicksal der palästinenser selbst.
ich bin ja schließlich nicht stefan vogt, der in der jungle world die siedlungspolitik allein deshalb kritisiert, weil sie israel so viel geld kostet und eine fanatisierte minderheit heranzieht, die aus gewöhnung an ihr gesetzloses herrenmenschen-dasein in den besetzten gebieten später noch zum problem für den israelischen rechtsstaat werden könnte (z.b. indem sie in lesben- und schwulenbars eindringt und dort wahllos leute abknallt).
dass vogt das schicksal der palästinenser nicht mit einem einzigen wort erwähnt, obwohl es bei der siedlungspolitik doch genau darum geht, zeigt, dass er im rahmen seines konsequent zu ende gedachten ersatz-nationalismus etwas anderes als die interessen des israelischen staates gar nicht mehr kennt – und die palästinenser für ihn folglich ein absoluter nullfaktor sind: sie kommen als menschen in seiner rechnung überhaupt nicht vor.
oder, freundlicher gedeutet, er meint, dass er seine empathie gegenüber dem schicksal der palästinenser seinem philosemitischen publikum nur dadurch verkaufen kann, dass er sie in den interessen israels selbst – und in ihnen allein – reformuliert. denn für etwas anderes interessieren sich seine antideutschen leser_innen ja auch gar nicht! alles andere wäre schließlich glatter antisemitismus…
„…davon abgesehen setzt du antisemitismus einfach mit dem vernichtungsantisemitismus der nazis gleich.“
nein, das tue ich nicht. aber holocaustleugnung und -relativierung ist füt mich leider denn doch antisemitisch, und da ist es mir auch egal ob das von europäischen nazis oder islamistischen staatsoberhäuptern kommt.
[und „„IRANIAN PRESIDENT & RABBIS AGREE THAT ZIONISTS ARE NOT JEWS“ hier als argument anzuführen ist doch billig, weil es gibt bekanntlich einige rabbiner welche israel aus religiöen motiven eine berechtigung absprechen. du wirst immer einen juden finden der deine meinung bestätigt. bestes beispiel: veganer_innen die das buch „everyday treblinka“(für tiere) bewerben, weil das gibt es ja nun auch auf hebräisch…]
und eine siedlungspolitik wurde hier glaube ich nicht einmal vom fc israel hier verteidigt, geschweige denn aktionen von rechtsextrem-(jüdische)orthodoxen leuten.
bleibt zu hoffen, dass ein staat „palästina“ den konflikt entschärft. die möglichkeit sollte der staat israel auf jeden fall in betracht ziehen, da dürften wir glaube ich einig sein.
das muß dir nicht leid tun, das ist schlichtweg richtig. deshalb ist die bezeichnung ahmadinedschats als antisemiten auch treffend.
jaja, es mit einem palästinenserstaat versuchen, einen palästinenserstaat „in betracht ziehen“. wenns nicht klappt, ist er schuld und wird wieder abgeschafft. und der „wall gegen die asiatische barbarei“ bleibt natürlich bestehen.
@ ahmed
„du wirst immer einen juden finden der deine meinung bestätigt.“
Du hast das Argument nicht verstanden. Der Punkt ist nicht, dass ein Jude die gleiche Meinung hat wie Ahmadinedschad. Die Pointe ist, dass der iranische Präsident den Israelis vorwirft, NICHTJUDEN zu sein. Offenbar ist er der Meinung, dass die Bezeichnung „Jude“ den politischen Gegner nicht ab-, sonder aufwerten würde. Anders würde diese verbale Attacke doch keinen Sinn machen.
Hamas auf dem Suizidtrip. Alles klar. Wahrscheinlich so selbstmörderisch wie die Hizbollah, die in den knapp 30 Jahren seit ihrer Gründung von einer kleinen Splittergruppe zum faktisch bedeutensten und einflussreichsten politischen und militärischen Akteur im Libanon geworden ist.
Und was Ahamdinejad angeht, der ja angeblich nur das israelische Besatzerregime bekämpfen will, weil er so ein glühender Antisemit ist: Komisch nur, dass er selbst immer darauf verwiesen hat, jede, also wirklich jede Verhandlungslösung zu akzeptieren, solange sie in einem fairen Referendum auch von der palästinensischen Bevölkerung angenommen wird.
Im übrigen hat er nicht den Holocaust geleugnet, sondern schlicht den Mythos kritisiert, dass die Juden sich damit praktisch einen eigenen – rein jüdischen – Staat verdient hätten.
Aber vor allem hat er die durchaus berechtigte Frage gestellt, warum dieser Staat ausgerechnet in Palästina liegen muss, und damit die Palästinenser für einen Massenmord bezahlen müssen, der von Europäern an Europäern begangen wurde.
http://de.wikipedia.org/wiki/Mahmud_Ahmadinedschad#Holocaust-Reden
Und was ist damit?
http://en.wikipedia.org/wiki/International_Conference_to_Review_the_Global_Vision_of_the_Holocaust
Nett auch das hier:
http://en.wikipedia.org/wiki/International_Holocaust_Cartoon_Competition
Dieser Artikel ist auch recht informativ zu dem Thema:
http://en.wikipedia.org/wiki/History_of_the_Jews_in_Iran
„Die Parteilichkeit von ADs folgt einem Nationalismus, der der Heuchelei deutscher Scham über die Vergangenheit Rechnung trägt. Dieser Israel-Nationalismus hat also einen deutsch-nationalen Kern: Verantwortung für (das eigentlich bessere) Deutschland, indem man Palästinenser zu Volksschädlingen für Israel erklärt.“
Richtig, aber es gibt eine (bzw. mehrere verschiedene) light-version(en) dieser Israel-Solidarität. Palästinenser und allgemein „Orientale“ werden darin weiterhin nur über die Beziehung zu Israel und den Juden definiert und beurteilt.
„Palästinenser und allgemein „Orientale“ werden darin weiterhin nur über die Beziehung zu Israel und den Juden definiert und beurteilt“
Es mag verschiedene Eskalationsstufen geben den Nationalismus betreffend, aber gerade in dem nationalen Definieren von Menschen als In- und Ausländer entdecke ich keine Besonderheit – das macht jeder Staat so, und seine Vasallen sind stolz drauf.
Ich glaube fast, daß wir da gerade ein wenig aneinander vorbeireden.
@andreas
Dann formulier dein „aber“ doch nochmal anders. Ändert sich etwas an irgendeinem Argument, wenn es „Light-Versionen“ vom Israelnationalismus gibt?
… warum nicht mal eine Verständnisfrage klären?!
Mein Kommentar war eigentlich kein „Aber“ zu deinem. Eher eine Weiterführung oder „Ausführung“. Ich dachte an Spielarten dieses „Israel-Nationalismus“. Wenn etwa die israelische Besatzung bzw. Blockade Gaza’s keinerlei Rolle spielt (auch nicht ihr Impakt auf eine Lösung des Konflikts), wenn jedoch der Scheich der Moschee von Gaza City etwas über Israel oder die Juden sagt (oder laut MEMRI sagt – das ist nicht immer dasselbe), dem eine entscheidende Rolle zukommt. Und diese Sichtweise (bzw. Darstellung) ist nicht nur auf Palästinenser beschränkt.